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Veröffentlicht am  29.01.06, 15:17 Uhr von  Marco Gödde

Im Test: C64 DTV

C64 DTV C64 DTV

Wir haben den C64 DTV getestet, einen Nachbau des Competition Pro Joysticks inklusive 30 Spielen. Den Joystick kann man direkt an den Fernseher anschließen.

Nostalgiker des älteren Semesters, also ab 30 aufwärts, erinnern sich manchmal wehmütig an die gute alte Zeit, als man seine Freizeit vor 8-Bit-Rechnern der Marke Commodore 64, auch liebevoll Brotkasten genannt, und mit Klassikern, wie Maniac Mansion, Pirates!, den zahllosen Summer, Winter oder California Games verbrachte oder Stunden in die Lösung der Impossible Mission investierte und sein Taschengeld in den ersten brauchbaren Joystick, einen totschicken Competition Pro steckte. Ja, damals war alles besser! Doch war damals wirklich alles besser? Wer das wissen will, kann sich jetzt mit dem original Nachbau des Competition Pro inklusive 30 damaliger Spiele-Highlights vergnügen.

Ran ans Gerät

Anders als früher ist für das Spielvergnügen kein C64 von Nöten. Der Joystick wird einfach per AV-Kabel an den Fernseher  angeschlossen. Die 30 mitgelieferten Spiele sind im Joystick fest installiert und nicht wie noch Mitte der 80iger auf übergroßen 5,25 Zoll Disketten. Auch ein Stromanschluss ist nicht notwendig. Den Strom bezieht das Gerät aus vier AA-Batterien, die leider nicht im Lieferumfang enthalten sind. Die Spiele selber werden nach dem Einschalten über ein schlichtes Menü ausgewählt und reichen von Alleykat, über die bereits erwähnten Summer Games, bis hin zu Zynaps. Das Repertoire umfasst dabei Action-, Sport-, Renn- und Jump-and-Run-Spiele.

Der analoge Wahnsinn

Hat man sich für einen Titel entschieden, kann es auch schon fast losgehen. Doch erst mal müssen sich Leute, die nach 1985 geboren wurden, von dem optischen Schock erholen. Denn grafisch können die Lieblinge der Eltern mit den Freunden der Kinder nicht mehr mithalten. Grobklötzige Spielfiguren rennen durch zweidimensionale Pixelwelten für die Worte wie “fotorealistisch” noch nicht erfunden waren. Auch die Farbwahl war keine Stärke vieler damaligen Designergrößen. Spätestens bei blassrosa Buchstaben auf hellblauem Grund kapitulieren die Augen.

Wir entschieden uns an dieser Stelle für die Summer Games und wählten dort den Klassiker 100m Dash (den 100 Meter-Lauf). Aus gutem Grund. Forderte diese Disziplin doch schon damals Alles vom Spieler und vom Joystick. Durch wildes hin und her rütteln des Sticks treibt man seinen Läufer an. Dabei weckt das vertraute Klicken der analogen Taster bei Kennern des Originals wohlige Erinnerungen.

Um in Spielen wie Gateway to Apshai die fehlende Tastatur zu ersetzen, verfügt der Commodore 64 DTV über vier zusätzliche Tasten, mit denen sich Sonderfunktionen ausführen lassen.

Ein ergonomischer Alptraum

Wie damals ist der Joystick weit entfernt von einer ergonomischen Form und nach längerem Spielbetrieb beginnen die Hände zu schmerzen. Dazu trägt auch die schlechte Standfestigkeit ihren Teil bei. War diese beim Original schon nicht die beste, wurde bei der Neuauflage zusätzlich auf die damaligen Saugfüße verzichtet. Zu Gute halten muss man dem Stick, dass er durch seine schlichte Bauform sowohl für Rechts- als auch Linkshänder geeignet ist. Auch die Verarbeitung ist insgesamt stabil. Die Feuerknöpfe haben einen deutlich spürbaren Druckpunkt.

Für den Batteriewechsel wird allerdings ein Schraubendreher benötigt, da der Deckel des Batteriefachs mit dem Rest verschraubt ist.

Fazit

Der Commodore 64 DTV Joystick ist eher für den Nostalgiker geeignet, der seine Umgebung immer wieder mit Erinnerungen an seine Kindheit nervt und wird daher ebenso ein Nischendasein fristen, wie andere Produkte ähnlicher Machart. Bitte nicht falsch verstehen – die Spiele sind zum Großteil Klassiker der Spielegeschichte und bieten teilweise mehr Spielwitz und Ideen als viele moderne Grafikblender. Allerdings fehlt es dem Joystick etwas an Flair, das einem der gute alte C64 mitsamt 1541-Floppy und der obligatorischen Stapel 5,25 Zoll-Disketten vermittelte. Und für knapp 25 Euro hat man eine Zeitlang seinen Spaß.

Wertung

6/10
passable Preisleistungsverhältnis
Spieleklassiker enthalten
schlechte Verarbeitung
Steuerung unsauber
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