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Veröffentlicht am  17.06.06, 14:27 Uhr von  

Kommentar: Vorwürfe gegen Apple-Zulieferer

Der Enthüllungs-Bericht der Mail on Sunday, mit der vergangene Woche die Arbeitsbedingungen beim chinesischen iPod-Produzenten Foxconn angeprangert wurden, hat eine Welle der medialen Empörung ausgelöst. Perry Wu, Journalist für die ChinaTechNews, antwortet dagegen so auf die Vorwürfe:

I’m no fan of big corporations bullying workers. But I am also no friend to shoddy, sensationalist journalism. [...]
Visitors are not permitted into the factory? Since when were you able to tiptoe around the vats of beer at Anheuser-Busch’s brewery in Williamsburg, Virginia? Or when was the last time you showed up at Microsoft’s compound unannounced in Redmond and expected the royal treatment? [...]

Wus Argumente sind kaum von der Hand zu weisen. Hinzu kommt: Einerseits verlangt man günstigere Produkte von Apple, andererseits heuchelt man Verwunderung darüber, dass iPods nicht von hochbezahlten amerikanischen Ingenieuren in Handarbeit, sondern von chinesischen Fabrikarbeitern in Massenproduktion gefertigt werden. Abgesehen davon dürfte ein monatlicher Lohn von knapp 50 Euro wohl deutlich über dem Durchschnittseinkommen eines Arbeiters in China liegen.
Keine Frage, die Arbeitsbedingungen in chinesischen High-Tech Fabriken sind alles andere als rosig und eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe sicher angebracht. Doch wer jetzt behauptet, er hätte er erst durch den Artikel der Mail on Sunday von der harten Realität globaler Wertschöpfungsketten erfahren, ist entweder sehr naiv oder sehr unaufrichtig.

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