Review: 9. August 2006,

OS X 10.5: Die Leopard-Preview im Review

Mac OS X 10.5
Mac OS X 10.5 - Screenshot

Gestern nach der Keynote habe ich meine Kopie der Leopard Preview DVD in die Hände bekommen. Die Hülle enthält zwei DVDs, eine mit der Leopard Server Variante, die andere enthält die Version für Endanwender und außerdem die neuen Entwicklerwerkzeuge.

Installation

Die Installation von OS X 10.5 ist gewohnt einfach: von der DVD booten, Installationslaufwerk auswählen und innerhalb von etwa 30 Minuten landet das neue System auf der Festplatte. Nach dem Neustart führt der schon von Tiger bekannte Assistent durch die Einrichtung des Systems.

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Finder & Spaces

Nach Beendigung des Assistenten landet man in der wohlbekannten Oberfläche des Finders. Augenscheinlich hat sich nichts geändert. Viele mögen darüber enttäuscht sein. Womöglich hält Apple noch Verbesserungen zurück und macht diese in einer späteren Version zugänglich. Unter der Oberfläche sind einige Verbesserungen und Veränderungen zu sehen. Dazu zählt die neue Icon-Vorschau-Funktion, die es erlaubt für zahlreiche Dateitypen eine kleine Vorschau im Icon der Datei anzuzeigen. Außerdem kann man sich jetzt direkt Details zu Ordnern im Finder anzeigen lassen.

Spaces ist Apples Implementierung von multiplen Desktops in OS X Leopard. In den Systemeinstellungen lässt sich die Anzahl der verfügbaren Spaces einstellen. Mit der F8-Taste lässt sich eine Übersicht aller Spaces anzeigen (ähnlich wie in Exposé) und mittels Drag-and-Drop lassen sich Fenster zwischen den einzelnen Spaces hin- und herschieben. Zwischen den einzelnen Spaces kann man mittels der Tastenkombination CTRL + Pfeiltaste umschalten.

Safari

Safari hat in OS X 10.5 eine deutliche Verbesserung der Suchfunktion bekommen. Sucht man auf einer Website einen Begriff, dann wird direkt unter der Tab-Leiste eine Leiste eingeblendet, die die Anzahl der Suchtreffer und zwei Buttons zum Durchscrollen der Ergebnisse anzeigt. Zum Anzeigen der Suchergebnisse wird die Website gedimmt, und der aktuelle Treffer durch eine orangene Box deutlich hervorgehoben.

Die zweite augenscheinliche Neuerung ist der Button in der Toolbar, um ein Dashboard-Widget von einer Website zu erzeugen. Klickt man diesen Button, so wird Dashboard aufgerufen und ein neues Widget mit der aktuellen Website wird angezeigt. Anschließend kann man den gewünschten Teil der Website auswählen und das Ganze dann als Widget speichern. Wann immer sich nun die Website an dieser Stelle ändert, ändert sich auch das Widget.

Eine kleine Neuerung ist die Warnung, die angezeigt wird, wenn beim Beenden von Safari mehr als zwei Tabs geschlossen werden.

Benutzeroberfläche & Allgemeines

Es scheint, als sei Apple dabei den Zoo an unterschiedlichen Oberflächen (Aqua, Brushed Metal, iTunes, Mail/Xcode) wieder etwas zu vereinheitlichen. iChat und Vorschau kommen jetzt im gleichen Look wie Mail oder Xcode daher.

Eine große Neuerung springt einem ins Auge, wenn man zum ersten Mal das Hilfemenü aufruft. Dort wird einem ein Spotlight-ähnliches Eingabefenster angezeigt, in dem man direkt seine Frage eintippen kann. Dabei wird die Suche nicht nur auf die Hilfedateien beschränkt, sondern bezieht die UI des Programms mit ein. Sucht man z. B. nach „Speichern“, dann wird der Menüeintrag „Datei > Speichern“ angezeigt. Wählt man diesen Treffer aus, so klappt das Dateimenü auf und ein großer, dicker Pfeil zeigt auf den Speichern-Menüpunkt.

Leider hatte ich noch keine Zeit Time Machine auszuprobieren, da hierfür ein initiales Backup der kompletten Festplatte benötigt wird.

Fazit

Bisher konnte ich nur wenig mit dem neuen OS X 10.5 herumspielen, aber die Neuerungen sind vielversprechend. Apple hält wahrscheinlich noch etliche Funktionen und Verbesserungen zurück, weil sie wohl bis zur WWDC noch nicht fertig geworden sind, oder nicht stabil genug waren. Die nächsten Preview-Releases werden zeigen, wo die Reise hingeht. Fakt ist, dass Apple wieder an vielen Details gefeilt hat. So zeigt das Fadenkreuz beim Erstellen von Screenshots jetzt beispielsweise die Bildschirmkoordinaten an.

Aufgrund meiner begrenzten Zeit konnte ich bisher nur an der Oberfläche kratzen. Um alle Änderungen, Verbesserungen und Erweiterungen zu erfassen, müsste man für jeden Teil des Systems einen eigenen Artikel dieser Länge schreiben. Ich versuche daher, nach der WWDC (beginnend mit nächster Woche) eine mehrteilige Serie über die Leopard Preview anzufertigen, die wesentlich detaillierter und umfangreicher ist.

Zuletzt kommentiert



 2 Kommentar(e) bisher

  •  Oliver (9. August 2006)

    Sehr guter Artikel, danke.
    Aber so richtig begeistern kann mich das Ganze nicht. Das sind doch nur kleine Verbesserungen. Im Gegensatz zu Tiger (mit Spotlight, Dashboard …) ist bei Leopard noch wirklich nicht viel „neues“ zu sehen. Aber ich verstehe auch, dass man noch nicht alles zeigen will. Hoffentlich kommt da noch was.
    Bin aber schon gespannt auf deine weiteren Artikel.

  •  ha (9. August 2006)

    Vieles was bisher nur nach „kleineren Änderungen“ oder „optischem Schnick-Schnack“ aussieht, ist unter der Haube völlig neu.
    Nach allem, was ich bisher gehört habe, sind die Entwickler mehr als zufrieden mit dem, was Apple ihnen in den Lab Sessions gezeigt hat. Technologien wie Core Animation eröffnen ganz neue Möglichkeiten, die es so auf keiner anderen Plattform gibt. Xcode als Entwicklungsumgebung wird immer komfortabler und mächtiger.
    Bis diese neuen Möglichkeiten in fertige Software umgesetzt sind, wir es natürlich noch ein Weilchen dauern. Aber deshalb gab es dieses WWDC ja auch einige Zeit vor dem Leopard-Release. Und auch Apple selbst wird es sicher nicht bei dem belassen, was wir bisher gesehen haben. Ich sage nur Mehrbenutzerfunktionen, neuer Finder etc…


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