MACNOTES

Veröffentlicht am  18.08.06, 19:04 Uhr von  

Leopard Developer Preview – ein Überblick (1)

Mac OS X LeopardDies ist der erste Teil einer mehrteiligen Serie über die neuen Funktionen, Verbesserungen und Veränderungen der nächsten Mac OS X Version Code- und Vermarktungsname “Leopard”. Diesem Artikel liegt die auf der WWDC 2006 an die Konferenzteilnehmer verteilte Developer Preview zugrunde. Die finale Version wird irgendwann im Frühjahr 2007 erscheinen (Wer tippt auf den 24. März ;-)?). Daher sind etliche Funktionen entweder noch nicht oder bisher nur in sehr einfacher Form vorhanden. In den folgenden Monaten wird sich in dieser Hinsicht noch viel verändern und deshalb sollte man den Umfang dieses Releases nicht unter- oder überbewerten. Viele waren nach der Keynote ob der fehlenden, bahnbrechenden Neuerungen enttäuscht, denn ein paar augenschmeichelnde Effekte in iChat rechtfertigen nur schwer den Versionssprung auf 10.5. Diese Artikelserie wird zeigen, dass Leopard gegenüber Tiger mehr zu bieten hat, als die auf der Keynote gezeigten 10 neuen Funktionen.

Im Laufe dieser Serie werde ich mich mit den unterschiedlichen Systembestandteilen beschäftigen und erklären, wo gegenüber Mac OS X Tiger Veränderungen stattgefunden haben. Am augenscheinlichsten ist das bei den mitgelieferten Programmen zu sehen, doch auch am Systemunterbau (Betriebssystemkern, Frameworks), dem Unix-Teil und bei den Entwicklerwerkzeugen hat sich viel getan.

Bevor es losgeht noch eine kleine Warnung vorweg: Mangels entsprechender Hardwarepower werden etliche graphische Effekte nicht oder nur sehr eingeschränkt funktionieren. Ein PowerBook G4 12″ mit 867MHz ist für die vielen Effekte, die mittlerweile vom Graphikprozessor berechnet werden, einfach zu alt. Wenn mir also jemand ein MacBook Pro für diesen Bericht spenden möchte – Freiwillige vor ;-).

The Complete Package

Als eine der neuen Funktionen von Leopard wurde von Steve Jobs auf der Keynote “the complete package” beworben. Das bedeutet, dass mit Mac OS X 10.5 wieder eine für alle Systeme einheitliche und vom Umfang her gleiche Version des Betriebssystems ausgeliefert wird. Das heißt, dass zukünftig alle Macs in den Genuss von z.B. Front Row und PhotoBooth kommen werden.

Die auf der WWDC verteilte Version enthält neben der Endbenutzervariante auch eine DVD von der man die Serverversion von Leopard installieren kann. Größter Unterschied zur ersten Variante sind die vielen graphischen Programme für die Konfiguration der unterschiedlichsten Serverdienste. Daher gehe ich nicht gesondert auf Mac OS X 10.5 Server ein.

Installation

Die Installation gestaltet sich gewohnt einfach: DVD ins optische Laufwerk legen, den Rechner von der DVD neu starten, Lizenzbestimmungen akzeptieren, Laufwerk auswählen und los geht’s. Nach etwa 30 Minuten ist das System auf die Festplatte kopiert. Bereits im Installer fallen ein paar kleine optische Neuerungen auf. So wird das ausgewählte Installationslaufwerk jetzt mit einem prominenten blauen Fokusring hervorgehoben. Am Ende der Installationsroutine zeigt ein großer grüner Kreis mit einem weißen Haken darin den erfolgreichen Abschluss des Vorgangs an.

Folgt man dann der Aufforderung zum Neustart, wird beim Starten der noch von Tiger bekannte Einrichtungsassistent gestartet. Er hilft beim Einstellen der Grundeinstellungen (Sprache, Zeitzone, Netzwerk und Benutzername) des Systems. Hat man den Assistenten beendet präsentiert sich Leopard mit der seit Mac OS X 10.4 bekannten Oberfläche.

Erster Eindruck

About LeopardZunächst noch einmal zurück auf Start und das frisch installierte System einem Kaltstart unterziehen. Die Dauer der Startsequenz ist mit der von Tiger vergleichbar, bzw. etwas schneller. Das mag aber auch an meiner externen 3,5″ Festplatte liegen, die deutlich performanter als die interne 2,5″ Festplatte meines PowerBooks ist. Beim Starten fällt auf, dass kein Fenster mit Fortschrittsbalken mehr angezeigt wird. Gründe dafür konnte ich keine ausmachen. Auch bei mehreren Neustarts wurde das Fenster nicht angezeigt.

Dafür ist nach jedem Neustart Bluetooth aktiviert und ist damit zunächst das deutlichste Zeichen, dass man hier mit einer Vorschauversion arbeitet.

Einstellungssache

Ein frisch installiertes System muss erstmal eingerichtet und konfiguriert werden. Also habe ich mich zuerst in die Systemeinstellungen begeben.

Diese wirken auf den ersten Blick vertraut, doch bei genauerem Hinschauen entdeckt man insbesondere hinter den verschiedenen Punkten neue Einstellungsmöglichkeiten. Der Punkt “Exposé” wurde in “Exposé & Spaces” umbenannt und neu ist ein Punkt für Time Machine hinzugekommen. Spaces ist Apples Implementierung von virtuellen Schreibtischen und Time Machine ist eine systemweite Backuplösung, die sich nahtlos in das System integriert.

Spaces EinstellungenSchaltet man in den Exposé & Spaces Einstellungen zwischen Exposé und Spaces um, werden die Einstellungsdialoge mit einem netten Dia-Effekt übergeblendet. Man kann bis zu 16 Spaces anlegen und auch gleich festlegen, welche Programme in welchem Bereich arbeiten sollen. Außerdem lassen sich Tastaturkürzel für das schnelle Umschalten zwischen den virtuellen Schreibtischen definieren. Standardmäßig sind hier CTRL-Pfeiltasten und CTRL-Zahlentaste (Nummer des Schreibtischs) festgelegt.

Bildschirmschoner-EinstellungenDeutlichen Zuwachs haben die Einstellungen für den Bildschirmschoner erhalten. Dort gibt es jetzt die Option aus verschiedenen Darstellungseffekten zu wählen:

  • Diashow,
  • Kollage,
  • und Mosaik.

Für die unterschiedlichen Stile kann man weitere Darstellungsoptionen wählen. So ist es bei Kollagen möglich zusätzlich den Bildtitel und das Datum anzuzeigen. Bei allen Bildschirmschonern kann jetzt eine Uhr angezeigt werden.

Ja, sie haben meine Rufe erhört. Seit der Rückkehr der Spring-loaded Folders in Mac OS X 10.2, habe ich mir das auch für im Dock abgelegte Ordner gewünscht. Mit Mac OS X 10.5 wird dieser Wunsch endlich Wirklichkeit. Im Einstellungsdialog für das Dock lässt sich zusätzlich noch die Verzögerung nach der ein Ordner aufspringt einstellen.

Einstellungen für Time MachineIn den Einstellungen für Time Machine lässt sich das Backup-Laufwerk und der Zeitpunkt wann die folgenden Backups durchgeführt werden einstellen. Außerdem muss man von hier aus das initiale Backup anlegen. Aber dazu im Abschnitt über Time Machine mehr.

Im nächsten Teil werde ich auf die neuen Funktionen und Veränderungen in Leopard und an den von Apple mitgelieferten Programmen eingehen. Dabei werde ich auch genauer auf Time Machine und Spaces eingehen.

Bleibt neugierig!

Weiter zu Teil 2 >>

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 3 Kommentar(e) bisher

  •  Christian sagte am 19. August 2006:

    Mit welcher Taste/Tastenkombination ist den standardmäßig die Exposé-Ansicht von Spaces belegt?

  •  Matthias sagte am 19. August 2006:

    Soweit wie ich das überblicken kann, gibt es dafür keine Tastenkombination. Im Programmeordner gibt es ein Programm “Spaces” welches man sich ins Dock ziehen kann. Wenn man es dort anklickt, dann wird eine Übersicht aller virtuellen Schreibtische angezeigt und man kann Fenster hin und her schieben.

  •  Christian sagte am 21. August 2006:

    Hmm, wohl keinen Blick in die Exposé-Einstellungen geworfen, was? ;-)

    Es ist F8: Link


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