Review: 7. November 2006,

Test: iWoz

iWoz
iWoz - Cover

Steve Wozniak alias „Woz“ hat ein Buch geschrieben. Durchaus passend zum 25. Jahrestag des IBM-PC. Seiner Erfindung. Das ist ein Grund. Ein anderer ist die Klarstellung verschiedener Gerüchte und Unwahrheiten, die mit ihm, Steve Jobs, Apple und dem PC in Verbindung stehen. Dass er endlich mal Zeit gefunden hat eine Biographie zu schreiben, ist noch einer. Wir haben „iWoz“ getestet.

Um die Gerüchte ein für alle mal aus der Welt zu schaffen, holt Woz weit aus. Er fängt bei seiner Kindheit an und erklärt, wie Vater Wozniak das Interesse für Ingenieurskunst bei klein Woz weckte und dass Mutter Wozniak ihm wohl ihren Humor vererbt hat. Beides zusammen ergeben für Steve bis heute ein enormes Potential für Streiche und Witze.
Gleichzeitig wird der Leser auf eine Reise mitgenommen, die aus heutiger Sicht IT-Steinzeit ist: Lochkarten, Schwarz-Weiß-Monitore, BASIC und natürlich der Apple I.

Gesunde Arroganz

Selbst wenn Woz selbst sagt, er wolle auf keinen Fall angeben, fällt es dem Leser doch schwer bestimmte Aussagen („Ich hab einen IQ von 200“) als gesundes Selbstwertgefühl einzuordnen. Die Daniel-Düsentrieb-Einstellung kommt ebenfalls ein wenig seltsam an. Meist geht das etwa so: Steve denkt sich etwas aus, setzt sich hin, entwickelt es und… es funktioniert (irgendwie). Ob es sich dabei um einen PC, ein Festival, eine Satellitenschaltung oder den Flugschein handelt, ist egal. Aber wahrscheinlich ist das bei Erfindern so. Dennoch ist Steve sympathisch und das nicht erst seitdem er Segway-Polo spielt oder Interviews bei Steve Colbert gibt. Es gehört schon eine Menge Hingabe zum Erfindertum dazu, eine Millionenfirma wie Apple, die man dazu selbst mit aufgebaut hat, zu verlassen, um die erste Universalfernbedienung der Welt zu erfinden.

Kein roter Faden

Leider liest sich das Alles nur nicht sonderlich gut. Der Leser stolpert über die sprunghafte Erzählweise, was entweder an Co-Autorin Smith oder Übersetzer Dubau liegt. Letzterer hätte Woz seinen Spaß lassen können; so wird aus dem Originaltitel „iWoz: From Computer Geek to Cult Icon: How I Invented the Personal Computer, Co-Founded Apple, and Had Fun Doing It“ ein eher gähnendes „iWoz: Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete“. Klingt ein wenig nach „Was ich diesen Sommer im Ferienlager erlebt habe“ aus der Grundschule und ist bezeichnend für die gesamte Übersetzung und damit das gesamte Buch.

Aber dennoch nimmt man etwas aus diesem Buch mit. Etwa, dass Woz der Erfinder von Outbreak ist (alle der 1990er Game-Boy-Generation wissen, was das ist), wie bedeutend die perfekte Telefonnummer ist, auf was man bei einer Konzertorganisation achten sollte und natürlich, dass es wichtig ist, an sich selbst und seine Erfindungen zu glauben.

Test: iWoz
3,88 (77,5%) 8 Bewertungen

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Wertung

6.5/10
viel Persönliches über Steve Wozniak
sprunghafte Erzählweise
handzahme Übersetzung





App(s) und Produkte zum Artikel

Name: iWoz: Computer Geek to Cult Icon
Publisher: Steve Wozniak
Bewertung im App Store: 0.0/5.0
Preis: 7,49 EUR

Zuletzt kommentiert



 3 Kommentar(e) bisher

  •  PowerMax (7. November 2006)

    Dem gesagten kann ich nur zustimmen – enorm langweilig und mit jeder Menge Details bei den unwichtigsten Dingen:
    „Mein“ iWoz steht schon auf Amazon.de zum Verkauf (€14,50)

    vG PowerMax

  •  Hugo (7. November 2006)

    kann ich nur bestätigen, dieses enorme Selbstwertgefühl ist schon etwas nervig. Steve hat mit dieser Biographie einige Sympathiepunkte verloren.
    vg Hugo

  •  ad (8. November 2006)

    Die Bio von Jobs fand ich persönlich langweiliger. Egal…

    Dem Übersetzer sei noch gesagt, dass es keine UNKosten gibt!


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