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Veröffentlicht am  16.11.06, 15:47 Uhr von  Alexander Trust

Test: iMac 24″

iMacEs hat zwar etwas gedauert, aber mittlerweile hat sich auch ein Exemplar von Apples neuem iMac Flaggschiff in unseren Redaktionsräumen eingefunden. Wir haben das Modell mit dem neuen 2,16 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor eine Woche lang intensiv auf Herz und Nieren getestet. Dabei standen nicht nur pure Leistungstests auf dem Programm, der iMac musste uns ebenfalls von seinen Alltags- und Multimedia-Fähigkeiten überzeugen. Wie sich der “Neue” dabei geschlagen hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Das Äußere

Dass Apple Produkte häufig schon allein durch ihr Design begeistern können, beweist der iMac24″ einmal mehr recht eindrucksvoll. Schon vor dem eigentlichen Auspacken zaubert das Gerät ein ungläubiges Staunen auf das Gesicht des Redakteurs. Die Maße sind gigantisch: 69cmx26cmx66cm und das ganze bei knapp 17kg Gewicht. Auch wenn sich diese Daten auf den ersten Blick nicht unbedingt mit dem sonst so zierlichen Bild eines iMacs verbinden lassen, der “Große” hat erstaunlicherweise nicht viel des bekannt schlichten Designs eingebüßt. Und groß beschreibt den iMac schon ganz gut. Das Display dominiert ganz klar das Gesamtbild, aber auch das Apple typische, stylische Weiß verleiht dem Gerät einen edlen Touch. Sitzt man zu Anfang recht ehrfürchtig vor dem riesig anmutenden Display und erachtet das Gerät noch als zu groß, verflüchtig sich dieser Eindruck bei der täglichen Arbeit erstaunlicher Weise recht schnell. Ist der iMac erst einmal aufgebaut, thront er beinahe auf dem Schreibtisch. Ein Hingucker, ganz klar. Trotzt aller Pracht: ein Detail stört den ästhetischen Gesamteindruck. In Anbetracht der Ausmaße des Displays, wirkt die winzig anmutende, eingebaute iSight irgendwie fehl am Platze. Geschmackssache.

Die inneren Werte

KonfigurationDa man den iMac im Zweifelsfall nicht nur zum Ansehen auf den Schreibtisch stellt, sollte sich das neue Topmodel auch durch entsprechende Hardware seinen Platz als Flaggschiff sichern. Unser Testgerät war mit einem Intel Core 2 Duo Prozessor, einem Gigabyte Arbeitsspeicher, einer 250 GB Festplatte, 8x SuperDrive und einer NVIDIA GeForce 7300GT mit 128 MB Speicher ausgestattet. Für eine solche Konfiguration muss man im Apple Store 1.949 Euro berappen. Eine durchaus beachtliche Ausstattung, welche sich aber durchaus noch aufstocken lässt: ist man bereit 3.504 Euro auf den Tisch zu legen, erhält man den iMac mit schnellerem Prozessor, mehr Arbeits- und Festplattenspeicher und einer anderen Grafikkarte. Ob sich diese Mehrinvestition lohnt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Der iMac ist in der Standardkonfiguration bereits so ausgelegt, dass er für alltägliche Aufgaben mehr als gewappnet ist.

Das Display

Auf den Apple-Seiten heißt es zum Thema Display lapidar: “[...]Der 24″ iMac besitzt den hellsten Bildschirm aller drei Modelle[...]“. Das scheint maßlos untertrieben. Übertrieben dargestellt ließe sich der iMac mit standardmäßiger Bildschirm-Kalibration als Schreibtischleuchte einsetzten. Mit anderen Worten: das Display ist extrem hell – fast schon grell. Abhilfe schafft hier nur der Weg über die Systemeinstellungen zur Monitor-Kalibration. Insgesamt besticht das Farbbild vor allem durch seine Schärfe. Die Ausleuchtung ist über die gesamte Fläche hinweg durchweg ausgewogen und auch insgesamt macht der Bildschirm einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Die Verwandtschaft zu Apples Cinema Displays dürfte wohl für dieses positive Abschneiden ausschlaggebend sein.

Multimedia-Zentrale

Das große Display prädestiniert den iMac ja geradewegs dazu, als Multimedia-Station eingesetzt zu werden. Die mittlerweile allen Macs der neueren Generation integrierte Softwarelösung FrontRow rundet diesen Eindruck ab. Und es mach einfach Spaß. Sobald man den entsprechenden Knopf der Apple Remote Fernbedienung gedrückt hat, die Arbeitsoberfläche langsam ausgeblendet wird und die FrontRow Oberfläche sich auf dem großen Display breit mach, huscht einem zwangsläufig ein Lächeln über die Lippen. Dieses bleibt auch während der Präsentation von Bildern aus dem iPhoto Archiv durchweg erhalten: diese brillieren in hoher Auflösung und Qualität. Selbst die standardmäßig eingefügte monotone Hintergrundmusik der Diashow kann dem bis dato sehr guten Eindruck keinen Abbruch tun. Doch spätestens bei der Wiedergabe einer DVD dürfte dieses Lächeln zwangsläufig verschwinden. Schaut man genau hin, wirkt das Bild ziemlich pixelig. Dass sich dies bei der Anpassung der unterschiedlichen Formate an die Auflösung und Vollbilddarstellung des Monitors nicht gänzlich vermeiden lässt, ist klar. Trotzdem fällt es bei einem Bildschirm dieser Größe doppelt ins Gewicht. Abhilfe lässt sich nur schaffen, indem man sich weiter vom Display entfernt, was allerdings dem “Spaßfaktor” nicht sonderlich zuträglich ist. Schlieren oder ähnliches ließen sich bei der Wiedergabe allerdings nicht erkennen. Trotzdem: die Kombination Fernseher und DVD-Player dürfte für einen gemütlichen Filmeabend immer noch die bessere Alternative darstellen.

Alltagstest

Der iMac ist bei dem gebotenen Preis-/Leistungsverhältnis ganz klar im Consumer-Bereich platziert. Damit muss er sowohl für Office-Arbeiten, Pro-Applikationen wie auch das ein oder andere Spiel die nötige Rechenpower bereitstellen. Dabei offenbart das Gerät im Alltagstest keinerlei Schwächen. Der iMac ist nach dem Druck auf den Startknopf in beachtlich schnellen 25 Sekunden einsatzbereit und auch die Programme des iLife-Paketes starten fast schon nach dem One-Bounce-Kriterium. Programme in Universal Binary Version stehen dem in nichts nach. Lediglich emulierte Software unter Rosetta lässt sich trotz neuestem Core 2 Duo Prozessor manchmal ziemlich bitten. Die Arbeit am Gerät und vor allem an dem großen Bildschirm macht durchweg Spaß. Ob man nun Grafiken in Fireworks oder mehrere Seiten auf einmal in Word bearbeitet – das Display bietet durchweg genügend Platz und der Prozessor die entsprechende Leistung.

Word Fireworks
Word und Fireworks

Ein Spielchen zwischendurch

Seit dem Umstieg auf Intel-Prozessoren ist der Mac auch als Spiele-Plattform wieder interessant geworden. Obwohl sich via Bootcamp nun auch Windows auf den Apple-Rechnern der neueren Generation installieren lässt, werden weiterhin Games für den Mac portiert. Dabei ist der iMac auch in diesem Segment den meisten Herausforderungen gewachsen. Die Demoversionen zu Call of Duty 2 und Civilization 4 brillierten mit grafischen Effekten und konnten auf dem großen Bildschirm mehr als überzeugen. Der iMac gab sich keine Blöße in Form von Rucklern oder Schlieren auf dem Display. Spiele-Enthusiasten dürften an diesem Gerät ihre helle Freude haben. Natürlich kann man auch der iMac mit entsprechenden Grafik-Einstellungen an seine Grenzen treiben, der subjektive Eindruck bleibt aber schlechthin: wow.

Nackte Zahlen

Um unseren subjektiv sehr positiven Eindruck der Rechenleistung des iMacs auch untermauern zu können, haben wir unser Exemplar durch verschiedene Testabläufe gescheucht. Dabei leiferte uns Xbench ein Gesamtergebnis von 117.85 (CPU: 110.08), welches im Vergleich mit dem Wert von 171.99 des von uns getesteten MacPro 3GHz sich nicht zu verstecken braucht.

Auch der Test mit Cinebench 9.5 bescheinigt dem iMac eine hohe Leistungsfähigkeit:

Rendering (Single CPU): 359 CB-CPU
Rendering (Multiple CPU): 660 CB-CPU
Multiprocessor Speedup: 1.84x
Shading (CINEMA 4D): 441 CB-GFX
Shading (OpenGL Software Lighting): 1763 CB-GFX
Shading (OpenGL Hardware Lighting): 4130 CB-GFX
OpenGL Speedup: 9.38x

Xbench cinebench
Xbench und Cinebench Ergebnisse

Geräuschkulisse

Im Normalbetrieb ist der iMac angenehm leise und schnurrt unaufdringlich im Hintergrund. Lediglich während unserer Testläufe, schraubten die eingebauten Lüfter ihre Leistung deutlich hoch. Aber auch hier blieb die Geräuschkulisse im Rahmen. Die eingebauten Boxen hingegen sprechen eine ganz andere Sprache. Digital verstärkt, schaffen es die 24 Watt Lautsprecher ein angenehmes Klangerlebnis zu vermitteln. Sowohl beim normalen iTunes Gebrauch als auch bei der DVD Wiedergabe. Zwar fehlt es an der ein oder anderen Stelle etwas an Bass, aber insgesamt ist der Eindruck mehr als positiv.

Fazit

Der iMac macht vom ersten Augenblick an Spaß und dieses Gefühl lässt einen auch so schnell nicht wieder los: Gott sei Dank. Denn der Rechner wird seinem Ruf als neues Flaggschiff in Apples Consumer-Sparte mehr als gerecht. Sowohl im alltäglichen Gebrauch als auch bei der Verwendung von Pro-Applikationen kann der Rechner überzeugen. Lediglich als Multimedia-Station wird er den hohen Anforderungen nicht ganz gerecht. Die Darstellung von DVDs und Filmen auf dem großen Bildschirm kann nicht vollständig überzeugen. Ansonsten ist der iMac 24″ ein tolles Spielzeug und gleichzeitig ein Arbeitsgerät, das so ziemlich jede Zielgruppe bedienen kann.

4.5/5Testurteil: 4.5/5 Macs
Bezeichnung: iMac 24″, 2.16 GHz
Hersteller: Apple
Preis: 1.949 Euro

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  Daniel sagte am 16. November 2006:

    Danke für den Test! Habe mir den 24″ iMac jezt auch bestellt. Aber mit Nvidia 7600. Bin Gamer ^^

    Antworten 
  •  Christoph sagte am 17. November 2006:

    Ich möchte den Test nur um einige persönliche Erfahrungen ergänzen. Ich selber habe den iMac 24″ mit 2GB Ram und der nVidie 7600GT
    – das Gerät ist unter Last deutlich leiser als die 20″, was ander größeren Kühlfläche liegt
    - der Klang ist wie oben erwähnt nochmals besser als beim 20″, reicht natürlich aber nicht an z.B. SoundSticks 2 heran.
    – bemerkenswert finde ich aber die Grafikkarten wahl. Mit der 7600 GT kann man viele Spiele in voller Auflösung bei fast maximaler Qualität laufen lassen. Was aus meiner Sicht ein deutlicher Vortschritt gegenüber den X1600 darstellt.
    – Das arbeiten am 24″ hat den besonderen reiz, endlich 2 Fenster nebeneinadner zu haben. Beim 20″ haben nur etwas mehr als andert halb Fenster nebeneinander Platz so dass man diese Möglichkeit nicht so recht nutzt.

    Kurz: Apple zieht insbesondere mit der wählbaren Grafikkarte und dem größeren Bild zwei neue Usergruppen an: Ein-wenig-mehr-als-Gelegenheits-Spieler und Dokumentenarbeitsplätze wo Übersicht gefragt ist.

    Gut gemacht, Apple!

    Antworten 
  •  Daniel sagte am 18. November 2006:

    An Christoph: Wo hast du den iMac gekauft?
    Habe ihn bei Cyberport.de gekauft und muss jetzt noch mindestens eine Woche warten, weil sie die Version mit der 7600 erst dann verschicken können… :(

    Antworten 

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