MACNOTES

Veröffentlicht am  25.11.06, 11:51 Uhr von  Alexander Trust

Test: AppZapper 1.7.0

AppZapperAuch wenn Deinstallations-Lösungen für den Mac auf den ersten Blick ein wenig fehl am Platz erscheinen, finden sich in letzter Zeit immer mehr solcher Tools auf dem Markt. Und bei genauerer Betrachtung durchaus zu Recht: auch MacUser müssen sich mittlerweile eingestehen, dass nicht jede Applikation restlos verschwindet, wenn man sie über den Papierkorb entsorgt. Gerade Besitzer von Notebooks und Systemen mit geringer Festplattenkapazität freut es besonders, wenn jedes Programm nach dem Löschen doch noch einige Spuren auf der Harddisk hinterlassen hat. Nachdem schon CleanApp und AppDelete Ihr Können als Deinstallations-Helfer unter Beweis stellen mussten, haben wir nun auch das etablierte Tool AppZapper auf seine Fähigkeiten als Lösch-Assistent hin getestet.

The uninstaller Apple forgot

OberflächeMit diesem Credo schicken die Entwickler Austin Sarner und Brian Ball ihr Programm ins Rennen. Schon beim Download des schlanken 1.6 MB Paketes bekommt man den Eindruck, dass es sich bei AppZapper um ein eher schlichtes Tool handelt. Und dieser Eindruck täuscht nicht: nach dem Start zeigt sich die Benutzeroberfläche aufgeräumt und strukturiert. Den größten Teil des Programmfensters ziert die unmissverständliche Anweisung “Programme hierher bewegen”. Am unteren Rand der Benutzeroberfläche finden sich noch zwei zusätzliche Buttons, von denen der eine schnellen Zugriff auf installierte Widgets, Erweiterungen, Screensaver etc. bietet und der andere eine Art Programmmanager aufruft. Dieser zeigt eine Übersicht installierter Software, die aktuelle Versionsnummer und den letzten Zugriff. Wer sich hierbei an die Windows XP Softwareverwaltung erinnert fühlt, liegt richtig. Allerdings wirkt AppZapper hier viel mehr Mac like. Statt trister Programmbeschreibung, werden die entsprechenden Icons angezeigt und insgesamt wirkt alles grafisch viel ansprechender. Zusätzlich lässt sich gezielt nach einer Anwendung suchen oder aus verschiedenen Sortier-Optionen wählen.

SafeAppsSoll ein bestimmtes Programm nicht in dieser Liste auftauchen, lässt es sich als SafeApp kennzeichnen. Applikationen wie iTunes, iPhoto etc. sind von Hause aus bereits so definiert und müssen zum Löschen gesondert freigegeben werden. Etwas komisch mutet allerdings die Tatsache an, dass AppZapper eigentlich vollständig lokalisiert ist, nur der Programmmanager arbeitet noch mit den englischen Begrifflichkeiten. Dies scheint bei der Übersetzung schlichtweg übersehen worden zu sein. Zudem werden in der Übersicht nur Anwendungen aufgezeigt, die sich im Ordner Programme auf der Festplatte befinden. Was den sonstigen Funktionsumfang angeht, kann AppZapper mit anderen Tools wie CleanApp nicht mithalten: es ist und bleibt ein reiner Deinstallations-Assistent. Trotzdem muss man dem Programm einen gewissen “Coolness-Faktor” zuschreiben.

Erweiterungen Programmmanager
Schneller Zugriff auf Erweiterungen und installierte Programme

Funktionsweise

Wenn sich der “verwöhnte” MacUser schon dazu entscheidet, eine zusätzliche Deinstallations-Hilfe zu verwenden, dann sollte sich diese in ihrer Funktionsweise auch als simpel aber effektiv erweisen. AppZapper kann diesen Anforderungen größtenteils gerecht werden. Um ein Programm ins virtuelle Daten-Nirwana zu schicken reicht es aus, die jeweilige Applikation einfach per Drag and Drop in den entsprechenden Bereich der Benutzeroberfläche oder in das Dock-Icon zu ziehen. Danach findet AppZapper recht zügig die verwandten Komponenten und listet diese auf. Zusätzlich werden Größe und Pfad der einzelnen Programmteile angezeigt und mit einem Klick kann man sich zudem noch die entsprechenden Komponenten im Finder anzeigen lassen. Hat man sich entschlossen das entsprechende Programm von der Festplatte zu entfernen, betätigt man einfach den “Zap-Button”. Mit einem spacigen “Ziep” wird dann akustisch signalisiert, dass die entsprechenden Dateien in den Papierkorb bewegt wurden und zum Löschen bereit sind.

ZapAllerdings wirkt das Programm an dieser Stelle etwas umständlich: eine Option zum automatischen Leeren des Papierkorbes wäre hier sicherlich wünschenswert. Trotzdem kann sich das Endergebnis durchaus sehen lassen: nach erfolgreicher Deinstallation lassen sich über Spotlight keinerlei Spuren der jeweiligen Applikation mehr finden. Und auch hier schlägt wieder der “Coolness-Faktor” zu Buche: das kultige Geräusch beim Löschen und das befriedigende Gefühl nun auch wirklich alles von der Festplatte geputzt zu haben, verleiten geradezu dazu noch das ein oder andere Programm einfach so aus Spaß löschen zu wollen. Trotz aller Euphorie hakt es dann an einer Steller in der Praxis doch noch. AppZapper bietet die Möglichkeit auch das zum Programm zugehörige .dmg File ausfindig zu machen. In unserem Test funktionierte dies allerdings nur, wenn sich die Datei auf dem Schreibtisch befand. Wurde das Image irgendwo anders auf der Festplatte abgelegt, konnte AppZapper es nicht ausfindig machen.

Image Ohne Image
Image oder doch nicht?

Härtetest

Im HärtetestMit gewöhnlichen Anwendungen hatte AppZapper in unserem Test keinerlei Probleme. Doch um uns restlos überzeugen zu können, musste sich das Tool noch am Problemkind Adobe Photoshop versuchen. Die Deinstallation der Profi-Applikation bereit so mancherorts Kopfschmerzen, da sich die verschiedenen Komponenten über die ganze Festplatte verstreut einnisten. Für Testzwecke haben wir dabei die Demoversion von Photoshop CS2 gegen AppZapper antreten lassen. Nach der Installation des Grafikprogramms finden sich gleich mehrere zugehörige Ordner auf der Festplatte wieder. Und schnell wird klar: gibt man nur das Programm Photoshop CS2 zum Löschen frei, werden nur die direkt verwandten Komponenten erkannt. Die zusätzlich installierten Applikation wie Stock Photos oder das Help Center werden glatt übersehen. Schade. Wählt man die entsprechenden Programme dann via Mehrfachauswahl oder den Programmmanager einzeln an, werden letztendlich doch noch alle Komponenten komplett entfernt. Bei einer Installation der kompletten Creative Suite wäre es sicherlich von Vorteil alle Programme auf einmal entfernen zu können. Der alternative Weg über den Programmmanager funktioniert aber allemal komfortabel und gründlich.

Fazit

AppZapper arbeitet in seiner Funktion als reiner Deinstallations-Assistent tadellos – dazu noch mit einem unbestreitbaren Coolness-Faktor. Die Integration der ein oder anderen Zusatzfunktion, wie beispielsweise das Entfernen einer kompletten Software-Suite auf Knopfdruck, wäre sicherlich noch wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich. Für jeden, der des Öfteren Programme installiert und ausprobiert oder nur auf freien Festplattenspeicher bedacht ist, sollte AppZapper zum Standardrepertoire gehören. Der geringe Anschaffungspreis und die garantierten lebenslangen, kostenlosen Updates runden den positiven Gesamteindruck ab.

4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: AppZapper 1.7.0 (Universal Binary)
Entwickler: Austin Sarner, Brian Ball
Preis: 12,95 Dollar

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 5 Kommentar(e) bisher

  •  ad sagte am 25. November 2006:

    Dem ist wenig hinzuzufügen. AppZapper macht einfach Spass. Seit ich das Programm besitze, probiere ich mehr Software aus. Das Zappen bei Nichtgefallen macht einfach Laune. :)

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  •  cw sagte am 25. November 2006:

    Hört sich gut an. Was ist eigentlich mit Apps, die man vor der Zeit eines Uninstaller Tools in den Mülleimer verschoben hat? Kann man damit auch älter “Programmüberreste” finden und entfernen? Habe bisher nur AppDelete ausprobiert und konnte so eine Funktion nicht finden.

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  •  sh sagte am 25. November 2006:

    Nein. Jedenfalls hab ich das mit AppZapper auch noch nicht hinbekommen. Es scheint, dass sich AppZappers Funktion an vorhanden App-Packeten aufhängt. Ist eine Applikation nicht mehr verfügbar, werden zugehörige .plist und andere Reste ignoriert.

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  •  Thorsten von Plotho-Kettner sagte am 27. November 2006:

    Ich besitze den AppZapper auch und bin rundum damit zufrieden.

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  •  cpier sagte am 27. November 2006:

    Ich bin mit dem AppZapper nicht zufrieden. Wenn ich mit einem Account angemeldet bin, der keine Admin-Rechte hat, werden auch die Dateien nicht gelöscht, obwohl AppZapper behautet seine Arbeit korrekt gemacht zu haben. Und AppZapper löscht die DMG-Dateien auch mit, wenn ich was wegzappe… blödes Feature, das sich leider auch nicht ausschalten lässt. CleanApp ist günstiger und um längen besser.

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