MACNOTES

Veröffentlicht am  10.01.07, 12:30 Uhr von  Alexander Trust

Kommentar: Die iErlegende Wollmilchsau 2.0

Macworld Expo 2007Stell dir vor, es ist Macworld, und niemand interessiert sich für den Mac. So absurd das klingen mag, so treffend beschreibt es die Keynote zur diesjährigen Macworld. Bereits nach wenigen Minuten ging es nur noch um ein einziges Thema: Digitale Unterhaltung, in all ihren Facetten.

Kaufen, kaufen, kaufen

Da ist zum einen der iTunes Store, der mit zwei Milliarden verkauften Songs mittlerweile der viertgrößte Musikladen der Welt ist – weit vor vielen konventionellen CD-Händlern. Aber Musik ist längst nicht mehr das einzige, was Apple über den iTunes Store an den Kunden bringt. TV-Shows, Spiele und seit kurzem auch Filme gehen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln über die digitale Ladentheke. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch große Studios – wie jetzt Paramount – der Verlockung exponentiell wachsender Verkaufszahlen nicht mehr widerstehen können.

iTunes goes Wohnzimmer – jetzt wirklich

Dann das tv: Was beim Showtime-Event im September noch reichlich unfertig wirkte, scheint jetzt ein marktreifes Produkt zu sein. Natürlich wird auch das Apple-TV seine Kinderkrankheiten haben, aber wer sich kurz an Microsofts erbärmliche Media-Center-Versuche erinnert, der wird schon jetzt durchaus beindruckt sein. Das intuitive Interface, das einem dank Front Row bereits bekannt vorkommt, und die Qualität des Video-Streamings dürften eine neue Messlatte für computergestützte Unterhaltung im Wohnzimmer setzen.

Ja, man fragt sich schon, warum das Apple-TV nicht auch Fernsehsendungen aufzeichnen kann. Klar, mit einer Kombination aus Mac mini, eyeTV und MediaCentral kann man sich schon heute ein Apple-TV basteln, das noch deutlich mehr kann. Aber darum geht es beim Apple-TV gar nicht – sondern um eine 300-Dollar-Rundum-sorglos-Stecker-rein-und-los-Lösung, die es so bisher nicht zu kaufen gab und die deshalb geradezu prädestiniert dazu ist, ein Verkaufsschlager zu werden.

“It’s not too shabby, isn’t it?”

Irgendwie lag es in der Luft, dass über kurz oder lang ein Handy mit Apple-Logo und iPod-Funktion vorgestellt werden würde. Aber das, was Jobs vor den knapp 4.000 Zuhörern in Moscone West dann aus der Tasche zog, ist eine ganz neue Kategorie von Gerät. Mit einem wirklich revolutionärem Interface, einem Design zum “Ablecken” und Funktionen, von denen die Smartphones von heute nur träumen, scheint Apple nach dem Mac und dem iPod wieder einmal ein Coup gelungen zu sein, der Geschichte machen wird. Es ist schwer, die Faszination, die das iPhone auslöst, in Worte zu fassen – aber wer das Zwei-Finger-Zoomen, die Konferenz-Schaltung oder die Google Maps Features gesehen hat, wird verstehen, warum das iPhone eben nicht nur ein Handy mit eingebautem MP3-Player ist.

Natürlich bleibt abzuwarten, wie sich das iPhone im Alltag schlagen wird. Eins aber ist jetzt schon sicher: Mit dem iPhone ist Apple der Konkurrenz auf dem Markt für Mobiltelefone mehrere Jahre voraus – und das schon mit dem allerersten Gerät dieser Klasse aus Cupertino.

Fazit: Revolutionen erkennt man erst im Rückspiegel

Eine Macworld ganz ohne Macs? Nicht ganz, bei einem Großteil der über 400 Ausstellern spielt immer noch der Mac die zentrale Rolle. Er ist zu dem “Digital Hub” geworden, als den ihn Jobs schon vor einigen Jahren visionierte. Und davon profitiert nicht nur die Unterhaltungs- und Zubehörindustrie, sondern auch der Mac selbst. Die Plattform ist heute stärker als je zuvor – gerade weil es iPod und iTunes und bald Apple-TV und iPhone gibt.

Wir hatten es schon in unserem Jahresrückblick erwähnt: 2007 und 2008 dürften zwei äußerst spannende Jahre für Apple werden. Die Trends der Branche sind seit langem bekannt: Drahtlos, tragbar, multimedial. Doch Apple ist einer der wenigen Hersteller, der diesen Trends nicht nur hinterherhechelt, sondern sie setzt. Was wollen wir eigentlich mehr?

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 4 Kommentar(e) bisher

  •  sl sagte am 10. Januar 2007:

    Sehr schöner und vor allem treffender Artikel.

    Antworten 
  •  Johann sagte am 10. Januar 2007:

    Guter Kommentar, kann nur zustimmen.
    Kleine Besserwisserei: Es müsste heißen “It’s not too shabby, isn’t it?”, too mit zwei o (“Es ist nicht allzu schäbig, oder?”).

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  •  ha sagte am 10. Januar 2007:

    Johann: Natürlich, das zweite O ist mir nach 16 Stunden Nonstop-Macworld durch die Lappen gegangen ;-)

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  •  Johann sagte am 11. Januar 2007:

    Kahn ja mal passieren… :-)

    Antworten 

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