News & Rumors: 11. Januar 2007,

iPhone im Überblick

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Mit der Vorstellung des iPhones auf der Keynote am Dienstag wurde laut Steve Jobs das Handy neu erfunden. Apple dringt damit in einen neuen Markt ein, der alles andere als unumkämpft ist. Die vier großen Handy-Hersteller Nokia, Motorola, Samsung und Sony Ericsson haben nun einen weiteren Konkurrenten, der behauptet, ihnen in der Entwicklung um fünf Jahre voraus zu sein. Jobs selbst ist so überzeugt vom iPhone, dass Apple für 2008 einen weltweiten Marktanteil von 1% anstrebt. Bei knapp einer Milliarde Handys entspräche dies einem Absatz von 10 Millionen iPhones ab Juni 2007, denn erst dann wird es zum Verkauf freigegeben.

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Technologie

Am besten fängt man beim Überblick der Technik mit dem auffälligsten am iPhone an: dem Display. Laut Apple ist es das beste Display, das jemals in einem iPod bzw. einem Apple-Produkt verbaut wurde. Es hat eine Größe von 3,5 Zoll und eine Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 160 ppi Pixeldichte. Ein weiteres Highlight des Displays ist die sogenannte Multi-Touch-Funktion, die Eingaben von bis zu vier Fingern gleichzeitig ermöglicht. Die Frage ist nur, ob man jeden Abend sein Display putzen muss und ob es dazu neigt, schnell Kratzer zu bekommen.

Ein weiteres Highlight des Displays bzw. des iPhones ist der „Proximity“-Sensor, der eigenständig bemerkt, ob das Telefon ans Ohr gehalten wird und dann die Touchfunktion des Displays deaktiviert, sowie die Beleuchtung herunterschraubt, bzw. das Display komplett deaktiviert. Dies soll natürlich auch funktionieren wenn das iPhone in die Tasche gesteckt wird.

Neben diesem wirklich innovativen Sensor besitzt das iPhone noch zwei weitere Sensoren, die wirklich mehr Nutzen als Spielerei sind. Einer dieser Sensoren sorgt dafür, dass das iPhone automatisch den Bildschirminhalt dreht, falls man es von der Senkrechten in die Horizontale dreht. Der letzte Sensor ist keine Weltneuheit, sondern wird von Apple schon in Laptops eingebaut: ein Umgebungslicht-Sensor, der die Beleuchtung des Displays automatisch der Umgebung anpasst.

Als Betriebssystem dient eine abgespeckte Version von OS X, die an die Hardware des iPhones (laut Gerüchten kein Intel-Chip) angepasst wurde. Durch diese „Umprogrammierung“ werden normale OS-X-Programme nicht direkt auf dem iPhone laufen, sofern Apple das System überhaupt für private Anwendungen und Entwickler öffnen sollte. Für die drahtlose Kommunikation setzt Apple auf Quad-Band GSM, EDGE, Wi-Fi 802-11 b/g und Bluetooth 2.0 +EDR. Die Synchronisation der Daten soll jedoch nur über Bluetooth möglich sein.

Über den integrierten Akku ist noch nicht viel bekannt, lediglich die maximale Gesprächszeit und die Laufzeit im iPod-Modus, die circa fünf Stunden bzw. 16 Stunden betragen sollen. Ebenso wenig wie über den Akku bekannt ist, hat Apple etwas zu der integrierten Kamera gesagt. Lediglich die Auflösung von 2 Megapixel wurde bekannt gegeben.

iPod-Funktion

Das iPhone kommt mit einem integriertem iPod. Der lang erwartete „echte“ Video-iPod ist das iPhone zwar nicht, denn dazu ist der Speicher mit vier oder acht Gigabyte einfach zu klein. Immerhin kommt jedoch endlich ein iPod mit Breitbild-Anzeige und Touchscreen.
Zur Keynote sagte Steve, dass man von nun an seine Musik anfassen könne. Abgesehen vom Home-Button fehlen am iPhone jegliche Kontrollknöpfe oder ein Clickwheel. Und so bewegt sich der Benutzer mit seinem Finger durch Künstler- und Albumlisten. Oder blättert, beinahe sprichwörtlich, in CoverFlow, das ebenfalls zum ersten Mal in einem iPod Verwendung findet.
Genauso werden die Funktionen beim Betrachten von Videos oder Fotos gesteuert. Per Multi-Touch können Fotos so mit der Bewegung zweier Finger auf dem Bildschirm vergrößert, verkleinert oder bewegt werden. Dazu unterstützt der iPod im iPhone die Synchronisierung der Medien, die sich in iTunes befinden.

Mobiltelefon

Das Rad neu erfinden kann Apple trotz aller Innovation nicht, aber vereinfachen. Da aber kein Nummernblock vorhanden ist, wird alles über Fingerzeig gesteuert: Nummern wählen, Telefonbuch durchsuchen – Kontakte werden zum Aufbau einer Verbindung einfach nur angetippt. Anrufe können zur Konferenzschaltung zusammengelegt und das Telefonbuch mit dem Adressbuch auf Mac oder PC abgeglichen werden.
Kurznachrichten werden über eine eingeblendete QWERTZ-Tastatur geschrieben und eingegangene Nachrichten iChat-mäßig als Gesprächsverlauf angezeigt. Automatische Vervollständigung der Worte bei Eingabe ist ebenfalls dabei. Wegweisend könnte die Visual-Voicemail-Funktion sein, die Sprachnachrichten der Mailbox direkt auf das Handy herunterlädt. Damit kann der Benutzer frei entscheiden, welche Nachricht er zuerst abhört, während er bei der regulären Voicemail die Nachrichten chronologisch nach Eingang „durchhören“ muss.

Internet

Der schnelle Zugang zum Internet erfolgt entweder über EDGE oder WLAN. Das iPhone wechselt, bei Verfügbarkeit, automatisch und unbemerkt zum meist kostengünstigeren WLAN-Modus.

Wie bei jedem Internet-Gerät ist ein Webbrowser und ein E-Mail-Client vorhanden. Der Webbrowser ist eine angepasste Version von Safari, jedoch ohne Tabs. Anstelle der Tabs gibt es eine Übersicht der aktuellen Webseiten mit einem Vorschaubild, so ist für einen Wechsel zwischen zwei Webseiten ein „Touch“ mehr nötig als in der Desktop-Version von Safari.
Der E-Mail-Client soll jeden beliebigen IMAP- oder POP3-Account unterstützen. In Amerika wird jeder Käufer eines iPhones sogar einen kostenlosen Yahoo!-IMAP-Account erhalten. Der E-Mail-Client wird als „rich HTML Client“ beschrieben d. h., er unterstützt Textformatierung und die Integration von Bildern.

Das Highlight der mobilen Kommunikation ist die Implementierung von Google Maps. Wie auf der Webseite von Google Maps, kann auch auf dem iPhone zwischen drei Kartentypen unterschieden werden: Straßenplan, Satellit und Hybrid. Ähnlich wie bei anderen Routenplanern oder Stadtplänen, können bei Bedarf bestimmte Lokalitäten eingeblendet werden: Tankstellen, Restaurants oder (wie in der Keynote) Starbucks-Cafés.

Neben diesen drei großen Features der mobilen Kommunikation sind noch zwei Widgets auf dem iPhone vorhanden, die eine Internetverbindung nutzen: aktuelle Aktienkurse und das derzeitige Wetter.

Fazit (vorerst)

Die Dreier-Kombination von iPod, Handy und mobilem Internetzugang zeigt: Apples Tradition innovative Produkte zu entwickeln ist ungebrochen.
In der Tat lässt die iPhone-Ausstattung und -Handhabung ein sofortiges Haben-wollen-Gefühl aufkommen, das nur von den Preisschildern ($499 für die 4GB-Version, $599 für die 8GB-Version) erstickt werden könnte.

Zuletzt kommentiert



 1 Kommentar(e) bisher

  •  Ralph (11. Januar 2007)

    Was ich an der bisher bekannten Ausstattung zu bemänglen finde sind der nicht wechselbare Akku, die 2 MP-Kamera und die – in Anbetracht des Veröffentlichungstermins – bereits jetzt nicht gerade berauschende Speichergröße, die nicht durch irgendwelche Karten erweitert werden kann.

    Hoffnung macht lediglich der Passus auf Apples Webseite, daß die technischen Daten möglicherweise nicht endgültig sind.


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