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Veröffentlicht am  6.02.07, 13:18 Uhr von  sm

Heute: FON – Morgen: iPhone

XYDas Unternehmen, das Projekt oder auch einfach nur der Name “FON” sollte eigentlich mittlerweile jedem ein Begriff sein. Für alle denen FON kein Begriff ist: es ist die weltweit größte WLAN-Community, mit mehr als 70.000 sog. FON:points (Hotspots). Das Prinzip von FON ist relativ simpel. Stellt man seine Breitbandverbindung anderen Nutzern kostenlos zur Verfügung, so kann man auch die Zugänge von anderen Mitgliedern (Fonero) nutzen. Im Herbst vergangenen Jahres wurde der WLAN-Router Fonera kostenlos an registrierte Mitglieder verschickt, und so bin ich nun auch seit letztem Herbst ein Fonero und ein Teil der FON-Community.

Doch mit der Zeit fragt man sich natürlich, wieso man die Möglichkeit braucht den Internetzugang von anderen Foneros zu nutzen, wenn z.b. die Uni flächendeckend mit WLAN versorgt ist oder einige Bars und Bistros eine ähnliche Infrastruktur vorweisen können. Wozu also das eigene WLAN für “fremde” öffnen, wenn man selber kaum einen Nutzen davon hat? Aber wie es meistens im Leben ist, entwickeln sich viele Dinge so, wie man es nicht erwartet hätte.

Vor einigen Tagen musste ich, zwecks Wohnungssuche, nach Trier reisen. Doch wie findet man sich in einer unbekannten Stadt zurecht, und vor allem: wie findet man fremde Adressen in einer Großstadt, welche man zuvor noch nie gesehen hat (ein handliches Navigationsgerät besitzt nicht jeder)? Ein Stadtplan ist ja schön und gut, aber, meiner Ansicht nach, nicht wirklich handlich. Wieso schaut man also nicht einmal, wo offene WLAN-Hotspots sind, welche man für einen online Routenplaner oder für den GoogleEarth-Client nutzen könnte (natürlich in Verbindung mit einem MacBook)? Die FON-Webseite bietet hierfür eine eingebundene Version des Kartenservices von Google, auf welcher die Hotspots eingezeichnet sind.

Fonmap
Kartenausschnitt von Google

Wie man an der Karte sieht, gibt es in Trier jede Menge offene Netzwerke, in welchen man kostenlos einen Breitbandinternetanschluss nutzen kann. Mit dieser ausgedruckten Karte als Orientierungshilfe macht man sich also nun auf den Weg in das unbekannte Gebiet und kann dann alles vor Ort mit Hilfe von z. B. GoogleEarth finden und schonmal vorab einen Überblick über die Wohngegend bekommen.

Doch ist es nicht irgendwie ungünstig mit einem Laptop auf dem Arm durch die Stadt zu laufen? Oder falls man nicht das Glück hat im Bereich des offenen WLANs eine Sitzbank zu finden, dann muss man etwas ungemütlich am Straßenrand parken (sofern dort kein Parkverbot ist) und im Auto sitzen. Da könnte das iPhone doch Abhilfe verschaffen! Dank integriertem GoogleMaps-Client, welcher über EDGE und/oder WLAN funktionieren soll, ist man nicht mehr direkt auf die öffentlichen Hotspots von FON angewiesen. Natürlich kann der Datentraffic etwas teuer werden, daher ist wohl zu einer intensiven Nutzung des Kartenservices über EDGE nur in Verbindung mit einer Datenflatrate zu raten. Ob man mit dem iPhone auch die öffentlichen Hotspots der FON-Community nutzen kann, ist nicht ganz klar, da man zum Nutzen des Anschlusses sich auf der FON-Webseite authentifizieren muss. Ob diese Authentifizierung dann auch im Kartenservice von Google erfolgen kann (oder ob die Authentifizierung im Webbrowser auch für den Kartenservice gilt) kann man leider noch nicht sagen.

FON und Skype bieten in Kooperation auch das “SMC WiFi Telefon” an, mit welchem via Skype über die FON:points telefoniert werden kann. Sollte das iPhone nicht Drittentwickler von der Softwareentwicklung ausschließen, wäre ein Skype-Client für das iPhone auch durchaus denkbar. Dank FON würde dafür eine gute Infrastruktur bzw. eine vielzahl an öffentlichen Hotspots zur Verfügung stehen. Doch die Frage ist, ob ein “Handyhersteller” und ein Mobilfunkanbieter ihren Kunden die Möglichkeit bieten wollen, dass diese kostenlos miteinander kommunizieren können.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  Titus sagte am 6. Februar 2007:

    Genau das ist die Frage, die mir seit der Vorstellung des iPhone durch den Kopf geht. Die Antwort wird wohl sein, dass die Mobilfunk-Carrier kein Interesse hat, dass das iPhone mit Skype oder FON genutzt wird.

    Der Anarchismus früher Apple-Tage ist wohl auch verflogen und die Verträge werden ein ähnliches Abkommen beinhalten wie die Kooperation der Musikindustrie mit dem iTunes Music Store.

    Allerdings und andererseits: ist das iPhone über WiFi mit dem Internet verbunden. Kann man doch gehen wohin man will doch wohl auch zu FON oder Skype-Webdiensten.

    Anders gefragt: Steve hat auf der Keynote über WiFi telefoniert. Hat er dafür Gebühren an Cingular bezahlt oder die ProviderFlatrate des Moscone-Centers genutzt?

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  •  Sevi sagte am 7. Februar 2007:

    Da Apple aufgrund einiger Innovationen (wie dem Messaging Service) noch für einige Zeit auf die Mobilfunkanbieter angeweisen sein wird, ist es leicht zu verstehen, dass Skype für das iPhone im Moment kein Thema ist.

    Ich denke jedoch nicht, dass diese Tatsache dem Herrn Jobs grosse Freude bereitet. Er will einfach erst einmal möglichst viele iPhones verkaufen um in den Markt zu kommen. Wäre die Abdeckung mit WLAN-Zugängen so gut, dass man auf die Mobilfunknetze verzichten könnte, würde sich Apple einen Dreck um die Wünsche von Cingular & Co. kümmern.

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  •  Harald sagte am 8. Februar 2007:

    Achtung! Auf den FON-Maps werden alle registrierte Foneros angezeigt. D.h. auch Aliens, also solche, die keinen freigegebenen AP haben. Nur die grünen Punkte sind tatsächliche Hotspots. Leider sieht man also, dass die Versorgung doch noch nicht so überwältigend ist wie FON das selbst gerne darstellt.

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