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Veröffentlicht am  6.02.07, 21:37 Uhr von  

Steve Jobs zu Musik und DRM

Steve JobsEinen Tag nach Bekanntgabe der Einigung mit dem Beatles-Label Apple Corp. äußert sich Steve Jobs jetzt auf Apples US-Website in einem ausführlichen Artikel über Musik im 21. Jahrhundert, Kopierschutzmechanismen und die Rolle, die die Firma aus Cupertino dabei spielt. Dabei verrät er auch interessante Details aus den Vereinbarungen mit den großen Plattenfirmen. Da Apple selbst keine Rechte an den Songs besitze, sei ein Online-Geschäft wie der iTunes Store nur mit Unterstützung der Musikindustrie möglich, die auf wirksamen Kopierschutz verständlicherweiße großen Wert lege. So haben sich die Labels ein Ausstiegsrecht vorbehalten, sollte Apples DRM-System Fairplay geknackt werden. Die Weiterentwicklung von Fairplay bezeichnet er wörtlich als “Katz-und-Maus Spiel” mit denjenigen, die versuchen, es zu umgehen.

Aus diesem Grund spricht er sich auch gegen eine Lizenzierung von Fairplay an andere Anbieter aus. Dies würde das Kopierschutz-System nur einer noch größeren Gefahr von Hacks aussetzen. Zudem ließen sich Lücken kaum noch stopfen, wenn nicht mehr nur Kunden eines Anbieters mit Updates versorgt werden müssten.

Aus Jobs Sicht gibt es nur eine Alternative zu Fairplay: DRM-freie Musik. Dies sei die beste Lösung, und Apple würde sie sofort anbieten, wenn die großen vier der Musikindustrie – Universal, Sony BMG, Warner und EMI – sich darauf einließen. DRM sei ohnehin zum Scheitern verurteilt, da CDs weiterhin ohne Kopierschutz verkauft werden. Daher sei es nur folgerichtig, auch Musik-Downloads künftig ohne Nutzungs- und Kopierbeschränkungen anzubieten. Dazu bedürfe es aber eines stärkeren Drucks der Verbraucher auf die Plattenfirmen.

Offensichtlich reagiert Jobs mit seinem Artikel auf die Vorwürfe europäischer Verbraucherschützer, die Apples DRM-System Fairplay schon seit langem kritisieren. Das ist durchaus bemerkenswert, denn in der Vergangenheit reagierte der Apple-Chef auf Kritik oft eher einsilbig bis schweigsam.

Dass aus Jobs Sicht die Plattenfirmen die Hauptverantwortlichen für rigide Schutzmechanismen sind, mag gar nicht so fern der Realität liegen. Allerdings macht Jobs es sich wohl etwas zu leicht, wenn er seine Kunden darauf verweist, doch bei Universal & Co zu protestieren. Schließlich sitzt nicht der Endabnehmer, sondern Apple am Verhandlungstisch mit den Labels und damit wohl am längeren Hebel. Wenn Jobs wirklich so viel an freier Musik liegt, dann müsste bei der Marktposition, die iPod und iTunes mittlerweile haben, doch mehr drin sein als das, was wir bisher für 99 Cent pro Stück erwerben können.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 5 Kommentar(e) bisher

  •  tl sagte am 6. Februar 2007:

    Unabhängig vom gut geschriebenen Artikel: Eins der schönsten Jugendbilder von Steve Jobs! ;-)

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  •  switchpacker sagte am 7. Februar 2007:

    Was beschwert Ihr Euch? Ist es nicht bereits ein wichtiger Schritt, öffentlich auszusprechen, dass das Beste Songs ohne DRM sind und dass dies die Musikindustrie ändern muss. Was meint Ihr, über was die Labels beim nächsten Meeting mit Jobs reden werden?

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  •  sm sagte am 7. Februar 2007:

    wird DRM-freie Musik dann eigentlich mehr kosten als DRM-geschützte Musik? Liegt irgndwie nahe, oder?

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  •  ha sagte am 7. Februar 2007:

    @switchpacker:
    Na ja, Wein predigen, aber Wasser verkaufen ist eben zu wenig. Wenn Steve wirklich seine Liebe zu DRM-freien Inhalten entdeckt hat, muss da aus meiner Sicht mehr kommen als ein nettes Wort zum Dienstag.

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  •  Titus sagte am 7. Februar 2007:

    Ich kann mir denken, dass es Apple bei Einführung des ITMS gelegen kam, das die angebotene Musik nur auf dem iPod läuft. Das hat doch erst dazu geführt, dass Apple den Musikmarkt revolutioniert hat. Beste Kombi aus Hardware und Software. Das finde ich als Strategie verständlich. Ähnlich wird es ja wohl mit dem iPhone & Mobile-Carriers und dem Filmdownloads & Studios laufen.

    Das Steve nun freie Musik in Aussicht stellt, finde ich in der Tat bemerkenswert und gibt mir den Glauben daran zurück, dass Apple seine Kunden nicht ganz vergessen hat. Immerhin hat Apple sich im Musikmarkt unentbehrlich gemacht und es würde reichen, wenn sie fortan nur noch mit geilen Produkten (Software und Hardware) überzeugen.

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