MACNOTES

Veröffentlicht am  19.02.07, 18:01 Uhr von  sm

Test: Disco

XYWer die letzten Wochen und Monate nichts von dem Brennprogramm Disco mitbekommen hat, hat entweder geschlafen oder war ganz einfach auf einem anderen Planet. Disco ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Werbekampagne, welche fast ausschließlich auf Mundpropaganda bzw. virales Marketing setzt und dadurch bekannt wird, dass es bei Projekten wie MacHeist und MacZOT mitmacht. Neben der Mundpropaganda setzte Disco auf User, welche dazu bereit waren für eine Betaversion 14,95 US-Dollar zu bezahlen.

Seit einigen Tagen ist Disco nun den Betastatus losgeworden, das zumindest behaupten die Entwickler. Also wollen wir es uns nicht nehmen lassen einmal einen genauen Blick auf die Disco-Version 1.0.1 – richtig gelesen, es ist bereits ein Update für die Version 1.0 erschienen – zu werfen.

XYDie Entwickler von Disco warben ganz frech mit dem Slogan “We eat toast for breakfast”, in Anspielung auf den Platzhirsch unter den Brennprogrammen, Toast von Roxio. Zwar mag es etwas vermessen sein, sich mit der Alternative von Roxio zu messen. Doch die Frage ist eigentlich, ob ich 99,99€ für ein Brennprogramm ausgeben möchte, dass nahezu alles – wenn nicht sogar alles – kann. Toast kann Audio-, Video-, Bilder- und Daten-CDs in (fast?) jedem denkbaren Format brennen und/oder kopieren. Toast arbeitet nahtlos mit iLife zusammen, es brennt Blu-Ray-Disks, bietet Schnittstellen für EyeTV, TiVo und Spotlight. Neben diesen Features zum Brennen, bietet es die Möglichkeit Videos in spezielle Formate wie z. B. für die Verwendung mit einem iPod oder einer PSP umzuwandeln und noch vieles mehr. Aber möchte ich wirklich 100€ für ein Programm zahlen, welches mir Features bietet von denen ich höchstens 20% nutze? Ich brenne keine Blu-Ray-Disks, besitzt keine PSP und brauche auch keine Videos auf meinem iPod. Ich brenne keine Video-CDs und brauche auch keine Schnittstelle für EyeTV, TiVo oder Spotlight. Ich brauche lediglich die Möglichkeit schnell, flexibel und komfortabel Dateien oder Audio-CDs zu brennen. Und genau das bietet Disco! Außerdem hat das Brennen von CDs und DVDs noch nie so viel Spaß gemacht wie jetzt.

Mittlerweile ist der Slogan jedoch von der Disco-Webseite verschwunden und wurde durch “Drag. Drop. Disco. Powerful disc burning for anyone” ersetzt, welcher genau das Erscheinungsbild und die Funktionen von Disco beschreibt. Direkt nach dem Start von Disco (bei eingelegtem Rohling) wird schon klar wie die ersten beiden Worte des Slogans gemeint sind.

XY XYZ
links: Audio-CD, rechts: Daten-CD

Die zu brennenden Dateien werden einfach in das Fenster von Disco gezogen und landen somit auf der neuen CD. Wählt man nur Musikdateien, so erkennt Disco automatisch, dass man eine Audio-CD brennen möchte. Überschreitet man jedoch die 80min-Grenze (bei einem 700mb-CD-R), wird aus der ehemaligen Audio-CD automatisch eine Daten-CD. Alternativ kann man diese Umstellung auch selber machen, dazu existiert in der rechten oberen Ecke ein “Umschalter”, welcher zwischen diesen beiden CD-Typen wechselt.
Mit einem einfachen Klick auf “Burn” startet der Brennprozess. Dieser ist nicht sonderlich interessant. Doch für jene, die sich dennoch für die Bildschirmangaben während dem Brennen interessieren gibt es vier Bilder dazu (Durch einen Klick auf den Screenshot gelangt man zu der Bildergalerie).

Während des Brennvorgangs fängt Disco an zu qualmen, es brennt also im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Homepage von Disco gibt es dazu ein Video, welches dieses Feature gut demonstriert.

Spanning
XYEin sehr nützliches Feature von Disco ist das sog. “Spanning”. Wenn man mehr Daten brennen möchte als auf eine CD oder DVD passen, berechnet Disco automatisch die benötigte Anzahl an Datenträgern und teilt die Daten auf. Dieses Features ist durchaus nützlich, will man z. B. ein Backup von mehreren Dateien erstellen oder eine Vielzahl an Bildern brennen. Doch leider funktionierte dieses Feature im Test nicht. Disco brach den Brennvorgang immer mit der gleichen Fehlermeldung ab und verweigerte das Fortsetzen des Brennvorgangs. Und als wäre das noch nicht genug: nach diesem Abbruch des Brennvorgangs war das optische Laufwerk erst nach einem Neustart des Macs wieder zu gebrauchen. Vor dem Neustart war es nicht möglich gebrannte oder gekaufte Datenträger zu lesen. Diese wurden umgehend vom System wieder ausgeworfen. Da dieser Fehler mehrfach und auch rekonstruierbar auftrat bzw. auftritt ist es wohl kein zufälliges Fehlverhalten von Disco.

Discography
Discography ist ein wirklich nützliches Feature bzw. Programm, es katalogisiert alle gebrannten Datenträger und Dateien, so dass man einfach an Hand des Datums und des Namens sehen kann was man wann und auf welche CD/DVD gebrannt hat.

Fazit
Disco besticht durch seine einfache und komfortabele Bedienung. Es ist kein Alles-Könner und das muss es auch gar nicht sein. Features wie “Brennen”, “Kopieren” und “Images-erstellen” funktionieren wie erwartet. Disco hat sich somit in fast allen Punkten wacker geschlagen. Wer von einem Brennprogramm jedoch mehr erwartet und auch bereit ist 99,99€ auszugeben, der ist mit Toast wohl besser beraten. Einziges Manko von Disco: das sog. “Spanning” funktionierte auch nach mehrfachem Wiederholen nicht und hat jedes Mal das optische Laufwerk bis zum Neustart unbrauchbar gemacht. Wegen diesem, doch sehr gravierenden, Fehlverhalten bekommt Disco einen Wertungspunkt abgezogen und kann somit nur 4 Punkte erzielen und leider nicht 100%ig überzeugen.

4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: Disco
Hersteller: discoapp.com
Preis: 14,95 US-Dollar

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 7 Kommentar(e) bisher

  •  Sebastian sagte am 19. Februar 2007:

    Interessanter Test, aber was bedeutet diese Meldung “Coaster risk!”, die man im Screenshot sieht? Im Text finde ich dazu nichts…

    Antworten 
  •  ha sagte am 19. Februar 2007:

    Disco reagiert auf den Bewegungssensor in neueren Mobil-Macs und warnt, wenn man während des Brennvorgangs sein Gerät zu stark schaukelt ;-)

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  •  Sebastian sagte am 19. Februar 2007:

    Das Feature alleine rechtfertigt schon einen Kauf. :)

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  •  sm sagte am 19. Februar 2007:

    der Fehler tritt aber auch auf, wenn ich eine CD brennen will und für die Dauer des Brennvorgangs das MacBookPro nicht bewege / anfasse etc. ;)

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  •  Johann sagte am 20. Februar 2007:

    “Coaster” ist englisch für Untersetzer. Das, was man erhält, wenn man das MacBook schüttelt beim Brennen einer CD.

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  •  fr sagte am 12. März 2007:

    Der Preis ist mittlerweile bei 29,95$, was ich für dieses kleine Tool etwas happig finde. Preis/Leistung stimmt da nicht mehr überein.

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  •  Quickmix sagte am 9. August 2008:

    Super Programm. Läuft bei mir einwandfrei.
    Aktuelle Version 1.03.
    Preis z.Z. 10 Dollar!

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