MACNOTES

Veröffentlicht am  20.02.07, 20:55 Uhr von  

Test: EyeTV Diversity

LogoDigitale Unterhaltung gewinnt in unserem Leben immer mehr an Bedeutung. Sei es nun die Wiedergabe von DVD’s am heimischen Fernseher oder die ansprechende optische Darstellung multimedialer Inhalte am Mac via Front Row: entsprechende Features sind heutzutage nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. In Deutschland heißt das Zauberwort dieser Tage DVB-T. Dabei beschränkt sich die Nutzung des so genannten terrestrischen Fernsehens nicht mehr nur allein aufs Wohnzimmer sondern greift mehr und mehr auch auf PC’s und im speziellen auf mobile Computer über. Während für Geräte mit Microsoft Windows passende Komponenten für kleines Geld sogar immer wieder beim Discounter um die Ecke angeboten werden, muss man als Mac User schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Zudem führt am Marktführer Elgato so gut wie kein Weg vorbei. Wir haben uns EyeTV Diversity – das neueste Gerät der Produktlinie – samt zugehöriger Software einmal genauer angesehen.

Hardware

EyeTV Diversity kommt in einer eher unspektakulären Verpackung daher und gleicht von den Ausmaßen eher einer Zigarrenschachtel, als einem DVB-T Tuner. Dabei kann sich der Lieferumfang allerdings sehen lassen: neben dem Tuner selbst liegen der Verpackung noch zwei separate Antennen, eine Fernbedienung samt zugehöriger Batterien, ein USB-Verlängerungskabel sowie eine Kurzanleitung und die begehrte Software EyeTV 2.0 (dazu später mehr) bei. Die Installation funktioniert erfreulich reibungslos: die Software erkennt nach der Installation automatisch, welches Gerät am Computer angeschlossen ist und führt den Benutzer einfach, schnell und zuverlässig durch die zugehörige Konfiguration samt obligatorischem Sendersuchlauf.

DiversityDiversity
Komponenten des EyeTV Diversity Bundles

Die Kraft der zwei Herzen

Diversity – hört sich komisch an, ist technisch aber höchst interessant. Hinter dem Begriff versteckt sich eine neue Methode, um die Signalstärke terrestrischer Signale weiter zu verbessern. Somit haben Nutzer in Regionen mit schwachem DVB-T Empfang höhere Chancen eine größere Bandbreite an Sendern störungsfrei zu empfangen. Zudem soll es die neue Technik ermöglichen, auch in einem fahrenden Auto bei bis zu 160 km/h noch ein adäquates Signal zur Verfügung zu haben. Aber was versteckt sich nun wirklich hinter Diversity?

Die neue Technik setzt auf zwei integrierte DVB-T Tuner in einem einzigen Gerät. Dabei kann der Nutzer aus zwei möglichen Betriebsarten wählen: mit dem “Dual-Tuner-Modus” lassen sich zwei TV-Programme (inkl. Bild-in-Bild-Funktion) parallel anschauen, wohingegen der “Diversity-Modus” einen bis zu max. 50% besseren Empfang bieten kann. Dazu werden zwei Antennen separat an jeweils einen Eingang des Tuners angeschlossen und schaffen es damit im Haushalt so genannte “Tote Winkel” fast vollständig zu eliminieren. In unserem Test erreichten wir damit stets eine Signalqualität von 100% und konnten alle über DVB-T verfügbaren Sender in unserer Region erreichen. Im direkten Vergleich mit einer “No Name Lösung” für einen Laptop mit Microsoft Windows Betriebssystem wurde die technische Finesse von EyeTV Diversity besonders deutlich: während man sich mit dem Mac bequem durch mehrere Etagen und Räume bewegen konnte ohne merkliche Signal- oder Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen, verweigerte die Konkurrenz des Öfteren den Dienst. Im direkten Vergleich konnte Diversity dann dank seiner zwei integrierten Tuner in punkto Empfangsqualität stark punkten. Der Unterschied zwischen herkömmlichen Geräten und dieser neuen Technik ist bisweilen drastisch. Aber auch im Dual-Tuner-Betrieb machte das Gerät eine gute Figur: für den doppelten Fernsehgenuss sollte man allerdings über einen Computer neuerer Generation verfügen, damit der TV-Spaß nicht in einer Diashow endet.

2 Tuner2 Tuner
Zwei Tuner machen den “Diversity-Modus” aus

Design

Mit fortschreitender technischer Entwicklung werden auch DVB-T Tuner immer kompakter und dadurch handlicher. Doch wenn ein ein entsprechendes Gerät im Format eines USB-Sticks auf den Markt kommt, so drängt sich ein Vergleich mit dem vom Design her sehr ansprechenden Konkurrenz-Produkt Miglia TVMini auf. Und eines gleich vorweg: was die Abmessungen angeht, kann der Diversity Stick nicht mithalten und wirkt im direkten Vergleich schon fast klobig. Dafür ist er der Konkurrenz mit seinen zwei TV-Tunern technisch weit voraus Ansonsten ist das Gerät optisch wenig aufregend: eine halb transparente Schutzkappe schützt den Stecker am Kopf des Sticks, ein großer Coax-Anschluss findet sich am anderen Ende. An den beiden abgeflachten Seiten befinden sich zum einem der Infarot-Empfänger für die Fernbedienung und auf der anderen Seite ein vergoldeter Kontakt zum Anschluss der zweiten Antenne. Bei der Verwendung an einen mobilen Mac unterstreicht EyeTV Diversity seine bulligen Ausmaße noch einmal mehr: aufgrund seiner Breite blockiert es gleich zwei USB-Anschlüsse. Kann man auf den blockierten Port partout nicht verzichten, so kann man entweder auf ein entsprechendes HUB zurückgreifen oder das von Elgato mitgelieferte Verlängerungskabel verwenden. Letzteres benötigt zwar nur einen freien Anschluss, trägt aber keinesfalls zu einem aufgeräumten Schreibtisch bei.

Kabelsalat

Und wenn wir schon von Ordnung sprechen, dann sollte folgender Punkt auf keinen Fall unter den Tisch fallen: nutzt man EyeTV Diversity mit beiden Antennen plus USB-Verlängerung, dann fabriziert man auf dem eigenen Schreibtisch einen ganz netten Kabelsalat. Letzterer lässt sich vielleicht bei Desktop-Computern recht leicht verstecken – ist aber bei mobilen Geräten etwas lästig. Hat man es dennoch geschafft alle Kabel rund um den Schreibtisch einigermaßen zu verstauen, so könnte man eigentlich bequem vom Sofa aus per Fernbedienung das allabendliche TV-Programm genießen – aber auch nur eigentlich. Die mitgelieferte Fernbedienung funktionierte während unseres Test-Laufes alles andere als einwandfrei. Häufige Aussetzer und eine träge Reaktion auf Benutzereingaben trüben den Gesamteindruck des sonst hervorragenden Produktes. Hier sollte auf jeden Fall noch nachgebessert werden. Einen Trost für Besitzer aktueller Macs gibt es allerdings: die EyeTV Software funktioniert einwandfrei mit der Apple Remote Fernbedienung.

BlockiertKabelsalat
Blockierte Ports (links) und Kabelsalat (rechts)

Software

EyeTVWährend die hardwareseitigen Features natürlich durchaus für sich alleine sprechen können, stellt das Herzstück des Bundles dennoch die schon oft prämierte Software EyeTV 2 dar. Ein Produkt von dem Hersteller Elgato derart überzeugt ist, dass es für das recht teure Programm keine Demoversion gibt. Zu recht? Ja – durchaus! Wie bereits erwähnt führt die Software den Benutzer schnell und komfortabel durch den Konfigurationsprozess und präsentiert sich anschließend recht funktionell. Ein Fenster zeigt das aktuell ausgewählte TV-Programm, welches über eine Art “virtuelle” Fernbedienung bequem bedient werden kann. Dazu passend noch ein Programmfenster, in welchem aufgezeichnete Sendungen verwaltet werden können oder man kurz mal durch Online-Fernsehzeitung blättern kann.

Bedienung

Bezeichnet man ein Programm als intuitiv, so ist dies eigentlich schon mehr als ein Lob. Will man allerdings einen objektiven Blickwinkel bewahren, so sollte man mit derartigen Adjektiven sparsam umgehen. Doch auf EyeTV trifft dieses Attribut eindeutig zu. Selbst eher unerfahrene User werden sich auf der Benutzeroberfläche schnell zurechtfinden. Alle Funktionen sprechen für sich und bedürfen keiner langen Erklärung. Dazu kommt noch die nahtlose Integration eines entsprechenden Programmführers (EPG) und der Brennsoftware Toastsowie zahlreiche Export- und Editierfunktionen. Letztere bieten zwar nicht den Funktionsumfang von iMovie, reichen aber für das schnelle Schneiden eines Filmes mehr als aus.

SoftwareSoftware
Übersichtsfunktion und Online-EPG

Bildqualität

Die beste TV-Software nützt natürlich nichts, wenn die Qualität bei der Wiedergabe nichts taugt. Bei EyeTv stimmt diesbezüglich allerdings alles. Entsprechende Signalqualität vorausgesetzt – bekommt der Nutzer ein glasklares Bild präsentiert, was weder von Aussetzern noch durch starke Verzögerungen verzerrt wird. Besitzer eines leistungsfähigen Macs können sich zu dem über die Wiedergabe des Programms in HDTV in 720p oder 1080i (MPEG-2) – entsprechende Versorgung natürlich vorausgesetzt – freuen.
Exportieren und Verwalten

Hat man sich die wöchentliche Lieblings-Serie aufgenommen und möchte sie “mal eben” für den iPod aufbereiten, so ist dies mit EyeTV auch ohne große Kenntnisse von Formaten und Auflösungen problemlos möglich. Über den Button “Für iPod exportieren” lassen sich die Inhalte unkompliziert und effektiv auf den Player übertragen. Auch die Verwaltung von aufgezeichneten Sendungen oder das Anlegen von eigenen Sendegruppen oder Playlists funktionierte im Test tadellos.

Fazit

Bewertet man die Komponenten in diesem Bundle einzeln, so muss man bei der Hardware leichte Abstriche wegen der Probleme mit der Fernbedienung machen, wohingegen man der Software bedenkenlos die Bestnote ausstellen kann. Wer mit dem Gedanken spielt sich in naher Zukunft eine DVB-T Lösung für den Mac zuzulegen, der kommt um den Kauf von EyeTV 2 ohnehin nicht umher, kann aber bedenkenlos zugreifen. Auch das neue Konzept mit zwei Tunern in einem Gerät kann durchweg überzeugen und sollte vor allem für potentielle Käufer in Gebieten mit schwacher Netzabdeckung interessant sein. Der Preis von 149,95 Euro geht durchaus in Ordnung und man erhält mit EyeTV Diversity ein gut geschnürtes DVB-T Paket was durch eine hervorragende Empfangsleistung sowie eine ausgezeichnete Software zu überzeugen weiß. Kaufempfehlung!

4_5/5Testurteil: 4.5/5 Macs
Bezeichnung: EyeTV Diversity
Hersteller: Elgato Systems
Preis: 149,95 Euro

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 19 Kommentar(e) bisher

  •  pehre sagte am 20. Februar 2007:

    Der Preis dürfte wohl nicht stimmen. Bei Elgato steht 149,00 EUR

    Antworten 
  •  sl sagte am 20. Februar 2007:

    Richtig. Ich habe den Preis korrigiert. Danke für den Hinweis.

    Antworten 
  •  ml sagte am 20. Februar 2007:

    Wenn Dresden nicht mal wieder zum Tal der Ahnungslosen gehören würde, dann hatte ich längst über die Anschaffung dieser DVB-T-Lösung nachgedacht :-(.

    Antworten 
  •  Jens Franke sagte am 21. Februar 2007:

    Vielen Dank für den Testbericht.

    In irgendeiner Printausgabe meine ich gelesen zu haben, dass der Magnet in den Antennen ein Problem für Festplatten in der nähreren Umgebung darstellen kann. Könnt ihr das bestätigen?

    Antworten 
  •  sl sagte am 21. Februar 2007:

    Was ich bestätigen kann ist, dass in den Füßen der Antennen recht “starke” Magnete verbaut sind. Man sollte also zumindest vermeiden die Antennen an evtl. magnetischen Gehäusen externer Festplatten oder gar am Chassis seines Laptops zu befestigen ;-) Ansonsten konnte ich keinerlei Schwierigkeiten während des Tests beobachten.

    Antworten 
  •  Jens Franke sagte am 21. Februar 2007:

    Hi Stephan,

    besten Dank für die Antwort.

    Antworten 
  •  JörgL sagte am 21. Februar 2007:

    Wirklich “neu” ist Diversity natürlich nicht, sie wird seit ca. 15 Jahren z.B. im Bereich von Autoradios verwendet, um die Empfangsleistung zu verbessern.
    Faszinierend ist die Technik trotzdem, da es nicht nur darum geht einfach mit 2 Antennen den Empfang zu verbessern, sondern auch durch technische Lösungen unterschiedliche Laufzeiteffekte bei hohen Geschwindigkeiten auszugleichen.
    Näheres seht unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Antenna_Diversity

    Antworten 
  •  bopacasi sagte am 21. Februar 2007:

    Laut Elgato ist HDTV in Europa mit Elgato-Produkten (noch) nicht möglich:

    Die in Europa verbreitete HDTV Norm über MPEG-4 AVC oder H.264 kann derzeit von EyeTV nicht abgespeilt werden.

    http://faq.elgato.com/index.php/faq/more/483/

    Allerdings gibt’s HDTV in Deutschland zZt wohl eh nur über DVB-C oder DVB-S2.

    Antworten 
  •  tom sagte am 22. Februar 2007:

    Die Fernbedienung ist wirklich das Letzte. Eine so schlechte Fernbedienung hatte ich bisher nicht gehabt. Ich habe einCiergyT von Terratec, da ist die selbe Fernbedienung dabei. Selbst bei nem Abstand von 1 m gibt es immer wieder Probleme (Batterien sind neu und geladen :-) ). Warum bei der Ferbedienung dermaßen gespart wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Da ich ein mac mini PPC, habe ich keine Ausweichmöglichkeit. :-( Na ja, mit dem nächsten Mac wird es dann besser :-)

    Antworten 
  •  sl sagte am 23. Februar 2007:

    @tom: Hoffnung ist in Sicht ;-) Laut Elgato soll mit EyeTV 2.3.3 auch ein Firmware Update für den in der Fernbedienung verbauten Chipsatz mitgeliefert werden. Damit könnten die Probleme dann behoben werden.

    Antworten 
  •  tom sagte am 23. Februar 2007:

    @sl: Das verstehe ich jetzt nicht ganz. EyeTV 2.3.3 ist doch schon längst raus, von nem update für die Fernbedienung habe ich nichts bemerkt.

    Antworten 
  •  tom sagte am 24. Februar 2007:

    So, habe jetzt bei meinem Cinergy T2 in die Front-Plastikabdeckung ein Loch, für den IR-Empfänger, gebohrt. Habe ich in einem anderem Forum gelesen, dass das helfen soll. Ich muß sagen, es ist der helle Wahnsinn. Jetzt funktioniert die Fernbedienung endlich so wie man sich das vorstellt. Kein ziehlen mehr, selbst wenn man die Fernbedienung in entgegengesetzte Richtung auf ne Wand richtet reagiert das Teil :-) Ich bin total begeistert. So wie ich das sehe, ist diese Plastikabdeckung, beim Cinergy T2, eine Fehlkonstruktion. Da ist zwar ein Loch in der Abdeckung, aber das Loch ist für die Betriebs-LED, welche eigentlich total stöhrend wirkt, weil sie so hell leuchtet.

    Antworten 
  •  Mario sagte am 25. Februar 2007:

    danke für euren test…
    mich würde jetzt noch interessieren, wie der akkubetrieb beeinflusst wird!?
    über einen screenshot der bildqualität würde ich mich auch noch freuen…

    damit könnte ich die wenigen stunden tv im monat, noch gezielt verbringen! :-)

    Antworten 
  •  e1l52 sagte am 1. August 2007:

    Noch ein Kommentar zu den Magnetfüßen der Antenne : Genau das ist bei Verwandten von mir passiert. Deren 11-jährige Tochter hat damit rumgespielt und die Antenne neben das Trackpad aufs Gehäuse eines iBooks gestellt. Resultat : Platte komplett defekt. Totaler Datenverlust.

    Antworten 
  •  Werner sagte am 4. Mai 2008:

    Also mit der Diversity Fernbedienung habe ich ein sehr großes Problem.
    Das 1. 1/2 Jahr ging gut, aber jetzt eiert sie rum und funktioniert kaum noch, obwohl ich immer wieder versucht habe eyetv zu deinstallieren, um es wieder neu zu konfigurieren, ohne Erfolg. Das die Batterien neu sind versteht sich von selbst.
    Ich wäre für Hinweise die dieses Problem beheben könnten sehr. sehr dankbar.

    Antworten 
  •  sl sagte am 4. Mai 2008:

    @werner: Wende dich doch einfach mal an Elgato und schildere dort dein Problem mit der Fernbedienung – evtl. wird sie ja ausgetauscht…

    Antworten 
  •  MacUser007 sagte am 15. Juni 2008:

    Kann man eyetv 3.0 (DVB-T Stick) auf einem iBook G4 mit der Apple Remote steuern?

    Antworten 
  •  GB sagte am 24. Juni 2008:

    Bei mir springt die Software trotz update seit mehreren Tagen nicht mehr an, Empfang war immer okay… muss dann immer ‘sofort beenden’… woran kann das liegen?

    Antworten 
  •  Olaf sagte am 11. Mai 2013:

    Ich habe am Anfang der Installation nicht auf HD umgestellt sondern blieb bei elegato weil ich dachte es wäre sowieso HD aber nun ist es kein HD gibt es eine Möglichkeit dies rüggängig zu machen? Bräuchte dringend Hilfe.

    Antworten 

Kommentar verfassen

 0  Tweets und Re-Tweets
       0  Likes auf Facebook
         0  Trackbacks/Pingbacks
          Werbung
          © 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de