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Veröffentlicht am  4.03.07, 15:50 Uhr von  

Test: Yummy FTP

Yummy FTPNoch vor wenigen Jahren wäre ein FTP-Client für den Großteil der Internet-User kaum von Interesse gewesen. Doch Dank Web 2.0 erfreuen sich diese Programme heute steigender Beliebtheit. Die Zahl privater Webseiten und Blogs nimmt dieser Tage rasant zu und irgendwie wollen die Daten zwischen heimischen Rechner und bereitgestelltem Webspace hin und her übertragen werden: hier kommt ein guter, schneller und vor allem zuverlässiger FTP-Client ins Spiel. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Programm-Spezies gehören für den Mac wohl ohne Frage Transmit, Fetch, Cyberduck und Yummy FTP. Letzterer versucht sich vor allem durch viele Zusatzfunktionen sowie durch eine aufgebohrte FTP-Engine von der Konkurrenz abzusetzen. Ob das gelingt zeigt unser Test.

Die Grundlagen

Auf den ersten Blick scheint es für das ungeschulte Auge wohl etwas eigenartig für etwas so “simples” wie eine Datenübertragung von A nach B Geld bezahlen zu müssen. Und damit dem Nutzer der Griff in den Geldbeutel nicht ganz so schmerzhaft erscheint, geben die Hersteller ihren Programmen neben einer schicken Oberfläche auch eine Vielzahl von Zusatzfunktionen mit auf den Weg. Auch Yummy FTP macht hier keine Ausnahme: das rund 15MB große Paket weißt eine durchaus beachtliche Feature-Liste auf.

  • Remote Editing
  • AppleScriptable
  • Customizable
  • Preview
  • Synchronization
  • FTP-Aliases
  • Scheduling
  • Growl Support

Um nur einige zu nennen – die komplette Liste fasst knapp 30 Punkte. Wer mit den genannten englischen Begriffen nicht viel anfangen kann sollte dennoch nicht gleich vor dem Programm zurückschrecken: Yummy FTP ist vollständig lokalisiert – bis auf die Hilfe-Funktion. Hier wäre es sicherlich wünschenswert in zukünftigen Versionen auch auf eine übersetzte Anleitung zurückgreifen zu können.

Oberfläche und Bedienung

Yummy FTP erweckt schon beim ersten Start den Eindruck eines wirklichen flotten Tools. Selbst auf “älteren” PPC-Geräten erfolgt der Programm-Aufruf fast Out Of The Box: im Schnitt hüpft das Dock-Icon nur zweimal bis sich dem User das Anmeldefenster präsentiert – das macht durchaus Lust auf mehr. Standardmäßig ist dabei alles für einen schnellen Verbindungsaufbau ausgelegt, so dass der Benutzer nur Server-Adresse, Benutzernamen und Kennwort angeben muss bevor der FTP-Client seinen Dienst aufnehmen kann. Eher unerfahrenen Usern ermöglicht dies einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in die FTP-Welt. Werden weitere Einstellungen benötigt, so lassen sich mit einem Klick zusätzliche Optionen wie Startordner, Protokoll oder Port-Adressierung angeben. Zudem bietet das Programm eine Art Schnellzugriff auf zuvor verwendete Verbindungen. Vor allem versierte User werden sich hier schnell heimisch fühlen. Der Verbindungsaufbau geht relativ zügig vonstatten und innerhalb kürzester Zeit hat man Zugriff auf die Programmoberfläche von Yummy FTP.

Hier haben die Entwickler eine eher “klassische” und damit sehr übersichtliche Variante gewählt: zwei Programmfenster stellen zum einen den lokalen Rechner und zum anderen den angewählten Server dar. Somit lassen sich bequem Daten zwischen beiden Orten übertragen – entweder per Drag and Drop oder per Doppelklick auf eine Datei. Auch die vom Finder her gewohnte Spalten-Ansichten lässt sich mit einem Mausklick einschalten – bei Bedarf auch gesondert für jedes Fenster.

Und auch sonst gibt sich die Programmoberfläche eher Mac typisch und erinnert mit dem breiten Informationsfenster am unteren Rand des Programms sehr an die vergangene iTunes Version 6. Die Buttons zum Synchronisieren von Dateien, Trennen der Verbindung und der Papierkorb sind dem Systemeigenen Icon-Fundus entnommen und die Suchmaske – in bester Spotlight-Manier – unterstreicht die Verbundenheit zu OS X zusätzlich.

Die Einstellungsmöglichkeiten des Programms sind ebenfalls recht übersichtlich gehalten. Lediglich die Punkte Benutzeroberfläche, Übertragung, Fehlerbehandlung sowie Server-Optionen lassen sich konfigurieren. Damit deckt man einfach und schnell das gesamte Einsatzfeld des FTP-Clients ab und bietet dem User dennoch umfangreiche Möglichkeiten.

Reibungslose Verbindung

ÜbertragungEine gute graphische Darstellung ist höchstens die halbe Miete. Überzeugen muss ein derartiges Programm vor allem bei der Datenübertragung. Dabei arbeitet in Yummy FTP eine spezielle Engine, welche der Hersteller wie folgt beschreibt: “A multi-threaded, BSD socket powered connection manager purrs at minimal CPU usage, while saturating your bandwith with transfer data.” Kurz gesagt – maximaler Datendurchsatz bei minimaler CPU-Auslastung. Klingt gut.

Die Übertragung der Daten funktionierte während unseres Test stets einwandfrei und wirklich flott. Visualisiert wird der Up-/Download ähnlich dem Laden von Dateien in iTunes. Ein Statusbalken zeigt den aktuellen Fortschritt an, während zusätzlich noch Geschwindigkeit, Restzeit etc. eingeblendet werden. Wem das noch nicht reicht, der kann zudem auf die aktuellen Meldungen im Log zurückgreifen. Parallele Downloads zwischen mehreren Servern oder zeitgesteuerte Aufträge lassen sich zudem im Queue bearbeiten. Dort hat man einen ständigen Überblick über aktuelle oder noch anstehende Aufgaben.

Quick Edit

Quick EditWie bereits zu Anfang erwähnt bietet Yummy FTP dem Nutzer eine Handvoll Sonderfunktionen, welche den Umgang mit dem Programm erleichtern sollen. Dazu gehört unter anderem auch die Funktion Quick-Edit. Damit lassen sich quasi im Vorbeigehen noch Änderungen an Dateien auf dem Server vornehmen, ohne dass diese erst von Hand heruntergeladen, bearbeitet und danach wieder hochgeladen werden müssen. Diese Funktionen übernimmt Yummy FTP automatisch und erledigt die anstehenden Aufgaben dezent im Hintergrund. Dem User präsentiert sich lediglich ein schlanker Text-Editor mit dem auf die Schnelle noch Änderungen vorgenommen werden können. Die Datei wird nach dem Sichern wieder auf den Server übertragen und von der lokalen Festplatte entfernt. Sollte der einfache Text-Editor für die Bearbeitung nicht ausreichen, so lassen sich zusätzlich noch Programme wie TextMate (Test hier),SubEthaEdit oder BBEdit einbinden.

FTP-Aliases

FTP-AliasesAliases – so genannten Verknüpfungen – sind jedem User in der ein oder anderen Form schon einmal über den Weg gelaufen. Sie ermöglichen einen schnellen und einfachen Zugriff auf häufig verwendete Dateien, welche ansonsten nur durch eine langwierige Navigation durch verschiedene Ordner-Strukturen auf der heimischen Festplatte zu erreichen wären. Diese Idee greift auch Yummy FTP auf. Bei aufgebauter Verbindung genügt es, kurz per Rechtsklick das Kontextmenü für einen beliebigen Ordner auf dem Server aufzurufen und “Als FTP-Alias sichern” auszuwählen. Danach findet sich eine Verknüpfung auf dem Desktop, über welche nun man bequem Daten auf den ausgewählten Webspace laden kann. Das Herstellen der Verbindung sowie den Upload selbst übernimmt das Programm danach automatisch.

Noch einen Schritt weiter geht der FTP-Wächter: dieser vergleicht bei Bedarf die Inhalte eines lokalen Ordners und dessen Pendants auf dem Server. Werden nun Änderungen an Dateien vorgenommen oder gar neue Files hinzugefügt, so werden die Inhalte automatisch synchronisiert. Dies dürfte sich beim Erstellen und/oder Bearbeiten von Web-Auftritten als mehr als praktisch erweisen. Weniger praktisch ist allerdings das Beenden des Watcher-Dienstes: dieser lässt sich nur relativ umständlich über den Menüpunkt “Übertragung” ausschalten.

Dualbrowsing und Bookmarks

Wer Webseiten zumindest semi-professionell selber erstellt, der wird schon zu Beginn des Projekts eine gewisse Ordnerstruktur anlegen, welche dann auch später auf dem Server zum Einsatz kommen wird. Um die Navigation durch die einzelnen Elemente dieser Hierarchie etwas einfacher zu gestalten, lässt sich das so genannte Dualbrowsing zuschalten. Dieses Feature synchronisiert – gleiche Strukturen lokal und im Web vorausgesetzt – die jeweilige Ansicht in der Programmoberfläche. Bewege man sich also in den Ordner Images auf der Festplatte, wird automatisch auch in das Pendant im Internet gewechselt. Damit lassen sich Dateien ohne große Sucherei von A nach B übertragen.

Ein weiteres Feature, welches sich ebenfalls eher an professionelle User richtet, ist die Verwendung von Bookmarks. Wie vom eigenen Internet-Browser gewöhnt, kann man für jede verwendete FTP-Verbindung ein Lesezeichen ablegen, auf welches bei Bedarf schnell und einfach zurückgegriffen werden kann.

Synchronisation und Scheduling

Ähnlich zu den FTP-Wächtern kann auch der gesamte Inhalt auf einem Server mit einem lokalen Rechner synchronisiert werden. Damit lässt sich beispielsweise recht einfach ein Backup einer Homepage oder eines Blogs realisieren. Somit ist man im Notfall auch auf alles vorbereitet. Dieser Abgleich lässt sich mit Yummy FTP relativ einfach durchführen: über den Button “Synchronisieren” öffnet sich ein eigenes Menü, über welches man noch zusätzliche Optionen für die Übertragung angeben kann. Danach wird eine Vorschau der zu übertragenen Dateien erstellt, um ggf. noch letzte Änderungen vor dem Down-/Upload vornehmen zu können.

Ein ganz spezielles Feature, mit welchem sich das Programm jedoch deutlich vor der Konkurrenz abheben kann, ist die zeitlich geplante Synchronisation der Inhalte, das so genannte Scheduling. Hiermit lassen sich feste Termine und Wiederholungen für einen Abgleich der Daten einrichten. Ein typisches Anwendungsbeispiel hierfür ist ein regelmäßiges Backup. Getreu dem Motto: Save often, save early.

Zeitplan Zeitplan
Synchronisation und Scheduling

Testlauf

Der subjektive Eindruck über die Arbeitsgeschwindigkeit von Yummy FTP ist sicherlich schön und gut, man sollte ihn aber auch mit Zahlen untermauern können. Daher haben wir das Programm gegen die Konkurrenz-Produkte Transmit 3.6, und Cyberduck 2.7.3 antreten lassen.

Dazu sollte ein rund 14,5 MB großer Ordner (ca. 1517 Files) mit einer kompletten WordPress-Installation samt Themes und eigenen Bildern vom Server heruntergeladen und danach auch wieder zurück übertragen werden: dabei konnten wir auf eine DSL 6000 Leitung zurückgreifen. Gemessen wurden die jeweils die Zeiten für Up- und Download der Programme.

Upload Download
Download-und Upload im direkten Vergleich

Im direkten Vergleich mit anderen FTP-Programmen schlug sich Yummy FTP hervorragend und konnte vor allem beim Download die Konkurrenz abhängen. Cyberduck hinterließ während des Testlaufes einen gemischten Eindruck. Beim Download brach das Programm wiederholt nach 10min mit einem “Connection failed” ab. Beim Versuch die Daten auf der Server zu übertragen trat derselbe Fehler zu unterschiedlichen Zeiten erneut auf.

Fazit

Yummy FTP konnte während unseres Test durchweg überzeugen – vor allem in Punkto Geschwindigkeit glänzte das Programm mit hervorragenden Werten. Wer häufiger große Mengen an Daten im Internet bewegt, dem sei Yummy FTP wärmstens ans Herz gelegt. Zusätzliche Features wie FTP-Aliases und Scheduling runden den positiven Gesamteindruck ab. Bei einem Preis von umgerechnet rund 20.10 Euro kann man zudem beim Kauf nichts falsch machen. Für den normalen FTP-User reicht allerdings auch der Griff zur Freeware-Variante.

5/5Testurteil: 5/5 Macs
Bezeichnung: Yummy FTP 1.5.3 (Universal Binary)
Hersteller: Yummy Software
Preis: 25 Dollar

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  macwoern sagte am 7. März 2007:

    Sehr schöner Testbericht. Noch eine Zusatzfrage – ich gehe mal davon aus das das Programm automatisch startet, wenn im Zeitplan etwas steht (auch aus dem Ruhezustand). Wie ist es dann nach Abschluß des Tasks im Zeitplan. Wird das Programm dann wieder beendet? Geht der Rechner wieder in den Ruhezustand?

    Antworten 
  •  sl sagte am 7. März 2007:

    Also Yummy FTP kann den Computer leider nicht aus dem Ruhezustand holen. Es gibt allerdings einen Workaround: in den Einstellungen zu “Energie Sparen” lassen sich Zeiten zum automatische Starten und Beenden des Computers angeben. Wenn dazu Yummy FTP noch so konfiguriert wird, dass es bei der Anmeldung startet, dann klappt es auch mit dem Ruhezustand ;-)

    Antworten 
  •  Patrick sagte am 9. März 2007:

    Da bin ich ja froh, dass es dieses tolle Programm bei MacAppADay gab. ;-)
    Bin wirklich mehr als zufrieden damit und besser als Transmit ist es allemal.

    Greetings

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