MACNOTES

Veröffentlicht am  13.04.07, 0:00 Uhr von  

Kommentar: Cupertino, we have a problem!

Das iPhone ist Schuld an der Leopard-Verspätung? So entschuldigt sich Apple, aber es braucht nicht viel Fantasie, um sich die wahren Gründe auszumalen. Es wird kaum an fehlender Manpower gelegen haben, dass sich die Entwicklung am neuen Betriebssystem in den letzten Wochen und Monaten immer schleppender gestaltete. Wir berichteten immer wieder, dass eine Markteinführung “im Frühling”, wie noch bis vor kurzem angekündigt, wohl mit “frühestens im Juni” zu übersetzen ist. Dass es jetzt noch länger dauert, liegt weniger am iPhone, sondern in erster Linie an den Problemen, mit denen Apple bei den aktuellen Entwickler-Builds von Leopard immer noch zu kämpfen hat. Dabei geht es nicht nur um kleinere Bugs im Interface, sondern offensichtlich um tieferliegende Probleme, die sich auch auf die Stabilität der Beta-Versionen auswirken. Und dann waren da ja auch noch die streng geheimen Funktionen, die bis heute keiner der externen Beta-Tester gesehen hat.

Nun steht Steve Jobs vor dem Dilemma, der versammelten Entwickler-Gemeinde auf der WWDC im Juni nicht viel mehr präsentieren zu können, als das, was er schon letztes Jahr mitbrachte. Mit einer weiteren Beta-Version werden sich die Entwickler und Hersteller nur schwerlich abfinden, denn ein verschobener Leopard bedeutet auch Umsatzeinbußen für Dritthersteller, deren neue Produkte nur auf den Startsprung der Raubkatze warten.

Was haben wir uns nicht alle ins Fäustchen gelacht, als Microsoft sein Longhorn und später auch Vista immer wieder verschieben musste. Nun sieht es leider so aus, als wenn bei Apple eine ähnliche Kultur des Ankündigens und Vertröstens Einzug hält. Klar, niemand will halbfertige Software-Produkte kaufen und zum unfreiwilligen Qualitäts-Tester werden. Aber ebensowenig wollen die, für die der Mac nicht nur iPod-Ladestation oder Schreibtisch-Deko, sondern Arbeitsgerät ist, wegen eines Mobiltelefons auf Übermorgen vertröstet werden.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 7 Kommentar(e) bisher

  •  Fabian sagte am 13. April 2007:

    Also tut mir leid aber das ist ja wohl Blödsinn. Ob man die Entwicklung seines Betriebssystems um 4 Monate verlängert (wobei Leopard immernoch vor Oktober erscheinen kann) oder um 3-4 Jahre da gibt es doch noch einen kleinen Unterschied. Was soll dieses Gejammer von wegen “jetzt ist es bei Apple schon wie bei Microsoft” wegen einem einzigen verschobenen Veröffentlichungsdatum?

    “nun steht Steve Jobs vor dem Dilemma, der versammelten Entwickler-Gemeinde auf der WWDC im Juni nicht viel mehr präsentieren zu können, als das, was er schon letztes Jahr mitbrachte.”

    Das stimmt doch genauso wenig. Wer die Pressemitteilung liest der weiß, dass alle Features bis zur WWDC fertig sein sollen. Ich persönliche denke nicht, dass sich die Fehlerbehebung 4 Monate hinzieht. Eine Veröffentlichung im August oder September wäre durchaus noch drin.

    Tut mir leid, dass ich mich so aufrege aber bevor der Redakteur überschnellte Kommentare schreibt sollte der Sache erstmal überschlafen.

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  •  ha sagte am 13. April 2007:

    Wenn ich von der Kultur des “Ankündigens und Vertröstens” spreche, dann meine ich nicht nur Leopard, sondern z.B. auch Apple TV und iPhone. Apple beugt sich leider mittlerweile dem Druck des Marktes, ständig etwas Neues ankündigen zu müssen, statt neue Produkte dann zu präsentieren, wenn sie fertig sind.

    Nun, mit einer Leopard-Beta gingen die WWDC-Teilnehmer schon letztes Jahr nach Hause. Es müssten schon grandiose “Top Secret Features” sein, um die Entwickler mit einer weiteren Leopard-Beta im Juni noch von den Hockern zu reißen.

    Im übrigen geht der Redakteur jetzt tatsächlich schlafen, wird aber auch danach noch zu dem oben geschriebenen stehen. Zumal unsere Rubrik Kommentare (wie der Name schon sagt) eine persönliche Meinung, immer auch etwas zugespitzt, wiedergibt und nicht den Anspruch hat, allgemeingültige Weisheiten zu formulieren.

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  •  Markus sagte am 13. April 2007:

    Super und treffender Kommentar. Ich denke an dieser Stelle ist die Kritik berechtigt, obwohl es hier um Apple geht :-)

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  •  recipient sagte am 13. April 2007:

    Nicht obwohl, sondern WEIL es hier um Apple geht, ist die Kritik berechtigt. Schließlich hat sich Apple die Messlatte in Sachen Innovation, Qualität und Kommunikation selbst sehr hoch gelegt.

    Und was den Vergleich mit Microsoft betrifft: Ich erinnere mich noch sehr gut an den Spott der Mac-Anhänger (nicht -Anwender), als sich seinerzeit bei Vista zum ersten Mal deutliche Verzögerungen andeuteten. Der Unterschied ist also allenfalls ein quantitativer.

    Tatsache ist: Sie haben’s nicht fertig bekommen. Und genau das wird aufgrund des großen Medieninteresses in den nächsten Tagen überall zu lesen und zu hören sein (die Geister, die ich rief …). Dass das Image von Apple darunter leiden wird, steht außer Frage.

    Mich persönlich juckt es auch nicht, dass Leopard erst im Oktober erscheint. Aber man sollte schon sehen, dass an der Einführung eines neuen Betriebssystems unheimlich viel dranhängt: Handel, Investitionen, Anwendungsentwicklung …

    Der Markt ist ein komplexes Gebilde. Und mit dieser Verzögerung hat sich Apple sicher keine Freunde gemacht.

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  •  kopfkribbeln sagte am 13. April 2007:

    Ja klar. Am iPhone arbeitet das gleiche Entwickler-Team wie an Leopard. Is klar!

    Ich hab mich schon vorher über Apple geärgert, aber jetzt werd ich langsam sauer!

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  •  switchpacker sagte am 13. April 2007:

    Wenn es wirklich am iPhone liegen sollte, dann ist dies ein Grund mehr, dieses dämliche Telefon nicht zu mögen.

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  •  tl sagte am 14. April 2007:

    Der Hinweis auf das iPhone sollte nicht überbewertet werden. Ich gehe davon aus, dass man eine negative Meldung gerne mit einem positiven Aspekt spicken wollte. Die Pressemeldung ist garantiert über mehrere Schreibtische gegangen und nicht “einfach mal so” veröffentlicht wurden.

    Der Hinweis auf das kommende “Über”-Handy gibt der ganzen Missere um Leopard noch etwas Positives. Vereinfacht: Es tut uns leid das wir Leopard nicht fertig bekommen aber freut euch auf’s iPhone. Apple war schon immer im Marketing gut. ;-)

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