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Veröffentlicht am  12.06.07, 21:12 Uhr von  ml

Kommentar: Safari für Windows

SafariGestern auf der WWDC-Keynote hat Steve Jobs angekündigt, Safari auch für Windows XP und Vista zu veröffentlichen. Bevor im Oktober die fertige Version erscheinen soll, gibt es sozusagen als Vorgeschmack eine Beta-Version. Diese ist außerdem auch für Mac OS X Tiger erhältlich.

Viele spekulieren nun über die Gründe, die Apple dazu bewogen haben mit Safari den Schritt auf die Windows-Plattform zu wagen. Die offiziellen Gründe, den “bestern Browser der Welt” auch auf anderen Plattformen verfügbar zu machen, darf man getrost unter Marketing-Geschwätz abtun. Interessanter dürften für Apple die Web-Entwickler sein, die ihre Webseiten auf einer Vielzahl von Plattformen (Windows, Linux, Mac und evtl. mobile Browser) testen müssen. Nicht jeder hat gerade einen Mac zu Hause und deshalb werden viele Webseiten häufig in Safari nicht richtig dargestellt oder funktionieren im schlimmsten Fall gar nicht. Apples Kalkül ist daher, den Entwicklern Safari auf Windows in die Hände zu geben, damit sie ihre Seiten auch mit diesem Browser testen können. Damit könnte die Webseiten-Kompatibilität von Safari gesteigert werden.

Alpha vs. Beta
Dieser Schritt könnte damit die Kompatibilität der Mac-Plattform verbessern und interessierten Windows-Nutzern auch die Welt der Apple-Software näher bringen. Was sich Apple allerdings mit der sogenannten Beta geleistet hat, ist schlicht katastrophal. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Safari 3 allenfalls eine Alpha-Version und sollte damit nur einer begrenzten Nutzerschaft zur Verfügung gestellt werden. Die deutsche Version enthält zahlreiche Lokalisierungsfehler, die die korrekte Anzeige von Webseiten verhindert und den Browser regelmäßig abstürzen lässt. Gibt es bei Apple keine Qualitätskontrolle, die solch offensichtliche Fehler im Voraus erkennt?

Sicherheit
Solche Dinge mögen vielleicht ärgerlich sein und viele Nutzer zum sofortigen Aufruf des Uninstallers bewegen, um die “Safari” zu beenden. Kritisch wird es allerdings beim Punkt Sicherheit, der insbesondere von Apple als ein Merkmal von Safari beworben wird. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Safari 3, haben die ersten Sicherheitsexperten (mehr bei heise) Lücken in Safari gefunden, die den Aufruf von Programmen aus dem Browser heraus ermöglichen. Nun könnte man meinen, dass Apple die Beta-Phase dazu nutzt, um eben genau solche Probleme im Voraus zu beheben, doch zumindest bei der einen Lücke handelt es sich um eine schon fast triviale Lücke. Erschreckend ist auch, wie schnell diese Lücken gefunden wurden. Was passiert erst bei einer tiefergehenden Analyse? Interessant wäre es auch zu wissen, ob diese Probleme auch für die Mac-Version zutreffen oder ob es “nur” an einer schlampigen Implementierung für Windows liegt.

Fazit
Apple hat sich mit dem Schritt, Safari als Beta jetzt für Windows zu veröffentlichen keinen Gefallen getan. Die Software ist allenfalls im Alpha-Stadium. Das Feedback insbesondere der deutschen Benutzer ist teils vernichtend. Das man von einer noch nicht fertigen Software keine Wunder erwarten darf, ist jedem klar, aber mit Safari 3 für Windows hat sich Apple wirklich grobe Schnitzer geleistet.

Auf der anderen Seite, ist die Nachricht, dass das Webkit jetzt auch auf der Windows-Plattform zur Verfügung steht, eine gute Nachricht. Damit können Web-Entwickler ihre Produkte besser und einfacher damit testen und müssen nicht zwangsläufig dafür extra einen Mac anschaffen. Langfristig wird davon die Kompatibilität von Webseiten mit Safari bzw. dem Webkit profitieren. Zudem fühlen sich jetzt vielleicht auch Windows-Entwickler dazu motiviert an Webkit mitzuwirken, denn Webkit ist Open Source. Das könnte dann auch die Popularität des (noch) Mac-Browsers außerhalb der Mac-Plattform erhöhen.

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 7 Kommentar(e) bisher

  •  Patrick sagte am 12. Juni 2007:

    “Nicht jeder hat gerade einen Mac zu Hause”
    Kann ich mir gar nicht vorstellen ;-)

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  •  JFK sagte am 12. Juni 2007:

    naja, wie ich von apple-fans höre (bin selbst einer) lässt die qualität bei apple nach .. kann das jemand bestätigen?

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  •  switchpack sagte am 12. Juni 2007:

    @JFK Das ist mir zu pauschal. Zumindest die Fehler der Mac-Version liegen im Bereich des Üblichen. Die Windowsversion ist allerdings ein bedauerlicher Unfall. Das darf nicht passieren.

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  •  Gangarth sagte am 13. Juni 2007:

    Völliger Schwachsinn. Wenn ein Browser anständig programmiert ist und sich an die Standards hält und der Webseitenbauer auch keinen groben Schnitzer macht ist es egal welchen Browser zum Testen einer Webseite herangezogen wird. Browser, die diese Standards noch richtig darstellen können dürfen halt nicht beachtet werden.

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  •  ml sagte am 13. Juni 2007:

    @Gangarth: Diese Haltung ist natürlich problematisch, wenn dreiviertel aller Nutzer den Internet Explorer benutzen, der sich anerkanntermaßen _nicht_ an die Standards hält. Das hat zur Folge, dass viele Webseiten nicht standardkonform sind und damit von mehr oder weniger standardkonformen Browsern wie z.B. Safari, Firefox oder Opera oft nicht richtig dargestellt werden können. Häufig ist ja nicht Safari das Problem, sondern die Webseite, die sich nicht an die Standards hält. Solche Seiten muss ein Browser leider auch “richtig” darstellen.

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  •  duckduck sagte am 13. Juni 2007:

    Der im Artikel erbrachte Grund Safari für die Windows-Plattform zu portierten ist völliger Schwachsinn. Jeder halbwegs ernst zu nehmender Webentwickler testet seine Seiten auch mit dem Safari bzw. Konquerer (WebKit).
    Der eigentliche Grund geht eher in die Richtung iPhone, da dort alle Applikationen von Drittherstellern auf dem Safari laufen werden.

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  •  ml sagte am 13. Juni 2007:

    @duckduck: Und warum funktionieren selbst viele populäre Webseiten mit dem aktuellen Safari nicht richtig? Wenn hier wirklich ausreichend getestet wurde, dann sollte so etwas nicht passieren.

    Es trifft zu, dass Safari 2 nicht alle benötigten Funktionen (insbesondere bei Javascript) beherscht, aber dann muss man als halbwegs ernst zu nehmender Webentwickler auch eine für Safari angepasste Seite programmieren.

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