MACNOTES

Veröffentlicht am  12.06.07, 4:29 Uhr von  

Kommentar: WWDC07 Keynote

WWDC 2007 live bei MacnotesWie ich aus den Gesprächen während des Mittagessens erfahren habe, sind viele WWDC-Teilnehmer von der Keynote ernüchtert: keine Super-Top-Secret-Features und kein “richtiges” iPhone-SDK. Liegt es in der Natur der Mac-Benutzers, dass er jede Keynote enttäuscht verlässt, weil seine Hoffnungen bzw. Erwartungen derart hoch sind, dass sie nur enttäuscht werden können?

Die üblichen Windows-Sticheleien können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine eher lahme Keynote war. Gerade im Vergleich zur Keynote im Januar zur Macworld, in der man einen wie entfesselten Steve Jobs erleben konnte, war die WWDC-Keynote allenfalls Durchschnittskost. Woran also liegt es, dass viele einen enttäuschten Eindruck von der Keynote haben?

Leopard
Die Vorstellung neuer Features von Leopard gehörte zum Pflichtprogramm dieser Keynote. Hier war es vor allen Dingen Apple selbst, die mit der vollmundigen Ankündigung von etlichen Top-Secret-Features, die Erwartungen tüchtig nach oben geschraubt hat. Von den 10 Features die heute vorgestellt wurden, waren 7 nur neu aufgewärmt und schon lange bekannt. Da konnte selbst der neue Finder, der seit Mac OS X 10.1 ein Hauptkritikpunkt war und schon lange einer Überarbeitung bedurfte, nicht überzeugen. Die ausführliche Demonstration des Movie-Widgets z.B. stieß bei vielen auf Unverständnis.

Waren diese 10 Funktionen die Highlights der über 300 neuen Funktionen von Leopard? Ja, denn es sind tolle Features. Jedoch hat sich Apple vor einem Jahr mit der Ankündigung von Leopard tüchtig aus dem Fenster gelehnt und musste nun feststellen, dass man die (hohen) Erwartungen nicht erfüllen kann und man das Pulver letztes Jahr im August schon im Wesentlichen verschossen hatte. Trotzdem wird Leopard ein großartiges System werden, denn es bringt viele Dinge, auf die wir Anwender schon lange warten: Spaces, ein neuer Finder, ein (wieder) einheitliches Benutzerinterface und vieles mehr.

iPhone
Das das iPhone in der Keynote eine Rolle spielen würde, war so klar wie das Amen in der Kirche. Schließlich sind es nur noch 18 Tage bis zum Verkaufsstart. Allerdings hatte Apple auch hier einen schweren Stand. Der Ruf nach einem iPhone-SDK schallte schon lange durch die Mac-Gemeinde und Apple musste abwägen zwischen Stabilität für die iPhone-Plattform und der Öffnung für Drittanbieter. Herausgekommen ist ein “Ein-wenig-von-beidem”-Ansatz, indem Apple es Entwicklern möglich macht, mit Hilfe von Web-2.0-Technologien Anwendungen für das iPhone zu entwickeln, die innerhalb von Safari laufen.

Nun kann man kritisieren, dass das keine “richtigen” Anwendungen sind und solche Web-Anwendungen auch nicht im Hauptmenü des iPhones erscheinen, aber es ist ein erster Schritt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Apple zukünftig die iPhone-Plattform weiter öffnen wird. Sie wollen oder können es nur nicht alles auf einmal machen. Zuerst müssen sie das iPhone auf den Markt bringen und dann können sie es weiterentwickeln. Möglicherweise sind die Schnittstellen für das iPhone auch noch nicht stabil genug, um sie der breiten Masse an Entwicklern anzubieten. Apple kann sich mit dem iPhone keinen Fehlstart leisten. Deshalb hat Stabilität oberste Priorität.

Fazit
Auch wenn die Keynote etwas dünn war. Apple hat für Leopard großartige Arbeit geleistet und das System wird viele Dinge bringen, die die tägliche Arbeit angenehmer und produktiver machen. Hardware-Updates waren nicht zu erwarten, da diese schon im Vorfeld der Keynote gemacht wurden. Die WWDC ist eine Entwicklerkonferenz und deshalb dreht es sich hier auch vornehmlich um die Entwicklergemeinde.

Mac-Anwender sind besonders kritisch und hatten von der Keynote viel erwartet. Das es am Ende wenige Neuigkeiten gab, die auch noch in der Masse der bekannten Funktionen untergingen, ist Apples eigene Schuld. Trotzdem wird es eine aufregende und spannende Woche für Entwickler werden, denn es gibt in Leopard viel zu entdecken. Spätestens Ende des Jahres werden dann auch die Anwender davon profitieren, wenn die ersten Leopard-ready-Anwendungen erscheinen.

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