MACNOTES

Veröffentlicht am  17.06.07, 16:35 Uhr von  

Tutorial: Festplatte tauschen beim PowerBook 12″

Festplatten sind Verschleißteile: Der Tag wird also kommen, an dem die Platte das Zeitliche segnet. Notebook-Festplatten leben aufgrund der äußeren Einflüsse (Stöße, Bewegungen, Erschütterungen etc.) besonders gefährlich. Bei den tragbaren intel-Macs ist der Festplatten-Tausch ein Kinderspiel, doch wer noch ein PowerBook G4 12″ besitzt, für den wird dieses Unterfangen zur schweißtreibenden Herausforderung. Wir zeigen euch in diesem Tutorial, wie ihr das Gerät relativ problemlos öffnen und die Platte wechseln könnt.

Achtung: Der Festplatten-Tausch erfolgt auf eigene Gefahr. Diese Anleitung wurde nach bestem Wissen erstellt, für Schäden, die beim Austausch der Festplatte an deinem Gerät entstehen, können wir jedoch keinerlei Haftung übernehmen. Durch das eigenhändige Öffnen des Geräts verlierst du die Garantie – bei den meisten PowerBooks sollte diese aber ohnehin schon abgelaufen sein. Wer noch AppleCare-Schutz für sein Gerät hat, der sollte diesen auch wahrnehmen und nicht selbst Hand anlegen!

iScroll2Du brauchst ca. 90 Minuten Zeit (wenn du die Prozedur zum ersten Mal durchführst; geübte Bastler schaffen das Ganze durchaus in 30 Minuten) sowie einen Innensechskantschlüssel (2 mm), zwei Kreuzschlitz-Schraubendreher (Philipps oder Pozidriv, Größen 00 und 1) und natürlich die neue Festplatte (2,5 Zoll ATA, maximal 5400 rpm). Außerdem solltest du dir diese Anleitung ausdrucken oder parallel an einem Zweit-Mac auf dem Bildschirm haben. Es empfiehlt sich unbedingt, diese Anleitung zunächst einmal vollständig zu lesen, bevor du mit dem Einbau beginnst.

Schalte das PowerBook aus, entferne den Netzstecker, drehe das Gerät um und entferne Akku und die Abdeckung des Speicherfaches. Anschließend nimmst du die Speichererweiterung – sofern vorhanden – heraus.

Als nächstes müssen eine Schraube im Speicherfach und drei weitere im Akkufach entfernt werden. Letztere sind ziemlich schwer zu erreichen, mit ein bißchen Fummelei klappt es aber.

Im nächsten Schritt müssen die Tasten F1, F2, F11 und F12 entfernt werden, um an die Schrauben zu gelangen, die die Tastatur befestigen. Die Tasten sind lediglich auf die Federn aufgeclipst und lassen sich mit einem Fingernagel lösen. Dazu vorsichtig zunächst von einer Seite anhebeln, bis ein leichtes Klick-Geräusch zu hören ist, und dann von der anderen Seite abhebeln. Hier sollte man wirklich Vorsicht walten lassen, denn die Federn sind aus dünnem Plastik und nicht sonderlich stabil. Jeweils zwischen F1 und F2 bzw. F11 und F12 befindet sich eine Schraube (meist unter einem grauen Aufkleber, den man getrost entsorgen kann). Beide Schrauben lösen und zur Seite legen.

Jetzt lässt sich die Tastatur von oben anheben und das Verbindungskabel abziehen (hier zieht man am besten vorsichtig am Kabel). Anschließend legt man die Tastatur zur Seite und löst die insgesamt 12 Schrauben, die nun zum Vorschein treten. Die Schrauben haben unterschiedliche längen (Rot = kurz, Gelb = mittel, Grün = lang) und sollten entsprechend sortiert werden, damit man sich später beim Zusammenbau zurecht findet.

Nun folgt der heikelste Teil des ganzen Umbaus: Die drei Steckverbindungen müssen gelöst werden. Die rechte bringt dankenswerter Weise eine Schlaufe mit, an der gezogen werden kann. Die beiden anderen sind leider mit den Fingern nicht zu erreichen. Es empfiehlt sich nicht, an den Kabeln zu ziehen. Stattdessen sollte man mit einem kleinen Schraubendreher versuchen, zwischen Stecker und “Steckdose” zu gelangen und die Verbindung so Stück für Stück abzuhebeln.

Anschließend müssen weitere 8 Schrauben am Gehäuse gelöst werden: Je zwei an der linken und rechten Seite (Achtung: die Schrauben an der rechten Seite des Gehäuses sind wegen der Nähe zum Akkufach kürzer) sowie vier an der Rückseite (je zwei links und rechts vom Display-Scharnier).

Nun fehlen nur noch zwei Schrauben an der Oberseite: Die eine links vom Mikrofon, die andere rechts vom Einschaltknopf. Beide lassen sich nur mit dem Innensechskantschlüssel entfernen. Die rechte Schraube ist deutlich länger. Jetzt lässt sich die Oberseite des Gehäuses beim Display beginnend vorsichtig anheben. Man sollte darauf achten, hier keinen zu spitzen Winkel beim abhebeln zu erreichen, da man sonst Gefahr läuft, das Alublech zu verbiegen.

Nun liegt die ganze Konstruktionskunst des 12″-PowerBooks vor einem. Nachdem sich das Staunen ob der perfekten Raumaufteilung im Inneren gelegt hat, entfernt man den Verbindungsstecker der Festplatte von der Hauptplatine – auch dieser hat eine handliche Schlaufe. Zwei letzte Schrauben am Einbaurahmen müssen gelöst werden und dann lässt sich die Festplatte herausnehmen.

Anschließend entfernt den Einbaurahmen von der alten Festplatte. Dazu löst man die vier Schrauben und das Verbindungskabel, das meist an der Unterseite der Platte festgeklebt ist. Schließlich muss noch die Steckverbindung zwischen Platte und Kabel gelöst werden.

Sowohl Einbaurahmen und Verbindungskabel bringt man danach an die neue Festplatte an und setzt diese in das Gerät ein. Nun geht es Schritt für Schritt rückwärts, bis das PowerBook wieder geschlossen ist und alle Schrauben wieder an ihrem Platz sind. Falls am Schluss eine Schraube übrig bleibt, ist das kein gutes Zeichen. Also auf jeden Fall langsam und konzentriert arbeiten und ggf. die Schrauben mit Zetteln kennzeichnen.

Nachdem man das Gerät wieder mit dem Netzstecker verbunden hat, startet man das PowerBook und legt nach dem Druck auf den Startknopf die System-CD ein.

Wenn die Festplatte nicht im Installationsmenü erscheint: Nicht erschrecken, meist muss sie erst noch formatiert werden. Dazu startet man das Festplattendienstprogramm und wählt den Reiter “Löschen” an. Anschließend lässt sich die Fesplatte auch im Installationsmenü auswählen.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 20 Kommentar(e) bisher

  •  Konstantin sagte am 17. Juni 2007:

    im grunde tatsächlich kein problem. die verflixten steckverbindungen haben es allerdings in sich. als ich vor gut einem jahr dieser (von pbfixit.com abgeschriebene (?)) anleitung folgte, hab ich beim abziehen eines der stecker (der mit dem roten und dem schwarzen draht, das ist der anschluß des powerswitch, also irgendwie eher wichtig…) mein logicboard geschrottet. der stecker löste sich nicht aus der buchse, sonder diese sich vom board. wieder anlöten unmöglich. also VORSICHT! diese operation lieber vom fachman für n paar euro fuffzich aber mit haftung durchführen lassen.

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  •  ha sagte am 17. Juni 2007:

    Klar, der Punkt ist heikel, steht ja auch da. Das Risiko soll jeder selbst abschätzen, ich halte es für vetretbar.

    Die Anleitung ist von niemandem abgeschrieben. Habe heute zum X-ten mal eine Platte im 12″ gewechselt und das zum Anlass genommen, mal ne Schritt-für-Schritt-Anleitung zu schreiben. Aber d.h. natürlich nicht, dass es nicht auch andere Anleitungen gibt, oder dass ich die pbfixit noch nie gesehen hätte. ;-)

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  •  Martin sagte am 14. August 2007:

    @Konstantin: man darf bei einem PB12 mit etwa um die 120 EUR Austauschkosten (Express) ohne Festplatte rechnen. Manche Serviceprovider tun es auch für 80 EUR., das kann dann aber dauern.

    Ich hatte mein PB im verg. November mit einer Seagate Momentus 160 GB aufrüsten lassen, und war froh, keine Schrauben zählen zu müssen (ok, bei meinem iBook selig hatte ich das noch selbst gemacht und prompt den Keyboardstecker gevierteilt).
    Allerdings finde ich den obigen Bericht interessant, weil man wie bei CSI wunderbar in die Innereien kucken kann … ;-)

    Als Tip: lt. Apple-Foren gehen im PB maximal 160 GByte P-IDE rein (oder? War 2006). Beim Serviceprovider wollten sie mir die Seagate Momentus gleich gar nicht einbauen, weil die doch viel zu gross sei und dadurch viel zu viel Wärme produziere (und das bei geringerem Stromverbrauch als die Originalplatte). Ich habe dann kurz meine Phyiskkenntnisse ausgegraben – dann war die Platte in einem halben Tag eingebaut.

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  •  Christoph Lietz sagte am 26. Februar 2008:

    Herzlichen Dank für diese Super – Anleitung.
    Ich hab’s gewagt und hinbekommen.
    Zwei Anmerkungen fallen mir noch ein:
    1) Bei mir ist der Inbus Größe 1,5mm
    2) Beim Entfernen des oberen Blechs hab ich mich sehr schwer getan, bis ich die Plastikhalteklammern (im Akkufach und auf der anderen Seite) entdeckt habe. Wenn man die löst geht’s wirklich leicht. Sonst läuft man Gefahr diese abzubrechen.

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  •  Christoph Lietz sagte am 29. Februar 2008:

    Noch ein Nachtrag von mir
    Eigentlich funktioniert alles wieder gut, nur dass die neue Platte ab und zu leise Klackergeräusche von sich gibt.
    Ich bin mir nicht sicher ob das irgendwann zum Problem wird?
    Kann das am Einbau liegen? Die alte Platte war jedenfalls still.

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  •  Dennis H. sagte am 7. Januar 2009:

    Hat alles wunderbar geklappt. Ich habe das noch nie gemacht aber die Anleitung ist super! Habe eine 160GB Platte von Samsung eingebaut und diese läuft seit zwei Monaten einwandfrei. Vielen Dank!

    Antworten 
  •  max gruber sagte am 14. Januar 2009:

    hallo, tolle anleitung, aber bevor ich mein 12″ PB öffne hab ich noch genau zwei fragen:
    - kann jede 2,5″ sata festplatte verbaut werden?
    - kann ich die 60gb platte durch eine 250 oder 320 gb platte ersetzen? (verkraftet das, das PB)

    hoffe mir kann jemand helfen
    gruß max

    Antworten 
  •  max gruber sagte am 14. Januar 2009:

    PS: hab nen 12″ Powerbook G4 BJ: 2002 mit 60 GB Festplatte

    Antworten 
  •  effweh sagte am 2. Juni 2009:

    Vielen Dank für die 1A Anleitung. Hat bestens geklappt. Als kleiner Tipp: Wenn man zum lösen der “heiklen” Steckverbindungen eine Spitzzange mit bedacht einsetzt, ist es gar nicht mehr so heikel.

    Antworten 
  •  neza sagte am 20. Juni 2009:

    Eine wirklich simple und gelungene Anleitung. Das ganze Prozedere hat ca. 30 min gedauert und nun lebt mein altes PowerBook wieder…

    Vielen Dank.

    Antworten 
  •  bernd sagte am 12. September 2009:

    Vielen Dank. Super Anleitung. Besonders der Farbcode für die Schraubenlängen hat geholfen.

    Antworten 
  •  Mac Fan sagte am 31. Dezember 2009:

    Hallo
    40,60,80,120er sind die Festplatten die in den Powerbook`s verbauten werden sollten und einwandfrei laufen.Größere verkraftet das Mac leider nur kurzfristig.Warum sollte auch eine größere dort rein, gibt ja über USB 2.0 (glaube ab Mac 1GHZ) genug möglichkeiten.Mein Mac geht jetzt in das 6 Jahr und die Platte wie auch alles andere an den sehr wenig benutzten Gerät wie neu.sieht aus wie am ersten Tag und wird immer noch wenn gebraucht mit größter Sorgfalt behandelt.Habe noch kein vergleichbares in den letzten Jahre mehr gesehen.Es ist für mich immer noch was ganz besonderes daran zu arbeiten.Sollte meine Festplatte mir mal Signalisieren,kann nicht mehr wird wieder eine 40GB verbaut.Alles andere ist extern. Tuning mag mein Schätzchen bestimmt Überhaupt nicht und wir möchten noch ein paar Jährchen die besten Freunde bleiben:)

    Antworten 
  •  @cristiania10 sagte am 21. Januar 2010:

    Tutorial: Festplatte tauschen beim PowerBook 12″: http://macnot.es/1359

    Antworten 
  •  Karlheinz sagte am 22. Januar 2010:

    Hallo,

    danke für die Anleitung. Hat sehr gut geklappt. Ich habe eine 250-GB-Platte eingebaut.

    Gruß
    Karlheinz

    Antworten 
  •  jupp sagte am 31. Oktober 2010:

    vielen dank

    für die genaue anleitung. habe am wochenende eine neue festplatte in mein etwas in die tage gekommenes pb eingebaut. es funzt wieder nach dem festplattencrash. klasse.

    grüße vom jupp

    Antworten 
  •  mirjam sagte am 13. Juli 2011:

    hey vielen dank für diese super anleitung!
    hat alles wunderbar funktioniert!

    Antworten 
  •  M.Päpke sagte am 3. Januar 2013:

    Schade, dass es kein Druckformat mehr gibt

    Antworten 
    •  at sagte am 3. Januar 2013:

      @M.Päpke: Was genau meinst du Damit?

      Antworten 
      •  M.Päpke sagte am 3. Januar 2013:

        @at bei klick auf “Anleitung ausdrucken” kommt eine Fehlermeldung = Seite nicht gefunden. Aber egal hab mir eine zweiten Rechner hingestellt.
        Bin gerade dabei die Tastatur auszubauen – hängt aber in der Mitte irgendwo fest – was kann das sein…

        Antworten 
        •  at sagte am 3. Januar 2013:

          Danke für den Hinweis in jedem Fall. Das ist tatsächlich etwas, das so heute nicht mehr funktioniert, ich kann es aber auch nicht mehr rekonstruieren. Wir werden aber mittelfristig, noch in 2013 wieder eine Druckvorlage einrichten, sodass man Artikel wird ausdrucken können, ohne den ganzen Kram drumherum.

          Ich nehme an die Tastatur ist schon draußen? ^^

          Antworten 

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