MACNOTES

Veröffentlicht am  26.06.07, 19:38 Uhr von  

Tutorial: Webserver auf dem Mac

XYVor mehr als einem Jahr wurde an dieser Stelle noch etwas umständlich und sehr Terminal-lastig erklärt, wie man auf einem Mac ein eigenes Weblog mit Hilfe von WordPress aufsetzt bzw. einen Webserver einrichtet. Für manche mögen die vielen Befehle im Terminal eher abschreckend als hilfreich gewesen sein, daher wird das alte – jedoch zeitlose – Thema erneut aufgegriffen und an dieser Stelle in einer vereinfachten Variante dargestellt.

Viele denken bei dem Thema Webserver für dem Mac gerne an MAMP von living-e, welcher den Webserver Apache, den MySQL-Datenbankserver und PHP5 in einem OS X-typischen Programm mit grafischer Oberfläche beinhaltet.

Zwar mag es auf den ersten Blick einfacher sein, seinen Webserver und die Datenbank via MAMP zu verwalten, aber es ist völlig unnötig für den Webserver ein weiteres Icon im Dock zu haben. Ebenfalls ist die Ordnerstruktur von MAMP nicht gut gelungen, so werden standardmäßig alle Webseiten im Programme-Ordner gespeichert. Diese zwei Punkte sprechen daher – für mich – gegen MAMP und für eine Methode, die sich besser ins System integriert.

Webserver
Hier findet sich ein weiterer Punkt, der gegen den Einsatz von MAMP spricht: Wieso einen Webserver installieren, wenn OS X ihn schon integriert hat? Zwar nicht die aktuelle Version von Apache2, aber die sehr stabile Version 1.3.3, die auch bei vielen Webhostern läuft. Nach Aktivierung des Personal Web Sharing im Bereich Sharing der Systemeinstellungen hat jeder Benutzeraccount einen Ordner Web-Sites/ im persönlichen Verzeichnis.

Alle Dateien die im Ordner Web-Sites/ liegen, können via Webbrowser unter der Adresse http://localhost/~benutzername/ erreicht bzw. aufgerufen werden. Zwar unterstützt der Webserver noch nicht PHP und auch eine Datenbank ist noch nicht vorhanden, aber den ersten Schritt haben schon hinter uns.

Datenbank
Wer Webapplikationen schreiben oder laufen lassen möchte, kommt früher oder später an einer Datenbank nicht vorbei. Natürlich gibt es wie bei vielem im Leben auch hier die Qual der Wahl, aber wir entscheiden uns mal für den Platzhirsch MySQL. Unter den zahlreichen Version von MySQL befindet sich auch eine aktuelle Version für Mac OS X. Nach der Auswahl des Download-Mirrors (Zum Zeitpunkt dieses Artikels war der Download vom SunSITE-Mirror fehlerhaft) muss man nur noch abwarten, bis die knapp 60Mb fertiggeladen sind, dann kann es mit der Installation des Datenbank-Servers beginnen. Nachdem man das Disc-Image geöffnet hat, einfach beide Pakete installieren und anschließend noch mit einem Doppelklick auf MySQL.prefPane die neue Einstellungsseite für die Systemeinstellungen installieren und die Installation von MySQL ist beendet. Natürlich müssen wir den Datenbank-Server noch in den Systemeinstellungen starten.

PHP5
Von PHP5 gibt es keine offizielle Version für Mac OS X, daher greifen wir auf ein Paket von Marc Liyanage zurück. Auf seiner Webseite bietet er ein Paket der aktuellen Version von PHP5 an. Nach dem Download, des knapp 50Mb großen tar.gz-Archiv, entpackt man es und führt das enthaltene Paket aus. Dank des Pakets von Marc Liyanage haben wir neben dem Grundsystem von PHP5 auch noch eine Hand voll Extensions installiert. So haben wir schon die Unterstützung für den installierten MySQL-Datenbankserver und z.B. die GDlib – zur dynamischen Erstellung von Grafiken – installiert. Eine Übersicht über alle mitgelieferten Extensions ist ebenfalls auf seiner Homepage zu finden.

Testen der Installation
Um die Installation von PHP5 zu testen, legen wir im Ordner Web-Sites/ eine Datei mit dem Namen test.php und folgendem Inhalt an:

<?php
phpinfo();
?>

Nach dem Abspeichern der Datei, rufen wir diese mit unserem Webbrowser auf. Die erstellte Seite zeigt eine Auflistung der PHP-Konfiguration an und listet alle installierten Extensions mit ihren Parametern auf. Wurde alles erfolgreich installiert, sollte die Seite wie im nächsten Screenshot aussehen.

Administration
Grundsätzlich gibt es jetzt nicht mehr viel zu administrieren oder zu bearbeiten. Der Webserver läuft nun für jeden Benutzer von OS X, der MySQL-Datenbankserver läuft automatisch im Hintergrund und der Apache funktioniert zusammen mit PHP5. Nur ein kleines Sicherheitsrisiko haben wir noch. Standardmäßig installiert sich MySQL mit dem Benutzernamen root und ohne ein Passwort. So kann sich jeder, der über das Netzwerk Zugriff zum Mac hat, in die Datenbank einloggen (sofern die Datenbank nicht für externe Zugriffe gesperrt ist).
Abhilfe verschafft hier u.a. das – auf PHP basierende – MySQL-Administrationstool phpMyAdmin. Läd man dies herunter und kopiert es in den Web-Sites/-Ordner kann man einfach über den Webbrowser die MySQL-Datenbanken verwalten und Benutzeraccounts bearbeiten und erstellen.

Alles wichtige rund um die Verwaltung von MySQL-Datenbanken und weitere nützliche Programme zum Thema Apache, MySQL und PHP gibt es demnächst in einem weiteren Artikel.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 8 Kommentar(e) bisher

  •  Mirko W. sagte am 26. Juni 2007:

    Hättest du dir mal MAMP genauer angeschaut, dann hättest du unter den Einstellungen auch die Konfiguration für den “Document Root” gefunden. Desweiteren braucht man kein zusätzlich Icon im Dock, sondern MAMP lässt sich wunderbar über das eigene Widget starten und stoppen.

    Es gibt nix einfacheres als MAMP und du machst dir so einen Umstand. Die Arbeit kann man sich durch genaues Hinschauen sparen.

    Antworten 
  •  sm sagte am 26. Juni 2007:

    Jeder kann es ja machen wie er möchte. Ich finde nur, dass sich diese Variante besser ins System integriert als der MAMP…

    Und ich habe ja auch nicht gesagt, dass man das Doc-Root nicht umstellen kann. Ich habe nur gesagt, dass es zu Beginn innerhalb vom Programme-Ordner liegt.

    Antworten 
  •  Mirko W. sagte am 26. Juni 2007:

    Zitat: “dass sich diese Variante besser ins System integriert als der MAMP”

    Macht das Update nicht unbedingt leichter…! Bei MAMP hau ich einfach das Paket weg oder überschreibe es einfach. (Voraussetzung ist hier nur, das der Doc-Root ausserhalb von MAMP liegt)

    Antworten 
  •  supeermario sagte am 26. Juni 2007:

    danke für eure anleitung…
    was ich allerdings vermisse die korrekte beschreibung: wie bekomme ich mit phpmyadmin mysql zum laufen? das man ein config.inc.php anlegen muss, wußte ich noch, aber wie es dann weiter geht?

    “MySQL meldet:

    #2002 – Der Server antwortet nicht. (evtl. ist auch der Socket des lokalen MySQL-Servers socket nicht korrekt konfiguriert)”

    werde wohl bei mamp bleiben… weil einfach unkompliziert.

    Antworten 
  •  sm sagte am 26. Juni 2007:

    da muss ich dich leider auf morgen vertrösten, ich habe auch nur acht finger plus zwei daumen :)

    Antworten 
  •  Kirsten sagte am 13. Juli 2007:

    Ich denke schwer über diese Alternative zu MAMP nach, weil ich mit MAMP ein großes Problem habe: Ich kann übers Netzwerk mit einem Windows-Rechner meine (WordPress)-Seiten nicht richtig überprüfen. Die Seite wird ohne Stylesheet angezeigt, was – so wurde mir gesagt – daran liegt, dass der Windows-Rechner Probleme mit der Bezeichnung “localhost” hat. Er sucht die Style-Datei angeblich bei sich selber.
    Ich hoffe das ist nicht nur ein Gerücht und der Fehler hat nicht andere Ursachen. Die Installation ohne MAMP ist ja doch mit ein wenig Aufwand verbunden…

    Antworten 
  •  sm sagte am 13. Juli 2007:

    Versuch mal folgendes:

    Bei der Installation bzw. der Konfiguration von WordPress gebe nicht “localhost” als Server ein, sondern nutze anstatt von “localhost” deine IP-Adresse.
    Dann sollte der Zugriff auch von anderen Rechnern ohne Probleme funktionieren.

    Das hat nichts mit MAMP zu tun, die Problematik wirst du auch bei der obigen Variante haben. Localhost bezeichnet immer (egal ob Windows, Linux oder OSX) den eigenen Rechner…

    Antworten 
  •  Wunderknabe sagte am 10. Mai 2011:

    Ich finde deine Variante sehr gelungen und einfach erklärt. Ich habe nicht einmal gewusst das Mac OSX von Haus aus einen Webserver besitzt, der eingerichtet werden kann / bzw. sollte wenn man sich ersparen möchte, jeden Script hoch zu laden nur um ihn zu testen!

    MFG
    Wunderknabe!

    Antworten 

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        1. ColdFusion 9 Installation (Mac OS X 10.6) « broud Labs am 1. November 2009
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