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Veröffentlicht am  3.07.07, 11:14 Uhr von  

Test: Airport Extreme Basisstation

Airport ExtremeSo ziemlich alles ist neu an der aktuellen Airport Basisstation: Form, Funktionen und Software. Auffälligste Änderung ist natürlich das neue Gehäuse. Kein rundes UFO mehr, sondern im Format des Mac mini oder auch des Apple TV. Aufgrund der gleichen Grundfläche könnte man die genannten Geräte durchaus stapeln – die wohl teuersten Bauklötze der Welt.
An neuen Funktionen bietet die Station neben Funk-LAN nach dem vorläufigen 802.11n Standard und zum Ethernet-WAN-Port drei zusätzliche Ethernet-LAN-Schnittstellen mit bis zu 100MBit/s und die Möglichkeit, Festplatten an der USB-Schnittstelle zu betreiben und im Netzwerk zu bereit zu stellen. Für diese neuen Funktionen gibt es auch eine neue Version des Airport Dienstprogramms.

Erster Start
Der erste Start gestaltet sich wie gewohnt einfach: man installiert die Software zur Station von der mitgelieferten CD. Hat man einen Mac mit Core2Duo-Prozessor, wählt man gleich noch den 802.11n-Enabler mit aus. Nach der Installation der der Software schließt man die Station an. Nach dem Starten des Airport Dienstprogramms kann man die Station über den Assistenten schnell konfigurieren. Hier legt man einen Namen für die Station und das Netzwerk an, legt die Verschlüsselung des WLANs (WEP, WPA2 oder ungeschützt) und ggf. das Netzwerk-Kennwort fest.

Bei der Art der Internetverbindung kann man zwischen DSL- oder Kabelmodem und dem lokalen Netzwerk wählen. Ein Modem ist in der aktuellen Basis-Station nicht eingebaut.

Nach der TCP/IP-Konfiguration kann noch das File Sharing konfiguriert werden. Hier hat man die Wahl, an die Basisstation angeschlossene Laufwerke über ein eigenes Laufwerks-Passwort, das Basisstations-Passwort oder über individuelle User-Accounts freizugeben. Der Gastzugriff lässt sich komplett verbieten, auf das Lesen beschränken oder komplett freigeben.

Zum Schluss wird noch ein Passwort für die Konfiguration der Basisstation festgelegt und man bekommt eine Übersicht über die Konfiguration angezeigt. Hier kann man sich auch nochmal die gesetzten Passwörter anzeigen lassen.

Nach einem Neustart der Station ist sie einsatzbereit.

Erweiterte Konfiguration
Neben dem Assistenten gibt es natürlich weitere Konfigurationsmöglichkeiten für die Airport Station. So können für die Station Kontakt- und Standort-Daten hinterlegt werden. Die Uhrzeit kann automatisch mit einem Timeserver im Netz synchronisiert werden.

Das Funk-LAN kann entweder ein eigenständiges Netzwerk sein oder ein anderes erweitern, für ein eigenständiges Netzwerk muss man die Erweiterung explizit erlauben, wenn das gewünscht wird. Man kann festlegen, nach welchem Standard die Station funken soll und ob die Kanalwahl automatisch von der Station vorgenommen werden soll oder einen fixen Kanal einstellen.

Der Zugriff auf das Netzwerk lässt sich über MAC-Adressen steuern. Dabei lassen sich auch zeitliche Beschränkungen einstellen, so dass einzelne Rechner das Funk-Netz nur zu bestimmten Zeiten nutzen dürfen.

Der eingebaute DHCP-Server lässt sich so konfigurieren, dass bestimmte MAC-Adressen immer die selbe IP-Adresse bekommen. Das ist insbesondere interessant, wenn man in seinem Netzwerk z.B. einen Webserver mit fester IP-Adresse betreiben möchte. Die Konfiguration lässt sich auch über einen LDAP-Server vornehmen. Auch die NAT-Einstellungen lassen sich konfigurieren, neu ist das “NAT Port Mapping Protocol” für Clients mit Mac OS X 10.4 oder neuer. Statische Port-Weiterleitungen lassen sich natürlich weiterhin festlegen, um zum Beispiel den externen Zugriff auf einen internen Webserver zu erlauben.

Unter dem Punkt “Laufwerke” sind alle angeschlossenen Festplatten aufgeführt und man kann auch alle verbundenen Benutzer auf einmal trennen.

Die Optionen für das File Sharing umfassen neben der Einstellung der Zugriffssteuerung, die Ankündigung des Dienstes per Bonjour und Arbeitsgruppe und WINS-Server für Windows-Netzwerke.

Die erweiterten Möglichkeiten erlauben die Einstellung eines syslog-Servers und Loglevel für die Protokolle, die Aktivierung von SNMP. Hier kann man auch die Protokolle und Statistiken einsehen. Die IPv6-Konfiguration – wenn man es braucht – wird auf Wunsch auch hier erledigt.

Zielgruppen
Neben dem Heim- und Edu-Bereich zielt die neue Basisstation ganz deutlich auch auf kleine Büros und Arbeitsgruppen. Über die Möglichkeit den Inhalt von USB-Platten und Drucker direkt über die Basisstation im Netz bereit zu stellen und gemeinsam darauf zuzugreifen spart man sich in einigen Fällen einen eigenen File- und Printserver.

Die tägliche Arbeit
Die Station war mehrere Wochen bei mir intensiv im Einsatz und hat sich dabei bewährt. Sowohl die Reichweite als auch die Performance der Station waren sowohl im gemischten (PowerBook und MacBook C2D) als auch im reinen 802.11n-Modus einwandfrei. In der kompletten Wohnung (3 Zimmer, 80qm) und auf dem Balkon war das Netz einwandfrei erreichbar, wobei in der Wohnung selber auch keine zu dicken Wände sind. Die jeweilige Anzeige der Netzstärke war aber äußerst seltsam – es ist mehrfach vorgekommen, dass zwei Rechner, die direkt nebeneinander standen komplett unterschiedliche Netzstärken in der Menüleiste angezeigt haben, aber beide problemlos auf das Funknetz zugreifen konnten. Probleme mit anderen W-LANs konnte ich keine feststellen, obwohl es in der Nachbarschaft hier mindestens sieben Netze gibt.

Bei der Konfiguration hat sich die Station leider einige Male aufgehängt, woran genau das lag konnte ich leider nicht nachvollziehen, da es auch nicht eindeutig reproduzierbar war.

Der Zugriff auf die Festplatten an der Station ist mit Macs kein Problem: das AirPort Laufwerksprogramm findet und mountet die Festplatten automatisch sobald sie verfügbar sein. Auch mit Windows lassen sich die Festplatten problemlos einbinden. Auch ohne AirPort Laufwerksprogramm findet sich die Station, wie jeder Mac mit aktivem File Sharing in der Netzwerk-Ansicht im Finder. Was ich leider nicht geschafft habe: eine Verbindung von der dbox unter Linux aus herzustellen. Das Problem hier liegt aber wohl an den verwendeten Software-Versionen auf der dbox.

Kleine Stolperfalle: wenn für das File Sharing Benutzer angelegt werden, dann legt die Basisstation auf der angeschlossenen Festplatte ein Verzeichnis “Shared” an, auf das alle Benutzer Zugriff haben und für jeden Benutzer ein eigenes Homeverzeichnis. Wenn man mehrere Festplatten anlegt können aber jeweils immer nur die Homeverzeichnisse auf einer Festplatte genutzt werden – bei den getesteten Festplatten mit eingebautem USB-Hub war es jeweils die letzte Festplatte in der Kette. Da die Festplatten auch Card-Reader enthalten lag es nahe, auch den zu probieren und es hat funktioniert. Die getestete CF-Card konnte wie eine Festplatte im Netz gemountet werden. Wenn Benutzer verwendet werden, ist aber kein Zugriff auf die Daten im Rootverzeichnis möglich, da die Station auch hier die Verzeichnisse “Shared” und die für die Benutzer angelegt hat. Wer auf dem Weg also z.B. Fotos von einer Karte auslesen will, der sollte für den Zugriff auf die Einstellung per Laufwerks- oder Basisstations-Kennwort zurückgreifen.

Auf der Airport Disk abgelegte dbox-Aufzeichnungen konnten sowohl über das Ethernet als auch über das Funknetz ohne Probleme und Aussetzer abgespielt werden. Wenn schon nicht die direkte Aufzeichnung funktioniert hat, dann auf jeden Fall die Aufbewahrung und Nutzung der aufgezeichneten Filme auf einer Airport Disk. Auch die Auslagerung der iTunes Library auf die Festplatte im Netz stellt kein Problem dar, auch zwei verschiedene Bibliotheken konnten ohne Hänger parallel genutzt werden.

Fazit
Für die von Apple anvisierten Zielgruppen ist die neue Airport Station sicher eine gute Wahl, vor allem durch die Airport Disk hat die Station einiges gewonnen.
Wer das direkte Vorgängermodell besitzt, Airport Disk nicht benötigt und 802.11n nicht nutzen kann oder will, der bleibt einfach bei seiner Station. Alle anderen – vor allem, wer noch keine Airport Station hat – können hier aber zugreifen, trotz gelegentlicher Abstürze bei der Konfiguration.

4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: Airport Extreme Basisstation
Hersteller: Apple
Preis: 179,00 Euro

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 16 Kommentar(e) bisher

  •  supeermario sagte am 3. Juli 2007:

    fazit für mich…
    der umstieg von der “alten” auf die neue lohnt noch nicht. wenn man nicht mehr als einen rechner mit 802.11n unterstützung hat.
    wie ist den die geschwindigkeit beim übertragen von daten auf die an der airport angeschlossene festplatte?
    p.s. das ““NAT Port Mapping Protocol” für Clients mit Mac OS X 10.4 oder neuer” gibts auch schon bei der “alten”…

    Antworten 
  •  cd sagte am 3. Juli 2007:

    Die Geschwindigkeit wird zumindest beim WLAN vom Netzwerk begrenzt. Als Vergleich mit der USB-Festplatte an einem anderen Mac über LAN konnte ich keinen Unterschied bei der Geschwindigkeit feststellen…

    Antworten 
  •  SCB sagte am 3. Juli 2007:

    Also AppleTV und Mac mini haben schon mal nicht die gleiche Grundfläche, wenn überhaupt dann schon die selbe.

    Antworten 
  •  GreenmanX sagte am 3. Juli 2007:

    Das klingt ja alles sehr gut, aber wieso verbaut Apple keine Gigabit-Ethernet-Technologie bei den LAN-Ports? Alle neuen Macs nutzen schließlich diese Technik – hier wurde (imho) nicht weit genug gedacht.

    Antworten 
  •  Sebastian sagte am 3. Juli 2007:

    Was mir jetzt aus dem Test nicht ganz klar geworden ist: Wenn ich meine iTunes-Musik auslagere, moechte ich sie gerne als zusaetzliche “Quelle” in iTunes angezeigt bekommen (so wie anderen iTunesuser, die das Sharing aktiviert haben), und nicht die Bibliothek wechseln muessen. Ist das moeglich?
    Ansonsten bleibe ich naemlich weiterhin beim NSLU2 mit mtdaapd als iTunes-Sharing-Methode.

    Warum die Station keine Gigabitports hat, ist mir auch voellig unverstaendlich.

    Antworten 
  •  Johann sagte am 3. Juli 2007:

    Danke für diesen Testbericht. Hat mich in meiner Entscheidung, mir so ein Ding zu kaufen, nur bestärkt. Trotzdem hätte ich noch ein paar Fragen: Habt ihr auch den Druckerbetrieb getestet? Und wie ist es, wenn man per Hub sowohl Festplatten als auch Drucker anschliesst? Ich könnte mir vorstellen, dass die WLAN-Verbindung an ihre Grenzen stösst (vor allem die 802.11g), wenn man z. B. gleichzeitig im Internet surft, Musik von der Airport Disk hört, und Daten an den Drucker sendet. Wie ist da so eure Einschätzung?
    Ausserdem würde mich interessieren, ob man die Station zu einer bestimmten Uhrzeit (z. B. nachts) automatisch “runterfahren” kann.

    Antworten 
  •  cd sagte am 3. Juli 2007:

    @Sebastian: so ohne weiteres ist das nicht möglich. Man kann zwar die Bibliothek auslagern, aber eben nicht von der Basis-Station direkt streamen.

    @Johann: gleichzeitig habe ich es nicht getestet, aber zumindest Musik und surfen gleichzeitig ist kein Problem. Im schlimmsten Fall gibt es Pausen zwischen zwei Songs in iTunes.
    Automatisches runterfahren nicht “out of the box”, wäre aber sicher praktisch.

    Antworten 
  •  mds sagte am 3. Juli 2007:

    Per WLAN erreicht man ab einer USB-Festplatte an der AirPort Extreme rund 6 bis 7 MB/s. Im Vergleich zu einer USB-Festplatte, die direkt am Mac hängt, ist dies deutlich langsamer, was man auch bei der Nutzung von iTunes spürt. Vor allem das Bearbeiten, usw. von Liedern ist doch eher langsam …

    Antworten 
  •  Johann sagte am 3. Juli 2007:

    @Carsten und @mds: Vielen Dank für die Infos!

    Antworten 
  •  erix sagte am 3. Juli 2007:

    Legt sich die per USB angeschlossene Festplatte auch mal schlafen oder ist sie (im Interesse schnellen Zugriffs) immer hochgefahren? Danke.

    Antworten 
  •  mds sagte am 5. Juli 2007:

    Legt sich die per USB angeschlossene Festplatte auch mal schlafen oder ist sie (im Interesse schnellen Zugriffs) immer hochgefahren?

    Bei mir leider nicht … am Mac hingegen schläft die gleiche Festplatte friedlich. Für mich ist der Umstand, dass sich Festplatten an der AirPort Extreme nicht schlafen legen, einer der Hauptnachteile. Ich hoffe, Apple behebt das Problem früher oder später noch!

    Antworten 
  •  Daniel sagte am 10. August 2007:

    Hi
    bei mir legt sich die festplatte schlafen

    Festplatte my book 500 gb

    und auch die netzwerkfestplatte wd netcenter geht in den ruhezustand

    also das liegt nicht an der Airportstation…

    Antworten 
  •  Stefanski sagte am 16. August 2007:

    Habe die Airport Extreme und muss mit großem Bedauern feststellen, dass die angeschlossene USB Festplatte bei MPEG Video Files größer 2GB nicht funktioniert!
    Wenn die Platte direkt am MAC hängt funktioniert alles wunderbar.

    Wer kann da helfen? Ansonsten geht das Ding zurück an die Firma Apfel/ Abfall.

    Antworten 
  •  Falk sagte am 21. Dezember 2007:

    Hallo zusammen,
    ich habe es nach langen Nächten endlich geschafft, bei meinem windows XP System mit einer airport extreme und zwei airport express Stationen meine externe USB Festplatte an den USB Port der Extreme Basisstation anzuschließen, um diese sozusagen als iTunes Fileserver zu bnutzen. Erkannt scheint alles zu sein (nachdem ich die Platte mit FAT32 formatiert habe), aber weiß ich noch nicht, wie ich jetzt über das Netzwerk auf die Platte zugreifen kann? Ich sehe kein Laufwerk im Explorer? Kann hier jemand helfen? Wäre klasse – vielen Dank und schöne Weihnachten.

    Antworten 
  •  ml sagte am 21. Dezember 2007:

    Diese Frage stellst du besser im Forum.

    Antworten 
  •  rl sagte am 7. August 2009:

    Hallo,

    ich habe ein merkwürdiges problem beim außen zugriff auf die platte

    Nach ca. 1 min kommt immer “Die Serververbindung wurde unterbrochen”

    Weis hier jemand woran das liegt?

    Antworten 

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