Review: 3. Juli 2007,

Test: Airport Extreme Basisstation

AirPort Extreme
AirPort Extreme auf MacWorld 2007

Form, Funktionen und Software sind neu an der Airport Extreme Basisstation. Auffälligste Änderung ist das neue Gehäuse, das kein rundes UFO mehr ist, sondern im Format des Apple TV oder Mac mini angeboten wird. Aufgrund der gleichen Grundfläche könnte man die genannten Geräte durchaus stapeln als teure Bauklötze. Wir haben die Airport Extreme Basisstation einem Test unterzogen.

An neuen Funktionen bietet die Station neben Funk-LAN nach dem vorläufigen 802.11n Standard und zum Ethernet-WAN-Port drei zusätzliche Ethernet-LAN-Schnittstellen mit bis zu 100 MBit/s und die Möglichkeit, Festplatten an der USB-Schnittstelle zu betreiben und im Netzwerk bereitzustellen. Für diese neuen Funktionen gibt es eine neue Version des Airport-Dienstprogramms.

Erster Start

Der erste Start der Airport Extreme Basisstation gestaltet sich einfach: Man installiert die Software von der mitgelieferten CD. Hat man einen Mac mit Core2Duo-Prozessor, wählt man den 802.11n-Enabler zusätzlich aus. Nach der Installation schließt man die Station an. Über das Airport Dienstprogramm kann man die Station konfigurieren. Man legt einen Namen für die Station und das Netzwerk an, legt die Verschlüsselung des WLANs (WEP, WPA2 oder ungeschützt) und ggf. das Netzwerk-Kennwort fest.

Bei der Art der Internetverbindung kann man zwischen DSL- oder Kabelmodem und dem lokalen Netzwerk wählen. Ein Modem ist in der aktuellen Basis-Station nicht eingebaut.

Nach der TCP/IP-Konfiguration kann noch das File Sharing konfiguriert werden. Man hat die Wahl, an die Basisstation angeschlossene Laufwerke über ein eigenes Laufwerks-Passwort, das Basisstations-Passwort oder über individuelle User-Accounts freizugeben. Der Gastzugriff lässt sich komplett verbieten, auf das Lesen beschränken oder komplett freigeben.

Zum Schluss wird noch ein Passwort für die Konfiguration der Basisstation festgelegt und man bekommt eine Übersicht über die Konfiguration angezeigt. Außerdem kann man sich die gesetzten Passwörter anzeigen lassen. Nach einem Neustart der Station ist sie einsatzbereit.

Erweiterte Konfiguration

Neben dem Assistenten gibt es natürlich weitere Konfigurationsmöglichkeiten für die Airport Station. So können für die Station Kontakt- und Standort-Daten hinterlegt werden. Die Uhrzeit kann automatisch mit einem Timeserver im Netz synchronisiert werden.

Das Funk-LAN kann entweder ein eigenständiges Netzwerk sein oder ein anderes erweitern, für ein eigenständiges Netzwerk muss man die Erweiterung explizit erlauben, wenn das gewünscht wird. Man kann festlegen, nach welchem Standard die Station funken soll und ob die Kanalwahl automatisch von der Station vorgenommen werden soll oder einen fixen Kanal einstellen.

Der Zugriff auf das Netzwerk lässt sich über MAC-Adressen steuern. Dabei lassen sich zeitliche Beschränkungen einstellen, so dass einzelne Rechner das Funk-Netz nur zu bestimmten Zeiten nutzen dürfen.

Der eingebaute DHCP-Server lässt sich so konfigurieren, dass bestimmte MAC-Adressen immer die selbe IP-Adresse bekommen. Das ist insbesondere interessant, wenn man in seinem Netzwerk z. B. einen Webserver mit fester IP-Adresse betreiben möchte. Die Konfiguration lässt sich zudem über einen LDAP-Server vornehmen. Auch die NAT-Einstellungen lassen sich konfigurieren, neu ist das „NAT Port Mapping Protocol“ für OS X 10.4 oder neuer. Statische Port-Weiterleitungen lassen sich natürlich weiterhin festlegen, um zum Beispiel den externen Zugriff auf einen internen Webserver zu erlauben.

Unter dem Punkt „Laufwerke“ sind alle angeschlossenen Festplatten aufgeführt und man kann alle verbundenen Benutzer auf einmal trennen.

Die Optionen für das File Sharing umfassen neben der Einstellung der Zugriffssteuerung, die Ankündigung des Dienstes per Bonjour und Arbeitsgruppe und WINS-Server für Windows-Netzwerke.

Die erweiterten Möglichkeiten erlauben die Einstellung eines Syslog-Servers und Loglevel für die Protokolle, die Aktivierung von SNMP. Hier kann man die Protokolle und Statistiken einsehen. Die IPv6-Konfiguration wird auf Wunsch auch hier erledigt.

Zielgruppen

Neben dem Heim- und Edu-Bereich zielt die neue Basisstation ganz deutlich auf kleine Büros und Arbeitsgruppen. Über die Möglichkeit den Inhalt von USB-Platten und Drucker direkt über die Basisstation im Netz bereitzustellen und gemeinsam darauf zuzugreifen, spart man sich in einigen Fällen einen eigenen File- und Printserver.

Die tägliche Arbeit

Die AirPort Extreme war mehrere Wochen bei uns intensiv im Einsatz und hat sich bewährt. Sowohl die Reichweite als auch die Performance der Station waren im gemischten (PowerBook und MacBook C2D) als auch im reinen 802.11n-Modus einwandfrei. In der kompletten Wohnung (3 Zimmer, 80 qm) und auf dem Balkon war das Netz einwandfrei erreichbar, wobei es in der Wohnung selber keine zu dicken Wände gibt. Die Anzeige der Netzstärke war äußerst seltsam – es ist mehrfach vorgekommen, dass zwei Rechner, die direkt nebeneinander standen, komplett unterschiedliche Netzstärken in der Menüleiste angezeigt haben, aber beide problemlos auf das Funknetz zugreifen konnten. Probleme mit anderen W-LANs konnte ich keine feststellen, obwohl es in der Nachbarschaft mindestens sieben Netze gibt.

Bei der Konfiguration hat sich die AirPort Extreme leider einige Male aufgehängt. Woran genau das lag, konnte ich leider nicht nachvollziehen, da es nicht eindeutig reproduzierbar war.

Netzlaufwerke

Der Zugriff auf die Festplatten an der Station ist mit Macs kein Problem: das AirPort-Laufwerksprogramm findet und aktiviert die Festplatten automatisch, sobald sie verfügbar sein. Mit Windows lassen sich die Festplatten ebenfalls einbinden. Ohne AirPort-Laufwerksprogramm findet sich die Station, wie jeder Mac mit aktivem File Sharing, in der Netzwerk-Ansicht im Finder.
Wenn für das File Sharing Benutzer angelegt werden, dann legt die Basisstation auf der angeschlossenen Festplatte ein Verzeichnis „Shared“ an, auf das alle Benutzer Zugriff haben und für jeden Benutzer ein eigenes Homeverzeichnis. Wenn man mehrere Festplatten anlegt, können aber jeweils immer nur die Homeverzeichnisse auf einer Festplatte genutzt werden – bei den getesteten Festplatten mit eingebautem USB-Hub war es jeweils die letzte Festplatte in der Kette. Da die Festplatten Card-Reader enthalten, lag es nahe, den zu probieren und es hat funktioniert. Die getestete CF-Card konnte wie eine Festplatte im Netz gemountet werden. Wenn Benutzer verwendet werden, ist aber kein Zugriff auf die Daten im Rootverzeichnis möglich, da die Station die Verzeichnisse „Shared“ und die für die Benutzer angelegt hat. Wer auf dem Weg also z. B. Fotos von einer Karte auslesen will, der sollte für den Zugriff auf die Einstellung per Laufwerks- oder Basisstations-Kennwort zurückgreifen.

Die Auslagerung der iTunes-Bibliothek auf die Festplatte im Netz stellt kein Problem dar, auch zwei verschiedene Bibliotheken konnten ohne Hänger parallel genutzt werden.

Fazit

Für die von Apple anvisierten Zielgruppen ist die neue AirPort Extreme sicher eine gute Wahl, vor allem durch die Airport Disk hat die Station Einiges gewonnen.
Wer das direkte Vorgängermodell besitzt, Airport Disk nicht benötigt und 802.11n nicht nutzen kann oder will, der bleibt einfach bei seiner Station. Alle anderen können aber zugreifen, trotz gelegentlicher Abstürze bei der Konfiguration.

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Wertung

7/10
Viele Konfigurationsmöglichkeiten
Stabile Reichweite
Einfach Netzlaufwerke einrichten
Für Vorbesitzer nur wenig interessant





Zuletzt kommentiert



 8 Kommentar(e) bisher

  •  supeermario (3. Juli 2007)

    fazit für mich…
    der umstieg von der „alten“ auf die neue lohnt noch nicht. wenn man nicht mehr als einen rechner mit 802.11n unterstützung hat.
    wie ist den die geschwindigkeit beim übertragen von daten auf die an der airport angeschlossene festplatte?
    p.s. das „“NAT Port Mapping Protocol” für Clients mit Mac OS X 10.4 oder neuer“ gibts auch schon bei der „alten“…

  •  cd (3. Juli 2007)

    @supeermario: Die Geschwindigkeit wird zumindest beim WLAN vom Netzwerk begrenzt. Als Vergleich mit der USB-Festplatte an einem anderen Mac über LAN konnte ich keinen Unterschied bei der Geschwindigkeit feststellen…

  •  GreenmanX (3. Juli 2007)

    Das klingt ja alles sehr gut, aber wieso verbaut Apple keine Gigabit-Ethernet-Technologie bei den LAN-Ports? Alle neuen Macs nutzen schließlich diese Technik – hier wurde (imho) nicht weit genug gedacht.

  •  Sebastian (3. Juli 2007)

    Was mir jetzt aus dem Test nicht ganz klar geworden ist: Wenn ich meine iTunes-Musik auslagere, moechte ich sie gerne als zusaetzliche „Quelle“ in iTunes angezeigt bekommen (so wie anderen iTunesuser, die das Sharing aktiviert haben), und nicht die Bibliothek wechseln muessen. Ist das moeglich?
    Ansonsten bleibe ich naemlich weiterhin beim NSLU2 mit mtdaapd als iTunes-Sharing-Methode.

    Warum die Station keine Gigabitports hat, ist mir auch voellig unverstaendlich.

  •  Johann (3. Juli 2007)

    Danke für diesen Testbericht. Hat mich in meiner Entscheidung, mir so ein Ding zu kaufen, nur bestärkt. Trotzdem hätte ich noch ein paar Fragen: Habt ihr auch den Druckerbetrieb getestet? Und wie ist es, wenn man per Hub sowohl Festplatten als auch Drucker anschliesst? Ich könnte mir vorstellen, dass die WLAN-Verbindung an ihre Grenzen stösst (vor allem die 802.11g), wenn man z. B. gleichzeitig im Internet surft, Musik von der Airport Disk hört, und Daten an den Drucker sendet. Wie ist da so eure Einschätzung?
    Ausserdem würde mich interessieren, ob man die Station zu einer bestimmten Uhrzeit (z. B. nachts) automatisch „runterfahren“ kann.

  •  cd (3. Juli 2007)

    @Sebastian: so ohne weiteres ist das nicht möglich. Man kann zwar die Bibliothek auslagern, aber eben nicht von der Basis-Station direkt streamen.

    @Johann: gleichzeitig habe ich es nicht getestet, aber zumindest Musik und surfen gleichzeitig ist kein Problem. Im schlimmsten Fall gibt es Pausen zwischen zwei Songs in iTunes.
    Automatisches runterfahren nicht „out of the box“, wäre aber sicher praktisch.

  •  mds (3. Juli 2007)

    Per WLAN erreicht man ab einer USB-Festplatte an der AirPort Extreme rund 6 bis 7 MB/s. Im Vergleich zu einer USB-Festplatte, die direkt am Mac hängt, ist dies deutlich langsamer, was man auch bei der Nutzung von iTunes spürt. Vor allem das Bearbeiten, usw. von Liedern ist doch eher langsam …

  •  Johann (3. Juli 2007)

    @Carsten und @mds: Vielen Dank für die Infos!


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