MACNOTES

Veröffentlicht am  8.08.07, 15:01 Uhr von  Alexander Trust

Kommentar: The Mac is back!

His Steveness sei Dank. Obwohl Anfang des Jahres das “Computer” aus der Firmenbezeichnung gestrichen wurde, kann es Apple doch noch: Software und Computer herstellen. Und endlich gibt es im Apple-Universum wieder Nachrichten, die sich nicht nur um das iPhone drehen. Schon allein deshalb war die Keynote gestern Abend ein echtes Highlight. Und wann war eigentlich das letzte Mal, dass nach einer Keynote offenbar alle zufrieden sind?

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Nachdem größere Neuigkeiten zur WWDC ausgeblieben waren – lediglich die MacBook Pros wurden im Vorfeld der Konferenz überarbeitet – zündete Apple gestern ein wahres Produktfeuerwerk. Neben iMac, Mac mini, iLife ’08 und iWork ’08 bekam unerwähnt sogar die Airport Extreme Basisstation die schmerzlich vermissten Gigabit-Ethernetports spendiert.

Nach der Pressekonferenz gaben sich Steve & Co ungewohnt offen und blieben noch für Fragen der anwesenden Journalisten auf der Bühne. Dabei war zu erfahren, dass das Apple TV in der nächsten Zeit wohl auch eine Überarbeitung erfahren wird. Ganz neue Töne aus Cupertino, wo man sich sonst zu zukünftigen Produkten doch eher zugeknöpft gibt.

Überhaupt schien Steve Jobs bei allerbester Laune zu sein. Die neue Tastatur kündigte er mit den Worten “You might have seen it on the web” an – eine Anspielung auf die Fotos, die schon einige Tage vor der Keynote auf den Gerüchteseiten zu sehen waren. Handelte es sich dabei vielleicht sogar um einen bewusst gestreuten Appetithappen?

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Wie auch immer, der neue iMac kann sich sowohl optisch als auch technisch sehen lassen. Das Äußere wirkt wie eine gekonnte Mischung aus dem Design der Pro-Produkte und dem iPhone. Etwas ungewohnt, aber auch nicht häßlich, sind der recht große schwarze Plastikrahmen um das Display sowie die komplett in schwarzem Plastik gehaltene Rückseite. Ein Gehäuse komplett aus Aluminium hätte wohl Probleme mit dem Airport-Empfang bereitet. Über das Glossy-Display kann und wird man streiten, letztlich handelt es um eine Frage des persönlichen Geschmacks. Deshalb ist es schade, dass Apple dem Kunden (anders als beim MacBook Pro) leider keine Wahl lässt.

Im Innern verrichten Core 2 Duo Prozessoren der neuesten Generation ihren Dienst, unterstützt von einer durchaus konkurrenzfähigen ATI-Grafikkarte. Echte Schwachpunkte gibt es eigentlich nicht – für ein endgültiges Urteil bleiben die ersten Benchmarks abzuwarten.

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Besonders auffällig: Jobs erwähnte mehrfach, dass der neue iMac auch aus Recycling-Gesichtspunkten ein echter Fortschritt sei. Die “Green my Apple” Kampagne von Greenpeace (wir berichteten) trägt also offensichtlich Früchte.

Mit den runderneuerten iLife- und iWork-Paketen ist Apple auch Software-seitig wieder State of the Art. Den ersten Eindrücken nach zu Urteilen hat vor allem iMovie einen Quantensprung gemacht. Auch iPhoto gewinnt deutlich an Nutzen und Nutzerfreundlichkeit. Bei GarageBand, iWeb und iDVD handelt es sich dagegen eher um kosmetische Updates.

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Dass mit Numbers nun endlich auch eine Tabellenkalkulation aus Cupertino vorliegt, dürften Viele mit Freude registriert haben. Der eine oder andere wird Microsoft Office jetzt wohl endgültig von seinem Mac verbannen, zumal Office 2008 und damit eine Universal Binary Version weiter auf sich warten lässt.

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Das Upgrade für .Mac ist nett, aber ob das reicht, um die zahlende Kundschaft bei Laune zu halten, muss sich erst noch zeigen. Die Web-Gallery-Funktion könnte aber durchaus zum Verkaufsargument werden, schließlich findet man Vergleichbares auch bei Google, Yahoo & Co nicht.

Fazit
Was bleibt? Unterm Strich steht eine – bis auf das MacBook – runderneuerte Consumer-Produktlinie, die das bisherige Angebot und um so mehr die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lässt. Dass der Einstiegs-iMac jetzt mit 20″-Screen zum gleichen Preis wie zuvor das 17″-Modell kommt, dürfte dem Argument, dass Apple zu teuer sei, weiteren Wind aus den Segeln nehmen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch OS X 10.5 – aber die neuen Produkte sind eine geschickter Schachzug, um das Warten auf das neue System nicht ganz so lang werden zu lassen. Alles super, oder?

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 2 Kommentar(e) bisher

  •  lifesmile sagte am 9. August 2007:

    Keine Apfeltaste mehr…
    “cooles” design, stylish und “metrosexuell” *g* eher gefällig als wirklich “echtes” design, wie man es früher von apple gewöhnt war…
    iLife mehr oder weniger nur mehr für intel-”apple”-pcs…
    naja, es wird alles leider nur mehr auf massengeschmack und shareholder-value ausgerichtet, möglicherweise ist das jetzt der wirkliche tod von apple…
    schau ma mal, wo das noch hinführt ;)
    noch einige “wehmütige” bemerkungen:
    …und schon gehts los :(
    iLife08 > G4 und PPCs kann ma schön langsam wegwerfen…
    als langjähriger apple-user (seit MacOS 6.9) schätzt man zwar viele fortschritte der Fa. Apple aber leider wirds die konstanz und qualität (wie leider überall heute) nimma geben! naja dann werd ich halt nix mehr neues kaufen und so lang weiterarbeiten bis wirklich nix mehr geht.
    kaufrausch bekomm ich unter diesen umständen sicher keinen (weder soft- noch hardware)!!!
    aber wie man ja weiß, ist Apple mit seinen treuen europäischen käufern schon immer schlecht verfahren…

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  •  ha sagte am 9. August 2007:

    Nun ja, Design ist und bleibt Geschmackssache.. ich war auch schon Mac-User, als die Dinger noch klobig und beige waren. Und natürlich hatte ein Würfel-Mac seinen Reiz, genauso wie der Lampen-iMac oder das Titanium-PowerBook. Aber irgendwie wäre es doch langweilig, wenn die neuen Rechner so aussähen wie die alten. Der neue iMac ist sicher mehr oder weniger gewöhnungsbedürftig. Die Tastatur z.B. gefällt mir persönlich aber unglaublich gut, vor allem die schnurlose Variante ist ein echtes Schmuckstück.

    Was die PPC-Unterstützung angeht: Tja, das war doch abzusehen, oder? Der intel-Umstieg ist ja nicht erst seit gestern abgeschlossen. Trotzdem ist die Halbwertzeit von Apple-Produkten deutlich höher als im Windows-Lager.

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