Review: 9. August 2007,

Vorschau auf Numbers 08

Apple
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Eine vollständige Büro-Lösung (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware) gab es aus Cupertino zuletzt in Form von AppleWorks, das allerdings schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. Dank Numbers kann iWork diese Rolle übernehmen. Wir haben einen ersten Blick auf die Software geworfen, mit der Apple die Lücke zu anderen Office-Paketen wie Microsoft Office oder Open Office schließen will.

Installation

Die Installation der iWork-Suite geht, wie von Apple gewohnt, schnell und einfach. Selbst ein Neustart ist nicht erforderlich. Etwa 700 MB belegt die Installation auf der Festplatte. Beim ersten Start wird man mit der Frage begrüßt, ob man sich eine Einführung in iWork ’08 zu Gemüte führen möchte – diese kommt passenderweise als Keynote-Präsentation. Umfangreiche Video-Tutorials gibt es auf Apples Website, außerdem werden dort eine Reihe von Tipps und Tricks bereit gehalten.

Startschwierigkeiten

Wer ein neues Dokument anlegen möchte, bekommt eine Reihe sehr ansprechender und brauchbarer Vorlagen zur Auswahl. Alternativ kann man mit einem leeren Dokument starten oder bereits bestehende Excel-Dateien importieren. Das klappte im ersten Test leider nicht immer zur vollen Zufriedenheit: VB-Makros ignoriert Numbers vollständig, einige (vor allem statistische) Funktionen kennt es nicht, und mit dem einen oder anderen Zahlenformat hat Numbers Probleme. Schon bei einer einfachen Datums-Formatierung gab es bei uns entsprechende Warnungen – unverständlich, dass Numbers mit einfachen Aufgaben überfordert scheint. Viele Nutzer in Apples Support-Forum berichten über ähnliche Vorfälle. Schmerzlich vermisst wird im Alltag die Möglichkeit, passwortgeschützte Excel-Dateien zu öffnen bzw. Numbers-Dokumente mit einem Passwortschutz zu versehen.

Es gibt aber einige sehr lobenswerte Features: So kann eine bestehende Zahlenreihe z. B. durch einfaches Aufziehen erweitert werden – Numbers erkennt automatisch und ziemlich zielsicher die passende Serienfunktion. Wer häufig serielle Datenstränge eingibt, wird sich darüber freuen.

Liebe zum Detail

Überhaupt hält Numbers viele Details bereit, die einem das Arbeiten mit größeren Zahlenmengen schon nach kurzer Zeit deutlich angenehmer machen. Hervorragend gelöst ist die Seitenleiste, die einen schnellen Zugriff auf die verschiedenen Blätter und Tabellen ermöglicht und einen Bereich enthält, der die wichtigsten Informationen zu den gerade ausgewählten Tabellenzellen anzeigt, beispielsweise die Summe der enthaltenen Daten. Per Drag-und-Drop lässt sich diese Information an eine beliebe Stelle des Dokuments ziehen – so stellt man sich Tabellenkalkulation am Mac vor. Die übersichtliche Darstellung der vordefinierten Stile mit passenden Icons überzeugt. Alles in allem „fühlt“ sich die Oberfläche wie ein echtes Mac-Programm an.

Die große Stärke von Numbers sind aber die Layout-Funktionen. Tabellen lassen sich auf dem Blatt völlig frei anordnen und sogar übereinander legen. Text kann in frei verschiebbaren Boxen angelegt werden, Fotos, Videos und Audio-Dateien können über den Medien-Browser hinzugefügt werden – mit Anbindung an die Bibliotheken von iPhoto, iTunes & Co. Fotos lassen sich direkt in Numbers maskieren und bearbeiten. Beim Layouten helfen die intelligenten Hilfslinien, die für ordentlich ausgerichtete Objekte sorgen.

Ärgerliche Bugs

Ein sehr ärgerlicher Bug betrifft dagegen alle, die noch Macs mit 1024 x 768 Pixel Auflösung nutzen – also z. B. Besitzer von 12 Zoll iBooks und PowerBooks: Denn Numbers weigert sich partout, diese Bildschirmbreite zu akzeptieren und öffnet neue Dateien grundsätzlich im Widescreen-Format. Erst wenn man das Fenster manuell verkleinert und das Dokument sichert, merkt sich Numbers die Einstellung – aber eben nur für dieses Dokument.

Mindestens genauso ärgerlich ist es, dass Numbers mit absoluten Zellbezügen nicht ohne weiteres zurechtkommt, wie erstmals von heise berichtet. Abhilfe schafft momentan nur, Zeilen und Spalten der fraglichen Tabelle eine Bezeichnung zu geben – dann klappt es mit absoluten Zellenbezügen.

Geschwindigkeit

Viele Nutzer berichten außerdem, dass Numbers quälend langsam wird, sobald man Dokumente mit größeren Datenmengen bearbeitet. Ich konnte das bisher nicht nachvollziehen, hatte aber zugegebenermaßen keine Mammut-Dokumente parat. Die typischen Aufgaben, für die Otto Normal eine Tabellenkalkulation verwendet, bewältigt Numbers aber zügig und ohne dauerdrehende bunte Bälle.

Fazit

Dieser erste Blick auf Numbers erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und vergibt deshalb kein endgültiges Testurteil. Numbers ist vor allem für Profis noch kein Excel-Ersatz und an einigen Stellen noch erkennbar unausgereift, insbesondere was den Import von Excel-Dokumenten angeht. Auf der anderen Seite ist es die erste Tabellenkalkulation, die sich wie ein echtes Mac-Programm bedienen lässt (von Tables einmal abgesehen); zudem sind die Layout-Funktionen der Konkurrenz weit voraus. Numbers empfiehlt sich daher vor allem für den Heim-User, der Daten schnell und einfach erfassen bzw. darstellen möchte. Letzteres funktioniert optisch äußerst ansprechend.


Zuletzt kommentiert



 1 Kommentar(e) bisher

  •  ml (10. August 2007)

    Bei dem Bug mit den absoluten Zellenbezügen scheint Apple (mal wieder) ein Lokalisierungsfehler unterlaufen zu sein. Wie bei Heise inzwischen zu lesen ist, funktionieren absolute Zellenbezüge, wenn man als Format „Schweiz“ oder z.B. „Vereinigte Staaten“ einstellt. Trotzdem ist es unbegreiflich, wie es sowas in die finale Version schaffen konnte.


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