Review: 12. August 2007,

Vorschau auf iPhoto 08

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Es hat gedauert, aber mittlerweile ist bei uns in der Redaktion ein Exemplar von iLife 08 eingetrudelt. Grund genug die einzelnen Programme einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, mit ihren Vorgängern zu vergleichen. Dabei steht iPhoto besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Nachdem die vorige Version vor allem in punkto Geschwindigkeit zulegen konnte, verspricht iPhoto 08 Verbesserungen im Bereich der Foto-Verwaltung und -Bearbeitung, sowie der Online-Anbindung.

Neue Features im Überblick

Zu den neuen Funktionen von iPhoto zählen u. a. das Zusammenfassen von Fotos zu so genannten Events, das Veröffentlichen von Bildern und Alben in der .Mac Web Gallery, neue Tools zur Nachbearbeitung von Fotos sowie eine überarbeite Suchfunktion. Zudem kann man auf Online-Handbücher und Video-Tutorials zurückgreifen. Diese dürften vor allem Anfängern einen leichten Einstieg in das Programm ermöglichen, ohne auf teure Sekundärliteratur zurückgreifen zu müssen.

Der erste Start

Kurz nach der Vorstellung des neuen iLife-Pakets stand über die Softwareaktualisierung ein Update für iPhoto zur Verfügung, das die Zusammenarbeit mit FrontRow gewährleisten soll. Hat man Download und Installation erledigt, steht der „Inbetriebnahme“ nichts mehr im Wege. Beim ersten Start des Programms wird in gewohnter Manier die vorhandene Foto-Bibliothek auf den neuesten Stand gebracht, was je nach Größe etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Hat man diese Prozedur erfolgreich hinter sich gebracht, präsentiert sich iPhoto mit leicht aufpolierter Oberfläche. An der standardmäßigen Aufteilung – Sidebar links, Fotos rechts, Menüleiste unten – hat sich nichts geändert, allerdings erstrahlt iPhoto jetzt im selben Look wie iTunes.

Die einzelnen Icons und Buttons wirken „lebendiger“, die überarbeitete Suchmaske hinterlässt einen guten Eindruck. Markierte Bilder werden neuerdings mit einem gelben Rahmen in 3D-Optik hervorgehoben. Im Gegensatz zur vorherigen Version finden sich zusätzliche Buttons zum Ausblenden und Markieren der Bilder, Erstellen einer .Mac Web Gallery und zur Aktivierung des Vollbildmodus am unteren Rand des Programmfensters. Optisch unterscheidet sich iPhoto 08 zwar vom Vorgänger, die Änderungen sind jedoch dezent, gewährleisten einen hohen Wiedererkennungswert.

Events in iPhoto 08

Zu den wichtigsten Neuerungen von iPhoto 08 gehört das Organisieren von Fotos in so genannten Events. Werden neue Dateien von der Kamera auf den Computer übertragen, so ordnet das Programm diese automatisch einer speziellen Gruppe zu: einem Event. Diese werden mit einem Schlüsselfoto, einer Art Vorschaubild versehen und in einer gesonderten Ansicht dargestellt. Das Vorschaubild lässt sich nach Belieben verändern. Auf schickem schwarzen Hintergrund mit abgerundeten Ecken und dezentem 3D Touch werden die verschiedenen Ereignisse dargestellt. Ein Doppelklick auf das entsprechende Schlüsselfoto genügt, schon öffnet sich das gewählte Event und zeigt alle enthaltenen Bilder. Hat man beim Import einen Namen für den Film vergeben, so wird dieser unter dem Event angezeigt, ansonsten sieht man lediglich das Datum der Speicherung. Möchte man sich einen kurzen Überblick über die in einem Event enthaltenen Fotos machen, so reicht es aus, die Maus in einer Ecke des Schlüsselfotos zu platzieren und den Cursor ganz langsam über das Bild zu bewegen. Damit blättert man in einer Art Miniaturansicht durch die enthaltenen Dateien. Dieses „Manöver“ erfordert Fingerspitzengefühl, geht aber nach kurzer Eingewöhnungszeit einfach von der Hand.

Das automatische Erstellen von Events funktioniert gut. Überträgt man seine Fotos nicht immer sofort und hat ein Sammelsurium auf der Digitalkamera, so muss bei der Verwaltung der Fotos selbst Hand angelegt werden, was sich sehr einfach gestaltet. Über den Button „Teilen“, kann man die Gruppen aufteilen oder einfach eine neue Gruppe erstellen. An dieser Stelle wäre eine Art Baumstruktur bei der Darstellung der Events wünschenswert, so dass man via Drag-and-drop noch leichter Bilder hinzufügen oder entfernen kann.

Nachbearbeitung leicht gemacht

Schon in der letzten Version von iPhoto wurde den Tools zur Nachbearbeitung von Bildern besondere Aufmerksamkeit geschenkt. iPhoto 08 kann sich noch einmal steigern. Ein Doppelklick auf das gewünschte Foto vergrößert dieses und stellt die restlichen Bilder in einer Art Miniaturansicht am oberen Rand des Programmfensters dar. Über entsprechende Buttons wird der Schnellzugriff auf die gängigsten Funktionen wie Drehen, rote Augen entfernen und Verbessern ermöglicht. Erfahrene Benutzer können zusätzlich eine Vielzahl von Änderungen per Hand vornehmen. Im Vollbildmodus lassen sich Fotos weiterhin nachbearbeiten.

Web-Gallerie

Der .Mac-Dienst löst unter Mac-Nutzern kontroverse Diskussion aus und die Vorstellung der Web Gallery sorgte nicht sofort für Begeisterungsstürme. iPhoto 08 bietet eine integrierte Lösung zur Erstellung von Web-Bildergalerien à la Flickr. Dazu werden einfach einige Fotos ausgewählt und der Button Web-Galerie betätigt. Danach muss noch ausgewählt werden, wer die Bilder sehen darf, ob neue Bilder hinzugefügt werden dürfen etc. – den Rest erledigt das Programm automatisch – einen .Mac-Account vorausgesetzt.

Je nach Tages- oder Nachtzeit gestaltet sich der Upload der Bilder entweder recht flott oder quälend langsam. Ist das Hochlanden abgeschlossen, weiß die Web Gallery durchaus zu begeistern. Auf gewohnt trendigem, schwarzen Hintergrund, wahlweise mit Spiegeleffekten oder Cover-Flow-ähnlicher Darstellung, werden die Fotos angezeigt. Die Größe lässt sich mit einem Schieberegler ändern, eine Diashow steht zur Auswahl. Je nach gewählter Option können Besucher ihre eigenen Fotos beisteuern, die mittels Synchronisation im eigenen iPhoto bereitstehen, oder Bilder herunterladen. Einziger Wermutstropfen ist die unzuverlässige Geschwindigkeit. Sollte Apple nachbessern, könnte die Web Gallery zukünftig eine feste Institution unter den Online-Bilderdiensten werden. Für Mac-Nutzer könnte sich die Investition in einen .Mac-Account lohnen.

Kleinigkeiten

Zusätzlich zu den von Apple verstärkt beworbenen Funktionen, hat sich bei iPhoto 08 noch mehr getan. Beispielsweise hat man beim Import von Fotos mehr Mitbestimmungsrecht. Zusätzlich zur bereits bekannten Möglichkeit, alle Bilder auf einmal zu übertragen, kann man nun einzeln auswählen, welche Dateien auf den Computer kommen und welche nicht.
Bilder lassen sich bei Bedarf markieren, auf Wunsch ausblenden. Die überarbeitete Suchmaske erleichtert das Auffinden von Fotos erheblich: Es lässt sich nach Datum, Schlagwort oder Wertung suchen. Es gibt allerdings eine Weiterentwicklung, die nicht unbedingt bei allen Nutzern auf Begeisterung stoßen wird: Wollte man früher kurz ein bestimmtes Foto oder Album kopieren oder brennen, konnte man im Finder einfach durch die iPhoto-Bibliothek in der Ordneransicht stöbern. Mit iPhoto 08 ist die Bibliothek jetzt ein Paket, muss etwas umständlich über Rechtsklick „Paketinhalt zeigen“ durchsucht werden.

Fazit

iPhoto 08 ist mehr als nur ein leicht aufgepeppter Nachfolger der alten Version. Die neuen Features tragen zu einem überzeugenden Gesamtpaket bei. Wer mit der Neuanschaffung von iLife liebäugelt, kann beruhigt zugreifen: alleine iPhoto rechtfertigt bereits den Kauf. Man sollte allerdings berücksichtigen, dass zur vollen Nutzung aller Funktionen ein .Mac-Account benötigt wird, der mit 99 Euro noch einmal deutlich zu Buche schlägt. Selbst ohne Web-Anbindung ist iPhoto 08 aber ein richtiger Leckerbissen für ambitionierte Hobby-Fotografen.

Zuletzt kommentiert



 3 Kommentar(e) bisher

  •  Manuel (12. August 2007)

    Was ist mit Photocasting passiert? Ist das jetzt nicht egtl. obsolet mit der Web Gallery?

  •  Fischer (12. August 2007)

    Hä, Vollbildmodus und die Fähigkeit zu vergleichen ist doch nichts neues?! Gabs doch vorher auch schon… oder hab ich den Artikel jetzt falsch verstanden?

  •  sl (13. August 2007)

    @Manuel: Web Gallery ist ja praktisch die Weiterentwicklung von Photocasting

    @Fischer: Du hast recht – in der Form sollte das eigentlich gar nicht im Artikel auftauchen. Ist korrigiert.


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