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Veröffentlicht am  6.09.07, 3:20 Uhr von  

Kommentar: Neue Töne, alte Songs

Fast 10 Minuten sprach Jobs in seiner Keynote zum The Beat Goes On Event über das leidlich unspektakuläre neue Klingelton-Bastel-Feature in iTunes. Die Begeisterung im Publikum, das selbst dann klatschte, als Jobs den Preis von zusätzlichen 99 Cent pro Klingelton (plus die üblichen 99 Cent pro Song) verkündete, ist da nur schwer nachvollziehbar. Es muss wohl das berühmt-berüchtigte Reality Distortion Field des Maestros gewesen sein – warum sonst sollten erwachsene Journalisten fast ausflippen, wenn Jobs lang und breit ein Gimmick erläutert, das selbst die meisten Teens langweilen dürfte?

Ähnlich einfallslos in unseren Augen das “Update” für den iPod shuffle: Eine neue Farbpalette, die viele nicht gerade als Verbesserung empfinden dürften (mit Ausnahme des iPod shuffle RED), zum selben – und damit immer mehr überteuerten – Preis von 79 Dollar. Wenigstens etwas mehr Speicherplatz hätte man dem kleinsten iPod spendieren müssen, um der Billigkonkurrenz aus Fernost guten Gewissens entgegentreten zu können.

Wenig Neues auch beim klassischen iPod, der jetzt auch offziell so heißt. Der iPod classic wird in der Produktmatrix wohl nur solange überleben, wie Flash-Speicher noch nicht in Kapazitäten deutlich über 16 Gigabyte zu massenkompatiblen Preisen verfügbar ist. Bis dahin aber dürfte er für echte Musikliebhaber das Gerät der Wahl bleiben. Im Vergleich zum iPod nano und iPod touch wirkt er aber schon heute seltsam altbacken – sowohl optisch, als auch technisch.

iPod nano 3. Gen.
Foto via tris @ flickr

Der neue iPod nano hingegen überraschte positiv. Optisch sieht er zwar fast haargenau so aus, wie wir es schon vor zwei Wochen vorhergesagt hatten. Damals von vielen als dick und hässlich gehänselt, macht der jüngste Spross der Nano-Reihe “in echt” aber doch deutlich mehr her, als manch einer glauben wollte. Auch preislich ist vor allem das Einstiegsmodell äußerst attraktiv. Nur die Farben erinnern irgendwie an blasse Krankenhausflure…

Mit dem iPod touch bringt Apple schließlich das, was viele seit Vorstellung des iPhones erhofft hatten: Ein iPhone ohne Phone. Dass der iPod touch sogar mit Safari und WLAN-Schnittstelle kommt, darf man als durchaus mutigen Schritt bewerten, schließlich dürfte der eine oder andere jetzt wohl den Kauf des vor allem in den Folgekosten deutlich teureren iPhones ad acta legen.

Viel Platz räumte Jobs dann zwei Ankündigungen ein, die bestenfalls in die Rubrik “ganz nett” passen: Den iTunes Store kann man jetzt auch vom iPhone (und vom iPod touch) aus anzapfen, und in einigen ausgewählten Starbucks-Läden gibt es eine spezielle Seite, über die man z.B. den gerade gespielten Song erwerben kann. Das eigentlich Spannende: Nach Google und AT&T hat Apple damit einen weiteren strategisch wichtigen “Big Player” an sich binden können. Die Aktionäre der Apple Inc. wird’s freuen.

Das “One More Thing” bestand diesmal in einer jedenfalls zu diesem Zeitpunkt durchaus überraschenden Preissenkung des 8 GB iPhones, das mit 399 Dollar jetzt in deutlich attraktivere Preisregionen vordringt. Umso spannender wird nun, wie die Preis- und Vertragsmodelle in Europa aussehen werden. Wir rechnen damit, dass entsprechende Ankündigungen der Netzbetreiber nicht mehr lange auf sich warten lassen – sobald der zeitliche “Sicherheitsabstand” zur Keynote von gestern überbrückt ist, dürfte die Stunde von T-Mobile & Co. schlagen.

Fazit

Eine revolutionär neue Platte legte Jobs gestern nicht auf. Aber der Ton macht die Musik – deshalb dürfte auch die neue iPod-Modellpalette überaus erfolgreich werden. Kein anderer Hersteller bietet ein so perfektes Gesamtpaket für digitale, mobile Unterhaltung an – warum also sollte Apple über Bord werfen, was gut und bewährt ist? Den optischen Weichspüler, den Apple seinen Produkten seit einiger Zeit verodnet (angefangen vom iPhone, über den iMac bis hin zu den neuen iPods), mag man als mut- und ideenlos bezeichnen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass der iPod wie kein anderes Produkt ein Massenartikel ist – da muss man in Cupertino vor allem den Geschmack des Durchschnitts-Käufers treffen. Und der ist eben ein Gewohnheitstier.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 6 Kommentar(e) bisher

  •  Chef von Ebene 3 sagte am 6. September 2007:

    Im Starbucks also….aha
    warum nicht McDonalds?

    Wenn im Starbucks der Kaffee halb so teuer wäre, hätte sich apple garantiert einen anderen Partner gesucht.

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  •  Johann sagte am 6. September 2007:

    Das ist mal ein gelungener Kommentar!
    Dass jemand mal mit etwas realistischerem Blick auf Neuankündigungen von Aple schaut, war echt mal nötig.
    Bunte iPod Shuffles hauen mich auch nicht um, und im Starbucks Musik kaufen, das ist tatsächlich etwas, was ich auch in die Kategorie “ganz nett” abtun würde (abgesehen davon, dass ich Starbucks gar nicht mag).
    Begeistern tut mich dagegen der iPod Touch, den da wird tatsächlich Neuland auf dem Gebiet der MP3-Player betreten.
    So sehr ich an der Apple-Fangemeinde auch die Begeisterung und die häufig auch dahinter steckende Leidenschaft mag, stört es mich dennoch, wenn manchmal einfach der Verstand ausgeschaltet wird. Man fragt sich dann, ob Steve nicht sogar für einen simplen Toaster begeisterte Jubelschreie bekommen würde…

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  •  Gregor sagte am 6. September 2007:

    Warum hat der neue iPod-touch eigentlich kein “Mail” ? Wäre die Konkurrenz zum iPhone zu gross? Irgendwie wirkt der Start-Screen noch ausbaufähig, da ist noch Platz für mindestens 9 Buttons. Wann werden die Apfelköpfe in Cupertino endlich kapieren dass ein IPod mit Wifi und der Möglichkeit individuelle Apps zu installieren die absolute Killerapplikation ist! Starbucks Button ? Wer will schon zu Starbucks?

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  •  JFK sagte am 6. September 2007:

    naja, seid doch mal zufrieden -_-

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  •  rob sagte am 6. September 2007:

    naja ich bin ganz froh das Apple den Shuffle nicht mit mehr GB ausliefert….wozu? Selbst als 512kb Version fand ich ihn mehr als ausreichend. Das aktuelle Design ist superpraktisch und vielen kleinen Mediamarkt Playern überlegen.
    Was ich mir für den Shuffle aber wünschen würde wäre eine Möglichkeit zwischen ein/zwei Playlisten hin und herzuschalten (vielleicht über 5 kleine LEDs die jeweils eine Playlist representieren) und dann kann man auch wieder über mehr GB reden.
    Über einen Preiscut würde ich mich natürlich immer freuen :-)

    Den Nano find ich auch ganz gelungen auch wenn man sich erstmal an das breitere Design gewöhnen muß, aber dafür wird man ja mit Video Features besänftigt….ich das will ich gar nicht mehr missen (Video Podcasts!)

    Klar war der Touch vorausgesehen….trotzdem super, aber warum nur 16GB???? Und wo ist Mail & iChat? Und jetzt soll endlich mal ne gescheite API veröffentlich werden….die Gefahr wie beim iPhone besteht ja nicht.

    Der Rest: iTS fürs iPod/iPhone ist ja noch ganz witzig…da kann man wenigstens mal in ein Lied reinhören….Starbuck? Klingeltöne für Geld? Dinge die die Welt nicht unbedingt braucht.

    Was Apple Weihnachtsgeschäft 2007 angeht: die Konkurenz muss sich warm anziehen.

    rob

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  •  nils sagte am 7. September 2007:

    Ich finde Ihr unterschätzt den Wifi-iTunes-Store etwas. Es ist der Einstieg in mobiles Geldausgeben für Songs und zwar an den Mobilfunk-Carriern vorbei. Ich finde das einen bemerkenswerten Schritt. Nicht das Feature an sich — das ist technsich gesehen eher kalter Kaffee — aber was es für die Positionierung für zukünftige Produkte bedeutet.

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        1. iPod touch « Maveriksworld.de am 7. September 2007
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