Tipps & Tutorials: 30. November 2007,

Glossar zum iPhone-Jailbreak

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Bereit für die verlockende Welt der iPhone-Hacks? Aber irgendwie verwirrt angesichts der vielen Fachbegriffe und Abkürzungen in den einschlägigen Foren? Kein Problem, dafür gibt es ja Macnotes. Wir präsentieren euch ein Glossar zum iPhone-Jailbreak, von A wie Aktivierung bis V wie Virginizer.

Aktivierung: Nimmt man das iPhone aus der Schachtel, so kann man zunächst nur Notrufnummern wählen, aber nicht einmal die iPod-Funktion nutzen. Einmal aktiviert, gelangt man ins Hauptmenü und das iPhone lässt sich zumindest schon als Luxus-iPod nutzen. Die Aktivierung erfolgt via iTunes, dafür ist jedoch ein Vertrag mit AT&T (USA) bzw. T-Mobile (Deutschland) erforderlich. Aber es geht auch anders, iNdependence und anderen Tools sei Dank.

AnySIM: AnySIM ist ein Programm, das den SIM-Lock des iPhones entfernt. Anschließend lässt sich das iPhone mit jeder beliebigen SIM-Karte nutzen. AnySIM wurde vom iPhone Dev Team entwickelt und bietet eine einfache grafische Benutzeroberfläche.

Baseband: Unter Baseband versteht man den Teil des iPhones, der u. a. das Zusammenspiel zwischen SIM-Karte und GSM-Chip steuert. Das Baseband ist also die Schnittstelle zum Mobilfunk-Netz. Das Entfernen des SIM-Locks (siehe Unlock) erfordert eine Modifikation des Baseband-Bootloaders.

Bootloader: Der Bootloader ist die Software, die das Baseband steuert. Der Bootloader soll und kann nicht modifiziert werden. Stellt man sich die gesamte iPhone-Software als ein mehrstöckiges Haus vor, so ist der Bootloader das Fundament. Dabei handelt es sich um den Teil der iPhone-Software, der am stärksten vor Modifikationen geschützt ist. Dennoch gab es im Bootloader eine Sicherheitslücke, die letztlich den Software-Unlock ermöglichte. Mit dem neuen Bootloader (Version 4.x) wurde dieses Leck geschlossen. Alle iPhones, die ab Werk mit Firmware-Version 1.1.2 kommen, haben den neuen Bootloader. Folglich lassen sie sich mit den bisherigen Methoden nicht vom SIM-Lock befreien.

DFU-Modus: DFU steht für Device Firmware Upgrade. Mit DFU-Modus ist ein Wartungsmodus des iPhones gemeint, bei dem das iPhone zwar eingeschaltet, die Firmware aber nicht geladen ist, so dass man diese modifizieren kann. Um in den DFU-Modus zu gelangen, schließt man das iPhone an den Mac bzw. PC an, öffnet iTunes und drückt gleichzeitig die Ausschalt- und Home-Taste am iPhone für etwa 10 Sekunden, bis sich das Gerät ausschaltet. Anschließend hält man die Home-Taste für weitere 10-15 Sekunden gedrückt, bis iTunes ein iPhone im Wartungsmodus erkennt. Mac-Nutzer können iNdependence verwenden. Der DFU-Modus lässt sich vom Recovery-Modus dadurch unterscheiden, dass kein gelbes Warndreieck auf dem Display zu sehen ist.

Erica Sadun: Erica Sadun ist Programmiererin und Autorin, unter anderem beim Blog TUAW. Sie gehört zu den iPhone-Hackern der ersten Stunde und hat eine ganze Reihe von nützlichen Helferlein für das iPhone entwickelt.

Firmware: Unter Firmware versteht man den Teil der iPhone-Software, der u. a. das Betriebssystem (eine speziell optimierte Variante von OS X) und die Benutzeroberfläche enthält. Das erste größere Update gab es im Oktober in Form von Firmware-Version 1.1.1. Aktuell wird das iPhone mit Firmware-Version 1.1.2 ausgeliefert, die u. a. die Landeseinstellungen und internationalen Sprachdateien enthält. Ein Upgrade der Firmware ist via iTunes möglich. Besitzer von gehackten iPhones sollten sich vor einem Firmware-Upgrade unbedingt informieren, ob ein solches gefahrlos durchgeführt werden kann.

iNdependence: iNdependence ist ein kostenloses Programm für den Mac, mit dem das iPhone u. a. aktiviert, und der Jailbreak durchgeführt werden kann. iNdependence ist gewissermaßen das Schweizer Taschenmesser für alle iPhone-Hacker. Für Windows-Nutzer steht mit iDemocracy ein ähnliches Programm bereit.

Installer: Der Installer ist das Programm für das iPhone. Mit dem Installer lassen sich weitere Programme direkt vom iPhone aus über eine einfache Benutzeroberfläche herunterladen, installieren und ggf. aktualisieren. Der Installer stammt vom Software-Hersteller Nullriver. Bisher stellt Nullriver das Programm kostenlos zur Verfügung, es gibt aber offenbar Überlegungen, aus dem Installer in Zukunft ein kommerzielles Produkt zu machen.

iPhone Dev Team: Das iPhone Dev Team ist ein Zusammenschluss von iPhone-Hackern. Das iPhone Dev Team war unter anderem für den ersten Jailbreak, sowie die erste kostenlose Unlock-Software verantwortlich.

iPhone Elite Dev Team: Das iPhone Elite Dev Team ist ein weiterer Verbund von talentierten Hackern. Ein Großteil der Mitglieder gehörte ursprünglich dem iPhone Dev Team an, schied dort aber wegen eines Streits u. a. über das Virginizer-Tool aus.

IPSF: Unter dem Namen iPhoneSimFree (IPSF) wird eine kommerzielle Unlock-Software vermarktet. Anders als bei anySIM waren iPhones, die mit IPSF entsperrt wurden, bislang nach einem Firmware-Upgrade mit jeder SIM-Karte nutzbar. Es wird vermutet, dass iPhoneSimFree auf Apple-internes Insider-Wissen zurückgreift.

Jailbreak: Mit Jailbreak (Gefängnisausbruch) wird der Vorgang bezeichnet, der das Dateisystem des iPhones für Lese- und Schreibvorgänge öffnet. Ab Werk kann nicht auf das Dateisystem zugegriffen werden, dies ist aber unabdingbare Voraussetzung u. a. für den Unlock und die Installation von Programmen. Der Jailbreak kann entweder vom Mac bzw. PC aus durchgeführt werden (siehe iNdependence) oder durch Aufrufen des URL www.jailbreakme.com am iPhone. Letzteres Verfahren macht sich eine Sicherheitslücke im iPhone-Browser zunutze, die mit der Firmware-Version 1.1.2 geschlossen wurde.

Modem Firmware: Siehe Baseband.

OktoPrep: OktoPrep nennt sich ein iPhone-Programm (erhältlich via Installer), das iPhones mit Firmware-Version 1.1.1 auf das Upgrade auf Version 1.1.2 vorbereitet. Es sorgt dafür, dass auch nach dem Upgrade noch ein Jailbreak möglich ist.

OTB: Die Akronyme OOB bzw. OTB stehen für „out of the box“, also „aus der Schachtel“. Gemeint ist ein iPhone im Zustand direkt nach Öffnen der Verpackung, also völlig ohne Modifikationen durch den Nutzer.

Restore: Unter einem Restore versteht man das Zurücksetzen der Firmware auf den Auslieferungszustand via iTunes. Daten und Einstellungen auf dem iPhone gehen dabei verloren. Ein Restore wirkt sich nicht auf Baseband und Bootloader aus (dazu siehe Virginize).

SFTP: Mit SFTP ist eine verschlüsselte FTP-Verbindung zum iPhone gemeint, über die Dateien und Programme auf das iPhone übertragen werden können. Voraussetzung ist ein SSH-Server auf dem iPhone sowie ein SFTP-Programm am Mac, z. B. Fugu oder Cyberduck.

SIM-Lock: Unter einem SIM-Lock versteht man hardware- oder softwareseitige Sperren, die ein Handy an ein bestimmtes Mobilfunk-Netz oder eine bestimmte SIM-Karte binden. Das iPhone hat einen softwareseitigen SIM-Lock.

SSH: SSH steht für Secure Shell und bezeichnet eine verschlüsselte Netzwerkverbindung, mit der das iPhone über Kommandozeilen-Befehle gesteuert werden kann. Dafür ist ein SSH-Server auf dem iPhone nötig. Dieser kann entweder per iNdependence oder via Installer installiert werden. Am Mac nutzt man das Terminal (Programme > Dienstprogramme), um eine SSH-Verbindung zum iPhone aufzubauen.

Springboard: Mit Springboard ist die Steuereinheit der grafischen Benutzeroberfläche des iPhones gemeint, die insbesondere für den Home-Screen zuständig ist.

Summerboard: Mit Summerboard wird eine Erweiterung des Springboards bezeichnet, die u. a. das seitliche Scrollen des Home-Screens ermöglicht. Dies wird dann essentiell, wenn man mehr als 3 zusätzliche Programme auf dem iPhone installiert hat.

Turbo-SIM: Turbo-SIM ist ein Produkt des tschechischen Herstellers Bladox. Es handelt sich um einen Aufsatz für die SIM-Karte, mit der SIM-Lock des iPhones zwar nicht entfernt, aber umgangen werden kann. Die Turbo-SIM kostet beim Hersteller etwa 60 Euro, bei eBay werden deutlich höhere Summen verlangt.

Unlock: Unlock meint das Entfernen des SIM-Locks und somit die Freischaltung des iPhones für alle Handy-Netze. Es gibt verschiedene nicht-offizielle Lösungen (siehe AnySIM, IPSF), deren rechtliche Zulässigkeit zumindest umstritten ist. Seit 21. November bietet T-Mobile außerdem ein iPhone zum Preis von 999 Euro an, das sich offiziell via iTunes entsperren lässt. In Frankreich kann ein SIM-Lock-freies iPhone für 749 Euro beim Netzbetreiber Orange erworben werden. Sowohl T-Mobile als auch Orange bieten diese Lösungen nur deshalb an, weil sie aus rechtlichen Gründen dazu gezwungen waren.

Virginize(r): Mit Virginizing ist das Zurücksetzen des iPhones in den „jungfräulichen“ Auslieferungszustand gemeint. Anders als beim Restore wird hierbei auch das Baseband zurückgesetzt und damit ein Problem behoben, das frühe Versionen von AnySIM hervorgerufen hatten. Wer sein iPhone mit Firmware-Version 1.0.2 und AnySIM entsperrt hat, muss unbedingt einen Virginize durchführen, bevor er ein Firmware-Upgrade vornimmt.



Glossar zum iPhone-Jailbreak
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 3 Kommentar(e) bisher

  •  Marc (30. November 2007)

    Nun werden auch Macmagazine unseriös und schreiben über Hackthemen. Was tut man nicht alles für die Quote…

  •  Patrique (30. November 2007)

    @Marc: Und weil Alkohol eine Droge ist, sind alle, die darüber schreiben unseriös? Krude Logik deinerseits.

  •  Carsten (1. Dezember 2007)

    Danke für die Infos. Auf jeden Fall ein guter Ansatz für weitere Internetrecherchen!


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