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Veröffentlicht am  28.01.08, 12:13 Uhr von  Alexander Trust

Erster Blick auf Adobe Photoshop Elements 6 (Beta)

Von den Profis belächelt und von der Zielgruppe nie wirklich geliebt: Photoshop Elements fristete auf dem Mac bisher ein Nischendasein zwischen dem „großen Bruder“ und Apples iPhoto. Nach einigen Jahren Stillstand – Version 4 gab es nicht als Universal Binary, Version 5 erschien nie für den Mac – soll sich das bald ändern: Mit Photoshop Elements 6 kommt Ende März eine generalüberholte Version in den Handel (wir berichteten).

Adobe hat uns freundlicherweise bereits eine (nicht-öffentliche) Beta-Version zur Verfügung gestellt. Im Folgenden schildern wir die Neuerungen und unsere ersten Eindrücke.

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Das ist drin: Photoshop Elements 6 und Bridge CS3

Wie schon der Vorgänger kommt Photoshop Elements 6 nicht allein: Mit in der Box liegt Bridge CS3, Adobes Tool für Bildimport und -verwaltung. Im Vergleich zur Version, die der Creative Suite beiliegt, fehlen lediglich Features wie die Anbindung an Version Cue oder der Zugriff auf Agentur-Fotos – der Otto-Normal-User wird sie kaum vermissen. Für die Installation beider Programme werden insgesamt rund 2 Gigabyte freier Festplattenspeicher benötigt. Voraussetzung sind außerdem mindestens 512 MB Arbeitsspeicher (das Doppelte ist gerade im Zusammenspiel mit Bridge dringend zu empfehlen) sowie OS X 10.4.8 oder neuer.

Kaum wiederzuerkennen: Die neue Oberfläche

Nach dem Starten fällt als erstes die neue, dunkle Oberfläche ins Auge. Sie erstreckt sich zwingend über die gesamte Fläche des Bildschirms und ist auch deshalb zumindest gewöhnungsbedürftig – zumal die hellgraue Schrift nicht unbedingt zur besseren Lesbarkeit beiträgt.

Gute Noten gibt es dagegen für das Bedienkonzept: Die einzelnen Paletten lassen sich per Klick schnell ein- und ausblenden und geben so bei Bedarf ihren Platz frei. Über drei farbig hervorgehobene Reiter wechselt man zwischen den drei Aufgabenbereichen “Bearbeiten”, “Erstellen” und “Weitergabe”. Zwischen letzteren erscheint die Trennung aber etwas gewollt – dazu passt, dass der Button zum Erstellen einer Web-Galerie sowohl unter “Erstellen” als auch unter “Weitergabe” auftaucht:

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Photoshop Elements 6 verfügt über drei verschiedene Bearbeitungsmodi, die sich an den Fähigkeiten des Nutzers orientieren: Der Assistenten-Modus führt Schritt für Schritt zum besseren Bild, im Schnell-Modus kommt man mit wenigen Klicks zum Ziel und der Profi-Modus gibt sämtliche Einstellungsmöglichkeiten frei.

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Neu für Einsteiger: Assistiertes Bearbeiten, PhotoMerge und mehr

Im Assistenten-Modus finden sich selbst absolute Photoshop-Neulinge zurecht. Insgesamt 12 Assistenten für typische Aufgaben wie Farbkorrektur, Schärfen oder Freistellen nehmen den Einsteiger an die Hand. Farbstiche entfernt man so z. B. mit einem einzigen Klick und lernt gleichzeitig, wie und warum sie entstehen. Neu sind auch spezielle Werkzeuge zum Erstellen von Fotomontagen. So lässt sich zum Beispiel ganz einfach aus mehreren Einzelbildern das perfekte Gruppenbild montieren.

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Neu für Aufsteiger: Verzerrungs-Korrektur, Schnellauswahl, etc.

Aber auch für ambitioniertere Nutzer gibt es einige interessante Neuerungen. Dazu gehört die Möglichkeit, per Filter eine eventuell vorhandene Vignette zu entfernen oder eine Kamera-bedingte Verzerrung zu korrigieren. Das neue, halbautomatische Schnellauswahl-Werkzeug erleichtert das Bearbeiten einzelner Bildausschnitte. Schließlich wurde auch die RAW-Unterstützung verbessert: Mehr Kameramodelle, mehr Parameter (z. B. Dynamik und Klarheit) und einfachere Stapelverarbeitung.

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Fazit

Den ersten Eindrücken nach ist Adobe mit Photoshop Elements 6 der Spagat zwischen professioneller Bildbearbeitung und Einsteigersoftware gelungen. Wer mehr Bildbearbeitung will, als iPhoto bietet, der ist mit Photoshop Elements bestens bedient.

Das Programm spielt mit rund 100 Euro übrigens in einer ähnlichen Preisklasse wie Pixelmator und andere Bildbearbeiter, die auf Apples Core Image Framework basieren. Im direkten Vergleich kann die Kombination aus Photoshop Elements und Bridge aber deutlich mehr. Schade nur, dass Adobe einen etwas merkwürdigen Umrechnungskurs benutzt: In den USA ist das Programm für 89 Dollar zu haben.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 10 Kommentar(e) bisher

  •  Cedric sagte am 28. Januar 2008:

    Danke für den ausführlichen Einblick, es sieht in der Tat sehr interessant aus – nicht nur für Amateure. Das neue User Interface gefällt mir sehr gut und wirkt sehr aufgeräumt. Es ist eine klare Tendenz in Richtung Lightroom zu erkennen. Wahrscheinlich sind Fotografen mit der Kombination aus Lightroom und PS Elements wesentlich besser beraten als mit Photoshop und Aperture.

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  •  MacMacken sagte am 28. Januar 2008:

    Verstehe ich richtig, dass Adobe Photoshop Elements 6 ausschliesslich im Vollbildmodus funktioniert, sich im Extremfall also zwingend über einen 30″-Bildschirm erstreckt und keinen Raum für andere Fenster übrig lässt?

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  •  ha sagte am 28. Januar 2008:

    So sieht es aus – du kannst lediglich die einzelnen Dokumenten-Fenster in der Größe verändern oder im Dock ablegen. Die Oberfläche bleibt aber immer im Vollbild-Modus – daher ja auch unsere Kritik. Andererseits: Welcher Hobbyfotograf kann schon ein 30″ Cinema Display sein eigen nennen?

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  •  MacMacken sagte am 28. Januar 2008:

    Welcher Hobbyfotograf kann schon ein 30″ Cinema Display sein eigen nennen?

    Ich sehe diesen Zusammenhang nicht – grosse Bildschirme sind nicht nur bei Profi-Fotografen beliebt … und letztlich ist es bei jedem Bildschirm eine Zumutung, wenn man im Vollbildmodus arbeiten muss – «Switcher» mögen sich das gewohnt sein, aber auf dem Mac ist es doch eher untypisch.

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  •  ha sagte am 28. Januar 2008:

    Wie gesagt, es ist “zumindest gewöhnungsbedürftig” ;-)

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  •  Cedric sagte am 28. Januar 2008:

    Genau so gut könnte man darüber streiten warum Lightroom auch nur im Vollbildmodus verwendet werden kann. Das ist für mich kein Manko sondern ein Feature. Ich möchte mich auf die Bearbeitung konzentrieren und nicht auf mein Hintergrundbild. ;-)

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  •  MacMacken sagte am 28. Januar 2008:

    Ich möchte mich auf die Bearbeitung konzentrieren und nicht auf mein Hintergrundbild. ;-)

    Dafür kann man einen Vollbildmodus anbieten … oder schlicht das Fenster vergrössern – man merkt an diesen Beispielen, dass sich Adobe inzwischen vom Mac verabschiedet hat und für Microsoft Windows entwickelt. Die entsprechenden Applikationen gibt es zwar auch noch für den Mac, aber eben nicht besonders Mac-like.

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  •  Tekl sagte am 29. Januar 2008:

    Ich finde diesen Vollbildmodus auch vorteilhaft. Gerade bei Photoshop störte es mich immer, dass in den Lücken zwischen den Paletten und den Dokumenten andere Fenster, z. B. vom Finder, durchschienen. Gelegentlich klickte man auch versehentlich eines der Fenster an und schwupp war man im Finder. Es wird ja öfter mal der Vorteil bei OS X hervorgehoben, dass es dokumentbasiert und nicht anwendungsbasiert sei. Leider ist das immer noch nur in Ansätzen so. Öffne ich aus Mail ein Bild in Vorschau und schließe es da wieder, so das Vorschau kein offenes Dokument mehr hat, gelange ich nicht zurück zu Mail, sondern muss es erstmal anklicken (Indiz: anwendungsbasiert), was bis jetzt auch jeden Maceinsteiger verwirrt hat. Mit Alt Tab wechsle ich auch nur zu einzelnen Anwendungen (Indiz: anwendungsbasiert). Alleine dass beim Fensterwechsel zu einer anderen Anwendung das ursprüngliche Dokument stehen bleibt und die Paletten verschwinden ist für mich ein Indiz, dass es mal dokumentbasiert gedacht war, abgesehen von der Menüleiste. Außer Exposé gibt es z. B. keine Möglichkeit zu einem Fenster zu gelangen, was hinter einem anderen liegt. Mit Alt-Tab werden gleich alle Fenster hervorgeholt. Exposé stößt bei vielen Fenstern einfach an seine Grenzen, weil’s zu unübersichtlich wird und der Trick mit der Tab-Taste macht alles wieder anwendungsbasiert und holt alle Fenster der Anwendung nach vorne. Aber bei Windows ist es ja nicht besser. Die Fensterverwaltung ist zum größten Teil Anwendungsbasiert, der Explorer verhält sich aber, als sei jedes Fenster eine eigene Anwendung. Das ist zumindest praktisch, wenn man mal eine einzelnes Fenster nach vorne holen möchte, was für mich eigentlich meistens der Fall ist.

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  •  MacMacken sagte am 29. Januar 2008:

    @Tekl: Ich schätze den Vollbildmodus ab und zu auch … aber ich schätze noch mehr eine Wahlmöglichkeit. Es dürfte keine Kunst sein, den Vollbildmodus zusätzlich zu den üblichen Fensterfunktionen anzubieten – bei Pixelmator beispielsweise gibt es diese Funktion.

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  •  Cedric sagte am 29. Januar 2008:

    Weißt du wie lange es braucht um eine GUI zu entwickeln, optimieren und umzusetzen? Bei einem relativ übersichtlichen Programm wie etwa Pixelmator mag es nicht sehr Zeitaufwendig gewesen sein, aber bei den großen wie PS oder PS Elements ist das noch mal etwas anderes. Für mit und ohne Vollbildmodus geht da locker die doppelte Zeit flöten bei der Entwicklung. Adobe wird seine Gründe gehabt haben warum es nur den Vollbildmodus gibt…

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