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Veröffentlicht am  4.02.08, 17:55 Uhr von  

Erster Blick auf Bento von FileMaker

Bento"

Als “persönliche Datenbankanwendung” vermarktet die Apple-Tochter FileMaker ihr neues Einsteiger-Produkt: Mit Bento soll auch der Otto-Normal-User für das Verwalten von Daten aller Art begeistert werden.

Nach Ende der Test-Phase, in der die Beta-Version über 140.000 mal heruntergeladen wurde, kommt im März das fertige Produkt auf den deutschen Markt. Wir konnten uns auf der Macworld die US-Version sichern und zeigen schon jetzt, was Bento kann.

[nggallery id=108]Was ist Bento?
Bento bezeichnet in der japanischen Küche eine Lunch-Box, in der die einzelnen Speisen durch Schieber getrennt sind. So ähnlich darf man sich auch das Prinzip der Software vorstellen: Alle Daten befinden sich in einer virtuellen Schublade, hübsch sortiert in verschiedene Fächer wie Adressen, Termine oder Aufgaben. Durch Verknüpfen der einzelnen Datensätze lassen sich dann z.B. Projekte verwalten, Veranstaltungen planen oder Fotos, Filme und andere Medien katalogisieren.

Was ist Bento nicht?
Bento ist keine professionelle Datenbank-Lösung wie FileMaker oder Access. So ist das Programm z.B. nicht Mehrbenutzer- oder Netzwerk-fähig (trotz interessanter Ansätze eifriger Tüftler). Auch Script-Unterstützung bietet die Software nicht, komplexe Szenarien lassen sich mit Bento also nur schwerlich handhaben und vor allem nicht automatisieren.

Erste Schritte
Eine der wesentlichen Vorteile von Bento ist die direkte Anbindung an iCal und das Adressbuch. Kontakte und Termine werden in Echtzeit abgeglichen, das mühselige Im- und Exportieren entfällt hier also. Aber auch wer Datenbestände z.B. aus Excel oder Numbers verwenden möchte, kann diese per .csv-Import in Bento übernehmen.

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Die Oberfläche von Bento erinnert wohl nicht zufällig an iTunes: Links befinden sich die verschiedenen Bibliotheken mit ihren Datensammlungen (iTunes-Pendant: Playlists), in der Mitte die Übersicht mit den einzelnen Datensätzen, rechts die Liste der verfügbaren Felder. Per Mausklick lässt sich zwischen tabellarischer Ansicht und der Detailansicht wechseln.

Wer viele Kontakte und Termine verwaltet, der wird Bento zu schätzen wissen: Dank der tabellarischen Ansicht wird das Bearbeiten deutlich beschleunigt. Zu jedem beliebigen Datensatz lassen sich zusätzliche, individuelle Felder hinzufügen, die es so z.B. im Adressbuch nicht gibt. Aus einer simplen Adressliste lässt sich so mit wenigen Klicks z.B. ein Tool zur Akquise-Verwaltung basteln.

Gut gelöst: Daten in Beziehung zueinander setzen
Richtig interessant wird Bento, wenn man verschiedene Datensammlungen miteinander verknüpft. In unserem Beispiel verbinden wir unsere Akquise-Kartei mit einer neu anelegten Bilddatenbank und können so für jedes Bild angeben, welcher potentieller Kunde sich dafür interessieren könnte. Das funktioniert natürlich auch in die andere Richtung, d.h. auch in der Akquise-Kartei können wir ein neues Feld hinzufügen, das wiederum auf die Daten aus der Bilddatenbank zurückgreift.

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Mit Abstrichen: Vorlagen und Themes
Bento kommt mit 23 gut gemachten Vorlagen für Datensammlungen aller Art, die sich selbstverständlich auch auch an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Leider sind aber gerade die Möglichkeiten zum Einstellen von Farben, Schriftarten etc. sehr eingeschränkt: Hier ist man auf die rund 21 mitgelieferten Themes beschränkt, die nur teilweise zu gebrauchen sind.

Eine weitergehendes Tuning ist nur mit einem Trick möglich: Wer im Programmpaket von Bento stöbert (Ctrl-Klick > Paketinhalte zeigen) findet den Theme-Ordner. In den einzelnen Theme-Paketen ist wiederum eine Datei namens Attributes.plist enthalten, die sich mit dem Texteditor bearbeiten lässt.

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Fazit
Mit Bento eröffnet FileMaker dem iLife-Nutzer die Welt der Datenbanken. Den Preis von 39 Euro ist das Programm definitiv wert. Es bleibt aber die Frage, wer Bento eigentlich braucht: Den meisten Heimanwendern dürfte die Kombination aus Mail, iCal und Adressbuch genügen – und bei komplexeren Vorhaben stößt man mit Bento doch recht schnell an die Grenzen des Machbaren. Ideal ist Bento allerdings für Selbständige, kleine Unternehmen, Vereine und andere, die sich mit wenig Know-How und kleinem Budget die Vorteile einer Datenbank-gestützten Verwaltung erschließen wollen.

Unser Tipp: Vor der Kauf-Entscheidung die Preview-Version ausprobieren, die noch bis zum 14. Februar voll funktionsfähig ist.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 6 Kommentar(e) bisher

  •  Frank sagte am 4. Februar 2008:

    Toller Artikel, Danke! So viel Hintergrundinfos gibt es echt nur bei euch.

    Antworten 
  •  Christian sagte am 4. Februar 2008:

    Hmm, naja, nix für ungut, aber ich hätte mir da mehr Infos erhofft. Wie steht Bento z.B. zu ›strukturierten Freiform-Datenbanken‹ à la DEVONthink Pro, Together oder Eaglefiler? Eher daneben, eher potentieller Konkurrent? Kann man mit PDFs und Webarchiven danach werfen? Wie sieht’s mit Exportmöglichkeiten aus etc. pp. …?

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  •  EMKAY75 sagte am 4. Februar 2008:

    Ich habe BENTO in der Testversion genutzt und mich als erstes gefragt, wozu ich BENTO benötige, denn eine Verwaltung von Terminen & Adressen funktioniert mit Adressbuch und iCal sehr gut.
    Ich habe mich aber trotzdem entschieden die 39 Euro für eine Lizenz auszugeben, denn ich nutze BENTO zur Verwaltung meiner DVDs, Schallplatten & Projekte.
    BENTO ist sehr simpel in der Anwendung und ist wie im Fazit schon beschrieben die 39 Euro Wert, sofern man etwas hat was man Verwalten möchte!

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  •  Frank sagte am 4. Februar 2008:

    @Christian: Da steht doch, dass sich man Daten aus .csv-Dateien importieren kann. Von PDF etc. steht da nichts ;-) Zumindest meine Preview-Version kann es nicht. Für den Export gilt das selbe, d.h. nur .csv.

    Devonthink und Together verfolgen etwas andere Ansätze, insofern würde ich eher sagen “daneben”. Eaglefiler kenne ich persönlich nicht.

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  •  recipient sagte am 5. Februar 2008:

    „So ist das Programm z.B. nicht Mehrbenutzer- oder Netzwerk-fähig [...] Ideal ist Bento allerdings für Selbständige, kleine Unternehmen, Vereine [...]“

    Interessante Schlussfolgerung. Kleine Unternehmen = 1 Arbeitsplatz?

    Außerdem habe ich einer anderen Information entnommen, dass Bento nur unter Leopard lauffähig sei(?). Gerade im Büroumfeld finden Betriebssystem-Updates jedoch, wenn überhaupt, sehr viel später statt.

    Insofern kann man wohl davon ausgehen, dass Filemaker als Zielgruppe eher Privatanwender im Blick hat, die mit Bento ihre 35 DVDs verwalten und das jährliche Sommerfest managen. Da kann man für 39 Euro nicht viel falsch machen.

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  •  Quickmix sagte am 5. Februar 2008:

    Genau das hat mich interessiert, ob man damit DVDs, Schallplatten oder gar Bücher eintragen kann. Super, genau sowas hab ich gesucht. Das die Optik auch noch iTunes-like ist gefällt mir noch beser. Werde ich mir kaufen.

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