News & Rumors: 4. Februar 2008,

Erster Blick auf Bento von FileMaker

Bento
Bento - Verpackung

Als „persönliche Datenbankanwendung“ vermarktet die Apple-Tochter FileMaker ihr neues Einsteiger-Produkt Bento. Damit soll Otto Normal für das Verwalten von Daten aller Art begeistert werden.

Nach Ende der Test-Phase, in der die Beta-Version über 140.000 mal heruntergeladen wurde, kommt im März das fertige Produkt auf den deutschen Markt. Wir konnten uns auf der Macworld die US-Version sichern und zeigen schon jetzt, was Bento kann.

Was ist Bento?

Bento bezeichnet in der japanischen Küche eine Lunch-Box, in der die einzelnen Speisen durch Schieber getrennt sind. So ähnlich darf man sich das Prinzip der Software vorstellen: Alle Daten befinden sich in einer virtuellen Schublade, hübsch sortiert in verschiedene Fächer wie Adressen, Termine oder Aufgaben. Durch Verknüpfen der einzelnen Datensätze lassen sich dann z. B. Projekte verwalten, Veranstaltungen planen oder Fotos, Filme und andere Medien katalogisieren.

Was ist Bento nicht?

Bento ist keine professionelle Datenbank-Lösung wie FileMaker oder Access. So ist das Programm z. B. nicht Mehrbenutzer- oder Netzwerk-fähig (trotz interessanter Ansätze eifriger Tüftler). Script-Unterstützung bietet die Software ebenfalls nicht, komplexe Szenarien lassen sich mit Bento also nur schwerlich handhaben und vor allem nicht automatisieren.

Erste Schritte

Einer der wesentlichen Vorteile Bentos ist die direkte Anbindung an iCal und das Adressbuch. Kontakte und Termine werden in Echtzeit abgeglichen, das mühselige Im- und Exportieren entfällt. Aber auch wer Datenbestände z. B. aus Excel oder Numbers verwenden möchte, kann diese per .csv-Import in Bento übernehmen.

Die Oberfläche von Bento erinnert wohl nicht zufällig an iTunes: Links befinden sich die verschiedenen Bibliotheken mit ihren Datensammlungen (iTunes-Pendant: Playlists), in der Mitte die Übersicht mit den einzelnen Datensätzen, rechts die Liste der verfügbaren Felder. Per Mausklick lässt sich zwischen tabellarischer Ansicht und der Detailansicht wechseln.

Wer viele Kontakte und Termine verwaltet, der wird Bento zu schätzen wissen: Dank der tabellarischen Ansicht wird das Bearbeiten deutlich beschleunigt. Zu jedem beliebigen Datensatz lassen sich zusätzliche, individuelle Felder hinzufügen, die es so z. B. im Adressbuch nicht gibt. Aus einer simplen Adressliste lässt sich so mit wenigen Klicks z. B. ein Tool zur Akquise-Verwaltung basteln.

Daten in Beziehung zueinander setzen

Richtig interessant wird Bento, wenn man verschiedene Datensammlungen miteinander verknüpft. In unserem Beispiel verbinden wir unsere Akquise-Kartei mit einer neu angelegten Bilddatenbank und können so für jedes Bild angeben, welcher potentieller Kunde sich dafür interessieren könnte. Das funktioniert natürlich in die andere Richtung genauso, d.h. in der Akquise-Kartei können wir ein neues Feld hinzufügen, das wiederum auf die Daten aus der Bilddatenbank zurückgreift.

Vorlagen und Themes

Bento kommt mit 23 gut gemachten Vorlagen für Datensammlungen aller Art, die sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Leider sind die Möglichkeiten zum Einstellen von Farben, Schriftarten etc. sehr eingeschränkt: Man ist auf die rund 21 mitgelieferten Themes beschränkt, die nur teilweise zu gebrauchen sind.

Eine weitergehendes Tuning ist nur mit einem Trick möglich: Wer im Programmpaket von Bento stöbert (Ctrl-Klick > Paketinhalte zeigen) findet den Theme-Ordner. In den einzelnen Theme-Paketen ist wiederum eine Datei namens Attributes.plist enthalten, die sich mit dem Texteditor bearbeiten lässt.

Fazit

Mit Bento eröffnet FileMaker dem iLife-Nutzer die Welt der Datenbanken. Den Preis von 39 Euro ist das Programm definitiv wert. Es bleibt aber die Frage, wer Bento eigentlich braucht: Den meisten Heimanwendern dürfte die Kombination aus Mail, iCal und Adressbuch genügen – und bei komplexeren Vorhaben stößt man mit Bento schnell an die Grenzen des Machbaren. Ideal ist Bento allerdings für Selbständige, kleine Unternehmen, Vereine und andere, die sich mit wenig Know-how und kleinem Budget die Vorteile einer Datenbank-gestützten Verwaltung erschließen wollen.

Erster Blick auf Bento von FileMaker
4 (80%) 24 Bewertungen

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Zuletzt kommentiert



 4 Kommentar(e) bisher

  •  Frank (4. Februar 2008)

    Toller Artikel, Danke! So viel Hintergrundinfos gibt es echt nur bei euch.

  •  EMKAY75 (4. Februar 2008)

    Ich habe BENTO in der Testversion genutzt und mich als erstes gefragt, wozu ich BENTO benötige, denn eine Verwaltung von Terminen & Adressen funktioniert mit Adressbuch und iCal sehr gut.
    Ich habe mich aber trotzdem entschieden die 39 Euro für eine Lizenz auszugeben, denn ich nutze BENTO zur Verwaltung meiner DVDs, Schallplatten & Projekte.
    BENTO ist sehr simpel in der Anwendung und ist wie im Fazit schon beschrieben die 39 Euro Wert, sofern man etwas hat was man Verwalten möchte!

  •  recipient (5. Februar 2008)

    Interessante Schlussfolgerung. Kleine Unternehmen = 1 Arbeitsplatz? Außerdem habe ich einer anderen Information entnommen, dass Bento nur unter Leopard lauffähig sei. Gerade im Büroumfeld finden Betriebssystem-Updates jedoch, wenn überhaupt, sehr viel später statt.

    Insofern kann man wohl davon ausgehen, dass Filemaker als Zielgruppe eher Privatanwender im Blick hat, die mit Bento ihre 35 DVDs verwalten und das jährliche Sommerfest managen. Da kann man für 39 Euro nicht viel falsch machen.

  •  Quickmix (5. Februar 2008)

    Genau das hat mich interessiert, ob man damit DVDs, Schallplatten oder gar Bücher eintragen kann. Super, genau sowas hab ich gesucht. Dass die Optik auch noch iTunes-like ist gefällt mir noch besser. Werde ich mir kaufen.


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