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Veröffentlicht am  22.05.08, 17:53 Uhr von  ml

Tutorial: Schöner schreiben mit LaTeX – Werkzeuge

LaTeXIn unserem ersten Teil des LaTeX-Tutorials haben wir euch gezeigt, wie sich das LaTeX-System auf dem Mac installieren und nutzen lässt. Doch die wenigsten Anwender werden dauerhaft auf die Kommandozeile ausweichen wollen, um Texte in Buchdruckqualität zu erzeugen.

Deshalb stellen wir euch im zweiten Teil des Tutorials Programme und Werkzeuge vor, die das Bearbeiten von LaTeX-Dokumenten komfortabler und schneller gestalten.

TeXShopTeXShop – Der LaTeX-Editor
Wie im ersten Teil demonstriert benötigt man um LaTeX-Dokumente zu erzeugen nicht mehr als einen einfachen Texteditor und die Kommandozeile. Das ist aber weder komfortabel noch Mac-like. Das muss sich auch Richard Koch gedacht haben, als er 2001 anfing TeXShop zu entwickeln. Heraus gekommen ist ein LaTeX-Editor der kaum eine Funktion vermissen lässt.

Wichtigste Funktion ist natürlich die Möglichkeit, Dokumente direkt in TeXShop zu setzen und als PDF anzeigen zu lassen. Um in großen Projekten nicht den Überblick zu verlieren, hat sich der Entwickler eine Art Debug-Funktion ausgedacht. Mittels Doppelklick bei gedrückter Apfel-, äh Verzeihung, Command-Taste an einer beliebigen Stelle im gesetzten PDF-Dokument, springt TeXShop an die entsprechende Stelle in der LaTeX-Datei.
[nggallery id=306] Auch sonst bietet TeXShop alle Funktionen, die das Bearbeiten von LaTeX-Dokumenten angenehmer und schneller machen. So lassen sich für häufig benötigte Dokumente Templates anlegen. Eine Vielzahl vordefinierter Makros mit Standard-LaTeX-Kommandos hilft Tipparbeit zu sparen. Zusätzlich kann man eigene Makros anlegen. Mit Hilfe von spezialisierten Eingabepaletten lassen sich auch komplizierte mathematische Formeln und Matrizen einfach erzeugen.

Neben der schon erwähnten Möglichkeite Dokumente direkt aus TeXShop heraus zu setzen, bietet das Programm auch die Möglichkeit BibTeX oder MakeIndex direkt aufzurufen. An dieser Stelle sämtliche Funktionen von TeXShop aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Daher lohnt sich nach einer gewissen Einarbeitungszeit definitiv ein Blick in die Hilfe des Programms. Dort finden sich nützliche Hinweise, wie die Arbeit noch effektiver erledigt werden kann.

BibDeskBibDesk
BibTeX ist das Programm des LaTeX-Pakets mit dem sich automatisch Literaturverzeichnisse erzeugen lassen. Naja, automatisch ist vielleicht leicht übertrieben, denn BibTeX greift dazu auf eine vom Benutzer erstellte Literaturdatenbank zurück.

Bei der Erstellung der Literaturdatenbank hilft BibDesk. BibTeX ordnet jeden Eintrag in der Datenbank einem bestimmten Typ, z. B. Thesis, Book oder Article zu, der jeweils unterschiedliche Pflichtangaben zu Autor, Erscheinungsdatum etc. verlangt. BibDesk unterstützt den Anwender bei der Erstellung dieser Einträge, indem es die Pflichtfelder abfragt. Die Literaturdatenbank lässt sich dann als BibTeX-Datei speichern. Mittels Drag’n Drop lassen sich die gewünschten LaTeX-Verweise aus BibDesk in das LaTeX-Dokument einfügen. Das oft mühselige Suchen nach dem richtigen Schlüssel entfällt damit.
[nggallery id=305] BibDesk unterstützt auch die Suche in schon fertigen Internetdatenbanken so auch der berühmten Library of Congress. Dort gefundene Ergebnisse lassen sich in die lokale Datenbank übernehmen und von dort aus nutzen.

LaTeXitLaTeXit
Eine der Stärken von LaTeX ist es mathematische Formeln in sehr ansprechender Form zu setzen. Doch was nützt einem das, wenn man eine Formel in einer Präsentation oder auf einer Internetseite benötigt? Hier setzt LaTeXit an. Es setzt mathematische Formeln, die sich anschließend als Bild, PDF und in weiteren Formaten exportieren lässt. Dann kann man sie in weiteren Dokumenten verwenden. Noch einfacher geht es per Drag’n Drop aus dem LaTeXit-Fenster.
[nggallery id=307] LaTeXit ermöglicht häufig genutzte Formeln in einer Bibliothek für den schnellen Zugriff abzulegen. LaTeXit lässt sich zudem als Service nutzen: einfach den Formeltext in der entsprechenden Applikation auswählen und über das Service-Menü lässt sich die Formel setzen.

LaTeXitExcalibur
Excalibur überprüft die Rechtschreibung in LaTeX-Dokumenten. Neben dem (englischen) Standard-Wörterbuch können weitere heruntergeladen werden. So ist neben der neuen deutschen Rechtschreibung auch ein Wörterbuch für die alte Schreibweise verfügbar.
[inspic=1104,,fullscreen,400] Excalibur hat jedoch einen wesentlichen Nachteil, der beim Anwender eine gewisse Sattelfestigkeit in der deutschen Rechtschreibung vorraussetzt. Ohne das Standardwörterbuch werden nämlich die LaTeX-Kommandos nicht als solche erkannt. Zieht man das Standardwörterbuch jedoch bei der Prüfung mit heran, werden bestimmte Schreibfehler nicht erkannt. So fallen eigentlich falsch geschriebene Wörter wie z. B. Model statt Modell unter den Tisch. Excalibur kann also das gewissenhafte Korrekturlesen nicht ersetzen, hilft aber die gröbsten Schreib- und Tippfehler zu beseitigen.

Fazit
Mit den vorgestellten Werkzeugen wird die Erstellung von LaTeX-Dokumenten wesentlich vereinfacht. Viele Komfortfunktionen erleichtern und beschleunigen das Erstellen von Texten in Buchdruckqualität. Durch die vorgestellten Programme hat auch der unerfahrene Anwender die Möglichkeit, viele der leistungsfähigen Funktionen von LaTeX zu erschließen und zu nutzen.

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 15 Kommentar(e) bisher

  •  Nef sagte am 24. Mai 2008:

    Und wie soll mein Browser aus Eurem Mischmasch eine Druckversion erstellen? Ich möchte den Artikel ausdrucken, nicht mehr, nicht weniger, jede professionelle Website verfügt über eine solche Druckfunktion. Das solltet Ihr dringend einführen!

    Antworten 
  •  Gesine Boulan sagte am 24. Mai 2008:

    Ihr habe noch einen guten Editor vergessen: Texmaker
    Schnell, übersichtlich und platformübergreifend. ;-)

    Antworten 
  •  oelauge sagte am 27. Mai 2008:

    Alles sehr interessant. Was ich allerdings bis jetzt nicht erkennen konnte ist, wie das Ausgabe-Format (PDF) gesteuert wird? Also welches Seitenformat (A4/A5) benutzt wird, In welcher Schriftwart Überschriften der ersten, zweiten u.s.w Ebenen aussehen sollen. Wie das Inhaltverzeichnis auszusehen hat, die Seitenränder u.s.w. . Kurz, eine Diplomarbeit hat in der Regel ein anderes Layout, als ein Benutzerhandbuch im A5 Format. Für XML (mit entsprechenden Definitionen für Dokumente [DOCBOOK-DTD]) gibt es XSLT, die genau das bestimmen.

    Antworten 
  •  ml sagte am 28. Mai 2008:

    Das Seitenformat legt man ganz einfach per Option in der Dokumentklasse fest, z.B. \documentclass[a5paper]{article}. Prinzipiell entsprechen die LaTeX-Dokumentklassen den von dir angesprochenen DTDs. Darin werden die Festlegungen über Layout usw. gemacht.

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  •  kwoxer sagte am 20. April 2010:

    Falls euch gewisse Grundlagen/Beispiele noch fehlen, kann ich euch ein paar Videotutorials zu LaTeX ans Herz legen.

    http://www.kwoxer.de/tutorials/latex/

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