MACNOTES

Veröffentlicht am  8.07.08, 11:00 Uhr von  sm

Test: Squirrel

Test: SquirrelSucht man eine einfach zu bedienende und flexible Finanzverwaltung, kommt man wohl kaum an den beiden Applikationen mit den netten Tierchen als Programm-Icon vorbei: Squirrel kommt mit einen Eichhörnchen und Cha-Ching mit einem Sparschwein daher. Ersteres hat im Rahmen der diesjährigen WWDC einen Apple Design Award gewonnen und die aktuelle Version 0.6 wollen wir euch in diesem Vorab-Testbericht genauer vorstellen.

Nach dem ersten Start von Squirrel wird man vom freundlich grinsenden Eichhörnchen begrüßt und durch die Einrichtung des ersten Accounts geführt. Die Animation zwischen den einzelnen Schritten erinnern an den Einrichtungsassistenden von Quicksilver.

[nggallery id=358]

Sollte man den Assistenten abbrechen, besteht leider keine Möglickeit ihn noch einmal zu starten. In unserem Test half nur ein Löschen aller von Squirrel angelegten Dateien.

Konten & Kreditkarten
Squirrel bietet fünf unterschiedliche Typen an Accounts: Bankkonten, Sparbücher, Bargeld, Kreditkarten und Freunde. So interessant es nun auch klang, dass man zwischen fünf verschiedenen Accounttypen wählen kann, so ernüchternd ist die Tatsache, dass sich diese nur in ihrem Icon unterscheiden und die Angabe der Onlinebanking-URL bei Bargeld und Freunden keinen Sinn macht, für mich zumindest.

[nggallery id=359]

Da bei mehreren Accounts auch immer wieder das Thema des Geldtransfers von A nach B aufkommt, hat Squirrel dieses Feature direkt integriert. Mit einem Klick auf das Icon in der unteren rechten Ecke erscheint ein Fenster, mit welchem Geld von einem Account auf einen anderen Transferiert werden kann. Nach Eingabe des Betrags erstellt Squirrel automatisch die Abbuchung für Account A und den Geldeingang für Account B.

Neben der gewöhnlichen Listenansicht aller Transaktionen bietet Squirrel auch zu jedem Account eine grafische Darstellung aller Geldein- und ausgänge. Fährt man mit dem Mauszeiger über das Diagramm, so erscheint der Kontostand des jeweiligen Tag neben dem Cursor.

Finanzreports
Mit Squirrel lassen sich mit wenigens Mausklicks Reports einzelner Accounts oder mehrerer Accounts erstellen. Einfach die zu berücksichtigenden Accounts selektieren und danach den Zeitraum festlegen. Entweder man wählt einen vordefinierten Rahmen wie letzte Woche, letzer Monat und dieser Monat oder man legt das Anfangs- und Enddatum selber fest. Alle Transaktionen werden anhand ihrer Kategoriefarbe dargestellt.

Alle Reports lassen sich auch direkt ausdrucken oder als PDF-Datei abspeichern. Bis zur finalen Version von Squirrel sollen noch verschiedene Templates integriert werden; Derzeit sehen die ausgedruckten Reports zwar nicht schlecht aus, von Mac-Software ist man jedoch etwas mehr gewohnt.

[nggallery id=360]

Budgets fassen alle Ausgaben innerhalb bestimmter Kategorien und Tags zusammen. Ähnlich wie Reports, lassen sich auch Budgets mit wenigen Mausklicks erstellen und verwalten. Wie der Name schon verrät steckt hinter jedem Budget ein gewisser Betrag, welcher entweder einmalig ausgegeben werden kann, oder sich monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich wieder auffüllt.

Neben der Anzeige wieviel vom geplanten Budget schon ausgegeben wurde, liefert Squirrel auch eine monatl. Statistik um die Ausgaben – z.b. im iTunes Store – über die letzten Monate vergleichen zu können.

[nggallery id=361]

Natürlich lassen sich auch Ordner und Smart Folders in Squirrel erstellen, eine Hierarchie bestehend aus Ordnern und Unterordnern sucht man jedoch vergebens.

Apple Design Award
Die Arbeit an und das Potential von Squirrel haben auch die Entwickler von Apple erkannt und zeichneten den Entwickler Axel Péju im Rahmen der WWDC mit dem Apple Design Award für Best Mac OS X Leopard Student Product aus.

Blick auf Cha-Ching
Bei einem kurzen Blick auf Cha-Ching fällt einem sofort auf, dass die Eingabe von Geldein- bzw. ausgängen bei Squirrel wesentlich schneller geht als bei Cha-Ching. Squirrel beschränkt sich eher auf die wichtigen Informationen während Cha-Ching eine Vielzahl an Details pro Transaktion bietet. Natürlich kann man dies auch als Nachteil von Squirrel betrachten, ich hingegen möchte keine 30 Minuten pro Transaktion investieren um sie in Cha-Ching abzuspeichern. Einzig die Möglichkeit ein Icon pro Transaktion zu definieren vermisse ich bei Squirrel, die Listen-Ansicht aller Überweisung ist doch etwas leer bzw. langweilig gestaltet.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei Cha-Ching das Auge mitisst und Squirrel dagegen recht nüchtern wirkt. Aber vielleicht ändert sich dies ja bis zur finalen Version 1.0 noch.

Fazit
Squirrel ist auf einem guten Weg, aber noch lange nicht dort angekommen, wo Axel Péju seine Applikation gerne sehen würde. Viele interessante Features stehen noch auf der Roadmap bis zur Version 1.0, darunter u.a. Synchronisation über .Mac / MobileMe und die Möglichkeit den einzelnen Accounts unterschiedliche Währungen zuzuordnen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man bei einem Preis von 6,99€ nicht sonderlich viel falsch machen kann. Für den aktuellen Entwicklungsstand ist der Preis angemessen und da für Version 1.0 ein Preis von 25€ verlangt wird, spart man auch noch 18 Euro wenn man die Entwicklung von Squirrel zum jetzigen Zeitpunkt unterstützt.

3,5/5Testurteil: 3,5/5 Macs
Bezeichnung: Squirrel 0.6
Entwickler: Axel Péju
Preis: derzeit 6,99€, später 25€

Sobald Squirrel in Version 1.0 erschienen ist, werden wir natürlich erneut einen Blick darauf werfen und das Testurteil bei Bedarf aktualisieren.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 12 Kommentar(e) bisher

  •  mir sagte am 8. Juli 2008:

    Interessant wäre noch ein Vergleich mit MoneyWell.

    Antworten 
  •  icke sagte am 8. Juli 2008:

    Sind die Programme lediglich zum händischen Nachtragen der getätigten Ausgaben, oder lässt sich auch Banking mit HBCI vornehmen?

    Antworten 
  •  Peter sagte am 8. Juli 2008:

    Hi.

    Wenn ich das richtig sehe, dann sind die Kontenbewegungen alle manuell einzugeben ohne Onlinebanking Abgleich.

    Das macht doch alles viel zu viel Arbeit, die es ja gerade zu vermeiden gilt.

    Gruss, Peter

    Antworten 
  •  Dito sagte am 8. Juli 2008:

    Stimmt, macht so nicht wirklich Sinn ohne Anbindung ans Online Banking.
    Ihr könntet mal ein review zu Online Banking Software für den Mac machen, das wäre doch mal was. Ich und andere sicherlich auch würden das Begrüßen.

    Antworten 
  •  th sagte am 8. Juli 2008:

    Hmm wenn die Verwaltung nicht via HBCI an die Bank gebunden ist macht das doch keinen richtigen Sinn.

    Ich persönlich bin mit hibiscus ( http://www.willuhn.de/projects/hibiscus/ )recht glücklich. Das ist eine Java SWT Anwendung was mir besonders beim Umstieg von Linux auf den Mac geholfen hat, denn die alten Daten konnte ich problemlos weiterverwenden.

    Hibiscus ist zwar nicht ganz so macLike schick aber dank HBCI Anbindung recht praktisch.

    Antworten 
  •  Cedric sagte am 8. Juli 2008:

    Ich finde sowohl Cha-Ching als auch Squirrel sehr interessant, aber ich habe keine Lust meine Finanzdaten nachträglich dort eintragen zu müssen. Wo bleibt eine HBCI-Schnittstelle? Im Grunde genommen sind beide Programme in dieser Hinsicht sehr sinnlos und bedeuten nur Mehraufwand. Darüber hinaus verbirgt sich dahinter ja nichts anderes als auf CoreData basierende Datenbankanwendung. Da kann ich meine Finanzen gleich in Excel eintragen. Schade das auch hier wieder mehr Delicious unter der Haube steckt als praktischer Nutzen. Höchstens für Konten mit wenig Zahlungsverkehr (Sparbücher, o.ä.) kommt so ein Programm in Frage.

    Antworten 
  •  Chris sagte am 9. Juli 2008:

    Man sollte mal sammeln, welche HBCI-Clients es für Mac OS X gibt. Und dabei berücksichtigen, welche nur “kastriertes” HBCI unterstüzen.

    Mit Smartcard:
    MacGiro – voll
    Bank X – teilweise

    Keine Smartcard:
    activeMoney – nur Pin/Tan
    hibiscus – nur Pin/Tan

    Keine Smartcard, X11 erforderlich:
    gnucash – nur Pin/Tan
    MoneyPenny – nur Pin/Tan

    Keine Smartcard, X11 erforderlich, Darwine erforderlich:
    StarMoney for Mac – nur Pin/Tan

    In der Entwicklung:
    Moneyplex
    Pecunia

    Antworten 
  •  Henning sagte am 9. Juli 2008:

    Ich stehe momentan vor der Entscheidung, welche Finanzsoftware ich erwerbe. Grundsätzlich benötige ich Onlinebanking (HBCI), integrierte Überweisungsfunktion und Berichtswesen. Bei meiner Suche schien mir nur Bank X annähernd an die Wünsche heran zu kommen.
    Wer hat welche Erfahrungen mit welcher Software?

    Antworten 
  •  Chris sagte am 9. Juli 2008:

    Ich habe mich mal aus geschäftlichen Gründen mit HBCI-Clients für Mac OS X beschäftigt, aber hatte die nicht im alltäglichen Gebrauch.

    Zu Bank X kann ich Dir sagen, dass ich das ganz übersichtlich fand, wenn auch das UI und die Software merklich aus dem letzen Jahrzehnt stammt. Was ich nicht gut fand, dass das HBCI-Modul nur wenige HBCI-Kartentypen unterstützte.

    Antworten 
  •  mark sagte am 9. Juli 2008:

    Ja, eine richtig gute Einführung und/oder Verleich von Finanzsoftware wäre mal richitg gut! Ich benutze Bank X (allerdings v2.5.x). Aber ich verwende es nur um Onlineüberweisungen zu machen. Als Finanzverwaltung zum erstellen von Reports, Budgetverwaltung usw. ist die Software kompliziert und eher was für einen Buchhalter. Für mich sind das Interface und die Bedienung gelinde gesagt schlecht. Aber der Support ist gut und schnell und es funktioniert zuverlässig.

    Antworten 
  •  Chris2 sagte am 9. Juni 2009:

    Zum Abrufen der Daten von den Banken via HBCI (Pin-Tan) gibt es Saldomat . Es bietet in der Pro Version einen 1-Klick Import in Moneywell und iBank, sowie Appleskript Unterstützung und natürlich .qif Export. Dadurch kann ich meine Daten bequem abrufen und muss nicht umständlich über die Websites meine Bankdaten runterladen.
    Da ich sehr faul bin und manuelles Eintragen für mich nicht in Frage kommt, ist dies ein akzeptabler Workaround um die Bankdaten in mein System (Moneywell) zu bekommen. Moneywell ist ziemlich gut und gerade im Mupromo Bundle enthalten.

    Es sind zwar 22 Euro für Saldomat, aber dafür bin ich freier in der Wahl meiner Online-Banking Software.

    Viele Grüße,
    Chris

    Antworten 
  •  Holger sagte am 21. August 2009:

    Was funktioniert ist aber folgender Workaround:
    Wenn ihr in eurem Konto ganz rechts oben auf die kleine Welt-Kugel klickt und euch in eurem Konto bei der Bank einloggt, könnt ihr eure Umsätze als *.csv Datei exportieren.
    Squirrel fragt dann automatisch nach, ob und wohin er sie importieren soll. Leider gab es bei mir Probleme mit dem Zahlenformat, so dass ich nach Aussage von Squirrel Multi-Milliardär bin…

    Schön wärs….

    Antworten 

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de