News & Rumors: 20. August 2008,

SevenOne-Intermedia-PK auf der GC08: Liegt die Zukunft der PC-Spiele im Browser?

SevenOne Intermedia
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ProSieben hat zu einer Pressekonferenz geladen. Neben einer Europapremiere erklärten die Herrschaften, wie die Zukunft des PC-Spielens aussehen könnte.

Marc Wardenga, Head Of Games bei SevenOne Intermedia, erläuterte zuerst warum die ProsiebenSat.1-Media AG gut daran tut, Tendenzen aufzuzeigen. So beherberge das Unternehmen 26 Free-TV- und 24 Pay-TV-Sender sowie 22 Radio-Netzwerke in 13 Ländern. Insgesamt ist man also in der Lage, täglich 200 Millionen Menschen zu erreichen.

Casual contra Core

Das Online-Programm für Spiele, das das Unternehmen hauptsächlich im Auge hat, spaltet sich in zwei Gruppen auf. Zum Einen die in der Regel männlichen „Core“-Gamer und die überwiegend weiblichen „Casual“-Gamer, in Form von 7Games und SAT1Spiele.de.

Allerdings hält Marc Wardenga nicht viel davon, von „Core“ und „Casual“ zu reden, denn die Industrie drücke Browser-Spielen nach wie vor den „Casual“-Stempel auf. Dies geschieht seiner Meinung nach zu Unrecht. Denn Browserspiele können zum Teil ernsthaft mit „echten“ Spielen mithalten.

Die Mischung macht’s

Es sei die Mischung, die den Leuten gefällt, aus dem Online-Angebot, der Marke, der TV-Sendung und letztendlich dem Spiel. Als Beispiel für eine solche Umsetzung nannte er zwei Spiele, die jeweils Ende Oktober in den Handel kommen sollen: Know-How, das mithilfe der Galileo-Redaktion entstanden ist und für iPhone, PC und Nintendo DS erscheinen soll und Quiz Taxi, das nur für den DS kommen wird.

Casual hat die Nase vorn

Er sieht, dass die „Casual“-Games, also jene, die schnell laden, schnell erklärt sind und nur kurze Zeitspannen überbrücken helfen, definitiv die in der Praxis bedeutsameren sind. So sei das „Core“-Gamer-Portal 7Games mit monatlich 0,78 Millionen echten Besuchern kleiner als SAT1Spiele.de mit 0,91 Millionen echten Besuchern.

Sind Browsergames wirklich kostenlos?

Nach den Vorstellungen des Veranstalters sei der Hauptunterschied zwischen Browser-Spielen und „richtigen“ Spielen, dass erstere kostenlos wären. Das trifft jedoch nicht wirklich zu – sie sind oft nur für den Benutzer kostenlos, weil sie werbefinanziert sind. Oft kann das Spiel durch das Kaufen von Items auch „bestochen“ werden, diese machen den Charakter eines Spielers etwa stärker als ein Charakter eines Spielers jemals werden kann, der nicht dafür bezahlt.

Abo und Wetteinsatz zur Kostendeckung

Doch auch andere Finanzierungsmöglichkeiten bieten sich an: Sehr beliebt ist die Subscription (das Abo). Ein Spieler kann einen bestimmten Anteil eines Spiels kostenlos spielen und wenn er mehr sehen möchte, wird er dafür monatlich zur Kasse gebeten.

Eine weitere, vor allem für klassische Casual Games typische Form ist das „Skilled Gaming“. Ein Spieler, der von sich denkt, er wäre besser als andere, setzt einen Betrag und wenn er tatsächlich besser ist, bekommt er etwas Geld heraus.

RuneScape HD mit Europapremiere

Die Europapremiere der HD-Variante vom Mehrspieler-Onlinegame RuneScape präsentierte Geoff Iddison, seines Zeichens CEO von Jagex, dem Entwickler von RuneScape. Er hat sich mit seiner Firma auf die Realisierung von Spielen auf Java-Basis spezialisiert.

Ressourcen sparen

Bisher ist RuneScape mit niedrigen Bandbreiten und Systemvoraussetzungen ausgekommen. Durch ausgeklügelte Streaming-Technologien bleibt der Bandbreitenbedarf noch niedrig. Jedoch kann der Spieler bei RuneScape HD nun auch seine Grafikkarte mitrechnen lassen, um die Grafik besser aussehen zu lassen, beispielsweise Kantenglättung und viel mehr Details einschalten. Das ist für eine reine Java-Anwendung durchaus beachtlich.

Junge Zielgruppe

Die Zielgruppe des Spiels – zumindest wenn man Statistiken der tatsächlichen Nutzung zitiert – ist in der Gruppe der zwischen 8- und 18-Jährigen angesiedelt.

Antwort von Selbstzweck geleitet

Die Zukunft des PC-Spiels sehen die Spieleportale der ProSiebenSat.1-Media AG auf jeden Fall – vom Selbstzweck getragen – in den Browser-Spielen, da diese viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Spielen bieten, die den Spielern wichtig sind. Sie können überall spielen, müssen in der Regel nichts dafür bezahlen und können kinderleicht kurze Pausen überbrücken.

Eine spannende Alternative

Denn „normale“ PC-Spiele benötigen manchmal schon 2-3 Minuten an Ladezeit, so sie denn überhaupt schon installiert sind. Ob sich der PC-Spiele-Markt tatsächlich in Richtung der Internetbrowser entwickelt, bleibt jedoch abzuwarten… – Eine spannende Alternative sind die Browser-Games aber allemal.



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