MACNOTES

Veröffentlicht am  3.10.08, 22:33 Uhr von  ml

Kommentar: Apple und das Monopol

AppleIn den vergangenen Wochen kam im Zusammenhang mit der Geschichte Apple gegen Psystar immer mal wieder die Diskussion um ein Apple-Monopol hoch. Denn in der von Psystar gegen Apple eingereichten Gegenklage argumentiert die Firma, dass die Kopplung von Betriebssystem und Hardware bei Apple dazu geeignet ist, das Hardware-Monopol von Apple zu verteidigen.

Doch hat Apple wirklich ein Monopol? Ich meine “Nein!”, denn niemand ist allein durch den Umstand, sieht man mal von den Mac-die-hearts ab, dass es Macs gibt, auch gezwungen einen zu kaufen. Die Frage ist doch, ob Apple ein geschlossenes System anbietet und anschließend seine Marktmacht in ungerechtfertigter Weise ausnutzt.

Ein Monopol ist böse
Mit einem Monopol verbindet man generell immer etwas schlechtes. Allgemein muss ein Monopol erstmal nichts Negatives sein. So bin ich z. B. heilfroh, dass der Staat das Glücksspiel- und Gewaltmonopol hat. Erst wenn eine Monopolstellung zum Schaden der Nutzer oder anderer Wettbewerber ausgenutzt wird, entsteht ein Problem.

In den Diskussionen wird die Computerindustrie immer wieder gerne mit der Autoindustrie verglichen. Hier wird dann argumentiert, dass man sich beim Autokauf ja jedesmal für einen anderen Hersteller entscheiden kann, ohne jedesmal das Autofahren neu erlernen oder eine neue Garage bauen zu müssen. Es sei denn, man steigt vom Smart auf einen Maybach um. In diesem Fall dürfte eine zu kleine Garage aber das geringste Problem sein.

Nach oben genannter Definition würde Apple natürlich ein Monopol innehaben, denn Mac OS X ist bei der Bedienung anders als Windows oder Linux. Umgekehrt könnte man damit aber genauso gut Linux auch ein Monopol andichten. Aber damit braucht man wohl nicht ernsthaft anzufangen. Zudem dürfte jedem, der schon in Autos unterschiedlicher Marken gesessen hat, klar sein, das es auch hier durchaus unterschiedliche Bedienkonzepte gibt. Allein für die Funktion des Lichtschalters gibt es zahllose Varianten.

Macs – ein geschlossenes System?
Kommen wir auf die Argumentation von Psystar zurück, dass Apple ein geschlossenes System anbietet. Dazu müsste man zunächst zu einer Definition eines geschlossenen Systems kommen. Laut Psystars Argumentation ist die Kopplung von Hardware und Betriebssystem ein geschlossenes System. Dann ist aber auch jeder Geschirrspüler oder jede Digitaluhr ein geschlossenes System und damit prinzipiell geeignet das jeweilige Monopol der Hersteller zu festigen und Bosch könnte Miele auf Lizenzierung seiner Geschirrspülmaschinenfirmware verklagen.

Wer außer mir findet das noch absurd?

Worauf ich hinaus will ist, dass niemand gezwungen ist, einen Mac bzw. Mac OS X zu verwenden. Es gibt genügend Alternativen. Man könnte sogar Windows oder Linux auf dem Mac laufen lassen. Das der Graphikdesigner dann aber doch lieber einen Mac als einen PC kauft, dürfte daran liegen, dann man mit einem Mercedes eben doch komfortabler als in einem Dacia Logan unterwegs ist. Und dass die Hängerkupplung oder der Dachgepäckträger des Mercedes nicht an den Dacia passen, muss der Graphikdesigner eben bei der Anschaffung seiner Software bedenken. Aber auch hier kann er inzwischen auf eine Vielzahl von Cross-Plattform-Anwendungen zurückgreifen.

Nokia – jetzt mit iPhone OS
Überspannt man die von Psystar verfolgte Argumentationslinie etwas, dann könnte z. B. Nokia Apple gerichtlich zur Lizenzierung des iPhone OS’ zwingen. Denn auch hier haben wir ein geschlossenes System aus Hard- und Software. Das darauf noch keiner gekommen ist, verwundert eigentlich, denn von den nackten Funktionen her, schaut das iPhone oft ziemlich blass gegenüber seinen Mitbewerbern aus. Dass es sich trotzdem wie geschnitten Brot verkauft, liegt nicht zuletzt an der, sieht man einmal von den Bugs ab, exellenten Software. Was hindert also Motorola oder Nokia daran einen iPhone-Clone, der eine gehackte iPhone-Software verwendet, auf den Markt zu bringen? Die Hardware des iPhones ist wie bei den Macs kein Geheimnis und besteht vollständig aus Standardkomponenten, die jeder kaufen kann.

Das iTunes-Ökosystem
Etwas differenzierter muss die Betrachtung beim Thema iTunes und iPod sein. Hier kann Apple auf einen Marktanteil von gemessenen 75 und gefühlten 100 Prozent blicken. Hier kann man also getrost behaupten, dass Apple diesen Markt dominiert. Durch eine gelungene Kombination aus Software, MP3-Spieler und überzeugendem Geschäftsmodell für Digitalmusik ist es Apple gelungen, die Mehrzahl der Nutzer vom iTunes-Ökosystem zu überzeugen.

Das Monopol-Argument zieht aber hier trotzdem nicht, da es auf dem Markt zahlreiche andere Mitspieler gab und gibt, die aber die Nutzer mit ihren Produkten mehrheitlich nicht überzeugen konnten. Mietmodelle bei Musik sind einfach nicht überzeugend, auch wenn einige Herren der Musikindustrie darin immer noch die Erlösung des kaufunwilligen Musikkonsumenten sehen.

Interessant dürfte hier die neue Herausforderung Comes with Music von Nokia sein. Aber auch hier wird irgendwo ein Pferdefuß stecken, denn niemand hat etwas zu verschenken. Schon gar nicht die in den letzten Jahren arg gebeutelte Musikindustrie.

Fazit
Apple ein Monopol jedweder Art anzuhängen geht an der Realität vorbei. Der Mac allein begründet kein exklusives ökonomisches Gut, so dass die Argumentation von Psystar hinsichtlich des Hardware-Monopols hinfällig sein dürfte. Der Konsument hat genügend Alternativen. Niemand ist gezwungen Macs zu nutzen.

Auch beim iPod und iTunes ist trotz marktbeherrschender Stellung kein Monopol zu erkennen. Auch hier hat der Konsument zahlreiche Alternativen aus denen er wählen kann.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 16 Kommentar(e) bisher

  •  Martin Rechstiener sagte am 4. Oktober 2008:

    Ein wirklich kooler Bericht, danke schön, ganz meine Meinung :-D

    Gruss Martin

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  •  el-flojo sagte am 4. Oktober 2008:

    Bist du auch so konsequent, das Urteil gegen Microsoft abzulehnen? Schließlich ist auch niemand gezwungen M$-Produkte einzusetzen. Nur weil die den IE mit ihrem System gekoppelt haben, muss ich den ja noch lange nicht nutzen. Trotzdem ist gerade diese Schelte seitens der EU ja mit nicht gerade wenig Häme durch die Mac-Familie aufgenommen und kommentiert worden.

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  •  Karin sagte am 4. Oktober 2008:

    Auweia, wieder so ein Bericht voller Halbwissen. *kopfschüttel* Woher nimmst du deine Weisheit, dass Apple mit seinen 75% Marktanteil mit iTunes seine Stellung nicht hinter den Kulissen ausnutzt? Schon mal darüber nachgedacht, warum andere Anbieter Musik günstiger Anbieten, Apple jedoch immer noch bei 99 Cent verharrt? Kundenfreundlichkeit?

    Und der Vergleich mit dem Glückspiel- und Gewaltmonopol hingt ja auch gewaltig. Das sind ja wohl vollkommen andere Hintergründe. Generell sind Monopole schlecht, denn sie verhindern den Wettbewerb. Warum soll es gut sein, wenn eine Firma das Monopol über den Musikverkauf hat? Konkurrenz belebt das Geschäft, die Preise purzeln (meist).

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  •  ml sagte am 4. Oktober 2008:

    @el-flojo: Das Urteil gegen Microsoft lehne ich nicht ab. Vielmehr wurde dem Unternehmen ja nachgewiesen, dass es seine Marktmacht aktiv missbraucht hat. Bei Apple bei einem Marktanteil von vielleicht 8 Prozent (USA) von Marktmacht zu sprechen, halte ich für übertrieben.

    @Karin: Es ist richtig, dass es einige Anbieter gibt, die Musik auch günster als 99 Cent anbieten. Aber dort hat man oft auch weniger Rechte an seiner gekauften Musik. Kopieren auf beliebig viele iPods? Brennen? Kopieren auf andere Computer? Hier sieht es oft deutlich schlechter als bei iTunes aus.

    Wer zudem die Ambitionen der Musikindustrie verfolgt hat, dem dürfte klar sein, dass die Musikindustrie lieber heute als morgen die Preise _erhöhen_ würde. Das es dazu bislang nicht gekommen ist, denke ich deutet auf einen funktionierenden Markt hin.

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  •  cd sagte am 4. Oktober 2008:

    @el-flojo: Der Vergleich Apple mit Microsoft zieht eben nicht, da Microsoft eine marktbeherrschende Stellung im Bereich der PCs hat(te), die zwar inzwischen durchaus bröckelt, aber nicht zu leugnen ist. Oder wie sieht es beim Datenaustausch aus? Es ist kaum möglich, wenn das eigene System nicht die Office-Formate von MS versteht… als ein Beispiel. Dazu die Tatsache, dass MS in mehreren Fällen (erfolgreich) versucht hat, diese Stellung zu nutzen, um Konkurrenten vom Markt zu drängen.
    Apple hatte und hat nun mal keine markbeherrschende Stellung bei PCs…

    @Karin: andere sind also günstiger, aber Apple ist so teuer… und das liegt an Apple? Und nicht vielleicht an den Vertrieben, die nicht müde werden regelmäßig darauf hinzuweisen, dass die 99 Cent bei Apple (mindestens für aktuelle Sachen) viel zu billig seien?
    Das Glücksspiel- oder das Gewaltmonopol zeigen nur, dass nicht jedes Monopol schlecht sein muss… Ob nun Wettbewerb immer die beste Option ist, darüber könnte man sich lange und ausgiebig streiten – aber wer der Meinung ist, dass der “freie Markt” die richtige Lösung für alles und jedes wäre, dem dürfen Monopole natürlich nicht gefallen. Aber es soll ja durchaus Menschen geben, die den “freien Markt” nicht als Lösung, sondern als Problem sehen…

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  •  Karin sagte am 4. Oktober 2008:

    @ml: Ja, sogar ohne DRM (siehe Amazon) :-) Leider derzeit noch nicht in Europa. :-( Wenn Apple nicht dir Preise diktieren würde, wäre vielleicht mehr Spielraum drin. Apple macht sicherlich nicht wenig Umsatz mit iTunes, auch wenn sie gleich rumjammern und am Hungertod nagen, wenn sie mehr bezahlen sollen.

    @cd: Klar ist ein Monopol nicht unbedingt immer sofort schlecht, aber den Musikmarkt mit Glücksspiel zu vergleichen, halte ich persönlich für sehr weit hergeholt.

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  •  cd sagte am 4. Oktober 2008:

    @Karin: ich warte immer noch auf den schlüssigen Beweis, dass Apple die Preise diktiert und nicht die Vertriebe… Ich bekomme nur mit, dass die Vertriebe die Preise ständig erhöhen wollen und sich beschweren, dass Apple das nicht mitmachen will.

    Und Matthias hat auch nicht den Musikmarkt mit Glücksspiel verglichen (obwohl es da durchaus einige Parallelen gibt), sondern nur die Frage beantwortet, ob ein Monopol immer schlecht wäre…

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  •  Karin sagte am 4. Oktober 2008:

    @cd: Beweise dafür, wird Apple wohl kaum herausrücken. Dann wäre ja ihr unverwüstlicher Mythos dahin, und sie wären noch eher vor Gericht angreifbar. Es ist aber bezeichnend, dass Apple als börsennotiertem Unternehmen erst mal in Schutz genommen wird und der Musikindustrie der schwarze Peter zugeschoben wird.

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  •  Mathias sagte am 4. Oktober 2008:

    Man sollte lieber fragen, wann ein Monopol gut ist.

    Abgesehen davon ist das Monopol von Apple am Musikmarkt ist ja nicht mal ein echtes, da es ja durchaus andere Anbieter gibt, die Konkurrenzprodukte anbieten. Wenn diese nicht erfolgreiche genug sind, ist das das Problem der Gegenanbieter – nicht Apples. Die Einbindung vom iTunes-Store in das Betriebssystem ist sicherlich problematisch und geht an sich nicht in Ordnung. Jedoch ist hinsichtlich der niedrigen Reichweite von Mac OS hier auch nicht akute Monopolisierungsgefahr gegeben. Die meisten iTunes-Store-User laden sich ja erst mal freiwillig die Software auf ihren Windows-PC herunter, bevor sie Musik kaufen. Und daran ist ja nichts auszusetzen.

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  •  Thomas sagte am 4. Oktober 2008:

    Da ist er wieder, der hanebüchene Vergleich Mac – Waschmaschine. Garniert mit dem Totschlagargument des Monopol-Vorwurfs kann eigentlich nichts mehr anbrennen, was?! Falsch.

    Ein Mac kommt vom Fließband chinesischer PC-Fabrikanten wie Foxconn (http://de.wikipedia.org/wiki/Foxconn), wo zwischen Chargen für Dell und Sony 08/15-PC-Hardware von Intel, AMD und Konsorten aus dem selben Sortiment in ein eigenes Design-Gehäuse geschraubt und von Apple unter deren Hausmarke Mac vertrieben wird. Der Mac ist ein PC, durch und durch. Der Mac ist ein Inspirion ist ein Amilo ist ein ThinkPad, keine Kategorie für sich. Diese Markengeräte sind nicht nur miteinander vergleichbar, sie stimmen baulich derart überein wie wir Menschen in unserem Erbgut gleich welcher “Rasse”. Es gibt keine entscheidenden Unterscheidungsmerkmale, alles sind Rechner von der Stange, ob mit 2 Xeon- oder einer C2D-CPU, mit Atheros- oder Broadcom-WLAN-Chip, mit…

    Waschmaschinen oder Geschirrspüler dagegen sind, abgesehen von Baugleichheiten zwecks Produktionsauslastung, Marke Eigenbau des Herstellers, bestehend aus diskreten Schaltungen mit ein paar ICs, bestenfalls verschiedensten Embedded-Auswüchsen. Da wird noch so richtig gefrickelt und an eigenen Sonderlösungen gekocht. Über Digitaluhren reden besser erst gar nicht, die enthalten wahrscheinlich nicht viel mehr als einen 74er-Käfer, der stur vor sich hinläuft, 1..2 Tastern, einigen 7-Segmentern und einer Spannungsquelle. Wer außer mir findet das noch absurd? Dieser Vergleich hinkt nicht – er liegt schon flach.

    PC-Hardware aber ist hochgradig standardisiert, sonst würden all die hochintegrierten Komponenten dieser riesige Auswahl, von der Apple bei Konzeption, Einkauf und Marktpositionierung profitiert, gar nicht zusammenarbeiten. Erst recht heutzutage, wo bereits jede Einsteiger-Grafik einen PC von vor Jahren in den Schatten stellt.

    Ein Mac (welcher überhaupt?) ist nicht zwangsläufig ein Mercedes (das zerbrechliche Macbook wohl kaum) und ein PC (was für einer, ein Mac Pro?) kein Dacia Logan oder irgendwie prinzipiell weniger komfortabel. Das wäre Fanboy-Logik. PC heißt Personal Computer, Apple war Pionier dieser Computer-Gattung und hat sich nie daraus verabschiedet. Wie gesagt, jeder Mac ist ein PC (außer den Xserve vielleicht), aber nicht jeder PC ist ein Mac. Das eine ist eine Handelsmarke, das andere ein allgemeiner Oberbegriff. Holzkisten und Äpfel…

    Zum Graphikdesigner, der, auch wenn er einen Mac kauft, damit einen PC kauft:
    Zwecks Komfort, vor allem aber Leistungsfähigkeit und Qualität, wählt dieser, wie meine Wenigkeit als Fotograf und Bildbearbeiter, zuerst die alles entscheidende Peripherie. Ein funktionierendes Grafiktablett, eine ergonomische Maus, hardwarekalibrierbare Monitore, Normlichtboxen und – einen guten Drehstuhl. Dann kauft man einen PC gewünschter Rechenleistung, Anschlußfreudigkeit, Erweiterbarkeit und Budget, also prinzipiell egal ob von Apple oder HP. CPU-Kerne, Taktfrequenz, USB, Firewire, eSATA, HDMI, BIOS-/EFI-Features, Servicevertagskonditionen. Das gibt es bei allen, es sei denn, eine Diva bietet nur verspielte Trendmode mit Spiegelbildschirm und Xeon-Rakete. Sonst ist es die austauschbarste Komponente und einfachste Kaufentscheidung nach harten Fakten. Denn auch mein PC (ein Intel-Mac Pro) steht wie so oft unterm Tisch, wo ihn niemand sieht, der dürfte sogar rosa sein. Hauptsache, der Lightroom-Korrekturpinsel ruckelt nicht.
    Dann kommt die neben der Peripherie wichtigste Wahl der Anwendungssoftware, oft interoperabel und ohne Plattform-Lizenzproblematik. Anschließend entscheidet man sich für ein passendes Betriebssystem. Mit Dogmen und Ideologien halten sich hierbei nur junge Heißsporne, Berufsverschwörer und Privatleute auf. Meine geschätzten Mitbewerber stehen mir teils unter Vista arbeitend (mittlerweile) nicht nach. Die haben die gleichen Kameras, Recheneinheiten, Eizos/Quatos/NECs, Wacoms, Lightroom, PS CS, Ausbelichter. Und sind ausgeglichene und freundliche Menschen der besten Jahrgänge gepflegten Äusseres. Die fahren sogar Audi – und ich Skoda.

    Denn: Die Gattung PC besagt nichts über das Betriebssystem, welches jeweils darauf läuft. Auf einem PC läuft Solaris, Linux, BSD, Mac OS, Windows, BeOS, mittels Virtualisierung sogar mehrere gleichzeitig.
    Ein PC ist nicht gleichzusetzen mit einem Heimcomputer, auf dem ausschließlich Windows Vista läuft, wie es die schenkelklopfende Fernsehwerbung Apples und die Minderheit der Fanboys und Schwätzer, die diese absurde und inkonsistente Legende übernahmen, einem weismachen wollen.

    Ihr schreibt selbst, auf einem Apple Mac-PC laufen neben Mac OS auch Linux etc. Das ist aber kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal eines Mac-PCs. Habt ihr euch noch nie gefragt, ob oder warum Mac OS auch auf einem “PC” (aus Fanboy-Perspektive) läuft oder nicht läuft?
    Die Antwort: Ja, es läuft, und es läuft gut. Schaut euch um, solche Systeme gibt es zuhauf.

    Die einzige “Modifikation”: Sie simulieren die von der Firma Apple in jeden der von ihr vertriebenen Mac-PCs integrierte Hardware-Zwangsaktivierung, einem Limerick in ein Chip-Gestalt zur Entschlüsselung der in kodierter Form vorliegenden Mac OS-Startprogramme. Einem Dongle, der erzwingen soll, daß Mac OS ausschließlich auf von Apple vertriebenen PCs ausgeführt werden kann.
    Bekanntlich ist es in Deutschland verboten, Hard- und Software aneinander zu binden. Dies wurde auch einem sehr großen US-amerikanischen Hard- und Software-Konzern, welcher besonders gern mit dem bösen M-Wort in Verbindung gebracht wird, bereits gerichtlich untersagt. All die Anwender, die sich für Mac OS X entschieden haben und im Fachhandel erwarben, um es unter den üblichen Bedingungen (den nicht vorhandenen Garantien auf Softwareprodukte u.ä.) auf einem PC ihrer Wahl zu betreiben, sind selbstverständlich auch dazu berechtigt, diese unzulässige Sperre zu umgehen.
    Die dazugehörige Klausel in den Nutzungsbedingungen, die den Betrieb von Mac OS ausschließlich auf Apple Mac-Produkten vorschreiben will, ist unwirksam und die Gesamtheit dieser unlauteren Maßnahmen schlicht und einfach wettbewerbsverzerrend.

    Nennt es, wie ihr wollt, doch Apple hat sich damit einen künstlich abgegrenzten Markt, den “Mac-Markt” gewissermaßen, geschaffen, in dem eine Menge günstig erhältlicher Standardkomponenten wie Wintel-PCs und freier Software verschwinden und umgehend mit Facelift und großzügig nach oben korrigiertem Preisschild wieder in den Apple Stores auftauchen.
    Wer neben/statt Windows/Linux/BSD auch Mac OS, und das ist der eigentliche Hebel, das Interesse am Mac OS, nutzen möchte, wird gezwungen, dafür zusätzlich einen der von Apple unter der Marke “Mac” vertriebenen PCs bei spärlichster Modellauswahl zu überhöhten Preisen zu kaufen.
    Das ist das Geschäftsmodell, dessen gerichtliche Prüfung überfällig ist, so wie auch der ehemals kleinstaatlich abgeschottete Markt der Automobil(ersatz)teile in der EU liberalisiert wurde. Hier haben es Automobilhersteller ebenfalls praktiziert, marktverzerrend den Kunden der eigenen Marke zu zwingen, ausschließlich Fahrzeugteile zu erwerben, die durch seine Hände gingen. Es war den eigentlichen Herstellern der Fahrzeugteile nicht möglich, diese direkt an Fahrzeughalter oder Werkstätten abzusetzen. Apple zwingt die Käufer seines Betriebssystems, die angeblich ach so speziellen umgelabelten OEM-Rechner ausschließlich bei ihnen zu kaufen, obwohl diese auf dem freien Markt, den Apple scheut wie kaum etwas anderes, beispielsweise von den eigentlichen Originalherstellern und das deutlich günstiger erhältlich sind.

    Den Fanboys sei gesagt: Keine Sorge, Apple geht nicht pleite, wenn ihr PC-Hardware-Geschäft wettbewerbsrechtlich zurechtgestutzt wird. Adobe verdient auch echtes Geld, ganz ohne Photoshop-PCs. Der Aktienkurs ist eh unabhängig von solch irdischen Gegebenheiten, da geht es vielmehr um die morgendliche Magenverstimmung Steve Jobs’ oder um heiße Luft in Sachen (nicht vorhandener) Roadmap.

    Eure wackeligen Vergleiche von PCs, Mac-PCs, Mac OS und elektrischen Zahnbürsten steckt euch besser dorthin, wo sie niemand sieht.

    Guten Abend.

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  •  cd sagte am 4. Oktober 2008:

    @Karin: okay, wie wäre es dann mit schlüssigen Hinweisen? Auch die sehe ich nicht… wie gesagt: es sind die Vertriebe, die sich regelmäßig beschweren, dass die Musik (und auch die Filme und Serien) bei Apple zu billig wäre… Wie war das noch mit NBC? Die wollten ja ursprünglich auch höhere Preise für ihre Serien durchsetzen, Apple hat dem nicht nachgegeben und NBC hat seine Serien aus dem iTunes Store genommen. Und wer kam jetzt zurück? Zu den alten (angeblich ja zu niedrigen) Preisen? Ich kann da keine Preistreiberei von Apple auf Kosten der Kunden erkennen…

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  •  Cura sagte am 4. Oktober 2008:

    Ich möchte mich da gar nicht einmischen in den Diskurs, nur möchte ich in Bezug auf die generelle Betrachtung eines Monopols aus meiner Sicht widersprechen: Monopole sind NIE gut – sondern IMMER schlecht! Sie verhindern Wachstum, Innovation und Diversifikation.
    Der Vergleich mit dem Staat hinkt, meiner Meinung nach deswegen, weil auch der Staat (nehmen wir zur Vereinfachung die BRD) nur im umgangssprachlichem ein Gewalt- oder Glückspielmonopol inne hat. Dies ist jedoch – zumindest theoretisch, und meist auch praktisch – per “Gewaltenteilung” in Exekutive, Judikative und Legislative unterteilt. Kennen wir doch alles… Politik 8. Klasse! Ein Resümee erspare ich Euch und mir.
    Grüße Cura

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  •  Peter sagte am 6. Oktober 2008:

    Jeder darf seinen Senf dazu geben, also tue ich das auch. Ich finde jeden Bericht/Beitrag/Kommentar hier berechtigt und gut, soviel sei gesagt. Jeder darf seine Meinung sagen und auch dazu stehen. Ich stehe auch zu meiner. Ich finde auch der Mac hat kein “Monopol”. Jede Software die sich am Markt halten will und Standard bei Usern ist gibts für Mac und PC. Somit hast du die freie Wahl deines OS. Ob du nun auf Sicherheit wert legst oder nicht ist deine Sache. Ich lege wert auf Kompatibilität im einklangt mit Sicherheit und natürlich auch Design, dann musst du in den sauren Apfel beissen und dir einen Mac kaufen. Aber wenn du ein Auto haben möchtest das sicher ist, empfehle ich dir auch keinen Dacia zu kaufen (Siehe Crashtest). Um es in der Autosprache zu sagen, kannst du dir anstelle eines Mercedes auch einen Renault oder was auch immer kaufen, der kostet vielleicht ein bisschen weniger, aber der is genauso sicher. Das wäre dann einfach ein Linux auf dem Rechner.

    Apple ist Hersteller von einem Produkt. Jeder der etwas macht darf meiner Meinung nach auch sagen wem er es verkauft und was er dafür verlangt. Sollange er dies nicht erst im Nachhinein tut (Beispiel Betriebsystem für alle…. für nur 10 Euro, danach 100 Euro verlangen für die neuen Generationen). Apple ist Hersteller von erster Stunde an und ich glaub ein Mac war noch nie günstig. Warum sollte das jetzt anders sein? Und sie haben damit bei einem kleinen Klientel großen erfolg.

    Jeder darf seinen Senf dazu geben, also tue ich das auch. Ich finde jeden Bericht/Beitrag/Kommentar hier berechtigt und gut, soviel sei gesagt. Jeder darf seine Meinung sagen und auch dazu stehen. Ich stehe auch zu meiner. Ich finde auch der Mac hat kein Monopol. Jede Software die sich am Markt halten will und Standard bei Usern ist gibts für Mac und PC. Somit hast du die freie Wahl deines OS. Ob du nun auf Sicherheit Wert legst oder nicht ist deine Sache. Ich lege wert auf Kompatibilität im einklangt mit Sicherheit und natürlich auch Design.

    Warum habe ich mir einen Mac gekauft? Nicht weil ich zu viel Geld habe, sondern weil ich das gelobte Land betreten wollte von dem ich immer gehört habe. “Der Mac”. Die schicken Geräte machen mich an und auch unter der Haube steckt ein schöne Betriebsystem gepaart mit Technologie. Doch warum habe ich mir für das Geld nicht einfach einen 0815-High-End-PC gekauft, mit bester Hardware zu vergleichbarem Preis und gleicher Technologie. Weil dann kein Macos dabei ist! Ich will ein Rechner der immer läuft und meiner läuft jetzt fast immer. Warum Macos und die Hardware so verschmolzen ist, hat einen Grund. Es soll einfach laufen. Ja dein Windows läuft auch perfekt, aber nicht immer. Ich finde es gut, das es eine Bindung zwischen Hard- und Software bei Apple gibt. Somit kann Apple dem Kunden bessere Geräte bieten, getestet in allen Lebenslagen und wenn die Komponenten auf einander abgestimmt sind, entstehen weniger Fehlerquellen. Ich garantiere dein Windows auf einem Mac läuft auch besser, als auf xyz zusammengesuchter Hardware. Weil Apple wieder alles im Bootcamp Paket für die wenigen Geräte bereitstellt und auch getestet hat. Das Apple offen für andere Betriebsysteme ist, zeigt Intel Hardware und Bootcamp. Der Bedarf an mehreren Oberflächen gleichzeitung ist da. Ich nutze auf meinem iMac nicht nur mein Mac OS sondern auch Vista. Was das bessere System ist kann ich nicht sagen. In manchen Bereichen gebe ich dem ein oder anderen den Vorsprung :)

    Das natürlich Fälle wie Microsoft mit dem Internet Explorer auch bei Apple auftreten können, mag ich nicht zu bezweifeln. Apple hat ja den Safari. Sie könnten genauso versuchen Ihre Stellung im Browserkrieg zu erhöhen. Aber das lustige daran, jeder der einen Mac hat arbeitet gerne mit dem Safari oder einfach alternativ mit dem Firefox wenn er Open-Source sein will. Der kleine “Ausrutscher” mit dem Safarizwangsupdate auf Windowsrechnern sehe ich auch nicht weniger kritisch, als einen Internet Explorer im System zu verankern. Ich fände es nicht in Ordnung das ein iPod nur mit einem Mac laufen würde…aber iTunes gibt es auch unter Windows zum Glück.

    Ich bin froh das ich meinen iMac habe. Ich steh nicht auf branding Geräte von HP, IBM oder was es sonst noch gibt am Markt. Ein schönes Vista mit “vorteilsorientierten” Programmen von den Herstellern brauch ich auch nicht. Ich will das es einfach Funktioniert. Mac OS X und Vista zusammen bieten mir das was ich brauche. Das einzig wahre OS gibts für mich nicht. Ich habe nur Fakten die für das ein oder andere Sprechen und mich auch zum Herunterfahren bewegen um in ein anderes Betriebsystem zu wechseln.

    Euer Peter. Nicht der vom Baumwagen ;)

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  •  niels sagte am 11. März 2010:

    Der Artikel ist brisanter denn je… Wie schauts denn jetzt aus mit einem Monopol bei Apple? Was da läuft ist wohl das letzte. Schade, dass manche Leute immer noch denken, Apple würden alle nur kaufen, weil sie die besseren Produkte bauen… Itunes ist der letzte Mist und trotzdem muss man es verwenden… I-phone.. aber bitte nur mit Apps von Apple…
    Nein Danke… ohne mich
    Es gibt keinen Grund mehr Aplle dabe4i zu unterstützen überall ihr Finger im Spiel zu haben und die Basis unserer Software vorzuschreiben und somit zu kontrollieren. Das ist schlimmer als MS je war. Armer Steve Jobs

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  •  pezi unger sagte am 3. Mai 2010:

    und, wie siehts heut aus? haben wir uns wohl ein bisschen geirrt, hm?

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  •  Thorsten sagte am 7. Mai 2010:

    Mal noch eine kurze Anmerkung zum Thema Monopol: Das kann man auch aundersherum sehen. Wenn die Musikindustrie ihre Tantiemen erhöhen will (was ja eigentlich ihr gutes Recht ist) und das ITunes Management dies unterbinden möchte und gar mit einer Einstellung des iTunes-Geschäfts droht, dann ist das sehrwohl ein monopolistisches Verhalten (nämlich den verschiedenen Kontentanbietern gegenüber). Der Grund, dass Apple seine Preise nicht erhöhen möchte, liegt sicherlich nicht darin, dass man seinen Kunden preiswerte Songs anbieten möchte. Wie hier ja auch festgestellt wurde, verdient Apple das meiste Geld durch den Verkauf seiner MP3-Player. Und dass der sich nicht mehr so gut verkaufen würde bei steigenden Song-Preisen, liegt auf der Hand. Ein Geschäftsmodell übrigens, das sich durch die gesamte Produktpalette von Apple zieht. Günstige, wenngleich gute, Software, die nur auf teuren Geräten eingesetzt werden kann/darf.

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