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Veröffentlicht am  8.10.08, 13:42 Uhr von  

last.fm fürs iPhone, Version 2.0

[singlepic id=1651 w=80 float=right] Das Social Radio fürs iPhone in Version 2.0 ist Anlass, einen näheren Blick auf last.fm zu werfen. last.fm ist gratis über den App Store verfügbar und glänzt auf dem iPhone mit einer gelungenen Integration, die nur gelegentlich an den Beschränkungen des iPhone selber scheitert und noch ein wenig mehr Stabilität vertragen könnte. Zum Radiohören zwischendurch, zum Entdecken neuer Bands und Genres, zum Nachschlagen von Bandgeschichten, Discographien bis hin zur Terminplanung für den Konzertbesuch – last.fm hat das alles in ein extrem iPhone-taugliches Interface gekippt und die Reaktionen im Appstore sind weitgehend positiv. Zurecht.

Man braucht: eine einigermaßen schnelle Anbindung und natürlich einen last.fm-Account, welcher bei Bedarf auch auf dem iPhone selber erstellt werden kann. Die ersten Eindrücke: eine seit Vorgängern und der ersten Version komplett überarbeitete und aufgeräumte GUI, die bekannt guten Radiostreams, Empfehlungen und Bandinfos, dazu Taggingfunktionen, Buddylisten, Tourdatenplaner, persönliche Top-Titel, -Alben und -Acts. Das Buffern geht flott vonstatten, die Klangqualität ist für Webradiomaßstäbe vollkommen in Ordnung. Fazit: gelungen.

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Einmal eingeloggt, hat man die Wahl zwischen Radio und Profil. Fürs Radio stehen zu Beginn die last.fm-Empfehlungen zur Verfügung wie die Library, die sich an den eigenen gespielten Titeln orientiert. Eine neue Station kann man mit einem beliebigen Künstler, Tag oder Album starten.

Übers Profil stehen Radiostreams der eigenen Toptitel und Bands sowie die der last.fm-Freunde zur Verfügung. Die Zusammenstellungen sind genretechnisch gut gelungen, Bandinfos sind mit einem Tipper aufrufbar, Tourinfos werden automatisch angezeigt.

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Die Interaktivität muss hier auf dem iPhone jedoch die ersten Abstriche hinnehmen – will man einen Song kaufen oder ruft man bei den Tourdaten die Wegbeschreibung auf, so schlägt das Single-Task-Prinzip des iPhone gnadenlos zu.

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Lieblingslieder markieren oder Taggen läuft indessen leicht nebenher. Praktisch: mit Mehrfachlogins kommt last.fm problemlos zurecht. So ist es beispielsweise kein Problem, einen Radiotrack auf dem iPhone mit dem Herz-Button als Lieblingslied zu taggen, das Radio einfach weiterlaufen zu lassen und sich irgendwann am Rechner nochmals einzuloggen und den so markierten Track in der Lieblings-Liste zu finden und direkt zu shoppen. Das last.fm-Radio auf dem iPhone läuft von all dem unbeeindruckt weiter, selbst das Starten eines weiteren Streams über den Rechner ist kein Problem. Nur die Scrobbling-Funktion scheint nicht mehr alle gespielten Titel zu erfassen.

[singlepic id=1643 w=180 float=right] Einziger konzeptioneller Wermutstropfen: bei der Event-Funktion hätte man sich eine automatische Übernahme der Konzerte, die man zum Besuch vormerkt, in iCal gewünscht. Das funktioniert leider nicht. Worauf man vielleicht nicht sofort kommt: einige Basiseinstellungen legt last.fm in den Systemeinstellungen des iPhone selber ab. Scrobbling, Autolock und die Tour-Abfrage für angehörte Bands werden in einem neu hinzugefügten Feld unter “Einstellungen” an- und abgeschaltet. Weiter ist die Stabilität noch verbesserungswürdig: zu leicht schmiert last.fm 2.0 noch ab. Vager Eindruck: Abstürze folgen auf hektische Bedienung – Wischgesten, wenn selbige nicht verfügbar sind, Info-Aufrufe, wenn das Buffern noch nicht abgeschlossen ist. Möglicherweise verhilft eine gelassene Bedienung zu unterbrechungsfreierem Radiogenuss.

[singlepic id=1650 w=180 float=left] Ansonsten: es fällt schwer, eine Applikation ausgewogen zu kritisieren, die man einfach mag und als durchdacht, passend und prima implementiert empfindet. Das kann daran liegen, dass der allererste gespielte Titel beim Antesten des Band-Radiostreams in Deutschland einen gewissen, jugendschutztechnischen Beigeschmack hatte. Es mag aber auch daran liegen, dass der iPhone-Port von last.fm in Version 2.0 einfach eine verdammt runde Sache ist. Ausprobieren lohnt, last.fm fürs iPhone ist kostenlos.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 9 Kommentar(e) bisher

  •  Christian sagte am 8. Oktober 2008:

    Scheint nur mit FW 2.1 kompatibel zu sein, muss ich demnächst mal updaten…

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  •  Micha sagte am 8. Oktober 2008:

    Wie schaut’s denn aus mit der Nutzung im Ausland? Ich sitze hier in der Schweiz, das nicht zu den offiziell von Last.fm “unterstützten” Ländern gehört. Mit ein wenig Mühe könnte ich nun über den deutschen iTunes Store an die Software gelangen. Läuft die Software, wenn sie einmal installiert ist, denn auch in anderen Ländern (= mit IP-Adressen, die in andere Länder routen)?

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  •  l3roc sagte am 8. Oktober 2008:

    Wofür ist denn last.fm?

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  •  mat sagte am 9. Oktober 2008:

    Die app scrobbelt nicht die Titel, die man über den iPod hört, dafür braucht man dann wieder ne 3rd-Party Application wie scrobble. Ich würde gerne mal wissen, warum dieses essentielle last.fm Feature nicht erlaubt ist.

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  •  rj sagte am 9. Oktober 2008:

    Hoppla. *Das* ist mal wirklich komisch. kA, ob da die Schnittstellen nicht “offiziell” freigegeben sind? Spontan krieg ich natuerlich auch Assoziationen, ob da Apple mittelfristig will, dass die Leute da Genius und nicht irgendwelche 3rd Party-Apps nutzen. Funktion ist ja ein gutes Stueck weit aehnlich…

    l3roc: last.fm ist, nun, ein wenig mehr wie ein Webradio. Grundlegende Funktion: du kannst alles, was du auf dem Rechner an Mucke abspielst, “scrobblen” lassen, sprich, in deinem last.fm-Account wird gesammelt, was du dir alles anhoerst an Musik. Dadurch entstehen deine persoenlichen Hitlisten usw.

    last.fm hat umfangreiche Tagging- und Bewertungsfunktionen. Ueber die ganzen Playlisten lernt last.fm, welche Musik aehnlich ist, dass, wer Band X mag, aller Wahrscheinlichkeit auch Band Y mag usw. Dadurch kann dir last.fm nach einiger Zeit alles moegliche empfehlen, was dir *auch* gefallen koennte, was du aber offensichtlich noch nciht hast, weil du es nie spielst.

    Dazu kommen dann beliebig viele Webradios – die werden anhand deiner Vorlieben zusammengestellt, oder anhand von Tags, oder anhand einer Band… und dann kommt eben nur Musiok, die aehnlich ist wie die Band, von der du den Radiostream angewaehlt hast, oder nur Songs, die mit dem Tag X ausgezeichnet sind usw.

    Dazu eben noch die klassischen Web2.0-Communityfunktionen, Freunde, Gruppen, usw. – an sich eine extrem runde Sache, ueber die man schnell viel neue Musik kennenlernen kann. IMO eine der wenigen wirklich grossartigen Web2.0-Geschichten und eine meiner gern gebrachten keulen, wenn man mich fragt, was seitens der grossen Labels schon laengst haette kommen muessen, wenn sie endlich mal auf zeitgemaesse Weise im Internet Fuss fassen wollen. Dann hats halt wer anders gemacht, und das, meiner Ansicht nach, verdammt gut.

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  •  Jan sagte am 9. Oktober 2008:

    @rj und mat: Der inoffizielle Vorgänger der Last.fm-App vom gleichen Entwickler – MobileScrobbler – konnte sehr wohl auch über den normalen Musik-Player gespielte Titel scrobbeln. Das war aber nur möglich, weil man mit dem inoffiziellen SDK auch Hintergrundapplikationen (ohne eine Oberfläche) laufen lassen kann. Der Scrobbler lief bei MobileScrobbler als separater Daemon und wurde beim Systemboot gestartet.

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  •  Jan sagte am 9. Oktober 2008:

    Nachtrag: Ich weiß aus erster Hand, das Last.fm direkte Gespräche mit Apple geführt hat, um diese Begrenzung (die ja für alle Drittanbieter gilt) zu umgehen. Die Genius-Funktion könnte angesichts Apples Kontrollwahn beim App Store und dem SDK natürlich der ausschlaggebende Punkt sein, warum man nicht auf Last.fm eingegangen ist.

    Last.fms einzigartige Datenbestände sind auch so schon Gold wert, aber in den Händen eines Musikhändlers natürlich noch einiges mehr. Ich hab mich schon lange gefragt, warum noch keine Vertriebsplattform den Mechanismus kopiert hat. Jetzt hat Apple genau das mit Genius gemacht, und das ist auch ziemlich schlau.

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  •  Mo.fayenke sagte am 3. Mai 2010:

    Sizzla

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  •  Monkey sagte am 25. April 2011:

    That’s way more clever than I was epectxing. Thanks!

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