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Veröffentlicht am  27.10.08, 12:25 Uhr von  

Big Brother Award-Wochenende: Keine Preise für Apple

[singlepic id=1749 w=100 float=right] Einer der seltenen Fälle, in denen man gerne leer ausgeht: in Deutschland und in Österreich wurden mit den Big Brother Awards die “Antipreise für Datenkraken” vergeben. Die größten Missachtungen des Datenschutzes und Eingriffe in die Privatsphäre wurden Freitag und Samstag gewürdigt. Es blieb jedoch bei einer Nominierung für Steve Jobs im Alpenstaat – kein Preis für Apple, und eine “Niederlage”, zu der man beglückwünschen kann.

Nur in Österreich lief Apple Gefahr, einen der Datenkraken-Oscars zu erhalten: der Killswitch für iPhone-Apps stieß dort auf Missfallen und wurde als “notorische Entziehung des Rechts auf Eigentum” für einen Preis in der Kategorie “Business und Finanzen” nominiert. Dort konnte sich jedoch der Tiroler Energieversorger TIWAG durchsetzen, der über Jahre hinweg einen Kritiker mit mehr als fragwürdigen Methoden mundtot machen wollte.

[singlepic id=1755 w=250 float=left] Ganz sauber blieb die Weste Apples in Deutschland jedoch nicht: unter den tadelnden Erwähnungen taucht Cupertino als warnendes Beispiel für weit gefasste Möglichkeiten zur Weitergabe von Kundendaten auf. Dass Apple ansonsten auch dieses Jahr vor einer Auszeichnung verschont blieb, kann unter zwei Perspektiven betrachtet werden. Einmal legt das Ergebnis 2008 nahe, dass Apple tatsächlich höheren Wert auf Datenschutz legt als manche andere Unternehmen im IT-Business. Techniken, die bei anderen Akteuren zur Nominierung und Preisverleihung führten, finden sich auch bei Apple – nur eben in einer Form, die Datenschutz offenbar besser gewährleistet. So wurde Microsoft unter anderem für die verwendeten DRM-Techniken bereits 2002 mit einem Lifetime-Award ausgezeichnet, während Apple seit Jahren ebenfalls DRM einsetzt – ohne entsprechende Ehrung.

Auf der anderen Seite kann man natürlich auch konstatieren, dass die Konkurrenz recht gewaltig war: gegen die Glanzleistungen der Deutschen Telekom oder des EU-Ministerrats kann nicht jeder mithalten. Insofern wird es nach wie vor bei der Implementierung und Integration neuer Dienste und Angebote eine Herausforderung für Apple sein, Datenschutzstandards zu wahren. Wachsame Augen werden dabei nicht nur beispielsweise auf den Musikgeschmack-Ermittler Genius oder den zunehmenden Einsatzgebieten für die Apple-ID gerichtet sein. Bislang schlug sich Apple auf diesen Feldern achtbar und schaffte es dennoch, Applikationen und Services einfach und intuitiv zu gestalten. Möge es so bleiben.

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 5 Kommentar(e) bisher

  •  DocRob sagte am 27. Oktober 2008:

    und was ist das denn?
    Zitat: (…)

    So definiert beispielsweise Apple für sich, Informationen von Kunden weiter geben zu dürfen, wenn das Unternehmen der Überzeugung ist, dass dies „für die nationale Sicherheit, den Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig“ sei.

    (…)
    QUELLE:

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  •  DocRob sagte am 27. Oktober 2008:

    Quelle: http://www.bigbrotherawards.de/2008/.reprimands

    Antworten 
  •  rj sagte am 27. Oktober 2008:

    Argh. Schwerst klassische Betriebsblindheit. In .de war ich auf der Verleihung und wenn der Tadel da oeffentlich vorgetragen wurde, muss mir grade irgendwas ins Ohr gepustet haben :) Ich ging in der festen Ueberzeugung heim, dass Apple nix abgekriegt hatte und die BB-Seiten heute halt noch nachverlinkt.
    Dass ich ein grosser Freund der BB-Awards bin, brauch ich vermutlich nicht zu betonen :) Ich wage im konkreten Fall aber mal die These, dass Apple da wirklich, wie im Text auch formuliert, als *Beispiel* dient. Die vagen “oeffentlichen Interessen” finden sich, wie beschrieben, in vielen AGB und Datenschutzerklaerungen. Aber Ack, mein Versehen. Wie man das interpretiert, ist eine nette Frage – Appell an Apple, dass man grade von ihnen eigentlich anderes gewohnt ist?

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  •  Gunnar sagte am 27. Oktober 2008:

    Dürfen da auch Kinder mit auf die Bühne? ;)

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  •  rj sagte am 27. Oktober 2008:

    Das sind alle FoeBuD-Helfer und Helferinnen. Nach den Ausweisen hab ich sie nicht gefragt. Aber wenn Minderjaehrige anwesend gewesen sein sollten: die Veranstaltung war vollkommen jugendfrei, statt Sekt konnte man auch O-Saft kriegen und zeitlich wars eh recht frueh zum Abend, es haette nichts dagegen gesprochen. ;)

    Ernsthaft, sowas find ich immer richtig fein und auch ermutigend, wenn da quer durch die Generationen die Leute was losmachen.

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