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Veröffentlicht am  10.11.08, 11:35 Uhr von  

Vorbild Apple: Ballmer lobt den Appstore, aber sagt dem WebKit ab

WebKitiPhone-SDK und Appstore seien “gute Ideen”, so Steve Ballmer auf einem Besuch in Australien. Dass man in Redmond Apple als Inspiration für künftige eigene Strategien und Produkte nutzt, ist nichts neues und kann Microsoft an sich nur guttun. Der Microsoft-CEO sorgte aber auch – erwartungsgemäß – für Irritationen. Webstandards betrachtet Ballmer anläßlich der Diskussion um die Integration von WebKit bei Microsoft nach wie vor eher als eine Art von, nun, grober Richtlinie.

Er wolle zustimmen, dass im Bereich des iPhones gute Arbeit geleistet wurde, so Ballmer auf seiner Visite Down Under. Ballmer wäre nicht Ballmer, wenn nicht sofort die Geldbrille aufgesetzt worden wäre. In Bezug auf den Appstore fürs iPhone schränkte Ballmer seine Einschätzung schnell wieder ein:

“Sie (Apple) haben es ein Stück weit vereinfacht, Applikationen bekannt zu machen. Da wird nicht viel Geld gemacht, aber das allgemeine Konzept, den Codern nicht nur Möglichkeiten an die Hand zu geben, ihre Programme zu verbreiten, sondern auch Sichtbarkeit für die Codebasis herzustellen, ist eine gute Idee.”

Wie meist ein wenig kurz gedacht: die iPhone-Plattform ist nicht deshalb erfolgreich, weil hohe Beträge im Appstore umgesetzt werden, sondern weil es eine riesige Anzahl von Applikationen im kostenlosen oder Low-Cost-Segment gibt. Das Gerät wird attraktiver, die Benutzer- und Entwicklerbasis breiter. Eine Erkenntnis, die MS bestens bekannt sein sollte, hat man doch mit der Integration zahlreicher Dienstprogramme ins eigene Betriebssystem eine Strategie verfolgt, die in dieselbe Richtung geht, nur eben die externen Entwicklerpotentiale nicht ebenso mit einbezog.

Kurz gedacht wurde auch in manchen anderen Gebieten. Nachdem MS vollkommen untypisch mit einer weiteren Apple-Inspiration geflirtet hat – WebKit, um genau zu sein – , scheint die Zukunft der Microsoft-Browser doch eher wieder wie die Vergangenheit auszusehen: Standards sind grobe Richtlinien, proprietäre Sonderwege werden weiter beschritten und wenn die Standardisierungsgremien folgen, ist es gut, wenn nicht, ist es Innovation. Ballmer zur zukünftigen Browserstrategie:

“Ich glaube, dass es im Browserbereich selbst weiterhin eine Menge an proprietären Innovationen von uns und anderen geben wird. Ein Unternehmen wie unseres muss seine eigene Rendering-Engine haben. Es ist wichtig, dass wir einen Browser haben, der Internetstandards beinhaltet, aber uns ebenso erlaubt, innovative Erweiterungen zu haben, auch bevor die Standardisierungsgremien soweit sind.”

Es bleibt also alles beim Alten. Außer möglicherweise, dass neben Google auch noch Microsoft auf den Appstore-Zug aufspringt.

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 1 Kommentar(e) bisher

  •  Tim sagte am 10. November 2008:

    Na die Welt könnte ja auch nur ein besserer Ort werden, wenn man bei MS mal auf die eigene Engine verzichten würde. Es hindert sie ja niemand den Webkit-Code um ActiveX und so einen BS auszublasen…

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