MACNOTES

Veröffentlicht am  21.11.08, 15:50 Uhr von  kg

Netzwerkbackups mit Time Machine

Time MachineTime Machine ist, seitdem ich es habe, ein treuer Begleiter in Sachen Backups geworden. Wo ich früher nur selten mal Backups meiner Festplatte gezogen habe, weil es meistens einfach viel zu lange dauerte, brauche ich heute nur eine Festplatte anstöpseln und alles geht von allein.

Kürzlich stand ich aber das erste Mal vor einem gar nicht mal so simplen Problem: Ich wollte Time Machine auf einem Standard-Netzwerklaufwerk einrichten. Von Haus aus geht das mit Time Machine auf normalen Netzwerkservern nicht. Grund für die Sperre der Netzwerkserver: Der NAS quittiert den Erhalt der Daten, bevor sie überhaupt geschrieben sind. Fällt dann die Netzwerkplatte während des Backups aus, fehlen Teile des Backups, die komplette Datensätze schlicht unbrauchbar machen können. Deshalb hat Apple diese Möglichkeit softwareseitig gesperrt. Wer das “Risiko” nicht scheut, kann mit einigen wenigen Handgriffen Netzwerkplatten für Backups freischalten.

Schritt 1: Nicht unterstützte Volumes freischalten

Das Programm “Terminal” im Ordner “Dienstprogramme” öffnen und dort folgenden Befehl eingeben und bestätigen:

defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1

Damit ist der Zugriff auf Netzwerkvolumes hergestellt.

Schritt 2: Netzwerkplatte für Time Machine vorbereiten

Für das Abspeichern des Time Machine-Backups wird ein sogenanntes Sparsebundle-Image benötigt. Auf Mac-formatierten Systemen macht Time Machine das automatisch selbst, auf allen anderen muss man es selbst anlegen. Um das zu tun, muss man folgenden Befehl im Terminal eingeben:

hdiutil create -size $GRÖSSEm -fs HFS+J -type SPARSEBUNDLE -volname “NAME BACKUP” COMPUTERNAME_MACADRESSE.sparsebundle

GRÖSSE bestimmt, wie groß das erste Image sein soll. Da ein Sparsebundle mitwachsend ist, kann man das Startimage ruhig klein anlegen, dann dauert das Herüberkopieren auf die Netzwerkplatte nicht so lange. NAME BACKUP ist der gewünschte Backupname (ist selbst bestimmbar). COMPUTERNAME ist der Gerätename, den man in den Systemeinstellungen “Sharing” einsehbar ist. MACADRESSE bezeichnet die für den Rechner zutreffende MAC-Adresse, die man beispielsweise in den Netzwerkeinstellungen nachschauen kann. Weglassen muss man allerdings die Doppelpunkte.

Ein Beispiel für eine solche Eingabe:

hdiutil create -size $50m -fs HFS+J -type SPARSEBUNDLE -volname “MacBook Backup” Freitag_001100110011.sparsebundle

Dieses sparsebundle kopiert man dann in den entsprechenden Netzwerkordner des Netzwerklaufwerks. Danach sollte sich der Ordner auch in den Time Machine-Optionen finden lassen.

Das Schöne an dieser Backupvariante ist, dass man sich keine Gedanken machen muss um das Einstöpseln von USB-Festplatten, sondern alles automatisch im Hintergrund von statten geht. Ich nutze diese Lösung jetzt erfolgreich seit einigen Wochen, bisher ist nichts schief gegangen.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 32 Kommentar(e) bisher

  •  @Katti sagte am 21. November 2008:

    Hab da mal was zum Thema Netzwerkbackups via Time Machine geschrieben: http://tinyurl.com/6y3qxn

    Antworten 
  •  mactom sagte am 21. November 2008:

    Man sollte bei derartigen Aktionen allerdings bedenken, dass Netzwerk-Backups wesentlich länger dauern können als über eine FW-Schnittstelle. Ist also nicht für Jeden geeignet.

    Antworten 
  •  poisonphone sagte am 21. November 2008:

    Tja, die Sicherung dauert beim ersten Mal recht lange.. danach läuft das eh im Hintergrund ab. Werde heute Abend mal probieren wie schnell das bei meiner NAS Platte ist.

    Antworten 
  •  kg sagte am 21. November 2008:

    Ja, für das Startbackup muss man ein wenig Zeit mitbringen, danach läufts aber ganz gut im Hintergrund und dauert nicht lange.

    Antworten 
  •  Happe sagte am 21. November 2008:

    Backup ist keine Kunst, Restore ist interessant. Schon mal ein vollständiges Restore mit timemachine auf einem blanco system mit deinem NAS Backup probiert? Das wäre mal interessant.

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  •  Gunnar sagte am 21. November 2008:

    Ich habe noch keine externe Festplatte. Somit nutze ich noch kein Time Machine. Kann ich bestimmte Ordner auswählen und mit Time Machine benutzen wenn ich will?

    Antworten 
  •  kg sagte am 21. November 2008:

    @Happe der Restore dieses Backups kann dann beispielsweise so laufen, dass man das angelegte Sparsebundle auf eine andere externe Platte schiebt und dann von dieser wiederherstellt. Zugegebenermaßen ist das alles andere als elegant gelöst, aber mir ist es immer noch lieber, in regelmäßigen Abständen reguläre Backups zu machen anstatt immer wieder die externe Platte anzuschließen.

    Antworten 
  •  Happe sagte am 22. November 2008:

    Also hast Du es noch nicht ausgetestet. Backup ohne getestetes Restore macht krumme Beine.

    Antworten 
  •  filid sagte am 23. November 2008:

    Ja der Restore geht auch. Ich habe zum Test ein MacOS auf einer USB Festplatte installiert und man kann dabei ein Timemachine-Backup auswaehlen um von dort die Sachen wieder einzuspielne. Hat fuer mich geklappt.

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  •  WHEEZ sagte am 24. November 2008:

    Komisch – bei mir klappt das leider nicht. Timemachine bricht immer wieder mit der Meldung “Das Image des Backups konntenicht erstellt werden” ab. Danach ist mein zuvor erstelltes Image von dem NAS gelöscht.

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  •  WHEEZ sagte am 25. November 2008:

    OK – es geht seit 10.5.2 anscheinend nur noch mit AFP. SMB klappt nicht mehr. Ich habe ein NAS das zwar AFP kann, aber noch keine langen Dateinamen. Damit geht es dann leider auch nicht…. Kann man Timemachine nicht beibringen einen kürzeren Dateinamen für das sparseimage zu verwenden?

    Antworten 
  •  kg sagte am 25. November 2008:

    @WHEEZ: Mein Backup geht auf einen SMB, Betriebssystem ist 10.5.5.

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  •  WHEEZ sagte am 25. November 2008:

    Hmm – dann ist bei Dir anscheinend irgend etwas anders (hab auch 10.5.5). Habs probiert auf ein NAS mit smb und einen Windows Fileserver… immer ohne Erfolg. Die Shares werden schon ordentlich angezeigt, aber das Backup wird immer in der “Vorbereitung” mit “Das Image des Backups konnte nicht erstellt werden”abgebrochen.
    Kann es damit zusammenhängen dass ich das Sparsebundle nicht vorab über das Terminal generiert habe? Das hat leider nicht funktioniert – dann habe ich es über das Festplattendiensprogramm gemacht. Wenn man kein Image vorab auf das Share kopiert wird ja von TM eines angelegt – warum ist dann der Umweg nötig?

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  •  kg sagte am 25. November 2008:

    @WHEEZ doch, genau das ist das Problem: Erstellst du vorher kein entsprechendes Sparsebundle und kopierst es auf den Share, passiert nichts. Die gleiche Fehlermeldung hatte ich auch, bevor ich selbst das Bundle angelegt habe.
    Das Generieren mit dem Festplattendienstprogramm war da für mich übrigens auch nicht hilfreich, erst als ich den Weg über das Terminal gegangen bin, konnte ich das Sparsebundle generieren.

    Warum Time Machine selbst kein Bundle auf dem Share anlegen kann, habe ich auch noch nicht ganz verstanden, liegt vielleicht daran, dass es systemintern nicht vorgesehen ist.

    Versuch es am besten mit dem im Text beschrieben Weg, über das Terminal das Sparsebundle anzulegen und kopiere es dann auf den Share. Dann müsste es funktionieren.

    Antworten 
  •  WHEEZ sagte am 25. November 2008:

    YES!! It works. Vielen Dank!

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  •  empty sagte am 4. Dezember 2008:

    Kann man auch ohne SparseBundle ein Backup auf einer NAS Platte machen?
    Ich mag keine SparseBundles.

    Antworten 
  •  Andi sagte am 6. Dezember 2008:

    Hallo Kathrin

    Vielen vielen Dank für Deine Beschreibung hier, hat super geklappt!

    gruss andi

    Antworten 
  •  Maruan sagte am 8. Januar 2009:

    Danke Kathrin.

    Bei mir hat es übrigens erst geklappt nach dem ich beim Erstellen des Sparsebundles die MAC Adresse der Ethernetkarte (en0) angegeben habe, obwohl ich diese gar nicht benutzt hatte (hab alles ausschließlich über WLAN gemacht).

    Antworten 
  •  Pauline sagte am 26. Januar 2009:

    Leute bitte…..
    Anstatt so derartig wild am System zu fummeln, sollte es doch ein leichtes sein eine 2,5″ FW Platte (in der größe der MB / MBP Platte) einzustöpseln oder eingestöpselt zu lassen….

    WAS FÜR EIN UNNÖTIGER UMSTAND HIER IMMER FABRIZIERT WIRD !!! WOZU DAS GANZE ? Es gibt die Boardlösungen mit denen sich Apple sicher vor dem Roll-out intensivst beschäftigt hat. Die machen schon ihren Sinn.

    Antworten 
  •  Claus sagte am 26. Januar 2009:

    Hi,

    ich wollte bei meinem aktuellen MacBook Pro (10.5.6) nach der Anleitung installieren, aber nach allen Schritten und dem gemounteten LW wird bei der TM das LW zwar angezeigt, nach Auswahl kommt eine Fehlermeldung: OSStatus-Fehler -6602

    ???

    Hat das schon jemand erlebt und dafür eine Lösung?

    Antworten 
  •  Teimaz sagte am 6. Februar 2009:

    Vielen Dank. super beitrag. hat mir eintag arbeit gespart;)

    Antworten 
  •  Kamerad sagte am 20. Februar 2009:

    hey
    wenn ich den befehl eingebe mit den sachen die man selber eingeben soll kommt bei mir nur diese meldung :
    hdiutil: create: Only one image can be created at a time.
    Usage: hdiutil create [options]
    hdiutil create -help

    jemand eine ahnung was man dagegen tun kann?

    Antworten 
  •  michah sagte am 17. März 2009:

    Hallo zusammen,

    seit neuestem funktioniert das o.g. Backup bei mir nicht mehr. Das LW wird auch nicht mehr im TM angezeigt, auch nach wiederholter Eingabe des defaults write Befehls…..

    Hat jemand ne Lösung?!?

    Antworten 
  •  Dirk sagte am 12. April 2009:

    Hallo Claus,

    Das Problem hatte ich auch, es wurde ständig ein Passwort abgefragt und nach der Eingabe von diesem kam dann die Fehlermeldung.

    Die Lösung bei mir waren die Anführungsstriche:

    hdiutil create -size 100g -fs HFS+J -volname “MeinBackup” “Apfel_000000000.sparsebundle”

    Auf dem Netzlaufwerk legst Du dann den Ordner MeinBackup auf der obersten Ebene an, verbindest Dich mit diesem über “Mit Server verbinden” per smb, kopierst das sparsebundle (mit dem Namen Deines Macs und Deiner Mac-Adresse ohne Doppelpunkte) in dieses Verzeichnis.
    Jetzt kannst Du in Time Machine dieses Laufwerk auswählen und es sollte auch bei Dir funktionieren.

    Viel Glück!
    Dirk

    Antworten 
  •  Andi sagte am 22. August 2009:

    Hallo Leute. Habe das Problem dass sich nach ein paar Monaten immer das Image zerschießt und TimeMachine das erstelen weiterer Backups verweigert. Habe mal gelesen das NAS einen bestimmten Befehl von AFP nicht unterstützen (irgendwas mit cachewrite oder so). Hab Ihr die selben Probleme?

    Antworten 
  •  MST sagte am 27. Oktober 2009:

    Hallo,
    also das erste Problem: Das mit dem “Mitwachsen” klappt bei mir so nicht. Wenn ich das Image wie vorgeschlagen nur 50MB gross mache meckert Time Machine beim ersten Backup an, daß dafür 80GB (soviel ist belegt auf meiner Systempartition) benötigt werden und nur 50MB zur Verfügung stehen.
    Zweites Problem: Da meine Systempartition dank Bootcamp nur 150GB gross ist und somit nur noch 70GB frei sind kann ich darauf keine genügend grosses Image anlegen – Was nun?
    Gruß
    MST

    Antworten 
  •  somline sagte am 22. Dezember 2009:

    Danke für die Zusammenfassung. Klappt ausgezeichnet. Das erste Backup hab ich über USB gemacht, damit es nicht so lange dauert. Nun läufts regelmäßig über WLan.
    Leider hat meine FritzBox 7270 nun Probleme mit der Telefonie wenn gleichzeitig ein Backup läuft (Aussetzer). Liegt offensichtlich am Sparsebundle. Wenn ich in ein Sparsebundle was reinkopiere, hab ich die Aussetzer. Ohne SpaceBundle nicht. Irgendwas macht OSX da also anders. Vielleicht viele gleichzeitige Zugriffe?

    Antworten 
  •  Simon sagte am 3. Juni 2010:

    Wie sieht es mit einem Mehrnutzersystem aus? Muss nur der Admin einmalig “defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1″ eingeben oder jeder Nutzer, der am System angelegt ist?

    Sonst klappt es 1A, merci!

    Simon

    Antworten 
  •  Sebastian sagte am 23. September 2010:

    Alles klappt soweit, aber obwohl ich TimeMaschine auf die Platte im Netzwerk verweise, erstellt es beim starten des Backup ein Volume/Image auf meinem Schreibtisch, anstatt auf der Netzwerkplatte. Woran kann das liegen?

    Antworten 
  •  Sebastian sagte am 23. September 2010:

    Sehe gerade, dass das sparsebundle auf der Netzwerkplatte auch mitwächst. aber das Image auf meinem Schreibtisch nimmt auch tatsächlich Speicherplatz in Anspruch (wie ich mittels Apfel+I) beobachten kann. Was ist da los?

    Antworten 
  •  Dirk69 sagte am 14. November 2010:

    Hallo,

    @Pauline: mann muss nicht von sich auf andere schliessen…
    Ich z.B. habe einen iMac, könnte also ohne weiteres eine externe FP anschliessen. Hatte ich auch so! Aber da der Mac so leise ist und die externe nicht die “Fresse halten” kann ist mir eine Netzwerklösung schon lieber…
    Bei mir läuft jetzt ein CT Debian Server. TimeMashine bekomme ich ans Laufen, sobald eine größere Platte drin ist. Aber ich muss mir alles nachfragen. Wie ich eine zusätzliche FP mounte, später soll er auch noch als Drucker, FTP, HTTP Server dienen. Das wird ein langer Weg. Da tendiere ich eher zu einem Mac mini als Server. Es reicht sicher ein G4. Der ist bestimmt einfacher als Server zu konfigurieren und vor allem geht TimeMashine damit ohne Probleme und man geht keine Risiko ein!

    Antworten 
  •  Tüftler sagte am 10. Juni 2011:

    An die Problemkinder:
    Probiert mal das Ganze mt dem FP-Dienstprogramm.
    Image erstellen.

    Einstellung
    Größe belassen
    Partition Guid
    mitwachsendes Bundle-Image

    Antworten 

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