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Veröffentlicht am  10.12.08, 14:33 Uhr von  

Im Appstore sind die Programme zu billig: Alle Monate wieder?

Apple AppStoreMehrfach hat man die Klage schon gehört: der Appstore mag eines der Killerfeatures schlechthin sein, die Preise machen den Entwicklern das Leben aber schwer. Der Trend geht, wenn nicht zum Gratisprogramm, dann mindestens zu den 99 (bzw. 79) Cent, und dadurch häufe sich auch der “Crap”, der es zunehmend erschwere, die Perlen zu finden. “Dear Steve”, beginnt Craig Hockenberry, seines Zeichens Entwickler unter anderem von Twitteriffic, einen offenen Brief an Mr. Jobs.

Als iPhone-Developer sehe er die Möglichkeiten, neue Killer-Apps zu bauen, zunehmend erschwert. Komplexere Apps könnten sich mit den gängigen 99 Cent-Tarifen nicht mehr refinanzieren und werden in der Folge möglicherweise gar nicht mehr gebaut. Zwei Probleme sind die Ursache für die Abwärtsspirale.

Einmal pushen sich Apps insbesondere durch gute Rankings in den Verkaufszahlen, diese werden jedoch dominiert von den Billig-Apps, die schneller viele Einheiten verkaufen und teurere Programme von der Spitze vertreiben, ehe diese ihre Kosten einspielen konnten. Nicht mehr aggressiv auf den Rankings platziert, müssen sich die Apps über andere Kanäle verkaufen.

Hier greift die zweite Nebenwirkung der App-Flut: zuviele Apps, zu wenig Aufmerksamkeit. Insbesondere fehlen Möglichkeiten, die Funktionalitäten oder den praktischen Nutzen der Programme vorzustellen. Dass ein drei Dollar teures Programm auch einiges mehr leistet als eine Ein-Dollar-Alternative, lasse sich auf einem Screenshot nicht mehr darstellen, so Hockenberry.

Seine Klage ist nicht neu, und ein wenig hat sich auch bereits bewegt – zu Kundenrezensionen wird stärker animiert, die Entwickler haben die Möglichkeit, Rezensionsexemplare der Apps zu verteilen, beispielsweise. Dass Apps kostenlose “Lite”-Versionen anbieten, scheint gelegentlich eher schon die Regel als die Ausnahme zu sein.

Löst das Hockenberrys Probleme, sind es überhaupt welche? Persönlich muss ich zugeben, privat eher zu den kostenlosen Apps zu greifen und eher zögernd auch mal mehr als einen Euro im Appstore zu lassen – was daran liegt, dass ich für viele der hochpreisigeren Apps keinen direkten und dringenden Verwendungszweck sehe, aber auch daran, dass er sich mir mangels Demo/testmöglichkeiten in der Regel nicht erschließt, auch wenn es ihn gäbe. Frage an die Leser: Wann bleibt auch mal ein höherer Eurobetrag im Appstore liegen und wofür, und warum nicht, wenn nicht?

(SCNR am Rande: Space Deadbeef – Space-Shooter a la R-Type, kurzes, aber kostenloses Gameplay zwischendurch auf dem iPhone. Macht Laune.)

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 6 Kommentar(e) bisher

  •  robs sagte am 10. Dezember 2008:

    Meistens gibt es für die teuren Programmen auch eine billigere oder gratis Alternative.

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  •  lakeshore sagte am 10. Dezember 2008:

    Wo wird man denn stärker zu Kundenrezensionen animiert?

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  •  Mddin sagte am 10. Dezember 2008:

    @lakeshore: Zum Beispiel beim Löschen eines Programmes aus dem iPhone heraus. Das ist erst seit FW 2.2 der Fall.

    Also ich bin auch der Meinung dass es häufig auch kostenlose oder eben 99/79 Cent Programme gibt.

    Aber der Brief hat auch Recht!
    Ich finde es traurig dass Apple das System und das Design der Musik-Abteilung fast unverändert auf den AppStore übertragen hat.
    Die Info-Seiten sind unübersichtlich, die Info-Texte rechts noch viel schlimmer!
    Ich denke Apple sollte da ordentlich nacharbeiten und sich auch trauen, sich vom Musik-Layout zu verabschieden.
    Vom Verkaufstechnischen her sind kostenlose Demos sicher ganz wichtig. Aber nicht als extra Lite-Versionen sondern als Programm auf der gleichen Seite wie das richtige Programm ohne anderem Namen etc.. Die Technik hierzu hat Apple ja mit den Leih-Filmen aus Amerika bereits.
    Und auch die User sollten ihr Verhalten ändern. Es nervt wenn immernoch “Programm geht nicht. Nur 1 Stern” in den Rezessionen steht. Daraus lässt sich nicht lesen, ob der User selbst zu doof ist, er vielleicht ein JailBrake Handy hat und es daran liegt, oder ob es wirklich am Programm liegt.

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  •  lakeshore sagte am 10. Dezember 2008:

    Das Löschen hat nichts mit Rezensionen zu tun. Im Gegenteil: Man kann nur Sternchen vergeben, keinen Text eintragen. Der erste Stern ist vorselektiert, der Standard-Button ist nicht nein, sondern der Senden-Button. Es werden negative Bewertungen erzeugt, die nirgendwo in iTunes sichtbar sind, sondern nur die Gesamtsternchen der Applikation senken. Dieses Feature ist so, wie es implementiert wurde, eher ein Bug und schadet den Applikationen. Es gibt nicht einmal ein Gegenstück, was Bewertungen nicht gelöschter Applikationen einfordert.

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  •  Mddin sagte am 10. Dezember 2008:

    Hm der Button ist vorselektiert. Und dann klickst du beim iPhone auf “Enter” und Schwupps ist die falsche Bewertung drin? :-) Nein im Ernst ist glaub die Leute sind schlau genug eine Bewertung zu vergeben oder auf “Nein” zu klicken…
    Zum Gegenstück: wenn man nach sagen wir mal 10 Tagen aufgefordert wird, das Programm zu bewerten seh ich schon den Sturm der Entrüstung vor mir. Manchmal kann mans den Leuten einfach nicht recht machen.
    Ich find die Bewertung beim Löschen gut, wie auch die deutlichere Hervorhebung im AppStore auf dem iPhone.

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  •  pk sagte am 10. Dezember 2008:

    also mich nervt das gewaltig: brauchbarere programme im app store finden ist fast nicht mehr möglich bei der ganzen schrott flut.

    Für den Palm gabs so coole, nützliche sachen, die nur 1 zu 1 übersetzt werden müssten. das passiert aber nur mit den unbrauchbaren kleinen sachen.

    insofern hat er da wohl ziemlich recht der gute herr entwickler

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