MACNOTES

Veröffentlicht am  12.12.08, 17:34 Uhr von  

goldstar-electronics.at: Vorsicht bei iPhone-Sonderangeboten

iPhone Printwerbung von Goldstar-Electronics.atMan riskiert böse Überraschungen zur Weihnachtszeit, wenn man glaubt, iPhones zu Preisen unter dem Einkaufspreis im Handel zu erhalten. Dreist, aber offenbar erfolgreich geht in diesem Bereich aktuell der “goldstar-electronics”-Shop vor, der für iPhones zu solchen Preisen auch in Printmedien wirbt – inseriert wurde in österreichischen Tageszeitungen, während die Webseite selbst bereits umziehen musste und die telefonische Erreichbarkeit wegen “Überlastung” eingestellt wurde. Wer bestellt hat, sollte weiterlesen: ob man Geld oder Ware zu sehen bekommt, ist fraglich. Bei Preisvergleichsseiten flog der Shop aus den Listings, Zeitungsanzeigen wurden wegen Betrugsverdacht eingestellt.

Aufmerksam wurden wir auf die Angelegenheit, als beim Macnotes-Werbepartner 3Gstore eine Kundenanfrage einging, warum man iPhones nicht ebenso billig anbieten könnte wie der österreichische Shop. Händler Kristof Loll wurde stutzig ob der Preise, die dort genannt wurden. Ein vertragsfreies iPhone soll es bereits ab 399 Euro geben. Lolls Kommentar: “Das liegt deutlich unter den Einkaufspreisen. Kein Shop kann ein iPhone zu so einem Preis anbieten.”

Bei näherer Betrachtung büßte das Angebot schnell seine Attraktivität ein: Nachnahme wird nicht geboten, Selbstabholung wollte der dubiose Shop auch nicht erlauben. Die Zweifel wuchsen, bei der weiteren Recherche war der Shop unter goldstar-electronics.at anschließend plötzlich wegen einer ungültigen Shoplizenz nicht mehr erreichbar, kurz darauf wurde die Site komplett vom Netz genommen. goldstar-electronics.at leitete weiter auf goldstar-electronics.de, dort findet man heute nur noch ein “Forbidden”.

Seit heute liegt die Hauptseite unter goldstar-electronic.de, der Hoster hat gewechselt und die Angebote sind so billig wie eh und jeh – nur den Telefonkontakt drehte man kurzerhand ab. Offizielle Begründung: Die Leitungen seien überlastet. Seltsam nur, dass der Shop auch schon seit einiger Zeit aus den Listings von geizhals.at entfernt wurde. Es ist anzunehmen, dass aus denselben Gründen auch bereits das Domainhosting gewechselt werden musste. Loll dazu: “Der Shopbetreiber ist weder telefonisch noch vor Ort erreichbar. Dazu werden ausschließlich Bestellungen gegen Vorkasse angenommen. Unter solchen Umständen sind die unrealistisch billigen Preise meist nicht darauf zurückzuführen, dass eben beim Service ein wenig gespart wurde. Dann liegt das meist daran, dass es keine Lieferung geben wird.”

Online reagiert die Netzgemeinde schnell: wie sieht es offline aus? Die Kleine Zeitung hatte Anzeigen für den Shop geschaltet, diese jedoch nach Hinweis gestrichen. Auf telefonische Nachfrage von Macnotes teilte die Zeitung mit, dass offenbar mit betrügerischer Absicht annonciert wurde und die Anzeigenkampagne daher nicht weiter erscheinen wird.

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Im Netz wird nun mit Spannung erwartet, ob tatsächlich doch irgendwo eine Lieferung ankommt, einhellige Meinung: unmöglich. Verweigerung der Selbstabholung, “Support”-Mails, in denen die Vorkasse per Überweisung als schnellste Möglichkeit zum Warenerhalt gepriesen werden und die Verwendung fremder Firmendaten sprechen Bände.

Denn zum Ärger der Kunden gesellt sich inzwischen auch noch der Ärger unbeteiligter Dritter: die “First-Wiesta Bau und Handel Ges.m.b.H”, deren Unternehmensdaten teilweise von dem dubiosen Anbieter übernommen wurden, distanziert sich von der Angelegenheit: man vertreibe keine Elektronikartikel und habe wegen der Angelegenheit die Handelspolizei informiert.

Was die Kunden erwartet, lässt sich vielleicht bereits auf einer anderen Seite betrachten: Google fördert bei der Eingabe der Goldstar Electronics-Impressumsdaten unter anderem die Seite www.electronico24.com/cms_content.php?cID=3 zu Tage, die mit einem ähnlichen Shopangebot in Erscheinung tritt. Klickt man weiter, landet man auf einer Insolvenzerklärung mit dem Hinweis, Ansprüche doch bitte beim nicht näher benannten “zuständigen Insolvenzberater” geltend zu machen.

Böses Weihnachtserwachen, wo man zu den Festtagen noch mit einem Schnäppchen gerechnet hatte? Das muss nicht sein, auch wenn man bereits auf eine der Printanzeigen des Shops hin bestellt und/oder bezahlt hat. Bei einer bereits getätigten Bestellung wurde von einer erfolgreichen Rückbuchung berichtet. Auch bei Kreditkartenzahlung ist möglicherweise die Rückbuchung eine Option – nur sollte man dabei an die Fristen denken, die einem dabei zur Verfügung stehen. Innerhalb von 14 Tagen nach Zahlung sollte die Rückbuchung möglich sein, wer länger auf ein Paket wartet, sieht sein Geld möglicherweise nicht wieder.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 11 Kommentar(e) bisher

  •  Goldstar Fast-Opfer sagte am 12. Dezember 2008:

    DANKE für den Hinweis! Hab vorhin erst die Zeitungsanzeige gelesen und wollte auf die Seite gehen um zu bestellen, weil mich der Preis echt angemacht hat. Jetzt bin ich klüger und werd mir mal angucken, ob es nicht doch eines aus dem 3gstore.at wird…

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  •  Julian sagte am 12. Dezember 2008:

    Der gesunde Menschenverstand sagt einem ja… Hier kann doch was nicht stimmen. Wer bestellt hat ohne bei Fachkundigen Webseiten und Foren nachzufragen ist selbst schuld, wenn nichts unter dem Weihnachtsbaum liegt.

    Noch so nebenbei, ich hab mal was von Vodafone gehört, die würden anscheinend einen Datentarif fürs iPhone anbieten. Gibts das noch? Gibts dazu ein Infodok?

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  •  Niclas sagte am 12. Dezember 2008:

    und dann auch noch solch eine sachunkundige Zeitungsannonce.

    Seit wann bitte sind irgendwo auf der Welt 8GB Modelle in weiß erhältlich?!

    Man sollte sich doch etwas informieren bevor man zuschlägt, zumal das Produkt so unprofessionell angepriesen wird.

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  •  Pia sagte am 12. Dezember 2008:

    Ich denke an so einer Anzeige sieht man aber auch wie begehrt das iPhone ist. Den Leuten fehlt zum größten Teil jegliches Wissen rund um das Gerät also wird auch vielen nicht auffallen, das es kein 8GB in weiss gibt. Bei so einem “Angebot” setzt es einfach bei vielen aus und die “Gier” ist stärker als die Vernunft. Wieso sonst gibt es bis heute noch Menschen die mit solchen Angeboten Geld machen und haufenweise Leute in die Falle tappen … aber im Endeffekt selber Schuld, spätestens bei der Inbetriebnahme des Geräts hätten diese Leute die Betriebsanleitung nicht verstanden! ;-)

    Das iPhone ist und bleibt ein hochpreisiger Artikel und das ist wohl auch gut so, sollen die Kiddies weiter die Welt mit klingelnden Nokias nerven!

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  •  lifesmile sagte am 12. Dezember 2008:

    Vielen Dank der Redaktion!
    ihr seid die einzigen, die eine aktuelle info bringen und deshalb muss man euch danken!
    die lieben kollegen vom apfelphone, denen ich gestern schon eine info/anfrage gesendet habe, haben bis heute das ganze nicht einmal ignoriert :(
    dabei müssten sie doch einer der ersten sein, die diesbezüglich informieren, besonders weils eine österreichische page ist und auch hauptsäschlich NICHT-offizielle iPhone-themen behandelt! naja…
    Deshalb: Noch einmal ein herzliches Dankeschön!
    …und nun zum gesunden menschenverstand:
    im nachhinein reden dann immer alle sehr gescheit und wissend…
    soviel zu den meinungen, nicht nur hier…
    wenn ich jedoch sonst so in den vielen posts in den diversen foren schmökere, dann kann ich mir bei sehr vielen postern (anhand dessen, was dort oft von sich gegeben wird) nicht unbedingt vorstellen, dass diese menschen wirklich einen gesunden menschenverstand haben ;)

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  •  showerpower sagte am 13. Dezember 2008:

    H@llo, bin einer von denen die sich eine PS3 bestellt haben, wurde natürlich bei näherer Rechere ebenfalls stutzig und schließlich bin ich einer von vielen die ihre Causa an die Kripo Wien geschickt haben. Es ist bereits eine offizielle Amsthandlung wegen Verdacht auf Betrug gegen Unbekannte im Gange. Konto der Ersten Bank wurde bereits eingefroren. Dennoch gute Chancen sein Geld wiederzuerhalten (lt. Kripo und Bank). Auf jeden Fall bei seiner Bank Rückabwicklung der Überweisung beantragen!!!
    Na ja, mach mich jetzt auf den Weg in den Saturn :-(

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  •  Oliver H. sagte am 13. Dezember 2008:

    Vielen Dank für alles, hätte schon fast bestellt *g*

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  •  Randolf sagte am 13. Dezember 2008:

    Zu Julian: Du sagst “Der gesunde Menschenverstand sagt einem ja… Hier kann doch was nicht stimmen. Wer bestellt hat ohne bei Fachkundigen Webseiten und Foren nachzufragen ist selbst schuld…”
    Das halte ich für eine gefährliche aber typische Haltung der Insider, die aber wenig mit dem Wissensstand der Allgemeinbevölkerung zu tun haben. Das iPhone ist dank der Werbung und des Hypes auch für die weniger fitten Gadget-Insider ein interessantes Gerät und für die ist 399 ein plausibler Preis. Anzeigen in einer Zeitunge genießen dann nochmal einen ganz anderen Vertrauensbonus und schon ist die Bestellung und Überweisung drin. Würdest du mit der gleichen Arroganz antworten, wenn deine Tante aus Österreich heulend anruft und dir mitteilt, dass es Probleme mit der Lieferung des Geschenks für deinen Cousin gibt?

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  •  Julian sagte am 13. Dezember 2008:

    @Randolf

    Hast wohl recht!!! Aber ich denk mal einfach so, derjenige der sich ein iPhone oder sonstiges Mobilfunkgerät für ne menge Geld (nicht einfach mal ein Prepaidhandy für 50 Euro) anschafft, sollte sich allgemein über das Gerät erkundigen. Selbst wenn man nur Google als Internetseite kennt, genügt es einfach mal “iphone 3g preis” oder “iphone preisvergleich” einzugeben. Wenn man dann mit seinen Augen sieht, dass es dort überall für fast das doppelte angeboten wird… sollte einem schon auffallen, dass es ein Lockangebot und daher nicht sehr seriös ist.

    Das Argument mit der Zeitung ist echt einleuchtend, aber selbst wenn ich die Anzeige so wie oben abgebildet vorfinden würde…naja was soll ich da sagen, sieht das professionell aus?! Das sind 3 Minuten Arbeit um so ne Anzeige zu gestalten…wirkt absolut nicht Professionell!
    Als Zeitung würde ich auch meine Anzeigen überprüfen. Natürlich würde das einer Zensur entsprechen, aber man druckt doch nichts einfach so ab. Oder kommt auch ein “Morgen 16 Uhr knallt es in Musterstadt” als Werbeanzeige in die Zeitung?

    Nein nein, das sollte alles nicht Arrogant wirken, auch dieser Beitrag nicht!!! Die Menschen werden doch überall über den Tisch gezogen und genau deshalb sollte man als mündiger Bürger, der ein wenig denken kann, einfach kritischer an diese Angebote gehen. Ich würde ja am liebsten einfach mal ne Webseite starten. Einen Webshop drauf, iPhone 4G mit 64GB anbieten und das für 199 Euro. Ich glaub eine Menge Leute würde das Ding kaufen ohne sich genau darüber zu informieren.

    Ich wünsch natürlich allen Betroffenen, dass sie so schnell wie möglich wieder an ihr Geld kommen, falls dies noch möglich ist. Und das die Polizei da schnell handelt.

    Zur Tante: Hätte ich eine, hätte die mich wohl vorher gefragt was sie tun soll, kaufen oder nicht. Ich gehe mal davon aus, dass man selbst als Person die 0 Ahnung hat, einfach mal in den nächsten Handyshop gehen kann und dort nach dem Preis des iPhones fragen kann. Wenn man dann dort anfängt, das ist Simlock Free und kostet nur…. dann wird der gute Herr vom Handyladen schnell sagen, lassen Sie die finger davon.

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  •  Julian sagte am 13. Dezember 2008:

    Noch für die Geschädigten ein paar Hintergrundinformationen, um damit bei der Polizei vielleicht etwas zu erreichen:

    Die Domains goldstar-electronics.de und goldstar-electronics.at sind auf einen Herren “Robert Climan” aus Berlin registriert. Auch andere Foren haben sich schon an diesem Unternehmen schlau gemacht und bieten eine gute Übersicht mit Daten rund um die Famile Climan.

    Geizhals.at Forum, mit Berichten über Goldstar…

    Antworten 
  •  Randolf sagte am 15. Dezember 2008:

    Danke für die Klarstellung und Hintergrundinformationen, Julian :-)

    Nachtrag: auf http://derstandard.at/?url=/?id=1227288599910 steht “auch in der Tiroler Tageszeitung waren mehrfach diese Anzeigen geschalten…”

    Macnotes hatte mehrere hundert Besucher über Begriffe rund um ‘Goldstar Electronics’, fast alle aus Österreich, es dürfte also deutlich mehr Betroffene geben als die 2, die sich hier in den Kommentaren gemeldet haben…

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