MACNOTES

Veröffentlicht am  7.01.09, 8:00 Uhr von  

Kommentar: (K)ein schillernder Abschied

MacworldPhil Schiller kann man keinen Vorwurf machen: Es hätte mindestens ein Verkaufsgenie wie Steve Jobs gebraucht, um für das wenige Vorzeigbare so etwas wie Begeisterung zu wecken. Und so wird diese Keynote wohl nicht nur als die letzte, sondern auch als die langweiligste in die wechselhafte Geschichte der Macworld eingehen.

Dabei gab sich der Jobs-Vertreter sichtlich Mühe: Gut gelaunt und offenbar ebenso intensiv vorbereitet auf seinen ersten Solo-Auftritt betrat Schiller die Bühne im Moscone West. Einige Hundert Journalisten und das zigfache an Mac-Fans davor waren zwar vorgewarnt, aber dass dann selbst die geringen Erwartungen enttäuscht wurden, war tatsächlich “underwhelming”, wie man hier so schön sagt.

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Das spannendste Update gab es gleich zu Anfang: iPhoto ’09 ist, nach den ersten Eindrücken zu urteilen, ein echter Sprung nach vorne. Das Update für iMovie hingegen war nach der halbfertigen Version ’08 längst fällig. Auch die sonstigen Neuerungen für iLife sind bestenfalls nett, aber ganz sicher nicht so bedeutend, dass man sie in epischer Breite hätte erklären müssen.

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Das 17″-MacBook Pro war ebenfalls keine große Überraschung mehr. Eine “Anti-Glare”-Option für 45 Euro Aufpreis (!) ist ein Schlag ins Gesicht der professionellen Kundschaft. Auch der fest integrierte Akku ist zumindest fragwürdig: Zwar verspricht Apple bis zu 8h Laufzeit (was erfahrungsgemäß mit etwa 6,5h zu übersetzen ist). Wer aber für lange Außeneinsätze (Foto-Shootings etc.) mehr als das und damit einen Zweit-Akku benötigt, den lässt Apple im Regen stehen…

Auch im Pressezentrum seltene Einigkeit: “Es fehlten die Highlights”, meint Matthias Kremp (Spiegel Online). Christoph Dernbach (dpa, mac-history.de) ergänzt: “Enttäuschend, dass nicht einmal der Mac mini aktualisiert wurde”. Da ist es wohl kein Zufall, dass die Kollegen bereits am Abend weiter nach Las Vegas zur CES flogen. Vielleicht hat Steve Ballmer ja mehr zu bieten…

Interessanter ist da schon, was Apple mit iWork und insbesondere iwork.com vorhat. Apple selbst bezeichnet die Online-Version noch als Beta. Ob sich der Service in der Praxis bewährt, muss sich erst zeigen – zu hoffen bleibt, dass uns ein Desaster wie beim Start von Mobile Me erspart bleibt.

Was bleibt? Eine ziemlich klare Message: Apple hat eine Veranstaltung wie die Macworld nicht mehr nötig und sich dementsprechend wenig Mühe gegeben, den Abschied irgendwie emotional zu gestalten.

Die Live-Berichterstattung von der MWSF ’09 wird uns ermöglicht von unserem Premium-Sponsor Parallels.

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 12 Kommentar(e) bisher

  •  Stefan sagte am 7. Januar 2009:

    Die einzigen, die wirklich öde sind, das sind die Apple Fanboys mit Ihren völlig überzogenen Erwartungen an jede Keynote. Immer wird etwas bombastisches, neues, noch nie dagewesenes erwartet. Kommt dann stattdessen nur eine Evolution bestehender Produkte, ist alles schlecht. Kaufen tut ihr das dann trotzdem alles. Warum nur? Bei Apple arbeiten auch nur Menschen. Die sind zwar leidenschaftlicher bei der Sache als anderswo, aber das Rad können die auch nicht alle 3 Monate neu erfinden. Und wozu Produkte ankündigen, die noch nicht ganz fertig sind. Bei Me.com war das Geschrei auch groß, als es nicht auf Anhieb lief. Die meisten Firmen stellen Produkte vor, die sind nicht halb so spannend und schön, aber da beschwert sich niemand. Komische Welt.

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  •  Alex sagte am 7. Januar 2009:

    Langweilig, enttäuschend.

    Apple goes mainstream.

    iPhoto: nutze ich nicht. Wer vom PC FixFoto kennt, kann über iPhoto nur lachen.
    iWork: wozu? Es gibt OpenOffice und es kostet nix.
    MacBook Pro 17″? Die Anti-Glare-Option kostet extra. Na, wenn’s schön macht… (Klasse gemacht – Apple: den Leuten nochmal 50 Eier extra aus der Brieftasche zu ziehen).

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  •  Michael sagte am 7. Januar 2009:

    Also mal ganz ehrlich – und ich arbeite mit dem mac schon seit den Tagen als der LCII noch DER bringer war – überzogene Erwartung hin oder her, welcher Fanboy oder nicht ist bereit 2.500 € für ein Notebook auszugeben bei dem die matte Version des Monitors einen Aufpreis kostet und man die Batterie nicht wechseln kann????

    Ich muss Stefan zwar zustimmen, wenn es um die überzogenen Erwartungen geht, aber ich glaube nicht das es überzogen ist einen neuen MacPro erwartet zu haben. Ich weiss, die Intel Chips sind noch nicht 100%ig so weit aber die “Pro’s” unter den Mac Usern warten schon seit über einem Jahr auf irgend ein Update…

    Natürlich spreche ich aus sicht eines prof. Users – daher bekommt wohl die Frage (und bei dieser, habe ich noch vor einem Jahr meinen PC Freund ausgelacht und gemeint er sei ja nur neidisch) einen echten, schwerwiegenden Hintergrund:
    “Will ich in Zukunft 8.000 € und mehr für einen Pro. Desktoprechner incl. Monitor (bei dem man draufzahlen muss um überhaupt damit arbeiten zu können) bei einem MP3 Player, Handy und Consumer Products (iLife und iWork zähle ich nunmal dazu) Hersteller ausgeben der sich einen Dreck um seine Pro. Kunden schert?”
    Ich glaube nicht… und nur weil etwas gut aussieht – und das tun eigentlich alle Apple Produkte – werde ich keinen 17″ MacBookPro kaufen solange man die Batterie nicht wechseln kann und die “möchtegern” entspiegelte Version zusätzlich Geld kostet. Sorry Apple, aber das war ein Reinfall!

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  •  wrzlbrnft sagte am 7. Januar 2009:

    Ich kann Stefan nur zustimmen: Was erwartet ihr denn alles. Die neuen Prozessoren die Apple wahrscheinlich einsetzen will/wird sind noch nicht verfügbar uns Apple kündigt eben nur Produkte an die sofort oder sehr kurzfristig verfügbar sind. Der MacMini und der iNet werden dieses Jahr schon noch kommen und es ist schöner wenn (und wirkungsvoller) wenn die Ankündigen übers Jahr verteilt werden.

    Antworten 
  •  Michael sagte am 7. Januar 2009:

    “sofort oder sehr kurzfristig”?????

    Du beliebst zu Scherzen mein Freund, wrzlbrnft!

    Als der “neue” MacPro das letzte mal vorgestellt worden war, dauerte es ganze 4 (in Worten: vier) Monate bis man den geliefert bekam! Ich weiss es, weil ich einer der ersten war den ihn bestellt haben…

    Das “sofort oder sehr kurzfristig” gilt wohl aber für alle Consumer Produkte. Und die interessieren nicht, weil sie eigentlich ein Joke sind. Open Office ist mittlerweile ein richtig gutes Paket und for free – ich Zahl doch keine 80 € nur um paar nette, neue Transitions zu bekommen – die ja Apple noch nicht mal selbst in ihren Präsentationen (bis auf die eine) integriert…

    Apple hat das “Computer” aus dem Firmennamen gestrichen; wird es Zeit Apple aus der professionellen IT zu streichen????

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  •  Jim Panse sagte am 7. Januar 2009:

    Also ich finde es “underwhelming” wie die meisten Menschen sich wie kleine Kinder benehmen. Da malt man sich in der Phantasie irgendwelche “Hyper-Super-Produkte” und ist von der Realität enttäuscht?! Kindergarten sage ich nur. Es gibt keinen Weihnachtsmann. Die Produkte von Apple sind grundsolide und haben mich persönlich alle begeistert. Was wollt ihr den mehr?! Und die Analysten sind für mich das größte Pack. Diese Typen verdienen Millionen für dummes Gebrabbel. So einen Job möchte ich auch haben!

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  •  Robert sagte am 7. Januar 2009:

    Es wird aber trotzdem gekauft! Aufpreis hin oder her. Insgesamt sind es knappe 2% mehr, die einen professioneller Anwender, auf den Apple damit schielt, eh nicht jucken werden – wenn schon die 2,5TEUR aus der Portokasse kommen?

    Außerdem werden Cyberport, Gravis und so weiter sicher bald diese 2% als Ihre “Handelsspanne” verstehen und damit die Rabatte berechnen.

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  •  b.chic sagte am 7. Januar 2009:

    So ganz kann ich die Pressestimmen, diesen Artikel und einige der Kommentare nicht verstehen. Klar, eine Produktrevolution war nicht dabei. Aber wieviel gab es davon in den letzten Jahren? Das erste iPhone war eine Sensation, das 3G nur Evolution. Das MacBook Air war so etwas. Aber Apples Erfolg und Magie besteht aus einer beharlichen, kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produkte. iPhoto scheint großartig zu werden. iWork wird immer mehr zum MS Office-Killer und DRM-freie Musik in iTunes ware für sich alleine schon fast eine Keynote wert. Gerade dieser Aspekt wird hier ganz vergessen.
    Auch sollte man nicht vergessen, dass Apple die “normalen” Hardwareupdates schon seit Jahren von den Keynotes entkoppeln. Für ein iMac- oder MacPro-Update braucht es wirklich keine Keynote. Das kommt, wenn es fertig ist.
    Vielleicht sollten einige einmal ihre Erwartungshaltungen überprüfen. Hier scheint das Problem zu liegen.

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  •  MatzeLoCal sagte am 7. Januar 2009:

    @Alex Das mit FixFoto meinst du aber nicht ernst, oder?

    Antworten 
  •  Alex sagte am 7. Januar 2009:

    @MatzeLoCal

    Doch, das war ernst gemeint. Wenn du FF wirklich kennst (Batchverarbeitung, PerfectlyClear, Skripte, usw., zudem niedriger Preis), wirst du mir recht geben (müssen): iPhoto ist eher ne Photo-Verwaltung (die ich SO nicht mag) und keine Photo-(Massen)-Bearbeitung.

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  •  Alex sagte am 7. Januar 2009:

    Apples Erfolg und Magie besteht aus einer beharlichen, kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produkte

    Genau, und das wurde von vielen vermisst.
    Mac mini, iMac – worin liegt die Schwierigkeit einen neuen Prozessor oder eine neue Grafikkarte einzubauen?

    Antworten 
  •  Jokez sagte am 10. Januar 2009:

    Also ihr habt Probleme…
    Die armen Leutz von Apple^^
    was sollen die machen wenn ihr die Mess-Latte auf einen Wolkenkratzer setzt..
    Ich bin total zufrieden mit der Keynote obwohl ich mich über ein iMac gefreut hätte..
    Aber iMovie und iPhoto sind echte Killer, genauso wie die Befreihung von DRM ..
    Und wenn man so viel Geld für ein 17″ ausgibt.. ihn wahrscheinlich auch als Geschäftslaptop nutzt..ist es dann soo schlimm noch mal 45 Eier draufzulegen??
    Aber ich find glossy sowieso besser..

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