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Veröffentlicht am  13.02.09, 17:56 Uhr von  Alexander Trust

Wilde Finger? Schnelle Finger!

Wild West Guns von Gameloft Wenn ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch am Leben. Gameloft hat heute Wild West Guns über denn App Store veröffentlicht und gut eine Stunde, nachdem ich das Spiel auf mein iPhone geladen habe, bin ich immer noch nicht müde, es zu spielen. Geschweige denn hat mich einer der fiesen Cowboys oder Indianer über den Haufen geballert. Ich hatte bereits in der Ankündigung auf eine gewisse Ähnlichkeit des Spielprinzips mit dem Arcade-Shooter Moorhuhn hingewiesen und nun wohl Recht behalten. Doch was das Spiel darüber hinaus auszeichnet, möchte ich euch in meinem Review verraten.

So viel vorweg: Gameloft bedient mit Wild West Guns auf jeden Fall die Casual Gamer unter uns. Zwar laufen die Vorbereitungen für ein Premium-Segment im Spiele-Bereich des App Store auf Hochtouren, doch bislang gab es nur wenige Entwickler, die tatsächlich so etwas wie ein vollwertiges Spiel für das iPhone veröffentlicht haben (mit dabei waren GTA-Klone). Gamelofts eigene Produktionen wie Hero of Sparta oder Brothers in Arms hätten durchaus das Zeug dazu gehabt, sind aber, wie viele andere Spiele, am Ende leider etwas zu kurz geraten.

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6 mal 3

Wild West Guns hält 6 Level für uns bereit, in denen wir munter mit den Fingern auf dem iPhone-Bildschirm herumtippen dürfen und müssen. Ganz so frei, wie man jedoch zu Beginn den Eindruck kriegt, ist man später im Spiel nicht mehr. Nach gut einer halben Stunde nämlich war Halbzeit. Wenn Wild West Guns im Ganzen nur etwa eine Stunde Spielspaß geboten hätte – nein danke. Doch es kommt, wie von Gameloft bereits angekündigt. Die ersten Level sind auch für Einsteiger gedacht, der Schwierigkeitsgrad steigt indes an. Mir persönlich fehlt allerdings der graduelle Anstieg. Ich habe das Gefühl, es gibt nur die ersten 3 Level mit jeweils 3 verschiedenen Schießspielen für Einsteiger. Alles andere ist dann den Finger-Profis vorbehalten. Denn just ab Level 4 wird es ungemein schwerer (dazu später mehr).
 

Wir spielen Cowboy und Indianer…

Jeweils im Wechsel begegnen dem Spieler in einem Level drei Schießspiele mit unterschiedlichen Anforderungen. Die letzte von 3 Episoden in einem Level lädt immer zum Schießen auf virtuelle Männchen ein. Cowboys, Indianer, Bauern mit Schaufeln, Süd- und/oder Nordstaatenarmee-Männchen und sogar Frauen mit rauchenden Colts. Für jeden Treffer gibt es Punkte. Schießt man, ohne zu treffen, kostet jede Kugel Geld. Schießt man auf Unschuldige, die meist weiblicher Natur sind und das Kreischen anfangen, kostet einen das ebenfalls Geld. Strategen, die selbst in Casual Games noch nach dem Rechten sehen, sollten sich die unterschiedlichen Typen merken. Das wird vor allem im späteren Spielverlauf wichtig, weil es dann auf Timing und Präzision ankommt. Dabei wäre noch zu erwähnen, dass Kopfschüsse direkt doppelt so viel Geld einbringen, wie normale Treffer.
 

… und laden Tiere dazu ein

Was sich manch großes Videospiel nicht zu eigen macht, bei Gameloft hat man dran gedacht. Die Spielumgebung ist quasi interaktiv. Man kann auf herumstehende Eimer, Schilder, etc. pp. zielen und wird je nachdem entweder mit Punkten belohnt oder einfach nur mit Gebimmel; Schilder bersten, Kisten splittern und Schaufeln ächzen dumpf. Es fliegen hin und wieder Vögel durch’s Bild, es laufen gackernde Hühner vorbei, es stehen Pferde in der Gegend herum. Die fliegenden Geier oder huschenden Mäuschen abzuschießen bringt Punkte, die anderen Lebewesen erschrecken sich nur und geben Laut von sich oder lassen Federn. Gameloft hat also an einiges gedacht, und sogar noch mehr Gimmicks ins Spiel gebracht.
 

Schrot und Schnellfeuer

Denn immer mal wieder tauchen auf dem Bildschirm Schrotpatronen oder Schnellfeuer-Gewehrkugeln auf. Trifft man diese, hat man automatisch die Waffe gewechselt und einen begrenzten Vorrat an Munition. Es ist oft hilfreich, sich das temporäre Waffenupgrade zu erschießen, doch nicht auf Teufel komm raus. Wenn man zum Beispiel hilflose Häschen eine zeitlang vor herabfliegenden Geiern beschützen soll, sind Schrotkugeln sinnvoll, um manchmal gleich 2 Geier auf einmal zu erlegen, wenn sie nah genug beisammen fliegen. Anders herum möchte man ungerne 1000 Dollar zahlen, weil man mit der Schrotladung grade eben nicht nur den Zugräuber sondern die kreischende Hilfesuchende ebenfalls abgeschossen hat. Das Schnellfeuergewehr funktioniert in etwa wie Autofeuer. Man muss den Finger nicht mehr vom Bildschirm nehmen, sondern kann getrost über die am Bildschirm auftauchenden Gegner hinweg wischen und trifft sie meist alle auf einen Schlag. Hier ist aus demselben Grund vorsicht geboten.
 

Level 4

Denn wer zu viel, zu schnell und einfach nur wild um sich ballert, der wird in Level 4 daran scheitern, die erforderlichen Punkte zusammenzusammeln. Das nächste Level erreicht man nur, wenn man die vorgegeben Anzahl an Punkten (Dollar) erreicht. 550 000 Dollar sind notwendig um Level 5 freizuspielen, und ich hab mir, bislang jedenfalls, die Zähne an dieser Hürde ausgebissen. Doch ich werd’s weiter probieren, weil mich ein gewisser Ehrgeiz gepackt hat.
 

Fazit

Mein persönliches Fazit für Wild West Guns fällt ziemlich ordentlich aus. Hatte ich zu Beginn noch die Befürchtung, es würde bald vorbei sein, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich bin nicht der typische Casual Gamer und versuche deshalb Gnade vor Recht ergehen zu lassen: Das bedeutet für mich, dass Wild West Guns für ein Casual Game eine ziemlich ordentliche Umsetzung ist. Vor diesem Hintergrund ist auch meine Wertung zu verstehen. Wer Reaktionsspiele mag, wird an der Western-Schießerei seine Freude haben, wer das Moorhuhn mochte, sowieso. Die Soundkulisse ist gut gemacht, und ins Spiel integriert. Die Grafik ist dem Spiel angemessen.

Aber es geht auch anders. Denn eine Spielhallenumsetzung (Time Crisis Strike) von Namco Bandai, die ebenfalls das Prinzip Reaktions-Shooter bedient, geht grafisch einen ganz anderen Weg, und integriert Polygongrafik, die an die PlayStation erinnert. Der Preis von Wild West Guns ist mit 3,99 Euro in Ordnung. Höher dürfte er nicht sein; Preisnachlässe würden das Spiel noch interessanter machen.
 

 
3,5/5Testurteil: 3,5/5 Macs
Bezeichnung: Wild West Guns
Hersteller: Gameloft GmbH
Preis: 3,99 Euro

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