Review: 14. Februar 2009,

Wild West Guns – Western-Schießbude für iPhone im Test

Wild West Guns
Wild West Guns - Screenshot

Gameloft hat am heutigen Tag ihren neuen Casual-Titel Wild West Guns über denn App Store veröffentlicht und gut eine Stunde, nachdem ich das Spiel auf mein iPhone geladen habe, bin ich immer noch nicht müde, es zu spielen. Wie man das nun zu deuten hat, möchte ich euch in unserem Review erklären.

Weder Cowboys noch Indianer haben mich über den Haufen geballert. Und so krude sich das anhört, so wenig reale Gewaltdarstellung ist eigentlich vorhanden. Denn Wild West Guns ist ein Spiel, das dem schon älteren Franchise Moorhuhn gleicht.

Gameloft bedient mit diesem Titel eindeutig die Casual Gamer unter uns. Wenn man sich das Angebot, auch an guten Spielen im App Store ansieht, stellt man schnell fest, dass man oft nur kurzweiligen Spaß erleben kann. Selbst die besten Gameloft-Titel (Hero of Sparta) halten oft nur ein paar Stunden lang. Danach sind sie durchgespielt und der Wiederspielwert ist oft gering.

18 Level

Wild West Guns bietet insgesamt 18 Level, eingeteilt in 6 Stufen je drei Spielabschnitte. Diese Spielabschnitte sind jeweils in analoge Spiele gegliedert, die eine ähnliche Form von Reaktion vom Spieler fordern. Wichtig ist, möglichst zielgenau oder zeitgenau mit dem Finger auf den Bildschirm zu tippen. Nach gut einer halben Stunde war Halbzeit. Spricht 9 von 18 Spielabschnitten bereits beackert. Wenn Wild West Guns im Ganzen nur etwa eine Stunde Spielspaß geboten hätte – nein danke. Es kam allerdings anders: Während die ersten Level offenbar auch für Einsteiger gedacht sind, steigt der Schwierigkeitsgrad danach sehr schnell an. Ein gradueller Anstieg hätte sicherlich einen anderen Eindruck hinterlassen. Man kriegt das Gefühl, die ersten 3 mal 3 Level seien nur Vorgeplänkel. Die weiteren Schießspiele sind dann den Finger-Profis vorbehalten.

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Mensch…

Jeweils im Wechsel begegnen uns in einem Level drei Schießspiele mit unterschiedlichen Anforderungen. Die letzte von 3 Episoden lädt immer zum Schießen auf virtuelle Kontrahenten ein. Cowboys, Indianer, Bauern mit Schaufeln, Süd- und/oder Nordstaatenarmeeler und sogar Frauen mit rauchenden Colts. Für jeden Treffer gibt es Punkte. Schießt man, ohne zu treffen, kostet jede Kugel Geld. Schießt man auf Unschuldige, die meist weiblicher Natur sind und das Kreischen anfangen, kostet einen das ebenfalls Geld. Strategen, die selbst in Casual Games noch nach dem Rechten sehen, sollten sich die unterschiedlichen Typen merken. Das wird vor allem im späteren Spielverlauf wichtig, weil es dann auf Timing und Präzision ankommt. Dabei wäre noch zu erwähnen, dass Kopfschüsse direkt doppelt so viel Geld einbringen, wie normale Treffer.

… und Tier vereint

Was sich manch großes Videospiel nicht zu eigen macht, bei Gameloft hat man dran gedacht. Die Spielumgebung ist quasi interaktiv. Man kann auf herumstehende Eimer, Schilder, und vieles mehr feuern und wird je nachdem entweder mit Punkten belohnt oder einfach nur mit Gebimmel; Schilder bersten, Kisten splittern und Schaufeln ächzen dumpf. Es fliegen hin und wieder Vögel durch den Spielbildschirm, es laufen gackernde Hühner vorbei, es stehen Pferde in der Gegend herum. Die fliegenden Geier oder huschenden Mäuschen abzuschießen bringt Punkte, die anderen Lebewesen erschrecken sich nur und geben Laut von sich oder lassen Federn. Gameloft hat also an einiges gedacht, und sogar noch mehr Gimmicks integriert.

Waffe wechsle dich

Immer mal wieder tauchen auf dem Bildschirm Schrotpatronen oder Schnellfeuer-Gewehrkugeln auf. Trifft man diese, hat man automatisch die Waffe getauscht und einen begrenzten Vorrat an Munition. Es ist oft hilfreich, sich das temporäre Waffenupgrade zu erschießen, doch nicht auf Teufel komm raus. Wenn man zum Beispiel hilflose Häschen eine zeitlang vor herabfliegenden Geiern beschützen soll, sind Schrotkugeln sinnvoll, um manchmal gleich 2 Geier auf einmal zu erlegen, wenn sie nah genug beisammen fliegen. Anders herum möchte man ungerne 1000 Dollar zahlen, weil man mit der Schrotladung grade eben nicht nur den Zugräuber sondern die kreischende Hilfesuchende ebenfalls abgeschossen hat. Das Schnellfeuergewehr funktioniert in etwa wie Autofeuer. Man muss den Finger nicht mehr vom Bildschirm nehmen, sondern kann getrost über die am Bildschirm auftauchenden Gegner hinweg wischen und trifft sie meist alle auf einen Schlag. Hier ist aus demselben Grund Vorsicht geboten.

Ab Level 4

Denn wer zu viel, zu schnell und einfach nur wild um sich ballert, der wird in Level 4 daran scheitern, die erforderlichen Punkte zusammenzusammeln. Das nächste Level erreicht man nur, wenn man die vorgegeben Anzahl an Punkten (Dollar) erreicht. 550 000 Dollar sind notwendig um Level 5 freizuspielen, und ich hab mir, bislang jedenfalls, die Zähne an dieser Hürde ausgebissen. Doch ich werd’s weiter probieren, weil mich ein gewisser Ehrgeiz gepackt hat.

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Fazit

Mein persönliches Fazit für Gamelofts Casual-Titel fällt ziemlich ordentlich aus. Hatte ich zu Beginn noch die Befürchtung, es würde bald vorbei sein, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich bin nicht der typische Casual Gamer und versuche deshalb Gnade vor Recht ergehen zu lassen: Das bedeutet für mich, dass Wild West Guns für ein Casual Game eine ziemlich ordentliche Umsetzung ist. Vor diesem Hintergrund ist auch meine Wertung zu verstehen. Wer Reaktionsspiele mag, wird an der Western-Schießerei seine Freude haben, wer das Moorhuhn mochte, sowieso. Die Soundkulisse ist gut gemacht, und ins Spiel integriert. Die Grafik ist dem Spiel angemessen. Und für mittlerweile 79 Cent ist der Titel mit Sicherheit nicht überteuert.



Wild West Guns – Western-Schießbude für iPhone im Test
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