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Veröffentlicht am  23.02.09, 15:00 Uhr von  kg

Studie beweist: Vorlesungs-Podcasts sind wirksamer als Uni-Veranstaltungen

iTunesSeit Mitte Januar gibt es mit iTunes U eine Auswahl an verschiedenen Vorlesungen vier großer deutscher Unis.

Dass das im Mai 2007 gestartete Konzept eine gute Option zum Lernen ist, beweist eine Mini-Studie, die an der State University of New York in Fredonia durchgeführt wurde.

Untersucht wurde eine Gruppe von insgesamt 64 Studenten: 32 von ihnen besuchten die Vorlesung ganz regulär in der Uni und bekamen dort Ausdrucke der Vorlesungpräsentation, die anderen 32 nahmen in Form eines Podcasts an der Sitzung teil, bei dem die dazugehörige Präsentation synchron mit der Audiospur abgespielt wurde. Bereits vorher wussten die Studenten, dass eine Woche später ein Test zu dieser Vorlesung gestellt werden sollte.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Die Podcast-Studenten hatten durchschnittlich 71 von 100 Punkten, die normale Studentengruppe nur 62. Interessant auch der Unterschied zwischen solchen Podcast-Teilnehmern, die Notizen gemacht haben und denen, die sich rein auf ihr Gedächtnis verlassen haben: Wurden keine Notizen niedergeschrieben, waren die Ergebnisse vergleichbar mit denen der normalen Vorlesungsbesucher. Wurden aber Mitschriften gemacht, konnten Ergebnisse von durchschnittlich 77 erreichten Punkten erreicht werden. Es kommt also ganz darauf an, was man aus den gegebenen Vorzügen einer solchen Podcast-Option macht.

Ganz repräsentativ ist dieser Test allerdings nicht: Es wurde lediglich der Effekt bei 64 Teilnehmern geprüft, außerdem fehlt eine Langzeitbetrachtung der Sache. Möglicherweise konnten diese positiven Ergebnisse auch nur deshalb so entstehen, weil das Lernkonzept einfach neu und anders ist- und daher möglicherweise auch eher genutzt wird als die vergleichsweise langweilige und herkömmliche Alternative der Vergleichsgruppe.
Während die Podcaststudenten den direkten Bezug zwischen Folien und Gehörtem haben, stellen die hinterher verteilten Folienausdrucke für die normalen Studenten nur weitere Materialien im Wust der sowieso schon vorhandenen Skripte dar.

Dennoch lässt sich sicher Folgendes festhalten: Mit Hilfe von Podcasts können sich die Studenten die Vorlesung mehr als einmal anhören und damit im Optimalfall auch mehr lernen. Außerdem ist frei wählbar, wann und wie man sich die Vorlesung anhören will- gerade für Morgenmuffel oder Uni-Pendler eine feine Sache.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 4 Kommentar(e) bisher

  •  nils sagte am 24. Februar 2009:

    Vielleicht sollte man in der Überschrift nicht von “Beweis” reden. Die Studie beweist gar nichts. Sie stellt nur eine Korrelation fest.

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  •  @Da_Ludi sagte am 24. Februar 2009:

    Verrückt – Podcast sind die besseren Dozenten http://tinyurl.com/cwjoqb

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  •  rj sagte am 24. Februar 2009:

    Kann man sich kloppen, ja. Ich bin recht sicher, dass bei den gemessenen Unterschieden auch Signifikanz gegeben ist. Unter den Umstaenden halte ich den “Beweis” fuer vertretbar, weil es sich eben nicht um eine zufaellige Streuung/Haeufung handeln duerfte, auch wenn man an den genauen Ursachen fuer den Unterschied noch ein wenig rumforschen kann :)
    In der Sache selbst bin ich ein wenig skeptisch, aber im gelinkten Kontext, in dem ich mit der Sache zu tun hatte, haetten wir uns ueber so ein eindeutiges Ergenis vermutlich gefreut.

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  •  at sagte am 25. Februar 2009:

    Also ich find’s schwierig, von Beweis zu sprechen. Und auf die deutschen Unis kann man das nun auch nicht übertragen. Die RWTH beckleckert sich nicht mit Ruhm. Ich hab mir einen der Podcasts mal angehört. Es werden die Folien zur Vorlesung gezeigt und im Hintergrund der Ton… abgedudelt. Dumm nur, wenn dann der Dozent auf Englisch spricht, aber sein aktives Vokabular nur dazu ausreicht, um sich alle 2 1/2 Minuten im Kreis zu drehen. Noch dazu total mit Akzent gesprochen. Das Ganze wirkt dann überhaupt nicht mehr. Hat dementsprechend für mich auch keinen großen Nutzen. Warum aber ein dt. Prof dann Englisch faseln muss, ist mir eh schleierhaft. Denn den Kollegen aus USA wird er wohl kaum Konkurrenz machen können. Ich hab mich jedenfalls eher geärgert, denn gefreut, dass so schlampig mit den Möglichkeiten umgegangen wurde.

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