MACNOTES

Veröffentlicht am  3.04.09, 9:36 Uhr von  

Obama, die Queen, ein iPod und das Copyright

iPodEin wenig Aufsehen gab es, als Queen Elizabeth die Zweite vom US-Präsidenten Obama einen iPod geschenkt bekam – nur die juristischen Implikationen gerieten gegenüber der iPod-Adelung als Mitbringsel für Staatsoberhäupter ein wenig ins Hintertreffen. Die EFF überlegt nun, ob im Fall der 40 Medienfiles auf Obamas Geschenk nicht der eine oder andere Rechtsbruch stattfand.

Denn Musik auf dem iPod ist bekanntermaßen nicht gekauft, sondern “nur” lizenziert. Eine Weitergabe ist nicht gestattet, und von einem “privaten” Nutzen kann im konkreten Fall mit Sicherheit keine Rede sein. Selbst wenn Obama die geshoppten Tracks auf dem zum Download verwendeten Rechner säuberlich löschen ließ, ist die Weitergabe nach den Lizenzbestimmungen nicht erlaubt.

Dasselbe würde im Übrigen auch gelten, hätte Obama die iPod-Befüllung in Amazons neuem MP3-Store geshoppt. Auch hier ist eine Weitergabe der Tracks nicht gewünscht. Mit einer Analyse der Implikationen länderübergreifender Musik-Weitergabe, in denen unterschiedliche Gesetzeslagen gelten, hat selbst die EFF nicht begonnen. Stattdessen wurde die Kurzanalyse mit dem Statement abgeschlossen, dass man kaum eine Welt wollen könne, in der nicht einmal die Staatsoberhäupter die Implikationen des Copyright in ihrem Alltagsleben überschauen können.

In der Praxis wird es einfach egal sein – ob eine unsinnige Gesetzesregelung aber deswegen besser wird, weil sich selbst der US-Präsident nicht daran hält und mit der britischen Queen eine ebenfalls prominente Mittäterin beteiligt ist?

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 6 Kommentar(e) bisher

  •  bono01 sagte am 3. April 2009:

    Hehe jaja der neue Präsident ist halt sehr Volksnah. ;)

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  •  Joachim sagte am 3. April 2009:

    Ob sich der neue Präsident von Amerika die Lizenzbestimmungen vorher durchgelesen hat bezweifle ich. Wusste auch nicht bis heute dass die Songs nur lizenziert sind und nicht gekauft sind wenn man sich Songs aus dem App-Store und Co. herunterlädt. Jetzt verstehe ich auch den Zusammenhang mit DRM.

    Danke macnotes für die Aufklärung

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  •  Vielleicht sagte am 3. April 2009:

    Vielleicht wurde auch einfach von CDs gerippt und die CDs mitgeschenkt? ..

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  •  Oder sagte am 3. April 2009:

    Oder .. noch besser: was, wenn die CDs in UK gekauft UND gerippt UND mitgeschenkt wurden? Eigentlich undenkbar .. denn wo bliebe dann der sensationelle Nachrichtenwert? ;-)

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  •  Joachim sagte am 3. April 2009:

    Sorry dass ich jetzt da nochmal darauf herumreiten muss aber, es wird zu 99% aller Artikel im Internet im Zusammenhang von gekauft geschrieben wie hier:

    http://www.zdnet.de/news/lebensart_lifestyle_digital_itunes_store_bietet_songs_ab_sofort_drm_frei_an_story-39001025-39200875-1.htm
    Es wird hier etwas suggeriert was falsch ist und was rechtliche Konsequenzen mit sich zieht.

    Sowas trägt nicht unbedingt zur Transparenz bei.
    Könnt ihr macnotes Redaktion mal einen Artikel Klarheit darüber schaffen?

    Gruss Joachim

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  •  rj sagte am 3. April 2009:

    Hoi, Joachim,

    good point. Bin ich angesprochen, denn ich schreib auch dann idR “gekauft”, wenn es sich um Downloads handelt, an denen das “Abspielrecht” nicht mehr entzogen werden kann (wie z.B. bei Musikabos). Teilweise bewusst, weil es in der Wahrnehmung der Menschen “gekauft” ist, mit allen Implikationen, die der “Kauf” mit sich bringt – dass man die Ware auch weiter verkaufen kann, beispielsweise. Die AGB der Stores sehen das nicht vor. Mein Problem, was einen “Die Wahrheit ueber die Rechtslage in Bezug auf lizenzierte Musikdownloads”-Artikel angeht: mir sind keine diesbezueglichen Urteile bekannt, haette wirklich mal ein Shop versucht, das durchzusetzen. Faktisch interessiert es niemanden, wenn jemand ein gekauftes MP3 verschenkt, ich wuesste nicht einmal von irgendwelchen Prasezedenzfaellen, wo via Wasserzeichen eine Personalisierung stattgefunden haette. Was die Rechtslage in .de und die Gueltigkeit entsprechender Lizenzvertraege angeht, koennte der Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen eine Handhabe sein, die ist in .de an sich moeglich. Fuer den “Alltagsgebrauch” duerfte es voellig egal sein, ob man nun eine mp3 verschenkt oder eine Lizenz zur unbegrenzen persoenlichen Nutzung einer Mediadatei.

    P.S. Irgendwann gab G.W.Bush zu, dass er Beatles-Songs auf seinem iPod haette, da die nicht als Download zu kaufen waren, deutete das auch drauf hin, dass er zumindest entgegen dem Rechtsverstaendnis der Labels CDs gerippt hat. Ganz ohne Vorlaeufer ist die Geschichte nicht :)

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