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Veröffentlicht am  18.04.09, 15:22 Uhr von  

Space Trader im iPhone-Universum

Space Trader LogoSchuster bleib bei deinen Leisten, hat man sich bei HermitWorks gedacht. Folgerichtig ist das erste iPhone-Spiel der Entwickler der Space Trader: Moon Madness geworden. Aufsehen erregen kann der Titel schon alleine deswegen, weil er als “Proof of Concept” gelten kann – man verwendet die Quake 3-Engine auf Apples mobiler Plattform und zeigt, dass sich iPhone und iPod touch nicht hinter NDS und PSP verstecken müssen.
 
Das Handeln im Weltraum hat bei HermitWorks Tradition. Zuletzt im November 2008 brachte man den PC-Titel Space Trader: Merchant Marines heraus. Noch davor feierte eine Variante auf dem Mac sein Stelldichein. Kritiker konnten HermitWorks mit ihren Handelsspielen nicht durch die Bank überzeugen. Rezensionen kamen eher zu einem durchwachsenen Urteil.
 

Klon as Klon could be

[singlepic id=3317 w=thumb float=left] Wer sich die Innereien der Macintosh-Variante ansieht, wird schnell feststellen, dass das Setting und die Figuren einem auf dem iPhone auch begegnen werden. Und in der Tat ist es so schwierig nicht, Spiele auf das iPhone zu portieren. Das wissen wir spätestens seit es uns der CEO von Pangea Software im Videobeitrag verraten hat. Abstriche musste man machen, aber dennoch kommen einem die Figuren bekannt vor.
 

Kaufen und verkaufen

[singlepic id=3316 w=thumb float=right] Mit der Karosserie, die sonst nur von waffengewaltigen Egoshootern verwendet wird, schafft man zumindest auf dem iPhone den Ego-Trader, bzw. den First Person Trader, wie es durch die Presse geisterte. Allerdings kommt einem “Moon Madness” eher wie ein kastrierter Space Trader vor. Denn in den Computervarianten war es durchaus schonmal an der Tagesordnung, sich mit Feuerkraft auf speziellen Missionen zu behaupten. Alles, was man auf dem iPhone veranstalten kann ist das Kaufen und Verkaufen von Handelswaren. Man bereist verschiedene Planeten, die X Tage von einem entfernt liegen, muss dabei immer im Hinterkopf behalten, wieviele Tage man noch hat. Im Hintergrund werkeln diverse Mechanismen, die Angebot und Nachrage variieren lassen und so den Preis von Waren ausbaldovern. Wir sind in der Lage Nachrichten zu verfolgen, und angenommen, es gibt irgendwo zwischen uns und der Milchstraße ein interstellares Unwetter, könnten die Bedürftigen irgendwas bevorzugt gebrauchen. Hier schlägt unsere Stunde.
 

Kontakte knüpfen in 3D

[singlepic id=3314 w=thumb float=left] Vitamin B ist im richtigen Leben von Vorteil, sagt man. Bei Space Trader: Moon Madness gibt es vor allem einen Vorteil, der sich aber nicht immer zum Vorzug des Spiels entwickelt. Wenn wir die Namen von Händlern in unser Adressbuch aufgenommen haben, können wir mit einem Klick die Damen und Herren Warenumschläger aufsuchen. Selbiges tun wir, indem wir die Leute vor Ort ein Mal aufsuchen. Wer zukünftig keine weiten Strecken laufen möchte, der kann dann über das Adressbuch von A nach B springen. Für die tolle Quake 3-Engine ist das allerdings total kontraproduktiv.
Ins Adressbuch aufnehmen tun wir Händler just in dem Augenblick, da wir sie das erste Mal besuchen. Zu Beginn des Spiels sind außerdem einige von ihnen schon notiert. Es gibt verschiedene Typen von Händlern, solche, die mit legalen Waren handeln und solche, die mit illegalern Waren handeln. Aber dann auch solche, die mit billigen Waren Handeln und solche, die mit teurem Gut hökern. Es liegt an uns in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Es kommt zu Beginn schon mal vor, dass wir nicht von jedem Geschäftspartner mit offenen Armen empfangen werden.
 

Aufträge erledigen

Bonuspunkte und wieder neue Waren kann man in Empfang nehmen, wenn man einige der Missionen erfüllt, die manche der Raumstationenbewohner einem aufschwatzen können. Es lohnt sich, die Level zu durchqueren. Man findet nicht nur Personen, die gerne etwas erledigt haben möchte oder knüpft neue Kontakte, sondern findet oft achtlose herumliegende Waren. Die stellen zwar Kleinvieh dar, doch sind wir vor allem zu Beginn froh über jeden Dollar, den wir verdienen können. Wo Geld ist, wird es nämlich noch mehr Geld geben. Denn die Gewinnspanne bei größeren Waren ist manchmal um ein Vielfaches größer.
 

Innen hui, außen pfui?

[singlepic id=3312 w=thumb float=left] Es gibt zudem Nachrichten zu lesen. Wir können Geld auf die Bank bringen, unser Raumschiff ausbauen, sowohl dessen Kapazität als auch seine Geschwindigkeit. Für diejenigen, die sich immer schon gerne vorgestellt haben, was sie sich von ihrem Lottogewinn kaufen würden, ist Space Trader eine langfristige Angelegenheit. Die Steuerung funktioniert über zwei virtuelle Pads auf dem Bildschirm, und zwar butterweich. Links bewegen wir die Spielfigur, rechts steuern wir den Blick – das klappt einwandfrei. Es gibt aber auch genug zu meckern bei Moon Madness, leider. So schön die Umgebungsgrafik eigentlich ist, so wenig hat man von der schieren Pracht, weil dafür gleichzeitig keine Soundkulisse implementiert wurde. Alles, was man im Spiel zu hören bekommt, sind irgendwelche Hinweistöbe (z. B. ein Kassenklingeln beim Kauf- und Verkauf) und vor allem das monotone Stapfen unseres Protagonisten. Dialoge werden mehr oder weniger statisch abgehandelt. Die Dialogauswahl funktioniert wie die Auswahl eines Liedes aus der heimischen Mediathek, Scrollen mit dem Finger und auswählen mit einem Tipp. Allerdings ist das ganze relativ lieblos gestaltet worden und wie hätten wir uns über eine Sprachausgabe gefreut.
 

Fazit

[singlepic id=3313 w=thumb float=left] Ein wenig verhält es sich mit dem Space Trader für iPhone* wie mit den Herrn der Ringe-Büchern. Um Spaß damit zu haben, muss man schon eine Weile lang lesen, damit man überhaupt eintauchen kann in diese Welt. Doch beim Herrn der Ringe gibt es darüber hinaus die toll inszenierten Kinofilme. Bei Moon Madness lassen HermitWorks die Atmosphäre und Inszenierung vermissen. Spieler, die an kurzfristiger Bespaßung interessiert sind, werden mit Space Trader nicht glücklich. Wer technisch affin ist und ein Proof of Concept im virtuellen Spieleregal stehen haben möchte, sollte bei Space Trader ruhig zugreifen. Und wer Spaß am Rechenschieber hat, wer den Pfennig ehrt und in wem ein kleiner Kaufmann steckt, der wird ebenfalls zum Zug kommen können. Eine allgemeine Kaufempfehlung hört sich anders an. Eine Probierversion gibt es leider noch nicht.
3.5/5Testurteil: 3.5/5 Macs
Bezeichnung: Space Trader: Moon Madness*
Hersteller: HermitWorks Entertainment
Preis: 0,79 Euro

* = Affiliate

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 1 Kommentar(e) bisher

  •  at sagte am 18. April 2009:

    Der Hersteller verspricht übrigens mehrere Updates, die einen Mehrspielermodus, ein Trophäensystem und sogar eine Form von Ego-Kampf integrieren sollen. Es könnte sich also lohnen, das Spiel weiterhin zu beobachten.

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