Review: 10. Mai 2009,

Wolverine #1 – Comic im Test: auf ein Neues

Wolverine #1
Wolverine #1

Noch im April kam dieses Exemplar auf den deutschsprachigen Comicmarkt. Ein Hochglanzumschlag begleitet von sehr viel zu lesen. Anlässlich des Kinofilmes mit sexiest man alive Hugh Jackman lässt man sich nicht lumpen und bringt ab sofort im Rhythmus von 2 Monaten eine Sammelheft-Neuauflage heraus.

Schon im Editorial von Thomas Witzler erfährt man allerdings, dass man zwar froh über die aktuelle Resonanz für die Figur Wolverine sei, Jackman aber wenig mit dem Original gemein hätte. Zum Vergleich: Jackman misst stattliche 1,97 m, der Comicfigur allerdings wurden nur 1,68 m gegönnt bei 88,5 Kilogramm ohne Adamantium. Klein und bullig, tierisch eben und weniger ein Schönling.

Im Innern von Heft #1 finden sich die Einzelcomics Wolverine Origins 26 und 27 aus August und September 2008, sowie das Origins Annual 1 aus dem Dezember 2007. Gegönnt wird dem Leser damit ein Blick zurück in die Jahre vor und nach dem 2ten Weltkrieg. Es gibt Schlenker nach Japan und Schlenker zurück. Das Annual 1 ist eigentlich nur ein Appetitanreger. Da es erst am Ende abgedruckt wird, muss man es als Absacker genießen. In ihm kriegen wir Logan als eine Art Racheengel gezeigt, werden aber von den vorher betretenen Pfaden relativ weit weg gelenkt. Auch im Stil unterscheiden sich das Annual „Requiem für J. Patrick Smitty“ und die beiden Origins-Ausgaben deutlich voneinander.

Allen gemeinsam ist jedoch der relativ große Anteil an Gewaltszenen. Als jemand, der riesige USK-Schildchen von Computer- und Videospiel-Verpackungen gewöhnt ist, frage ich mich ernsthaft, warum die deutschen Zensurmechanismen den medialen Verbreitungsarm „Comics“ noch nicht unter ihre Fittiche genommen haben. Wer mehr über die Zusammenhänge zwischen Wolverine und seinem Sohn wissen möchte, für den sind die ersten beiden Comics im Sammelheft besonders interessant. Warum er Akihira heißt und eigentlich doch nicht, oder warum er lange Zeit gedacht hat, sein Vater sei tot – in diesem Comic wird man darüber informiert.

Gegen Ende des Sammelhefts finden sich zudem noch ein Dutzend Bilder aus dem neuen Kinofilm. Der Kreis der Interessenten für diesen Band ist allerdings nicht der Größte. Kenner von Wolverine, die die Einzelhefte bereits ihr eigen nennen oder zumindest gelesen haben, denen wird kein Grund geboten, nicht doch 5,95 Euro auszugeben. Diejenigen, die Wolverine neu entdecken wollen, sollten allerdings einen Kauf in Erwägung ziehen. Was mich persönlich am meisten gestört hat, ist die große Diskrepanz in der Handlung, die geschildert wird, und zwar zwischen den beiden Origin-Ausgaben als Einheit und dem Annual als alleinstehender Exkurs. Die Lücke, die zwischen beiden Teilen klafft, ist bald schon zu groß für meinen Geschmack. Auch ganz anders als zum Beispiel im Sammelband Countdown zur Final Crisis Arena. Das nächste Exemplar wird am 23. Juni veröffentlicht werden. Bleibt also noch genug Zeit, sich das durchaus ordentliche Sammelheft zu besorgen – falls man es nicht schon hat.



Wolverine #1 – Comic im Test: auf ein Neues
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