MACNOTES

Veröffentlicht am  18.05.09, 14:18 Uhr von  

iPhone und iPod touch im Militäreinsatz: US-Truppen setzen auf Apple-Hardware

iPhone 3GNicht nur bei den Taliban, sondern auch für das US-Militär sind Apples Mobilgeräte beliebt: der iPod touch ist mittlerweile zum wertvollen Werkzeug für die Truppen geworden. Im Zuge einer “vernetzten Kriegsführung” können sich die Truppen untereinander nicht nur besser verständigen oder sich Karten von ausgewählten Arealen herunterladen, sondern mit Hilfe von verschiedenen Apps auch mit der lokalen Bevölkerung kommunizieren.

Es gibt schon seit einiger Zeit Softwareschmieden, die Programm speziell für den militärischen Einsatz entwickeln. Darunter beispielsweise Vcom3D, die die Übersetzungssoftware Vcommunicator für die Übersetzung entwickelt haben. Benutzt wird diese offenbar besonders im Irak, um die Kommunikation mit der Bevölkerung zu vereinfachen und Missverständnisse so weit wie möglich auszuschließen.

Laut Newsweek sind iPod touch und iPhone aus dem Kriegsdienst mittlerweile nicht mehr wegzudenken, sie sind ein wichtiges Werkzeug geworden. Wichtiges Kartenmaterial und Fotos kann der iPod touch speichern, ebenso wie Videos anzeigen. Das eben bereits genannte Programm Vcommunicator übersetzt gesprochenes und geschriebenes Arabisch, Kurdisch und zwei afghanische Sprachen, so dass die Soldaten direkt mit den Einwohnern zu kommunizieren.

Sofern ein iPhone vorhanden ist, können damit in Zukunft Schilder oder lokale Begebenheiten direkt fotografiert und an die Truppenführung weitergeschickt werden, um über weitere Anweisungen oder mögliche Gefahrenquellen informiert zu werden.

Es ist anzunehmen, dass das Militär die Firmen-Version des iPhone Developer-Programms nutzt. Mit dieser Version können große Firmen mit mindestens 500 Mitarbeitern ihre hauseigenen Apps erstellen und auf dem eigenen Server zur Verfügung stellen- und damit auch Programme auf die Geräte spielen, die in der Form wohl nie in den App Store kommen.

Auch Firmen wie Apple können sich ihre Kunden nicht aussuchen, und so sind iPhone und iPod touch mittlerweile fester und vor allem wichtiger Bestandteil für die Arbeit der amerikanischen Truppen im Irak. Und so sind die Geräte, die hierzulande hauptsächlich als Lifestyle-Produkte über die Ladentheke gehen, dort Teil der neuen, digitalen Kriegsführung. Und zeigt außerdem, dass sich Qualität offenbar überall durchsetzen kann.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 17 Kommentar(e) bisher

  •  nic sagte am 18. Mai 2009:

    Doch!
    Apple kann sich sehr wohl seine Kunden aussuchen. Ich finde es schade – wenn nicht gar ein bisschen katastrophal – dass Apple’s Produkte für die militärische Kriegsführung “missbraucht” wird.
    Das darf und kann nicht sein!

    Gruss, nic

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  •  jay sagte am 18. Mai 2009:

    Natürlich könnte sich Apple seine Kundschaft aussuchen und ggf. das Militär nicht beliefern. Seid doch bitte nicht so naiv…
    BTW: das Internet basiert auf militärischen Technologien.

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  •  SysRun sagte am 18. Mai 2009:

    Ui, was für ein Eklat! Das iPhone im Kriegseinsatz! Als Übersetzer und Abspielgerät.

    Klar das in Deutschland mal wieder der Finger (nein, nicht die Hand) erhoben wird.

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  •  thd sagte am 18. Mai 2009:

    Liebe Leute von Macnotes,

    selten hab ich mich über einen Artikel bei euch so geärgert wie über diesen völlig unkritischen Beitrag, zwischen dessen Zeilen herauszulesen ist, wie toll Apple-Technologie sein muss, wenn inzwischen “sogar das U.S.-Militär” sie einsetzt. Statt hier einen kritischen Artikel darüber zu schreiben, dass Apple offensichtlich zu einem Teil rüstungsrelevante Technologie bereitstellt und mit dem U.S.-Militär kooperiert, werden technische Details hervorgehoben und das ganze mit einer marktliberalen Apologie “man könne sich seine Kunden ja nicht aussuchen” versehen.

    Schämt euch!

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  •  Makalu sagte am 18. Mai 2009:

    “Natürlich könnte sich Apple seine Kundschaft aussuchen und ggf. das Militär nicht beliefern. Seid doch bitte nicht so naiv…”

    Naiv ist es zu glauben, dass eine US Firma wie Apple es sich erlauben könnte in den USA (“Support our troops”) das Militär nicht zu beliefern. Der Imageschaden und Umsatzrückgang wäre weitaus größer als die zusätzlichen verkauften Ipods / iphones / miMacs an ein paar “Treehuggers” in Berkeley.
    Auch wenn man von Anfang an gegen den Krieg im Irak oder A-stan war sind die allermeisten der Meinung, dass man die Soldaten unterstützen sollte.

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  •  rj sagte am 18. Mai 2009:

    Trifft Makalu am ehesten das, wie ich die Situation auch einschaetzen wuerde. Die Art der Diskussion ist ja nicht vollkommen neu, ruppig geklopft haben sich die Leute ja auch, als die ersten militaerischen Anwendungen/Systeme mit Linux liefen. Aus dem Bauch raus haette ich bei der Geschchte auch eher ein “Missbrauchsgefuehl”, aber mit dem “rational untermauern” haut es nicht wirklich hin. Ich kann mir beispielsweise gut vorstellen, dass alles, was Verstaendigungsprobleme verringert, regelmaessig Leben rettet da unten. Klar spielt das alles bei einer generellen “USA raus aus $land”-Haltung keine bedeutende Rolle mehr, aber dazu siehe oben.

    Gegenfrage: wie haette eine “angemessene” skeptische Hinterfragung aussehen koennen/muessen? Denn *schreiben* haett ich sie nicht wollen, so gern ich auch Meinungen kicke :)

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  •  Martin sagte am 18. Mai 2009:

    So ein iPhone ist ja eine tolle Sache, aber wenn das US-Militär tatsächlich darauf angewiesen ist und keine eigenen (speziell für das Militär entwickelten) Technologien einsetzt, erklärt es warum die US-Aufklärung und Einsätze einfach nicht funktioniert (Zitat “Der Irak hat Massenvernichtungswaffen”).

    Selbst jede “popelige” deutsche freiwillige Feuerwehr dürfte ein iPhone NICHT zur Alarmierung der Einsatzkräfte einsetzen – obwohl es den FMEs (Funkmeldeempfängern) technologisch sicher weit überlegen ist.

    Es ist aber NICHT “ruggedized” und damit für den BOS-Einsatz (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) vollkommen ungeeignet. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das US-Militär “geringer zertifizierte” Geräte als jede deutsche Dorf-Feuerwehr einsetzt… ;-)

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  •  Martin sagte am 18. Mai 2009:

    @jay:
    Weder “das Internet”, noch das WWW basieren auf militärischen Technologien…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Internet#Geschichte
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee#Berners-Lee_und_das_World_Wide_Web

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  •  Makalu sagte am 18. Mai 2009:

    “Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das US-Militär “geringer zertifizierte” Geräte als jede deutsche Dorf-Feuerwehr einsetzt…”

    Doch, mittlerweile schon. Militärische Beschaffungsvorhaben sind langwierig und schwerfällig (Ausschreibung, Prototypen, Tests, etc.) daher werden in bestimmten Bereichen Standardprodukte eingesetzt. Günstiger und schnell verfügbar. Ein Ruggedized PDA in Militärausführung (TetraPad PDA oder ähnliches) wird einem iPod/iPhone in kritischen Bereichen natürlich immer vorgezogen. Aber für ein Übersetzungsprogramm sind die Apple Produkte durchaus sinnvoll wenn z.B. die Software bereits vorhanden ist.
    “Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach” -> “Lieber im Jahr 2009 in Kabul ein iPhone in der Hand als ein TetraPad das erst 2011 eingeführt wird”.

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  •  Martin sagte am 18. Mai 2009:

    @Makalu:
    Mag so sein, aber schwer vorstellbar, wo doch entsprechende Geräte bereits zur Verfügung stehen – siehe Obamas “Spezial-Blackberry”:
    http://www.gdc4s.com/content/detail.cfm?item=32640fd9-0213-4330-a742-55106fbaff32

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  •  Felix sagte am 18. Mai 2009:

    hast du mal die Preise vom Obamaberry mit Preisen von Apple Produkten verglichen? Da steht Apple ja regelrecht als Discounter da. Und ersteres ist sicher auch nicht Kugelsicher, nur “sicher” im Sprach und Datenverkehr, was für eine kleine Übersetzungsmaschine nicht unbedingt nötig ist, oder?

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  •  JFK sagte am 18. Mai 2009:

    ziemlich alt die news

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  •  nix sagte am 18. Mai 2009:

    @Martin:

    Lieber Martin, komm her setz Dich zu mir auf die Bank. Ich erklär Dir mal die große weite Welt. Nein die Amis sind nicht aus Ehrgeiz oder sportlichen Gründen zum Mond geflogen. Das ganze Raumfahrtprogramm diente ursprünglich allein dem Zweck der Entwicklung der stärksten und schnellsten Interkontinetal Atombomben Rakete.

    Genauso war es mit dem Internet. Was in Wikipedia leider nicht drin steht ist dass die ARPA allein aufgrund des scheinbar geglaubten technologischen Vorsprungs der UdSSR gegenüber der USA gegründet wurde. Sputnikschock, sagt Dir das was? Und eine der ersten Maßnahmen der Superbehörde ARPA war die Koordination der US Forschung (gerade in Raketen- und Rüstungstechnolgie) und die Nutzung der damals seltenen und teuren Rechnerkapazität.

    Erst als das Militär irgendwann in den 70ern Anfang 80ern sein MILNET hatte wurde das ehm. ARPANET der zivilen Nutzung übereignet.

    Genauso ist das mit all den vielen anderen HighTech Spielzeugen wie GPS und Google Earth und vielen anderen, die Du täglich benutzt.

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  •  Martin sagte am 18. Mai 2009:

    @nix:
    Ich bin mir der geschichtlichen Fakten sehr wohl bewusst, trotzdem denke ich, dass Du Deine Alu-Mütze gelegentlich mal absetzen solltest.

    CERN hat schon lange VOR dem ARPANET ein IPv4 Netz betrieben.
    Aber das tut hier auch eigentlich nichts zur Sache.

    Ich bin selbst begeisterter Apple Nutzer und würde auch niemandem etwas anderes empfehlen, aber hier sollte man die Kirche doch mal im Dorf lassen.

    Ein “Obamaberry” mag eine ganze Ecke teurer sein – korrekt. Der Funkmeldeempfänger für jedes Mitglied der Freiwilligen Dorffeuerwehr kostet auch 1000 Euro – es geht hier nicht darum, dass das iPhone günstiger ist (und mit Sicherheit auch mehr kann, als jedes “Obamaberry”) – es geht darum einfach nur darum: Es ist absoluter Quatsch, dass in einem Umfeld in dem nur zertifizierte Geräte eingesetzt werden irgendwelche Consumer Geräte (wie iPods oder iPhones) ERNSTHAFT betrieben werden. Nur weil mal irgendjemand so ein Ding dabei hatte, bedeutet das noch lange nicht, dass die Geräte offiziell eingesetzt werden.

    Diese Meldung ist dementsprechend genauso “zusammengeschustert” wie die “Ivy ist 104 Jahre alt und die älteste Twitter Nutzerin”…. mehr wollte ich auch gar nicht sagen.

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  •  Andi sagte am 18. Mai 2009:

    Ich mag mich jetzt noch erinnern das bei der Vorstellung der Software 2.0 für das iPhone ein Herr mit steifer Mütze im Karmuflage Look darüber gesprochen hat wie das iPhone bei den Truppen zum Einsatz kommt. Von daher muss man wohl sagen das diese Meldung nichts überraschendes hat.

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  •  jojojo sagte am 19. Mai 2009:

    1. Martin hat Recht

    2. ist es eine tolle Sache wenn Militärtruppen in Kriegs- bzw. Kriesengebieten mit der einheimischen Bevölkerung kommunizieren können, um so den Menschen zu helfen…

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  •  rapol sagte am 21. Mai 2009:

    …ich kann die verweichlichte deutsche Sozialpädakogikmentalität nicht mehr ertragen!

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