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Veröffentlicht am  26.05.09, 19:09 Uhr von  rj

Psystar erklärt den Bankrott

Psystar Open (3)Mac-Klon-Hersteller Psystar hat die Pleite erklärt. Selbst wenn die Medienaufmerksamkeit um den Hersteller von PCs mit Mac OS X-Installation durch die permanenten Rechtsstreitigkeiten mit Apple angekurbelt worden sind, geschah das offenbar nicht im ausreichenden Maß. Der Rechtsstreit mit Apple wird vorerst auf Eis gelegt, mit Spannung wird nun erwartet, wer sich im Bankrottverfahren als Geldgeber des Macklon-Herstellers entpuppen könnte.

Vergangenen Donnerstag sei die Bankrotterklärung gerichtlich eingereicht worden, am 5. Juni soll nun in Florida eine gerichtliche Anhörung stattfiunden, in der auch die Finanzierer von Psystar genannt werden müssen. Nach wie vor ist die Seite des Herstellers erreichbar, nach wie vor werden dort die PCs mit installiertem Mac OS X angeboten.

Psystar wurde von Apple wegen Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen Apples verklagt, nachdem der Anbieter PCs mit vorinstalliertem Mac-Betriebssystem vertrieben hatte. Psystar antwortete mit einer Gegenklage, der folgende intensive Rechtsstreit dürfte nun das finanzielle Genick Psystars gebrochen haben.

In Deutschland sieht sich hingegen der Mac-Klon-Vertrieb PearC auf der rechtlich sicheren Seite, da nach deutscher Rechtsprechung einige der Apple-AGB nicht gelten würden. In Russland richtete sich die Aufmerksamkeit vor kurzem auf RuMac, die ebenfalls Rechner mit vorinstalliertem Mac OS X anbieten. In beiden Fällen ist fraglich, ob sich Apple angesichts der unterschiedlichen Rechtsprechung auf ein Verfahren einläßt.

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 7 Kommentar(e) bisher

  •  Jonathan sagte am 26. Mai 2009:

    Nur ein kleiner Hinweis, weil ich das gerade eben in der Vorlesung hatte:

    Bankrott impliziert eine strafbare Handlung im Rahmen des Insolvenzverfahrens, während Pleite machen die ordnungsgemäße Insolvenz bezeichnet ;)

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  •  rj sagte am 26. Mai 2009:

    Hm… will ich mir merken, thx. Ich aender ungern Ueberschriften, von daher hoffe ich mal, dass die Klaerung hier plus Alltagsverstaendnis Missverstaendnissen vorbeugt.

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  •  nastorseriessix sagte am 26. Mai 2009:

    Über kurz oder lang wird es jedem das Geschäftliche Genick brechen, wenn man sich mit Apple anlgeht. Davon mal abgesehen, fände ich es auch nicht so toll wenn jemand meine Produkte kopiert ohne irgendwie dafür zu zahlen oder dergleichen.

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  •  Brabbel sagte am 26. Mai 2009:

    Ich würde das total cool finden, nasstorenttessig.

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  •  AlexK sagte am 26. Mai 2009:

    Ugs. könnte man Bankrott an Stelle von Konkurs stehen lassen, nur, in diesem Fall handelt es sich um weder, noch, wenn man die Bedeutung im allgem. Sprachgebrauch nimmt.

    Das deutsche Insolvenzrecht dient dazu den Gläubigern einen möglichst grossen Teil ihrer Forderungen zu erstatten, was ein bestellter Insolvenzverwalter regelt, das Unternehmen verliert jede Kontrolle über seine Geldmittel, stellt seinen Betrieb ein und wird i.d.R. im Anschluss aufgelöst (liquidiert) bzw. von anderen Unternehmen übernommen (die Mitarbeiter, Sachwerte, Büros, Fabriken etc.).

    Im amerikanischen Konkurs-Gesetz (bankruptcy code) wäre das eine Liquidation nach Kapitel 7. Das ist hier aber nicht der Fall.

    Psystar hat hingegen Insolvenz (Zahlungs-Unfähigkeit im Wortsinn) nach Kapitel 11 (Chapter 11) angemeldet, was bedeutet, dass sie das Unternehmen restrukturieren, und damit das normale Geschäft fortführen, wollen (und es auch dürfen während sie unter “Chapter 11″ operieren) und dazu einen Schutz vor den Forderungen der Gläubiger brauchen, d.h. die vorhandenen Geldmittel werden genutzt um das Unternehmen wieder geschäftsfähig zu machen, nicht um Schulden zu begleichen wie im deutschen Konkursrecht (heisst auf deutsch: Niemand darf ihnen jetzt einen Geldeintreiber auf den Hals schicken).

    Bekanntestes Beispiel für Chapter 11 dürfte hierzulande die SCO Group sein, die IBM wg. der angebl. Übernahme von UNIX-Code nach Linux verklagt haben, sie läuft seit bald zwei Jahren unter dem Chapter 11 und stellt immer neue Restrukturierungspläne vor.

    Erst wenn das Unternehmen nicht mehr unter dem Schutz von Chapter 11 steht können Gläubiger wieder Forderungen eintreiben oder z.B. anhängige Gerichtsverfahren fortgeführt werden (im Normalfall), es könnte also sich mit Psystar also noch ein bisschen hinziehen.

    nur so.
    Ciao, Alex

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  •  JMM sagte am 27. Mai 2009:

    Außerdem gegen PearC zu sagen: in der ersten Zeile der Eula von Apple steht, das diese nach dem Recht des Staates Kalifornien gilt und dieses auf jene angewendet werden MUSS!

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  •  rj sagte am 27. Mai 2009:

    Das ist eine in Deutschland imo wohl sehr zu Recht nicht gueltige Klausel. Man kann mit einem Produkt nicht einfach Landesrecht exportieren bzw., man koennte sehr erheiternde Gedankenspiele anstellen, was ansonsten so machbar waere. Wenn Apple in .de Hardware verkaufen will, muessen sie damit leben, dass hier andere (und ich wage zu behaupten: bessere) Verbraucherschutzrechte geten, die erlauben (noch), dass man mit einem gekauften Produkt so ungefaehr machen kann, was man will.

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