MACNOTES

Veröffentlicht am  27.05.09, 13:01 Uhr von  

Cracked iPhone Applications I: Entwickler hoffen auf Apple

CrackulousIm Siegeszug des iPhone gründeten sich zahlreiche neue App-Schmieden, die relativ zügig auf das – von anderen Plattformen altbekannte – Phänomen der unlizenzierten Kopien stießen. Andreas Heck, der seit Februar fürs iPhone entwickelt, ruft angesichts hoher Kopierquoten von über 80% zusammen mit anderen Entwicklern Apple dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen. Die Situation, das Für und das Wider werden in einer Artikelserie auf Macnotes diskutiert.

Position vier bei den Kartenspielen hatte die erste iPhone-App aus dem Hause “der.heckser” inne, und es dauerte nicht lang, bis das Autoquartett “Supertrumpf” auch in einer geknackten Version kursierte. Dank eines Online-Highscores konnte man sich ein Bild von der Kopierrate machen: um die 80% wurden hier wie auch schon in vorigen Fällen beobachtet. Die erste Reaktion des Entwicklers Andreas Heck: “Wut, Entsetzen, Unverständnis” – nachvollziehbar angesichts 3000 Kopien innerhalb einer Woche. Und so fragte Heck in den einschlägigen Entwicklerforen, ob er alleine sei mit dem Phänomen – erwartungsgemäß war er es nicht:

[singlepic id=3543 w=200 float=right] “Wir haben uns an andere deutsche Entwickler gewandt, die vom Phänomen gecrackter iPhone Programme betroffen sind – u. a. Michael Zimmermann, Entwickler des erfolgreichen ‘Spiel der Weisen’. Ebenso durchforsteten wir Entwickler-Foren und Blogs zum Thema. Der Tenor war immer der selbe: ‘Es ist schrecklich und traurig, Apple scheint sich (noch) nicht für die Thematik zu interessieren. Aber es lässt sich nicht vermeiden, man muss damit leben.’”

Nach Rücksprache mit dem Entwickler Oliver Drobnik veröffentlichte man die aktuelle App “Supertrumpf Guns” mit integrierter Crack-Überprüfung, die nichtlizenzierte Kopien in einen Lite-Modus schaltet und zum Kauf auffordert – auch dazu wurde bereits in der Vergangenheit geraten. Auch für Heck eine

“…vernünftige Reaktion auf das Phänomen “Crack”, denn grundsätzlich verhindern lässt es sich nicht, solange Apple keine technische Möglichkeit entwickelt, das auszuschließen. Bis dahin nutzen wir mit der Lösung all die Crack-Portale und Filesharing-Server quasi als eine Art Marketing-Plattform. In wieweit User einer Crack-Version in der Praxis Willens sind, die App zu kaufen, muss sich erst beweisen. Wir haben jedoch durchaus die Hoffnung, auf diesen Weg zusätzliche Kunden zu gewinnen, wenn diese auch aus ungewöhnlichem Umfeld kommen.”

Noch immer sei das Thema jedoch eine Randerscheinung, so Heck, was aber in Zukunft nach Möglichkeit anders werden sollte. Insbesondere Apple solle sich stärker der Problematik annehmen, die seiner Ansicht insbesondere die kleineren Entwickler und Entwicklerteams trifft, die nicht auf die hohen Gesamtumsätze der Genre-Platzhirsche bauen können.

Zu befürchten bleibt, dass die Kopierquote trotz des “Lite”-Vorstoßes von Heck hoch und die anschließenden Käufe der kopierenden Nutzer gering bleiben – iCombat-Entwickler Miguel berichtete von 0% Kaufquote in seinem Versuch, mit der Lite-Fassung Kopierer zu Kunden zu machen. Ob eine Reaktion Apples auf die Kopierquoten zu erhoffen oder zu befürchten wäre, wird auch in Zukunft nicht eindeutig entschieden werden können – einige Standpunkte sollen jedoch demnächst dargestellt werden.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 9 Kommentar(e) bisher

  •  cs sagte am 27. Mai 2009:

    Ich verstehe die Leute nicht. Die Apps im Appstore sind sehr niedrig im Preis. Wer trotzdem Cracks benötigt, bei dem Frage ich mich, wie er ein iPhone finanziert.

    Antworten 
  •  Hanno Welsch sagte am 27. Mai 2009:

    Hi,
    wir sind auch sowohl mit iBody als auch iDay seit etwa 4 Wochen betroffen. Bei beiden wurde unser erster Crack-Schutz nach 2 Wochen mit gecrackt.
    Wir haben nun in den neuen Updates einen neuen Crackschutz, der fürs erste mal wieder Sicherheit gibt.
    Wir machen es ähnlich wie im Artikel beschrieben, die gecrackte App kann 5 mal zum Testen gestartet werden, dann muss gekauft werden.
    Wie hoch die Quote derer ist die tatsächlich kaufen, kann ich nicht sagen, dafür fehlen mir die Daten (gibt ja keine Highscores in unseren Apps *gg*). Aber für mich sieht es eher so aus, als wären das Jäger und Sammler die einfach mal alles installieren was es grad gecrackt gibt und weniger an der App selbst interessiert sind. Daher ist das Thema an sich für uns Entwickler im Nicht-Spiele-Bereich wohl weniger dramatisch. Eine sportliche Herausforderung bleibt es aber allemal. :-)

    Antworten 
  •  rj sagte am 27. Mai 2009:

    cs, da bringts mich auf was, was mir trotz der Geschichte jetzt nicht im Hinterkopf war – ich hatte letztens ein Gespraech mit zwei Leuten, wo es auch erst ums Geld und das Studidasein ging, und dann irgendwann ums iPhone (natuerlich ohne Vertrag), was mich dann auch verblueffte und ich nachfragte, wie das zusammenginge. Das erste: Klar, natuerlich zahle man keinen Cent fuer die Apps. Mein Argument, dass das bei den Niedrigstpreisen doch wohl etwas laecherlich waeren, konnten sie nichts anfangen. Ich kanns nicht besser beschreiben, es war wie mit Brettern vernagelt und erinnerte mich am ehesten noch an die “Schnaeppchenmentalitaet”, die manche Leute haben, wenn sie die Dose Erbsen beim einen Discounter doch noch um 3 Cent billiger gekriegt haben. Diese “auf keinen Fall was zahlen, um jeden Preis” – Geschichte. Was mich halt auch glauben laesst, dass es da Nutzergruppen gibt, die man never ever zum Zahlen kriegt und fuer die es allenfalls noch eine Bestaetigung ist, wenn man das Umsonstkriegen weiter erschwert. Aber ueber die will ich morgen auch noch nen Tacken mehr schreiben…

    Antworten 
  •  @iphoneiversum sagte am 27. Mai 2009:

    Cracked iPhone Applications I: Entwickler hoffen auf Apple: Im Siegeszug des iPhone gründeten sich zahlreic.. http://tinyurl.com/ofx8wl

    Antworten 
  •  robs sagte am 27. Mai 2009:

    Kann die Leute auch nicht verstehen die sich die gecrackten Versionen downloaden. Teuer ist der AppStore doch wirklich nicht.

    Antworten 
  •  @hightechmeme sagte am 27. Mai 2009:

    Cracked iPhone Applications I: Entwickler hoffen auf Apple: Im Siegeszug des iPhone gründeten sich zahlreic.. http://tinyurl.com/ofx8wl

    Antworten 
  •  Markus sagte am 27. Mai 2009:

    Die (meisten) Entwickler übersehen dabei, dass ein Nutzer einer gecrackten Version kein verlorener Umsatz ist. 95% (ich rate jetzt) hätten die App nicht gekauft. Jede gecrackte Version im Umlauf ist GUT für den Entwickler. Die Leute, die bereit sind die Applikation legal zu kaufen werden es auch so tun. Miguel hat da schon ganz recht: http://www.icombatgame.com/2009/05/08/my-experience-getting-owned-by-app-store-pirates/

    Antworten 
  •  TJ sagte am 28. Mai 2009:

    Es ist einfach unglaublich: Da kosten die Apps derart wenig und *trotzdem* wird raubkopiert? Die lahme Rechtfertigung der Hacker und User, es würde nur deshalb gestohlen, weil die Produkte eben zu teuer seien, ist damit ad absurdum geführt. Und dass die Raubkopierer meistens auch noch Leute sind, die sich ihre eigene Arbeit am liebsten vergolden lassen würden, ist mehr als frustrierend. Der Dumme ist der Entwickler und (möglicherweise) der ehrliche Kunde, wie schon bei Musik und ähnlichem.

    Antworten 
  •  windows3.1 sagte am 29. Juni 2009:

    …leider gibt es immer noch Entwickler, die nicht begriffen haben, wie software bekannt gemacht wird und wie man erfolg hat… die wird es immer geben, genauso wie gecrackte software… und dann regen sie sich auf, dass sie 5,50 € verlust machen.. ich lach mich tot…

    seid ncith so gierig… fragt euch mal warum es so ein iphone hype gibt,.. denkt ihr vielleicht das iPhone wäre so erfolgreich, wenn es nicht hackbar wäre und es keine gecrackten spiele dafür gäbe… ??

    Wie hat es denn mit windows und OS/2 angefangen. Wo ist windows (MS) und wo zum teufel ist OS/2 ? OS/2 war das Hammerbetriebsystem schlechthin… aber leider war Windows einfacher zu kopieren und zu installieren…

    Antworten 

Kommentar verfassen

 0  Tweets und Re-Tweets
       0  Likes auf Facebook
        Werbung
        © 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de