MACNOTES

Veröffentlicht am  5.06.09, 0:42 Uhr von  Alexander Trust

Capcoms Resident Evil Degeneration für iPhone im Test

Resident Evil DegenerationEnde 2008 erblickte in Japan ein computeranimierter Vollzeitfilm das Licht der Welt. Er war das Ergebnis der über einjährigen Zusammenarbeit von Capcom und Sony und hieß Resident Evil: Degeneration. Anfang 2009 fand Degeneration auch seinen Weg nach Europa. Und einige Monate später war Capcom guter Dinge, ein Spiel zum Film auf Apples mobiler Plattform zu veröffentlichen. Wie sehr es Capcom gelang, das Resident Evil-Feeling auf das Handheld runter zu brechen, verrät euch unser Macnotes-Review.

In der Programmbeschreibung steht verheißungsvoll geschrieben, dass Capcom eine echte 3D-Engine einsetze, um dem Spieler das Eintauchen in das Horror Survival-Abenteuer zu ermöglichen.
 

Flughafen Harvardville

Die Hintergrundgeschichte jedenfalls bietet genug Potenzial für Spannung an. Allerdings weicht hier der iPhone-Titel ein wenig vom Plot der Verfilmung ab, der wiederum nicht die besten Kritiken erfahren hat, selbst für den bescheidenen Maßstab von Videospielverfilmungen. Ein bisschen Street Fighter-Niveau, wie in den 90ern, als Jean-Claude van Damme ein geniales Spiel auf der Leinwand zu einer traurigen Veranstaltung werden ließ. Wir agieren als Leon S. Kennedy, den Spieler aus Resident Evil 2 u. a. kennen könnten. Anders als im Film, in dem auch Claire S. Redfield eine Hauptrolle spielte, dürfen wir nicht mit ihr zu Werke gehen. Ebenfalls im Unterschied zum Film ist der Schauplatz auf den Flughafen von Harvardville beschränkt. Wir sollen als Leon Überlebende retten. Denn das gesamte Flughafengelände ist von Zombies bewohnt. Einer Virusinfektion ist es gedankt, dass diese sich dort ausbreiten und überhaupt erst ans Tageslicht gekommen sind.
 

Harvardville, wir haben ein Problem

[singlepic id=3582 w=thumb float=left] Vom Plot selbst erfährt der Spieler mittels Dialogen zwischen Leon und einer netten Brünetten, die ihm via Videoübertragung zugeschaltet ist und der das Headset ausgezeichnet zu Gesicht steht. Wer die Resident Evil-Titel aus der Vergangenheit kennt, der weiß, dass man keine literarischen Ergüsse zu lesen bekommt und die “Action” anderswo stattfindet. Zudem sind die 2D-Abbilder und Menügrafiken absolut nicht der Rede wert. Wer die Geduld hat, der wird sich durch die Dialoge klicken, wer hingegen eilig nach den Überlebenden Ausschau halten will, für den hat Capcom eine Art Fast Forward-Button implementiert.
 

Aktion…

[singlepic id=3581 w=thumb float=right] Eigentlich bietet Degeneration* viel Potenzial an, um ein Hit zu sein. Der Spieler läuft nicht einfach blindlings durch ewig verwinkelte Katakomben wie in Konamis “App-Klatsch” von Silent Hill, sondern steigt Treppen, öffnet Türen und sammelt die Resident Evil-üblichen Extras ein. Glas zersplittert schon mal, wenn Leon durch eine Scheibe hechtet, kurze Zwischensequenzen gibt es ebenso, die seinen Weg von A nach B ein wenig raffen. Doch das liegt nur daran, dass der Teil, den man im Video überbrückte im Spiel quasi bedeutungslos ist, und weniger zu Zwecken der Inszenierung. Die Geräuschkulisse kann man durchaus atmosphärisch nennen.
 

… und Reaktion

[singlepic id=3583 w=thumb float=left] Wir fühlen uns bei den Aktionen jedoch in der Videospielgeschichte in der Zeit zurückversetzt. Wir bleiben nämlich vor einer Treppe stehen und uns wird mittels eines Aktions-Symbols auf der rechten Bildschirmhälfte angezeigt, dass es möglich ist, sie hochzusteigen. Wir können nicht mit dem virtuellen Steuerkreuz agieren, sondern müssen den Vorgang als abgeschlossen ansehen, sobald wir den Aktionsbutton berührt haben. Und was noch viel enttäuschender ist, wir können nicht laufen und schießen gleichzeitig. Wir müssen erst den Aktionsbutton für die Feuerwaffe betätigen ehe dasselbe Steuerkreuz dann den Feuerarm navigiert. Die Interaktion wird dadurch äußerst gehandicapt. Geht uns die Munition aus, könnten wir uns selbstredend auch anders zur Wehr setzen oder schon vorher. Allerdings funktionieren sowohl das Laufen als auch das Zielen nur suboptimal. Das ist mit Sicherheit das größte Manko bei Degeneration. Denn bei der Grafik, die selbst in ihrer 3D-Darstellung nicht die Krone der Schöpfung auf dem iPhone abgibt, würde man inklusive Resident Evil-Bonus gerne Abstriche in Kauf nehmen.
 

Fazit

Atmosphärisch wäre Resident Evil: Degeneration in der Lage gewesen, ein guter Titel für das iPhone zu sein. Von einem Top-Titel wären wir alleine deshalb entfernt geblieben, weil die Inszenierung insgesamt und selbst die 3D-Grafik nicht mit zum besten gehören, was Spieler auf dem iPhone schon zu Gesicht bekommen haben. Die behäbige und eigenwillige Steuerung macht dem Titel allerdings die 4 Macs als Wertung kaputt. Zwar ist Degeneration um Meilen besser als Capcoms anderer Versuch auf dem iPhone zu punkten (vgl. Mega Man II Review), doch summa summarum fehlt hier zu viel, um besser bewertet zu werden. Schade. Eine Lite Variante sucht man darüber hinaus vergebens. Capcom leistet also wenig Überzeugungsarbeit, um den aktuell 5,49 Euro teuren Titel attraktiv zu finden.
 
3.5/5Testurteil: 3.5/5 Macs
Bezeichnung: Resident Evil: Degeneration*
Hersteller: Capcom Mobile
Preis: 5,49 Euro

* = Affiliate

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 3 Kommentar(e) bisher

  •  Daniel sagte am 5. Juni 2009:

    Dass die Steuerung ein wenig hackelig ist, da stimme ich zu. Aber das führe ich eher auf den Touchscreen zurück. Ein richtiges Gamepad kann man so halt nicht ersetzen. Aber das man nicht gleichzeitig laufen und schießen kann ist keine Schwäche dieser Umsetzung, sondern eine 1zu1 Umsetzung der Konsolensteuerung.

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  •  at sagte am 5. Juni 2009:

    Die ich bei der Konsolenversion ebenfalls bemängelt hätte. ;) Und ich hab schon genug Spiele auf dem iPhone getestet, die eine bessere Lösung angeboten haben. Gamelofts Terminator Salvation bspw. hat eine ähnliche Struktur. Es geht auch um Action aus der Verfolgerperspektive.

    Capcom kann gerne Portierungen anfertigen, aber sie werden nicht zu viel Erfolg haben, wenn Sie sich nicht mehr Mühe damit geben, die Spiele an die Geräte anzupassen. Das iPhone bietet trotz fehlender Haptik ne Menge Möglichkeiten. Und die Sensibilität des D-Pads ist nicht ausbalanciert. Wenn du einen langen Flur entlang läufst, dann merkst du relativ deutlich, wie träge die Steuerung funktioniert. Trägheit war übrigens auch das Problem bei Capcoms Mega Man II Steuerung. SEGAs Sonic-Klon war zwar nicht super duper, aber man hat zumindest gemerkt, dass die Reaktionszeiten andere sind und es gibt viele Action-Titel, die eine sehr flüssige Steuerung anbieten. Und auf der Konsole, wenn du dort das Gamepad bemüht hast, hat sich die Figur auch entsprechend bewegt. Gerade in Situationen, da es hektisch werden könnte, ist diese Verzögerung Gift. Aber geschenkt, wenn man als Spieler genug Geduld dafür aufbringt, kann man damit einigermaßen Leben. Nur besser geht’s schon auch auf dem iPhone.

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  •  Quickmixworld sagte am 6. Juni 2009:

    Mir gefällt das Spiel. Erstklassige Atmo.

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