Wahlkampf auf dem iPhone
Der SPD wird oft vorgeworfen, das Internet und die “Generation C64″ nicht zu verstehen, aber zumindest an eine “Generation iPhone” wollen sie sich im Bundestagswahlkampf mit einer Applikation für Apples Smartphone nähern: iSPD. Eine “mobile Wahlkampfzentrale” soll die App sein und nicht nur als RSS-Reader im SPD-Branding Informationen auf das iPhone bringen, sondern den Nutzer auch animieren über eigene Beiträge als “Wahlkampfreporter” aktiv teilzunehmen. So können Fotos auf die Wahlkampfplattform der SPD geladen werden und das Parteiprogramm kann durch direkt in der App aufgenommene Sprachnachrichten kommentiert werden.
Auch die Einbindung von Twitter, Facebook und YouTube in die Applikation lässt einen auf den ersten Blick fast glauben, die Genossen hätten inzwischen das Web 2.0 ein klein wenig verstanden. Aber ein Blick auf den aktuellen Stand in Sachen Internetsperren holt einen schnell in die Realität zurück. Nur einen Tag nach dem Beschluss des Parteivorstands, der einen weitergehenden Antrag auf dem Bundesparteitag verhindert hat, war auch schon die Einigung mit der Union über das Projekt “Zensursula” gefunden.
Auf der einen Seite will die SPD also ganz vorne mit dabei sein im Netz, aber wenn es um konkrete Entscheidungen geht, dann sind die Genossen (bis auf wenige Ausnahmen) so weit weg vom Netz, wie man nur sein kann. Daran ändern auch Online-Beiräte mit komischen Frisuren und iPhone-Applikationen nichts. Die einen nennen so etwas Heuchelei, andere einfach nur Politik. Statt nun also mit den Menschen im Netz zu sprechen, wird mit iSPD die mobile, digitale Version von Flyern und Wahlplakaten mit ein wenig Interaktion gebracht – was zumindest der Umwelt nützen könnte, wenn auf entsprechende Mengen bedrucktes Altpapier verzichtet wird.
Noch ist iSPD im App Store nicht verfügbar und ein kleiner Pirat in meinem Kopf würde sich ungemein freuen, wenn Apples oft nicht ganz nachvollziehbare Umsetzung der Regeln für die Veröffentlichung von Apps im eigenen Store zu einer Ablehnung von iSPD führen würde, vielleicht wegen des einen oder anderen Kraftausdrucks in den angezeigten Twitter-Meldungen?







Ihh SPD… | Kamikaze-Demokratie meint:
[...] nicht mehr wählen und René wettet schon auf den Termin der Erweiterung der Zensur. Und da helfen auch keine iPhone App, kein Berater mit rotem Iro oder ein neuer Wahlkampfsong [...]
Robert meint:
Mich würde mal interessieren, ob die App auch einen “Drucken Sie hier das ECHTE Internet aus”-Button hat, dann hat diese App nämlich einen großen Mehrwert für unsere Politiker!
nastorseriessix meint:
Boah was für ein Armutszeugnis für die SPD…
Werner meint:
Ein einziger Auskotzartikel. Mehr nicht. Vielleicht doch mal selber aktiv werden?
iSPD - die SPD auf dem Apple iPhone » Pottblog meint:
[...] vor einiger Zeit berichteten sowohl Macnotes als auch die Ruhrbarone2 über die neue kostenlose Applikation iSPD für das Apple [...]
Apple lehnt “politisch befrachtete” App ab meint:
[...] wird so eine Schlussfolgerung unwahrscheinlich, die man ansonsten angesichts der (zugelassenen) Wahlkampf-App der SPD hätte ziehen können: dass diese mit Politik und Partizipation eben nichts zu tun hatte. [...]
Mit dem iPhone in den Landtagswahlkampf | Homo Politicus meint:
[...] Gegensatz zur iSPD-App aus dem vergangenen Bundestagswahlkampf setzt man also in NRW nicht auf eine Einbindung von [...]